Detroit: Become Human - Test

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muecke-the-lietz
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Re: Detroit: Become Human - Test

Beitrag von muecke-the-lietz » 25.05.2018 11:01

Dennisdinho hat geschrieben:
25.05.2018 10:40
DitDit hat geschrieben:
25.05.2018 08:52
Dennisdinho hat geschrieben:
24.05.2018 20:06
Und kommt mir nicht immer mit Logiklücken. In jedem Film gibt es tausend Mal mehr Logiklücken als in einem Videospiel, weil sie meistens nur 90 Minuten gehen. In Filmen fehlen so viele Zusammenhänge, dass einem schlecht wird. Da beschwert sich auch keine Sau.
Äh was???? :lol:
Der Unterschied zwischen einem extrem schlechten...
muecke-the-lietz hat geschrieben:
25.05.2018 09:25
DitDit hat geschrieben:
25.05.2018 08:52


Äh was???? :lol:
Äh, ja.

Man sollte Filme auch nicht immer auf einen Scheffel stellen, wo sie nicht hingehören.

Was Charkatere, Erzählung, Geschichte, Atmosphäre und Worldbuilding anbelangt, haben viele Videospiele viele Filme längst überholt. Das liegt aber auch nicht zuletzt an den immer schwächer werdenden Blockbustern. Gute Unterhaltung findet man mittlerweile mehr im Independent Bereich, der auch im Film immer besser und wichtiger wird - oder natürlich in Serien.

Aber mir kann doch keiner erzählen, dass klassische Sommerblockbuster wie Infinity War erzählerisch höher anzusiedeln sind, als ein God of War 4, Uncharted 4 oder The Witcher 3.

Von Erzählexperimenten wie Gone Home oder What Remains... mal ganz abgesehen.

Aber auch Spiele wie die Souls Teile sollte man hier nicht außen vor lassen, die ein nahezu perfektes interaktives Storytelling bieten, weil sich der Spieler und die Community die Story erst nach und nach erarbeiten müssen. Oder monumental stille Werke wie Journey.

Ja, Heavy Rain hatte vor allem ein extremes Logikloch, und einige kleine die aus diesem resultieren, aber unterm Strich - lässt man das mal außen vor - steht ein Heavy Rain in vielen Punkten einem Sieben in nichts nach. Denn die offensichtlichen Schwächen gegenüber einem Film kann es eben durch seine Interaktivität und der Tatsache, das Figuren sterben können, wieder wettmachen, da sich daraus ja auch gefühlt andere Handlungen ergeben.

Und diese Diskussion ob Spiel oder nicht ist so dermaßen 2009/2010. Dass dieses Fass immer wieder aufgemacht wird, ist mehr als peinlich. Diese Spiele sind mittlerweile ein fester Bestandteil der Spielekultur, und haben mit einigen Vertretern die Welt der Spiele durchaus beeinflusst. Und mal ehrlich - rein spielerisch hat man in einem klassischen Adventure auch nicht mehr "gespielt". Eher sogar weniger, was Reaktionstests, Interkativität und und unterschiedliche Entscheidungen anbelangt. Klar, der Rätselanteil war höher, aber stellenweise auch so abstrakt, dass es in einem Spiel wie Heavy Rain schlicht wie ein Fremdkörper wirken würde.

Meine Meinung ist, dass Spiele in den letzten Jahren den Film überholt haben in vielen Punkten, und ihm nicht mehr nachlaufen. Gerade weil es so extrem unterschiedliche Ansätze des Storytellings gibt. Es gibt eben noch die klassischen Sequenzen, es gibt Scripts, es gibt Erzählung über die Umgebung, über das Erlebnis, über die Community, rätselhaftes, es gibt Erzählung über die Strategie die ein Spieler fahren muss (siehe This War of mine), Erzählung über die Moral des Spielers (siehe Papers Please), und so viele mehr. Und wenn es nur die Ästhetik und die Atmosphäre ist, über die eine Geschichte angedeutet wird, wie bei Journey, ist das schon mehr, als die meisten aktuellen Kinofilme vermögen, die über platte Komödien, stumpfe Action und Star Wars kaum noch hinaus kommen.

Die letzten Jahre konnten mich erzählerisch nur wenig Filme faszinieren, aber die meisten Spiele haben mich kaum noch enttäuscht. Und ich habe noch noch nicht mal von Nier: Automata gesprochen...
...und einem extrem guten Beitrag. Vielen Dank hierfür!
Vielen Dank ebenfalls.
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CJHunter
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Re: Detroit: Become Human - Test

Beitrag von CJHunter » 25.05.2018 11:16

Pommern hat geschrieben:
25.05.2018 10:36
DonDonat hat geschrieben:
25.05.2018 10:25

Und weil ich nicht den selben Fehler macht wie du, hier ganz kurz mit meinen eigenen Worten begündet, wieso Heavy Rain gut ist: , zu der Zeit optisch super, teilweise sehr spannend, teilweise sehr emotional, teilweise sehr dramatisch, mit im Großen und Ganzen guter Charakter-Zeichnung, interessantem Plot und tatsächlich durchaus unterschiedliche Enden (die man bei Telltale ja vergebens sucht).
Das ist es ja. Optisch super und der Rest besserer Durchschnitt. Viel mehr bleibt ja nicht übrig. Was hätte es wohl mit der Optik von LiS bekommen? Sicherlich nicht mal ansatzweise solche Hypewertungen wie 94% :lol:
Bist du wieder extrem lustig heute. Letztlich ist es ein sehr gutes "Spiel" geworden und für die meisten die genau solch ein Spielprinzip "lieben" wieder eine sehr unterhaltsame und emotionale Spielerfahrung.

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CryTharsis
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Re: Detroit: Become Human - Test

Beitrag von CryTharsis » 25.05.2018 11:54

DonDonat hat geschrieben:
25.05.2018 10:25
Schön, dass du mit Meinungen anderer um dich wirfst aber selbst nichts zu sagen hast ;)

Und wenn du im Ernst glaubst, dass Heavy Rain schlecht ist, dann tut es mir Leid: wenn man sich darauf einlässt, dann ist es sehr gut und dass spiegelt die Wertung hier auf 4Players aber auch die internationalen Bewertungen wieder. Wenn es dir persönlich nicht zusagt voll ok, interaktive Filme, gerade wenn es in die Richtung von Heavy Rain geht, sind halt nicht jedermanns ding, nur sollte man dass auch selbst begründen können und nicht auf 100% auf Meinung anderer aufbauen.

Und weil ich nicht den selben Fehler macht wie du, hier ganz kurz mit meinen eigenen Worten begündet, wieso Heavy Rain gut ist: , zu der Zeit optisch super, teilweise sehr spannend, teilweise sehr emotional, teilweise sehr dramatisch, mit im Großen und Ganzen guter Charakter-Zeichnung, interessantem Plot und tatsächlich durchaus unterschiedliche Enden (die man bei Telltale ja vergebens sucht).
Ich nehme an, in den 18 Minuten, die seit meinem post vergangen sind, hast du dir die Artikel durchgelesen. Respekt!
Falls für dich dabei Unklarheiten entstanden sind: sie gehen auf das schwache writing von David Cage ein, welches sich leider wie ein roter Faden durch alle bisherigen Quantic Dream-Spiele zieht. Und darauf habe ich hier mehrere Male hingewiesen.

Das scheint dich aber nicht zu interessieren, du schaltest auf Durchzug und stellst es so dar, als ob ich die Spiele grundlegend schlecht finden würde, was ich zu keinem Zeitpunkt behauptet habe, ich habe die Entwickler sogar gelobt. Und dann kommst du mir noch mit dem 4players-Test und dem metascore...wozu? Als "Beweis" dafür, dass das Spiel nicht schlecht ist? Möchtest du nicht noch die Amazon-Bewertungen hinzufügen, um einen Vorwurf zu entkräften, den ich nicht gemacht habe?

Du ignorierst posts und gehst dann von völlig falschen Annahmen aus, die zu unberechtigten Vorwürfen führen.
Und natürlich läuft alles darauf hinaus, dass Quantic Dream-Spiele ja so speziell sind, dass man sie ruhig schlecht finden darf. Überraschung, ich feiere solche Konzepte und finde viele dieser narrativen Adventures verdammt stark. Aber schlechtes writing ist und bleibt schlechtes writing.
Wenn dich das in den bisherigen QD-Spielen nicht gestört hat, dann freut mich das für dich. Aber mMn sollten Spiele, die so stark auf Storys und Charaktere setzen, diese auch halbwegs gut hinkriegen.
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lAmbdA
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Re: Detroit: Become Human - Test

Beitrag von lAmbdA » 25.05.2018 12:01

muecke-the-lietz hat geschrieben:
25.05.2018 09:25

Aber auch Spiele wie die Souls Teile sollte man hier nicht außen vor lassen, die ein nahezu perfektes interaktives Storytelling bieten, weil sich der Spieler und die Community die Story erst nach und nach erarbeiten müssen. Oder monumental stille Werke wie Journey.
Ich empfinde Dark Souls tatsächlich eher als negativ Beispiel, was Storytelling anbelangt. Das hängt sicherlich auch damit zusammen, dass ich runde Konzepte mag, etwas, dass Hand und Fuß hat und sich am Ende als Ganzes offenbart. Damit meine ich nicht, dass es keinen Interpretationsfreiraum geben darf, im Gegenteil, sowas ist großartig wenn es sich beispielsweise um die Motivation einer Figur handelt.

Jedoch habe ich das Gefühl, dass dieses Schlagwort gerne als Ausrede für ein unausgereiftes Konzept genutzt wird und somit bedeutsame Kernaspekte einfach der Vorstellungskraft des Publikums überlassen werden (Hab dahingehend auch meine Probleme mit dem ein oder anderen Kultfilm). Und so stufe ich auch tatsächlich die Dark Souls Reihe ein. Ich liebe die games und mir ist es bis heute schleierhaft, wie sehr sie es schaffen mich innerhalb kürzester Zeit in ihren Bann zu ziehen. Aber das liegt an der großartigen Atmosphäre, wo Artists und Designer in meinen Augen Heldentaten verbringen. Die Umgebung, das Design der Akteure und Monster gepaart mit Lichtsetup und Sound hab ich denke ich noch nie so stimmig erlebt. Sofort will ich mehr wissen über diese Welt und genau da wird Dark Souls anstrengend für mich. Ich hab jeden Teil mehrmals gespielt, zig Videos geschaut, mich durch unendlich viele Itembeschreibungegen gekämpft und dennoch steh ich am Ende mit nicht viel mehr als Theorien da, die versuchen diesen Komplex zu beschreiben.

Interpretationsfreiraum schön und gut, aber wenn Kernaspekte "Alles und Nichts" sein können, etabliert das eine Baumstruktur, die es einem nahezu unmöglich macht, feinere Details zu erkunden. Ich bin an einem Punkt, an dem ich sogar daran Zweifle, das Miyazaki selbst weiß, wer eigentlich Gwyns verbannter Sohn ist. So oder so wäre mehr drin gewesen. Entweder man kritisiert ein sehr löchriges Konzept, oder, wenn man es zu Gunsten des Autors auslegt, ein Storytelling mit viel Luft nach oben.

Das Grundkonzept des Storytellings will ich dabei wirklich nicht kritisieren. Ich finde es enorm gelungen, wie die Umgebung bis hin zu Item- und Gegnerplatzierung mit einem redet. Aber genau hier hätte man dem getriggerten Archeologen in uns etwas mehr in die Hand geben können. Zum Beispiel ein interaktives Kompendium, das Itembeschreibungen in Fließtext verwandelt, in dem man immer mal wieder nachschlagen kann, könnte auch als persönlicher Kompass und somit Erkundungsmotivation dienen in dieser offenen Welt. Quests würden sich nicht aus gelben Ausrufezeichen ergeben, man würde ganz intuitiv zum Grabräuber werden, um der Wahrheit über einen legendären Helden auf den Grund zu gehen. Wenn gut umgesetzt, wäre sowas auch ein Storytelling für mich, dass dem Medium nicht nur gerecht wird, sondern so auch nur als Spiel funktionieren würde.
".no place for no hero"

"Who is John Galt?"

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Spiritflare82
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Re: Detroit: Become Human - Test

Beitrag von Spiritflare82 » 25.05.2018 12:08

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Press X for Equal Rights :lol: und mal nebenbei, das sind Anspielungen auf Real Life Vorkommnisse, entgegen Cages Aussage "Nein, hat nix mit dem wahren Leben zu schaffen das Game". "We have a Dream" spielt eindeutig auf Martin Luther King an..."i think therefore i am" ist Rene Descartes...
Zuletzt geändert von Spiritflare82 am 25.05.2018 12:12, insgesamt 1-mal geändert.

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Re: Detroit: Become Human - Test

Beitrag von dOpesen » 25.05.2018 12:10

Der Chris hat geschrieben:
25.05.2018 09:27
Wenn der Gameplay-Aspekt komplett zurückgefahren wird, um eine "cineastische Erfahrung" zu bieten, dann ist die Frage ja naheliegend warum man dann nicht gleich einen Film draus gemacht hat. Möglicherweise weil der Stoff qualitativ nicht für einen Film reicht, aber für ein Spiel noch gut genug ist.
es geht qauntic dream in erster linie nicht um die "cineastische erfahrung" eines films, ihnen geht es um die vermittlung des gefühls, dass die eigenen entscheidungen den handlungsstrang beeinflussen.

wenn du nur in den kasten denkst, spiel ist nur spiel wenn gameplay vorhanden ist und film ist nur film wenn der stoff für dich qualitativ hochwertig ist, fehlt dir der raum dazwischen, aber in dem ist quantic dream angesiedelt und macht das recht passable.

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Re: Detroit: Become Human - Test

Beitrag von dOpesen » 25.05.2018 12:26

CryTharsis hat geschrieben:
25.05.2018 11:54
Falls für dich dabei Unklarheiten entstanden sind: sie gehen auf das schwache writing von David Cage ein, welches sich leider wie ein roter Faden durch alle bisherigen Quantic Dream-Spiele zieht.
kann nur für heavy rain sprechen, und so schlecht fand ich den aufbau und das vermitteln des kriminalfalls nicht. klar, weit entfernt eines films wie prisoners, aber dennoch gut genug um die spannung oben zu halten.

erwartungshaltungen sind ja immer gut, nur wieso wird grade bei cage erwartet der nächste james ellroy zu sein?

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Der Chris
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Re: Detroit: Become Human - Test

Beitrag von Der Chris » 25.05.2018 12:30

muecke-the-lietz hat geschrieben:
25.05.2018 09:25
Äh, ja.

Man sollte Filme auch nicht immer auf einen Scheffel stellen, wo sie nicht hingehören.

Was Charkatere, Erzählung, Geschichte, Atmosphäre und Worldbuilding anbelangt, haben viele Videospiele viele Filme längst überholt. Das liegt aber auch nicht zuletzt an den immer schwächer werdenden Blockbustern. Gute Unterhaltung findet man mittlerweile mehr im Independent Bereich, der auch im Film immer besser und wichtiger wird - oder natürlich in Serien.

Aber mir kann doch keiner erzählen, dass klassische Sommerblockbuster wie Infinity War erzählerisch höher anzusiedeln sind, als ein God of War 4, Uncharted 4 oder The Witcher 3.

Von Erzählexperimenten wie Gone Home oder What Remains... mal ganz abgesehen.

Aber auch Spiele wie die Souls Teile sollte man hier nicht außen vor lassen, die ein nahezu perfektes interaktives Storytelling bieten, weil sich der Spieler und die Community die Story erst nach und nach erarbeiten müssen. Oder monumental stille Werke wie Journey.

[...]

Meine Meinung ist, dass Spiele in den letzten Jahren den Film überholt haben in vielen Punkten, und ihm nicht mehr nachlaufen. Gerade weil es so extrem unterschiedliche Ansätze des Storytellings gibt. Es gibt eben noch die klassischen Sequenzen, es gibt Scripts, es gibt Erzählung über die Umgebung, über das Erlebnis, über die Community, rätselhaftes, es gibt Erzählung über die Strategie die ein Spieler fahren muss (siehe This War of mine), Erzählung über die Moral des Spielers (siehe Papers Please), und so viele mehr. Und wenn es nur die Ästhetik und die Atmosphäre ist, über die eine Geschichte angedeutet wird, wie bei Journey, ist das schon mehr, als die meisten aktuellen Kinofilme vermögen, die über platte Komödien, stumpfe Action und Star Wars kaum noch hinaus kommen.

Die letzten Jahre konnten mich erzählerisch nur wenig Filme faszinieren, aber die meisten Spiele haben mich kaum noch enttäuscht. Und ich habe noch noch nicht mal von Nier: Automata gesprochen...
Du schmeißt irgendwie sehr vieles durcheinander und leitest am Ende ab, dass Spiele aus irgendeinem Grund "die besseren Filme" wären. Dein Argument ist mir da nicht klar. Zuerst mal kann man sagen, dass Filme eine derartige Historie haben und schon so viel geleistet haben, dass sich Spiele alleine auf der Basis eigentlich schonmal hinten anstellen müssten. Bei allem darf man nicht vergessen, dass es ohne Indiana Jones wahrscheinlich kein Uncharted geben würde, um da mal ein Beispiel zu nennen. Der Film hat über all die Jahre Grundlagen geschaffen, an denen sich uA auch Spiele jetzt bedienen können.

Wenn man auf den aktuellen Stand der Dinge schaut ist deine Argumentation nachvollziehbar, wenn man sich allein auf Blockbuster-Kino bezieht und alles was links und rechts davon geschieht, leugnet. Das ganz große Mainstream-Kino gibt aktuell ein relativ trauriges Bild ab, das mag wohl wahr sein. Aber da jetzt Franchises wie Marvel und Star Wars rauszuziehen und draufzuhauen macht die Sache ein bisschen sehr einfach und das taugt auch nur um das Argument zu stützen. Die Filmlandschaft hört allerdings nicht mit Star Wars auf...da draußen gibt es deutlich mehr und deutlich bessere Filme.

Der langen Rede kurzer Sinn ist doch, dass man sich eigentlich vergegenwärtigen muss, dass Spiele faktisch keine Filme sind. Spiele bieten ganz andere Möglichkeiten und müssen eigentlich in der Art und Weise ihrer Erzählung entsprechend adaptieren. Die Diskussion ist auch nicht irgendwie "alt", sondern aktuell wie nie und wird wahrscheinlich auch bleiben.

Dark Souls, von dir auch als Beispiel genannt, zeigt sehr schön wie man es erreichen kann eine Spielwelt zu schaffen, die eine Geschichte erzählt. Das hat so aber auch nur funktioniert, weil die Entwickler die Möglichkeiten des Mediums aufgenommen haben. Wenn man die offensichtlichen Unterschiede zwischen Spiel und Film verleugnet, dann kommen dabei am Ende "Story-Spiele" und irgendwelche "Experiences" raus, wo Filme im Direktvergleich (weil dann eigentlich nur Story vorhanden ist) meistens die Nase vorn haben. Dass man sich dabei immer einen Film als Vergleich suchen kann, der komplett abstinkt ist natürlich klar, zur Not muss man nur runter bis zu Asylum Produktionen gehen.

Das Ding ist mMn einfach, dass ein direkter Vergleich eigentlich nicht möglich sein kann. Dark Souls mit Star Wars zu vergleichen ist zum Beispiel ziemlich sinnlos. Der Vergleich wird erst möglich wenn sich Spiele auf dieses filmische Territorium begeben...und dann ist meist der Film überlegen, weil diese Spiele meistens die Möglichkeiten, die das Medium bietet, liegen lassen. Dark Souls versteht sein Medium sehr gut und es macht ausführlichen Gebrauch davon, indem es einem die Möglichkeit gibt die Welt zu erkunden, einen fast schon dazu zwingt die Spielwelt in sich aufzunehmen und Geschichten durch die Welt erzählt anstatt einen jedes Mal mit einem "Story-Moment" aus dem Spiel zu reißen.

Aber Spiele, die cineastisch sein wollen, laufen immer dem Film nach. Schließlich ist die Nachahmung da implizit mit drin. Da ist die klare Marschroute wie der Film sein zu wollen. Sonst wären es keine cineastischen Spiele sondern...halt Spiele. Spiele haben nicht den Film abgehängt, sie bieten einfach andere Möglichkeiten zum erzählen von Geschichten. Und der aktuelle Zustand des Mainstream-Kinos ist da nochmal ein ganz anderes Thema, davon abgesehen gibt es damals wie heute (wahrscheinlich sogar gleichermaßen viele) großartige Filme...dass Filme irgendwie grundsätzlich viele Logiklücken hätten ist dabei aber mal so ne richtige Null-Aussage. (Ich weiß, das hattest du nicht geschrieben) ;)

dOpesen hat geschrieben:
25.05.2018 12:10
wenn du nur in den kasten denkst, spiel ist nur spiel wenn gameplay vorhanden ist und film ist nur film wenn der stoff für dich qualitativ hochwertig ist, fehlt dir der raum dazwischen, aber in dem ist quantic dream angesiedelt und macht das recht passable.
Ich gestehe, dass ich sowohl von Gaming als auch von Kino ziemlich konkrete Vorstellungen habe. ;)
"Naughty Dog ruined gaming."
- Rich Evans, Previously Recorded/Red Letter Media

Im Moment...
PS4: NieR: Automata, Odin Sphere, Dark Souls 3
Switch: Doom, Bayonetta 1 & 2

rainynight
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Re: Detroit: Become Human - Test

Beitrag von rainynight » 25.05.2018 12:38

Ehrlich? Ich weiß, dass ich hier in einem Forum bin , in dem man sich natürlich austauscht.
Aber irgendwie hab ich das Gefühl, dass das Game viel zu sehr zerredet und analysiert wird.

Es ist von Quantic Dream und jeder, der schon alte Spiele von ihnen gespielt hat weiß genau, was auf ihn zukommt.
Genauso war klar, dass sich die Geister auch an dem Spiel wieder scheiden werden.
Es ist halt ihre Art Spiele zu machen und das ist gut so.
Wie wäre die Reaktion, wenn sie jetzt auch einen Uncharted/God of War/Horizon/Last of Us Klon gebaut hätten?

Zu Beyond vielleicht noch: das Spiel steckt ja immer derbe ein, was ich nicht ganz nachvollziehen kann.
Mal abgesehen von der Storyentwicklung sollte doch jeder Mensch intelligent genug sein, die Sprünge in der Zeit zu verstehen und einzuordnen. Es sollte ein Stilmittel sein, welches man hier angewandt hat.
Ich erinnere da nur an Pulp Fiction. Ein Kultfilm von Tarantino, der ebenfalls zwischen den Zeiten gesprungen ist.
Klar, anfangs vielleicht etwas verwirrend, aber trotzdem dadurch auch anspruchsvoll, da man sein Popcorntitel gewöhntes Gehirn mal wieder etwas anwerfen muss.
Ohne jemanden beleidigen zu wollen, aber als ich gehört habe, dass man bei der PS4 Fassung von Beyond tatsächlich die Zeitlinie in richtiger Reihenfolge spielen kann, waren meine ersten Gedanken nur "gab es echt soviele Leute dort draußen, die nicht in der Lage waren, das einzuordnen, so das man hier reagieren musste? Ich fass es net."

Egal, auf jeden Fall wünsche ich allen Käufern viel Spaß bei dem Game.

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Re: Detroit: Become Human - Test

Beitrag von dOpesen » 25.05.2018 12:42

Der Chris hat geschrieben:
25.05.2018 12:30
Ich gestehe, dass ich sowohl von Gaming als auch von Kino ziemlich konkrete Vorstellungen habe. ;)
:)

was ja dein gutes recht ist, ist bei mir ja nicht anders, nur sehe ich die qauntic dream dinger als erweiterung an, nicht als beschneidung zweier welten.

wenn ich dumm-blöd bock auf action habe, guck ich mir nen micheal bay film an, wenn ich abgedrehten scheiss sehen will, wirds nen david lynch abend und wenn ich will das sich mein mädel anmichschmiegt, schmeiß ich nen romantikschinken rein. ;)

wenn ich dumm-blöd bock auf action habe, wird hard reset angeworfen, wenn ich bock auf nen erstklassiges jnr hab, grüßt mich mario aus der galaxie und wenn ich das gefühl haben möchte ich kann eine geschichte aktiv beeinflussen und bekomme dazu noch erstklassige grafik, na dann ist quantic dream meine erste wahl.

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Re: Detroit: Become Human - Test

Beitrag von Kannachu » 25.05.2018 12:42

dOpesen hat geschrieben:
25.05.2018 12:26
erwartungshaltungen sind ja immer gut, nur wieso wird grade bei cage erwartet der nächste james ellroy zu sein?
Hat glaube Ich mit Cages Arroganz zu tun und einige Aussagen die so in der Vergangenheit aus seinem Mund gekommen sind
https://www.eurogamer.net/articles/davi ... orytelling
https://www.wired.com/2013/02/david-cage-dice/

Er hat sein "können" immer über das anderer gestellt und so gemacht als wäre er der King des Storytelling. An solche Leute stellt man dann immer ganz besondere Anforderungen.
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Re: Detroit: Become Human - Test

Beitrag von dOpesen » 25.05.2018 12:47

Kannachu hat geschrieben:
25.05.2018 12:42
Er hat sein "können" immer über das anderer gestellt und so gemacht als wäre er der King des Storytelling.
ich habe beide links überflogen, und bin auf keine, derartige aussage gestoßen.

zitier doch mal bitte um welche sätze es von cage genau geht damit ich das nachvollziehen kann.

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Re: Detroit: Become Human - Test

Beitrag von DARK-THREAT » 25.05.2018 12:57

rainynight hat geschrieben:
25.05.2018 12:38

Wie wäre die Reaktion, wenn sie jetzt auch einen Uncharted/God of War/Horizon/Last of Us Klon gebaut hätten?
Dann hätte ich das Spiel sicher nicht vorbestellt... :Hüpf:

Deine Meinung zu Beyond stimme ich komplett zu. Solche Zeitsprünge finde ich sogar recht interessant, da sie eben wie Rückblenden wirken und gerade im Filmbereich ist das seit Jahrzehnten Usus.
Im Writing fand ich Beyond mit seinen Übernatürlichen Kräften etwas besser als HR mit seiner Emotionalität. Beide gehören aber zu den Top20 Gams die ich gespielt habe (Beyond nimmt btw Platz 1 ein).

Also heute kam mein Spiel schon mal nicht, obwohl es am 23.05 versendet wurde.... maaaaaaan. :evil:

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Re: Detroit: Become Human - Test

Beitrag von Kannachu » 25.05.2018 13:05

dOpesen hat geschrieben:
25.05.2018 12:47
Kannachu hat geschrieben:
25.05.2018 12:42
Er hat sein "können" immer über das anderer gestellt und so gemacht als wäre er der King des Storytelling.
ich habe beide links überflogen, und bin auf keine, derartige aussage gestoßen.

zitier doch mal bitte um welche sätze es von cage genau geht damit ich das nachvollziehen kann.

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Es geht um den Kontext seiner Aussagen. Er stellt es so dar, das alle Videospiele Stories wie Pornos erzählen, nur sein Heavy Rain, DAS ist wie es sein muss! Das hat er um den Release von Heavy Rain rum sehr oft getan (oft auch auf der GDC).

Das ist bei vielen nicht sehr gut angekommen, da er alle Spiele über einen Kamm geschert hat.
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Re: Detroit: Become Human - Test

Beitrag von dOpesen » 25.05.2018 13:11

Kannachu hat geschrieben:
25.05.2018 13:05
Es geht um den Kontext seiner Aussagen. Er stellt es so dar, das alle Videospiele Stories wie Pornos erzählen, nur sein Heavy Rain, DAS ist wie es sein muss!
ne, er redet nicht vom inhalt sondern, sondern von der struktur. :)

"It gives you a bit of story, then action, then a bit of story, then action - like porn movies, when you think about it,"

da geht es um den aufbau, nicht um den inhalt oder die qualität der story.

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