EU-Urheberrechtsreform: Netzaktivisten warnen vor Upload-Filtern und Einschnitten der Redefreiheit

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Kajetan
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Re: EU-Urheberrechtsreform: Netzaktivisten warnen vor Upload-Filtern und Einschnitten der Redefreiheit

Beitrag von Kajetan » 21.06.2018 15:09

ronny_83 hat geschrieben:
21.06.2018 14:50
Ich bin aber dagegen, dass die EU tut, als müsste sie über jedes Land mit einheitlichen und übergeordneten Gesetzen bestimmen.
Und genau das Fehlen einer einheitlichen Wirtschafts- und FInanzpoliitk ist Grund für die enorme Gefährdung des Euros in Bezug auf die Wackelwirtschaften Südosteuropas. Das Einbinden dieser Volkswirtschaften wäre gut über die Bühne gegangen, weil man dann die teilweise extremen Gefälle im Bruttosozialprodukt besser hätte ausgleichen können. Auch hätte man die ebenso wenig gute Exportdominanz Deutschlands besser abfedern können, die ebenso nicht gerade zur Stabilität des Euros beiträgt.

Oder schau Dir das Gezerve über die Flüchtlingsströme an. Gerade weil da jedes Land macht, was es will, stehen dann ein paar Millionen Flüchtlinge vor der deutschen Grenze, weil die netten Italiener und Ungarn sie einfach weitergeschickt haben und auf jede EU-Absprachen geschissen haben. Mit einer einheitlichen EU-Aussenpolitik kann man endlich daran gehen diese Problematik sauber zu lösen, in dem man entweder die Leute weiterhin nach Europa lässt, dann aber schön geregelt bereits an den Südgrenzen oder man macht komplett dicht, schaut aber zu, dass ein EU-Aussenminister mit China und Russland dafür sorgt, dass endlich halbwegs Frieden im Nahen Osten einkehrt oder dass Afrika endlich auf die Beine kommt.

Von den Notwendigkeiten, einen starken und stabilen Euro im globalen Zusammenspiel der Mächte zu haben, will ich erst gar nicht anfangen.

Von daher die Frage ... bist Du Dir der Welt ausserhalb Deiner Nasenspitze überhaupt bewusst? Das ist nicht mehr das Europa der Nachkriegszeit, wo man unter dem Schutz der damaligen Supermächte einfach so tun konnte, als ob einen alles nichts angeht und es ausreichte in den heimeligen Hinterhof zu schauen. Dieses Europa existiert nicht mehr und es kommt auch nicht mehr zurück. Neue Zeiten, neue Erfordernisse.

Meine eigenen Positionen zu diesem Thema sind übrigens nicht alternativlos. Du darfst und sollst ausdrücklich das Recht haben die Dinge auch ganz anders zu sehen. Aber dann sollte man sich idealerweise auch darüber im Klaren sein, welche Folgen bestimmte Positionen haben.
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ronny_83
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Re: EU-Urheberrechtsreform: Netzaktivisten warnen vor Upload-Filtern und Einschnitten der Redefreiheit

Beitrag von ronny_83 » 21.06.2018 15:12

dOpesen hat geschrieben:
21.06.2018 15:08
oder sollen wir den handel mit der türkei beispielsweise beenden und versuchen menschenrechte durch millitärische drohkulissen versuchen zu erreichen?

greetingz
Warum durch militärische Drohkulisse. Handelssanktionen sind doch ein weitreichendes Mittel, um Differenzen auszuspielen. Und wenn das Land nicht mitspielt, dann bricht man den Handel ab. Aber warum sollte die EU sich über die Türkei stellen und sagen "Was wir machen ist richtiger als das, was ihr macht und ihr müsste genauso sein wie wir, damit wir euch akzeptieren."
Kajetan hat geschrieben:
21.06.2018 15:09
Neue Zeiten, neue Erfordernisse.
Wie das Erfordernis von chinesischem Weizen in deutschem Bier oder das deutsche Bauern Getreide teurer porduzieren, als sie es auf dem Weltmarkt verkaufen müssen. Und der Staat von Steuergelder den Bauer ein Drittel Subventionierung auf das produzierte Getreide geben muss, weil sie sonst nix zum Leben hätten. Und dann schifft die EU das Getreide nach Afrika, um es dort billiger anzubieten als die afrikanischen Getreide und das den dortigen lokalen Markt gefährdet. Schon was feines, diese Globalisierung.

Ich will nicht behaupten, dass alles an der EU schlecht ist, zumindest bezogen auf die EU als Handels- und Wirtschaftsraum. Aber für mich hat sie als Regierung (aus meiner vielleicht eingeschränkten Sichtweise) immer noch keine Daseinsberechtigung.

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SethSteiner
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Re: EU-Urheberrechtsreform: Netzaktivisten warnen vor Upload-Filtern und Einschnitten der Redefreiheit

Beitrag von SethSteiner » 21.06.2018 15:20

ronny_83 hat geschrieben:
21.06.2018 14:12
SethSteiner hat geschrieben:
21.06.2018 13:55
Dann musst du ja auch ein Problem haben mit dem Nationalstaat denn da ist das doch auch schon so.
Ich habe kein Problem mit einem Nationalstaat, weil er zu der Kultur gehört, in der ich geboren bin oder in der ich mir ausgesucht hab zu leben.
Also sind alle Orte gleich? Bayern, Berlin, ist dasselbe? Oder Neukölln und Charlottenburg (sorry kenne nicht soviele andere Stadtbezirke)? Deine Kultur ist etwas extrem schwammiges und nicht definierbares. Nehmen wir doch allein das Weihnachtsfest und wie unterschiedlich das begangen wird. Man kann zwar sagen, dass in einer durchschnittlichen Mehrheit, durchschnittlich öfter X als Y geschieht bspw. öfter der Weihnachtsmann als das Christkind auftaucht aber es gibt keine Einheitlichkeit. Die Kultur ist allein in einem Land, in einem Bundesland, in einer Stadt, ja sogar in einem Bezirk schon so vielfältig. Wenn du kein Problem mit einem Nationalstaat hast, dann ist dein Problem mit einem vereinigten Europa rein künstlich. Dieselben Kritikpunkte treffen nämlich auch auf kleinere Konstrukte schon zu.
SethSteiner hat geschrieben:
21.06.2018 13:55
Oder gehen wir weiter, ein Bundesland bestimmt über all die Städte. Und Städte bestimmen über Kieze und Stadtbezirke. Das kann man immer weiter denken und letztendlich bleibt nur stehen, dass Kleinstaaterei nur Probleme verursacht. Dabei wird einem nichts weggenommen, wenn es einen grossen Staat gibt, man ist immer noch Franzose wie man Bayer oder Berliner heute ist, genauso wie man immer noch seinen Ort oder Kiez verbunden ist und wie all diese Bestandteile weiterhin gepflegt werden. Die Souveränität der Nationen ist ein Zwischenschritt als ewige Formel funktioniert es nicht, der dreissigjährige Krieg, die napoleonischen Kriege und zwei Weltkriege sollten dafür denke ich Beweis genug sein und die heutigen Konflikte belegen ein Mal mehr das aus Nationalismus nichts gutes erwächst.
Gesetzeslagen auf nationaler Ebene, die auf die Bundesländer und Gemeinden übertragen werden, ist etwas völlig anderes als wenn Frankreich und Deutschland plötzlich nach Gesetzen und Richtlinien handeln sollen, die ggf. gar nicht zu deren Nationalitäten passen.
In südlichen Ländern ist Siesta zum Beispiel eine traditionelle Ruhepause. Stell dir vor, Italien, Griechenland und Spanien sind plötzlich Bundesländer der EU und die EU schreibt Arbeitspausen von maximal 30 Min Arbeitsunterbrechung vor. Da wär ich gespannt, welche sonnigen Reaktionen da aus dem Süden nach Brüssel strahlen.

Ich vertrete die Meinung, das Gesetze und Richtlinien eines Landes auch immer die Nation und dessen Kultur widerspiegeln. Eine Regierung, die so tut, als wären all die Nationen und Kulturen gleich, kann für mich nicht funktionieren.
[/Quote]

Faktisch sind Italien, Griechenland und Spanien längst Bundesländer der EU, nur eben mit mehr Autonomie. Solch ein Gesetz oder Richtlinie könnte also schon längst existieren. Man braucht hier auch gar nicht nach Süden schielen, hier in Deutschland ist es mittlerweile heiß genug, Mitteleuropa kennt die Probleme also auch. Es ist auch nicht unüblich, dass Geschäfte in bestimmten Gegenden irgendeinen Tag nicht auf haben oder dass die Arbeitszeit nur bis 13 Uhr geht und all solche Dinge.

Grundsätzlich kann man jeden Mist in Gesetze gießen, das ändert sich kein Stück mit einem vereinten Europa, der einzige Unterschied ist eben nur, dass es unter Umständen mehr betrifft. Aber auch hier, es geht um Bundesländer, es geht nicht um.. keine Ahnung nehmen wir mal einen autokratisch klingenderen Begriff wie "Sektoren". Es geht also um eine föderale Struktur und nicht um einen Gottkönig, der von seinem Schloss aus verrückte Vorschriften macht, die überall ohne Abstimmungen und Diskussionen durchgesetzt werden müssen. Natürlich, wie in einem Nationalstaat auch gibt es aber einheitliche Regelungen und die machen ja auch Sinn. Man stelle sich das vor wie vor 200+ Jahren als noch jeder sein eigenes Längenmaß hatte, jeder seine eigenen Gewichte, jeder seine eigenen Vorschriften und Zölle. Vereinheitlichung macht Sinn, sich aussuchen zu können wo man arbeitet und einfach von A nach B ziehen zu können macht Sinn, einheitliche Verkehrsregeln und eine Zusammenarbeit von Justizorganen macht Sinn, was wiederum erleichtert wird, wenn man eine möglichst einheitliche Gesetzgebung hat. Das geht auch wiederum bis zu Bürgerrechten und Verbraucherrechten, es ist gut wenn eine Firma nicht Schlupflöcher in einem Land ausnutzen kann, die dann letztendlich Verbraucher in anderen Ländern schädigen und für Unternehmen wiederum ist es positiv, wenn sie ihre Waren und Produkte nicht für alles unterschiedlich anpassen müssen, sondern ein Gesetz haben, dass es zu befolgen gilt.

Das alles erfordert aber zur Durchsetzung und auch zum Erhalt Zusammenarbeit und Solidarität. Das hat nichts mit Selbstaufgabe zutun, sondern mit einem sozialen, vernünftigen Miteinander. Das ist aber nicht möglich, wenn man sich was auf seine Herkunft einbildet und diese letztendlich überhöht. Das gilt genauso zwischen den Völkern wie zwischen den Bürgern in den Nationalstaaten selbst.

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dOpesen
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Re: EU-Urheberrechtsreform: Netzaktivisten warnen vor Upload-Filtern und Einschnitten der Redefreiheit

Beitrag von dOpesen » 21.06.2018 15:22

ronny_83 hat geschrieben:
21.06.2018 15:12
Und wenn das Land nicht mitspielt, dann bricht man den Handel ab.
und was passiert mit einem land wo die wirtschaft es schon auf pump aufgebaut ist und die währung stetig an wert verliert? wenn eben kein frisches geld mehr reinkommt und der präsident eh schon fast autokratisch herrscht?

entweder dieses land wendet sich anderen handelspartnern zu mit noch fragwürdigeren deals und/oder es driftet in richtung bürgerkriegsähnlichen zustände ab weil es einfach implodiert.

will man das?
Aber warum sollte die EU sich über die Türkei stellen und sagen "Was wir machen ist richtiger als das, was ihr macht und ihr müsste genauso sein wie wir, damit wir euch akzeptieren."
nun, in sachen menschenrechten und demokratie sehe ich schon, dass die eu einiges richtiger macht als die türkei. aber gut, wenn du es für völlig legitim hälst, dass ein land im ausnahmezustand verharrt, keine freie presse duldet, die gerichtbarkeit abschafft, keine opposition duldet und mit vorwurf des terrorismus jeden verhaften darf, dann bitte.

ich möchte wetten so mancher in der türkei ist froh, dass die eu nicht wegsieht und weiter versucht in gewissen bereichen einfluss zu halten oder auszubauen.

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Re: EU-Urheberrechtsreform: Netzaktivisten warnen vor Upload-Filtern und Einschnitten der Redefreiheit

Beitrag von ronny_83 » 21.06.2018 15:28

dOpesen hat geschrieben:
21.06.2018 15:22
aber gut, wenn du es für völlig legitim hälst, dass ein land im ausnahmezustand verharrt, keine freie presse duldet, die gerichtbarkeit abschafft, keine opposition duldet und mit vorwurf des terrorismus jeden verhaften darf, dann bitte.
Ich halte es für legitim mit Ländern über Menschenrechte zu diskutieren und ggf. auf einen gemeinsamen Nenner zu kommen. Ich halte es aber nicht für legitim, wenn die EU so tut, als wäre es die Weltpolizei und Länder für ihre Menschenrechtsverletzungen ermahnt und nebenbei gleichzeitig Handel mit ihnen betreibt.
SethSteiner hat geschrieben:
21.06.2018 15:20
Das hat nichts mit Selbstaufgabe zutun, sondern mit einem sozialen, vernünftigen Miteinander. Das ist aber nicht möglich, wenn man sich was auf seine Herkunft einbildet und diese letztendlich überhöht. Das gilt genauso zwischen den Völkern wie zwischen den Bürgern in den Nationalstaaten selbst.
Herkunft einbilden ist doch gar nicht der Diskussionspunkt. Sondern die Freiheiten und Eigenheiten der verschiedenen Herkünfte zu schützen und erhalten. Wie willst du garantieren, dass ein einheitliches System über allen Ländern sich nicht doch irgendwann zu einer Gottheit entwickelt und bis ins tiefste Mark der einzelnen Länder agiert. Es ist doch jetzt schon als kleiner Bürger aus Bad Belzig, dessen Landkreis Potsdam-Mittelmark und dessen Bundesland Brandenburg ist, zwischen 15 anderen Bundesländern, welche in Deutschland liegen, das wiederum Teil von 28 weiteren Ländern in Europa ist, einen Überblick über das zu haben, was die EU-Regierung so treibt, geschweige denn überhaupt das Gefühl zu haben, dass man irgendeinen Einfluss hätte auf das, was dort passiert
Zuletzt geändert von ronny_83 am 21.06.2018 15:41, insgesamt 5-mal geändert.

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Re: EU-Urheberrechtsreform: Netzaktivisten warnen vor Upload-Filtern und Einschnitten der Redefreiheit

Beitrag von dOpesen » 21.06.2018 15:29

ronny_83 hat geschrieben:
21.06.2018 15:28
... Länder für ihre Menschenrechtsverletzungen ermahnt und nebenbei gleichzeitig Handel mit ihnen betreibt.
hatte doch schon erklärt warum handel wichtig ist... :(

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Kajetan
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Re: EU-Urheberrechtsreform: Netzaktivisten warnen vor Upload-Filtern und Einschnitten der Redefreiheit

Beitrag von Kajetan » 21.06.2018 15:58

ronny_83 hat geschrieben:
21.06.2018 15:12
Wie das Erfordernis von chinesischem Weizen in deutschem Bier oder das deutsche Bauern Getreide teurer porduzieren, als sie es auf dem Weltmarkt verkaufen müssen. Und der Staat von Steuergelder den Bauer ein Drittel Subventionierung auf das produzierte Getreide geben muss, weil sie sonst nix zum Leben hätten. Und dann schifft die EU das Getreide nach Afrika, um es dort billiger anzubieten als die afrikanischen Getreide und das den dortigen lokalen Markt gefährdet. Schon was feines, diese Globalisierung.
Und Du glaubst, das wird alles besser, wenn sich jeder schmollend in seine Ecke verzieht? Das mag verlockend sein. löst aber keine Probleme, sondern überlässt nur Mächten das Rennen, die keine Rücksicht darauf nehmen, ob man hier in Europa dabei unter die Räder kommt, weil Europas Einzelstaaten dann zu schwach sind, um sich notfalls wehren zu können.

Sicher, ein spürbares Problem wird das erst, wenn Du und ich tot sind, aber unsere Enkel bedanken sich jetzt schon für all den Mist, den wir ihnen auf Grund unseres Egoismus eingebrockt haben.
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Re: EU-Urheberrechtsreform: Netzaktivisten warnen vor Upload-Filtern und Einschnitten der Redefreiheit

Beitrag von ronny_83 » 21.06.2018 16:00

dOpesen hat geschrieben:
21.06.2018 15:29
ronny_83 hat geschrieben:
21.06.2018 15:28
... Länder für ihre Menschenrechtsverletzungen ermahnt und nebenbei gleichzeitig Handel mit ihnen betreibt.
hatte doch schon erklärt warum handel wichtig ist... :(

greetingz
Ich kann deine Argumentationsperspektive schon verstehen. Für mich ist das aber Eigennützigkeit zum Wohl der EU. Es ist kein sinnvoller Handel und auch nicht wirtschaftsstärkend, wenn die EU billig Waren in Afrika importiert und den dortigen heimischen Markt zerstört bzw. unterdrückt. Und gleichzeitig ist das auch das Mit-Füßen-Treten von Menschenrechten der afrikanischen Bevölkerung. Denn die sollte doch eigentlich das Recht haben, heimische Produkte auf heimischen Markt verkaufen und eine eigene Industrie entwickeln zu dürfen (und dazu sind sie fähig....die sind ja nicht doof) ohne das die EU-Regierung mit korrupten afrikanischen Regierungen Handelsabkommen schließt, die eigentlich nur der EU helfen und der afrikanisch-korrupte Regierung. Die Bevölkerung hat davon nix. Die verdienen ihr Geld damit, dass deren Kinder unseren Plastikmüll sortieren. Und sich dann über Flüchtlingsströme wundern. "Wo kommen denn plötzlich all die Boote her mit Afrikanern?"
Kajetan hat geschrieben:
21.06.2018 15:58
Sicher, ein spürbares Problem wird das erst, wenn Du und ich tot sind, aber unsere Enkel bedanken sich jetzt schon für all den Mist, den wir ihnen auf Grund unseres Egoismus eingebrockt haben.
Ist denn des Problems Lösung eine EU-Regierung, die schon jetzt Teil des Egoismusses ist? Was kommt, wenn sie die alleinige Regierung wird?

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Kajetan
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Re: EU-Urheberrechtsreform: Netzaktivisten warnen vor Upload-Filtern und Einschnitten der Redefreiheit

Beitrag von Kajetan » 21.06.2018 16:27

ronny_83 hat geschrieben:
21.06.2018 16:00
Ist denn des Problems Lösung eine EU-Regierung, die schon jetzt Teil des Egoismusses ist? Was kommt, wenn sie die alleinige Regierung wird?
Hast Du ein Problem damit, dass die Bundesregierung in Berlin bestimmte Dinge wie Aussenpolitik für alle Bundesländer entscheidet? :)

Niemand redet davon ALLES in eine einzige, gigantische Zentralregierung zu stecken. Die EU ist nur dann sinnvoll, wenn sie förderal organsiert ist. Da entscheidet das Bundesland Italien weiterhin viele Dinge für sich, gibt aber die Hoheit über gesamteuropäische Bereiche, wie zum Beispiel den Umgang mit Flüchtlingen, an die EU-Regierung ab. Weil Flüchtlinge kein regionales Problem darstellen, sondern nur im Zusammenspiel mit dem Ausland vernünftig und vor allem dauerhaft geregelt werden kann. Da hilft dann ein EU-Aussenministerium, welches entsprechend wirksam mit anderen Weltregionen verhandeln kann. Anstatt dass jeder sein eigenes Süppchen kocht.

Erinnerst Du Dich an die Kriege auf dem Balkan? Ein gemeinsames EU-Aussenministerium hätte diese Kriege verhindern oder zumindest sehr schnell beenden können. So aber konnten die Serben wunderbar die EU entlang der Linie Deutschland hier, England/Frankreich dort aufspalten und Krieg führen. Die Kroaten haben das gleiche Spielchen wiederholt, weil es so gut funktioniert hat. Die Verlierer waren die Moslems in Bosniens, die überhaupt keine europäische Lobby hatten. Und irgendwann musste die Amis ankommen und Belgrad bombadieren, weil die zerstrittenen Europäer keinen Friedensprozess in Gang setzen konnten. DAS darf sich nicht mehr wiederholen!

Wovon man zum Glück allmählich wieder Abstand nimmt, dass sind diese vollkommen irren Versuche miniskule Details zu regeln, wie z.B. welche Nahrung wo angebaut/produziert werden darf. Genau diese kulturelle Vielfalt ist der Reichtum Europas und das darf nicht auf dem Altar von Technokraten geopfert werden, denen es nur um den Ausbau ihrer bürokratischen Macht geht. Ich finde zum Beispiel diesen italienischen Madenkäse total eklig, aber das ist eine regionale Spezialität, die erhalten bleiben muss. Die Bayern interessieren sich ja auch nicht dafür, wie die Pfälzer ihre Schreiner-Innungen organisieren. Wozu auch? Da muss nix zentral geregelt werden.

Sprich, ich kann Deine Sorge durchaus nachvollziehen. Aber sie ist IMHO unbegründet.
Zuletzt geändert von Kajetan am 21.06.2018 16:35, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: EU-Urheberrechtsreform: Netzaktivisten warnen vor Upload-Filtern und Einschnitten der Redefreiheit

Beitrag von ronny_83 » 21.06.2018 16:32

Hab deinen Text gelesen und den Standpunkt als akzeptabel und für mich vertretbar bewertet :) Ich glaube, der Standpunkt von SethSteiner ist ein ähnlicher.

Allerdings vermindert das nicht die Punkte, die die EU in der Welt als eigennützig und egoistisch bewerten lassen.

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Re: EU-Urheberrechtsreform: Netzaktivisten warnen vor Upload-Filtern und Einschnitten der Redefreiheit

Beitrag von Kajetan » 21.06.2018 17:14

ronny_83 hat geschrieben:
21.06.2018 16:32
Allerdings vermindert das nicht die Punkte, die die EU in der Welt als eigennützig und egoistisch bewerten lassen.
Nein, natürlich nicht. Da sollte man sich keinen Illusionen hingeben. Ein Bundesstaat EU wird, wie auch alle anderen, Machtpolitik betreiben. Nicht unbedingt militärisch, aber im Welthandel wird man den anderen nichts schenken.

PS: Ich kenne eine Äthiopierin, die seit langem hier lebt und die SEHR dafür ist, dass die EU endlich mal zu Potte kommt und gemeinsam in Afrika agiert, um endlich die Chinesen in die Schranken zu weisen. Weil die dort massenhaft Land aufkaufen, um dort gigantische Plantagen zu errichten. Nutznießer sind natürlich nur die chin. Investoren und die regionalen Machthaber. Das Volk darf wieder zuschauen. Ihre Hoffung ist nun, dass die EU Afrika nicht einfach kampflos China überlässt und im beiderseitigen Bieten um die Gunst der Lokalregierungen auch mehr für die Bevölkerung getan wird.
Zuletzt geändert von Kajetan am 21.06.2018 17:18, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: EU-Urheberrechtsreform: Netzaktivisten warnen vor Upload-Filtern und Einschnitten der Redefreiheit

Beitrag von dOpesen » 21.06.2018 17:16

ronny_83 hat geschrieben:
21.06.2018 16:32
Allerdings vermindert das nicht die Punkte, die die EU in der Welt als eigennützig und egoistisch bewerten lassen.
der welthandel ist leider, vorallem nicht mit hinblick auf knapper werdende ressourcen, noch keine solidarische planwirtschaft mit hauptziel chancengleicheit und gerechtem wachstum für alle. :(

ich weiß auch nicht ob wir jemals dahinkommen werden, sprich die globalisierung den status erreicht den die menschheit verdient, nur bis dahin wird es ein hauen und stechen bleiben und da muss die eu einfach auf bestmöglichsten werten rechts sein, bis sich das weltgefüge zum wohle von allen fügt.

europa trägt nunmal die hauptverantwortung für den wohlstand der eurozone, und noch ist es leider dafür nötig unlautere vorteile gegenüber dritte zu ziehen, was du aber gerne kritisieren darfst.

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Re: EU-Urheberrechtsreform: Netzaktivisten warnen vor Upload-Filtern und Einschnitten der Redefreiheit

Beitrag von SethSteiner » 21.06.2018 19:17

ronny_83 hat geschrieben:
21.06.2018 15:28
dOpesen hat geschrieben:
21.06.2018 15:22
aber gut, wenn du es für völlig legitim hälst, dass ein land im ausnahmezustand verharrt, keine freie presse duldet, die gerichtbarkeit abschafft, keine opposition duldet und mit vorwurf des terrorismus jeden verhaften darf, dann bitte.
Ich halte es für legitim mit Ländern über Menschenrechte zu diskutieren und ggf. auf einen gemeinsamen Nenner zu kommen. Ich halte es aber nicht für legitim, wenn die EU so tut, als wäre es die Weltpolizei und Länder für ihre Menschenrechtsverletzungen ermahnt und nebenbei gleichzeitig Handel mit ihnen betreibt.
SethSteiner hat geschrieben:
21.06.2018 15:20
Das hat nichts mit Selbstaufgabe zutun, sondern mit einem sozialen, vernünftigen Miteinander. Das ist aber nicht möglich, wenn man sich was auf seine Herkunft einbildet und diese letztendlich überhöht. Das gilt genauso zwischen den Völkern wie zwischen den Bürgern in den Nationalstaaten selbst.
Herkunft einbilden ist doch gar nicht der Diskussionspunkt. Sondern die Freiheiten und Eigenheiten der verschiedenen Herkünfte zu schützen und erhalten. Wie willst du garantieren, dass ein einheitliches System über allen Ländern sich nicht doch irgendwann zu einer Gottheit entwickelt und bis ins tiefste Mark der einzelnen Länder agiert. Es ist doch jetzt schon als kleiner Bürger aus Bad Belzig, dessen Landkreis Potsdam-Mittelmark und dessen Bundesland Brandenburg ist, zwischen 15 anderen Bundesländern, welche in Deutschland liegen, das wiederum Teil von 28 weiteren Ländern in Europa ist, einen Überblick über das zu haben, was die EU-Regierung so treibt, geschweige denn überhaupt das Gefühl zu haben, dass man irgendeinen Einfluss hätte auf das, was dort passiert
Der Diskussionspunkt ist, dass "ich bin XY und will meine Kultur behalten!" einfach keine Substanz hat und keinerlei konstruktive Wirkung hat, welche die Situation verbessern würde, die man eigentlich verbessert haben will. Es ist nicht die Aufgabe eines Staates irgendeine obskure "Kultur" zu schützen, die man kaum näher definieren kann, weil dieser Begriff in Bezug auf einen Nationalstaat überhaupt nicht definierbar ist. Es ist auch nicht die Aufgabe eines Staates jede Eigenheit zu schützen. Die Welt verändert sich und ein Staat sollte vor allem nach dem Subsidiaritätsprinzip handeln also dann, wenn er auch tatsächlich gefragt ist. Ich persönliche finde es durchaus in Ordnung Unterstützung zu liefern bestimmte kulturelle Elemente wie Sprache zu erhalten, solange es nicht in Nationalismus abdriftet. Sprich, einen Sprachunterricht (als Beispiel jetzt) eher mit Blick auf die Historie der Region anzubieten und diese Historie nahe zu bringen als aus irgendenem anderen Grund. Wenn irgendwann eine Region keine typischen Holzpuppen mehr herstellt, die Leute nicht mehr in Tracht rumlaufen und auch nicht mehr ihre Mundart sprechen, dann ist das eine natürliche Entwicklung, die man respektieren sollte, anstatt eine Mauer hochzuziehen und die Bevölkerung förmlich zu zwingen sich wie ihre Großeltern zu benehmen und kleiden.

Das Problem mit dem Überblick aus Bad Belzig ist doch einzig und allein genau das was wir hier diskutieren. Es gibt eine völlig unnötige Zwischenregierung mit dem gesamten bürokratischen Apparat der damit zusammenhängt, der komplett den Blick auf die EU blockiert und ebenso verhindert, dass diese EU so demokratisch ist, wie sie sein sollte, wäre sie denn ein eigener Staat.

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Re: EU-Urheberrechtsreform: Netzaktivisten warnen vor Upload-Filtern und Einschnitten der Redefreiheit

Beitrag von ronny_83 » 21.06.2018 19:26

SethSteiner hat geschrieben:
21.06.2018 19:17
Es ist nicht die Aufgabe eines Staates irgendeine obskure "Kultur" zu schützen, die man kaum näher definieren kann, weil dieser Begriff in Bezug auf einen Nationalstaat überhaupt nicht definierbar ist.
Natürlich ist das Aufgabe eines Staates. Du willst doch nicht behaupten, dass eine ungarischen Regierung nicht verpflichtet ist, auch ihre Werte, Kultur und Nation zu verteidigen und zu schützen. Oder die der niederländischen, schwedischen oder deutschen. Der Begriff Kultur ist selbstverständlich innerhalb eines Nationalstaates definierbar. Spätestens dann, wenn du ihn mit einem anderen Nationalstaat vergleichst. Spanien und Italien sind genauso wenig gleich wie Schweden und Belgien.

Die treten alle als eigene Länder bei der WM an. Ansonsten könnten wir ja eine EU-Mannschaft zur WM schicken. Was sind schon Spanien, Italien und Frankreich. Sind doch alle ein und dasselbe.
Zuletzt geändert von ronny_83 am 21.06.2018 19:28, insgesamt 1-mal geändert.

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Wigggenz
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Re: EU-Urheberrechtsreform: Netzaktivisten warnen vor Upload-Filtern und Einschnitten der Redefreiheit

Beitrag von Wigggenz » 21.06.2018 19:28

ronny_83 hat geschrieben:
21.06.2018 19:26
SethSteiner hat geschrieben:
21.06.2018 19:17
Es ist nicht die Aufgabe eines Staates irgendeine obskure "Kultur" zu schützen, die man kaum näher definieren kann, weil dieser Begriff in Bezug auf einen Nationalstaat überhaupt nicht definierbar ist.
Natürlich ist das Aufgabe eines Staates. Du willst doch nicht behaupten, dass eine ungarischen Regierung nicht verpflichtet ist, auch ihre Werte, Kultur und Nation zu verteidigen und zu schützen. Oder die der niederländischen, schwedischen oder deutschen. Der Begriff Kultur ist selbstverständlich innerhalb eines Nationalstaates definierbar. Spätestens dann, wenn du ihn mit einem anderen Nationalstaat vergleichst. Spanien und Italien sind genauso wenig gleich wie Schweden und Belgien.
Es ist nur Verpflichtung, wenn es in der jeweiligen Verfassung steht.

Im GG findet sich z.B. keine Verpflichtung, die "deutsche Kultur" zu schützen.

Edit zu deinem Edit:
Macht keinen Sinn. Natürlich könnten im Falle eines EU-Bundesstaates die Ex-Nationalstaaten noch mit jeweils eigener Mannschaft antreten. Siehe Großbritannien. Tritt auch nicht als eine Mannschaft auf, sondern unterteilt in England, Schottland etc.
Zuletzt geändert von Wigggenz am 21.06.2018 19:31, insgesamt 1-mal geändert.

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