Spec Ops: The Line: Entwickler würden eher Glasscherben essen als eine Fortsetzung zu machen

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TheLaughingMan
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Re: Spec Ops: The Line: Entwickler würden eher Glasscherben essen als eine Fortsetzung zu machen

Beitrag von TheLaughingMan » 09.10.2017 10:53

Natürlich hätte man was anderes machen können. Regulär auf die Gegner losgehen. Und sterben.
SpoilerShow
Gerade das hat mit persönlich am WP Abschnitt gut gefallen. Die Idee das es irgendeine ideale Lösung gäbe durch die man bekommt was man will und trotzdem alles irgendwie gut geht ist typischer Videospiel Bullshit. In einem echten Krieg läuft es eben nicht so das man nur die "Bösen" umnietet und die Unschuldigen bleiben verschont.
Die Ausführung dahinter hätte besser sein können, das stimmt, aber den Grundgedanken fand ich gut. Das es im Krieg keinen perfekten Lösungsweg gibt.

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Usul
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Re: Spec Ops: The Line: Entwickler würden eher Glasscherben essen als eine Fortsetzung zu machen

Beitrag von Usul » 09.10.2017 11:00

ronny_83 hat geschrieben:
07.10.2017 16:37
Das Spiel müsste dir also zu jedem Zeitpunkt die freie Wahl lassen, was du tust und den weiteren Verlauf darauf hin anpassen. Du müsstest theoretisch das ganze Spiel ohne Waffennutzung durchspielen dürfen. Dann wäre der Begriff Anti-Krieg konsequent.
Ich blicke zwar bei der Diskussion nicht mehr ganz durch, weil so viel Anti in der Luft ist... aber diese Meinung kann ich nicht ganz teilen. Würde man durch den Krieg kommen, indem man sich quasi weigert, am Krieg teilzunehmen (also keine Waffen benutzt), wäre das vielleicht eine Demonstration der "Menschlichkeit", wenn ich das mal so pathetisch ausdrücken darf, aber das Hauptproblem eines jeden Krieges wäre nicht das Thema - nämlich die Verrohung und gleichzeitig die menschliche Selbstzerstörung bei jedwedem Waffengebrauch, vor allem wenn man andere Menschen tötet.
Folglich bezweifle ich, daß eine eindrückliche Anti-Kriegs-Botschaft vermittelt werden könnte, wenn man in einem Spiel, in dem man einen Frontsoldaten oder sowas spielt, die Freiheit hätte, auf die Waffenbenutzung zu verzichten.

Wenn das Gameplay anders ist, sieht es natürlich anders aus. Machte man ein Spiel, in dem man einen Kriegsreporter im Stile von Joker bei Full Metal Jacket spielt, könnte man ja quasi die Schrecken des Krieges reflektieren, ohne selbst daran aktiv teilzunehmen (also ohne selbst zu töten). Aber dann würden wieder Stimmen laut werden, daß das ja ein Scheiß-Walkingsimulator wäre, nur halt im Krieg. ;)

In diesem Zusammenhang fand ich die Flughafenszene in COD MW2 z.B. in der eingeschränkten deutschen Version sogar recht interessant, denn da war es tatsächlich so, daß man zum Nichtstun gezwungen wurde, während ringsum die Zivilisten abgeknallt wurden. Ich fand das krasser als die Möglichkeit in der ungeschnittenen Version, einfach mitzuballern.

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adventureFAN
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Re: Spec Ops: The Line: Entwickler würden eher Glasscherben essen als eine Fortsetzung zu machen

Beitrag von adventureFAN » 09.10.2017 11:34

Das Problem ist, das es hier einfach unterschiedliche Interpretationen vom Begriff "Anti-Krieg" gibt.

"Anti-Krieg" heißt nicht, dass man die Wahl zu Parzifismus hat.
Man sollte da schon Filme wie Platoon, Apokalypse Now oder Full Metal Jacked gesehen haben um den Begriff verstehen zu können.
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ronny_83
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Re: Spec Ops: The Line: Entwickler würden eher Glasscherben essen als eine Fortsetzung zu machen

Beitrag von ronny_83 » 09.10.2017 12:42

Es geht nicht darum, dass man dem Pazifismus verfallen soll. Es geht darum, dass man entscheiden können soll, wie man an einem Konflikt teilnehmen will und der Weg, den man wählt, auch Auswirkungen hat. Und dazu würde eben auch gehören, dass man seine Waffe auch nicht benutzen kann. Eine lineare Vorgabe, die dir keine Chance auf eigene Handlung gewärt, sondern immer gleich abläuft, egal wie viel oder wenig man tut und den Konflikt mit dem Gegner als aktiven Part wie ein Moorhuhn-Gemetzel vorkommen lässt, in dem ich als Spieler fast unverwundbar bin und der Gegner wie ein Fliegenschiss daherkommt, kann nicht mal im Ansatz vermitteln, was es eigentlich bedeutet, sich im Krieg zu befinden. Und darum geht es eben auch bei Anti-Kriegsfilmen. Sie zeigen den Schrecken des Kriegen aller teilnehmenden Parteien auf. Und du als Zuschauer siehst, welche Entscheidungen die Partein treffen und welche Konsequenzen daraus entstehen. Bei einem Spiel müsste im gleichen Maßstab ich als Spieler in der Rolle des Entscheidungsträgers sein und meinen Weg gehen und es muss mir "Schrecken" beigebracht werden.

Spec-Ops zeigt dir zwar grausame Zwischensequenzen, ist in seinem Grundelement aber nichts anderes als jedes Call of Duty oder Battlefield, nämlich eine lineare Abfolge an Leveln, in denen man nicht mal die Freiheit hat zu entscheiden, wie man seine Gegner überhaupt besiegen will, geschweige denn den Konflikt umgehen zu können und mein Charakter magazinweise Schüsse einsteckt und der Gegner umgemäht werden wie Mückenschwärme. Das Spiel ist zu keiner Zeit des aktiven Spielens in der Lage, mir den Schrecken des Krieges zu vermitteln, weil ich mich als Spieler sicher fühle.

Nachtrag: während des Schreibens st mir auch aufgefallen, dass es weniger um die Linearität geht, denn viel mehr um das Gameplay. Ich glaube, Linearität ist nicht unbedingt ein Ausschlusskriterium eines Anti-Kriegsspiels. Aber die Vermittlung, was Krieg als Erlebnis und Prozess eigentlich bedeutet, muss sich eben auch im Gameplay widerspiegeln und nicht nur in den Filmchen zwischendurch.
Zuletzt geändert von ronny_83 am 09.10.2017 12:59, insgesamt 4-mal geändert.

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Kajetan
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Re: Spec Ops: The Line: Entwickler würden eher Glasscherben essen als eine Fortsetzung zu machen

Beitrag von Kajetan » 09.10.2017 12:50

adventureFAN hat geschrieben:
09.10.2017 11:34
"Anti-Krieg" heißt nicht, dass man die Wahl zu Parzifismus hat.
Parzifismus? Cool!

https://www.youtube.com/watch?v=Brv_OBx39us
http://seniorgamer.wordpress.com/
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Re: Spec Ops: The Line: Entwickler würden eher Glasscherben essen als eine Fortsetzung zu machen

Beitrag von adventureFAN » 09.10.2017 12:52

Jaja, "Pazifismus"... =P

@Thread
Ich gebs auf. Denkt wie ihr wollt. Bringt nichts. Die Fronten sind verhärtet.
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Nuracus
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Re: Spec Ops: The Line: Entwickler würden eher Glasscherben essen als eine Fortsetzung zu machen

Beitrag von Nuracus » 09.10.2017 13:05

Wieso kann denn nicht die Spielfigur Entscheidungen treffen? Warum muss ICH es sein, sonst ist es kein Anti-Kriegserlebnis?
Das will nicht in meinen Kopf, gerade WEIL man bei einem Film auch nichts entscheidet.
Aber da bin ich bei adventure, bringt nix.

ronny_83
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Re: Spec Ops: The Line: Entwickler würden eher Glasscherben essen als eine Fortsetzung zu machen

Beitrag von ronny_83 » 09.10.2017 14:09

Nuracus hat geschrieben:
09.10.2017 13:05
Wieso kann denn nicht die Spielfigur Entscheidungen treffen? Warum muss ICH es sein, sonst ist es kein Anti-Kriegserlebnis?
Man muss nicht unbedingt Entscheidungen treffen müssen in jeglicher Art und Weise. Ich finde, als Spieler eines Videospiels hast du einfach grundsätzlich eine ganz andere Beziehung zum Geschehen als ein Zuschauer bei einem Film. Es sollte zumindest eine gewisse Grundstruktur an Flexibilität geben, die die unterschiedlichen Spielertypen berücksichtigt und dann auch eine viel tiefere Verknüpfung des Spielens mit der Handlung und Thematik ermöglicht.

Mich zum Beispiel hat das Gameplay nicht angesprochen und es stand auch im Gegensatz zur Geschichte und Dramatik des Szenarios.

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Re: Spec Ops: The Line: Entwickler würden eher Glasscherben essen als eine Fortsetzung zu machen

Beitrag von 5Finger » 09.10.2017 15:30

Nuracus hat geschrieben:
09.10.2017 13:05
Wieso kann denn nicht die Spielfigur Entscheidungen treffen? Warum muss ICH es sein, sonst ist es kein Anti-Kriegserlebnis?
Das will nicht in meinen Kopf, gerade WEIL man bei einem Film auch nichts entscheidet.
Aber da bin ich bei adventure, bringt nix.
Der Entwickler kann und darf die Spielfigur auch eigene Entscheidungen treffen lassen, aber dann muss er halt auch mit der Kritik leben, dass einige Szenen eben erzwungen/aufgesetzt/plumb etc. wirken können.
Desweiteren verweise ich auf meinen ursprünglichen Post : Die Wirkung ist halt eine ganz andere, wenn du dich als Spieler aktiv für ein vorgehen entscheidest und mit dem Ergebnis konfrontiert wirst, als wenn es jemand anderes für dich entschieden hat.

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Re: Spec Ops: The Line: Entwickler würden eher Glasscherben essen als eine Fortsetzung zu machen

Beitrag von sourcOr » 09.10.2017 15:40

ronny_83 hat geschrieben:
09.10.2017 12:42
Es geht nicht darum, dass man dem Pazifismus verfallen soll. Es geht darum, dass man entscheiden können soll, wie man an einem Konflikt teilnehmen will und der Weg, den man wählt, auch Auswirkungen hat. Und dazu würde eben auch gehören, dass man seine Waffe auch nicht benutzen kann.
Du bist aber Soldat und die Gegner schießen zuerst auf dich. Es würde keinen Sinn ergeben, seine Waffe nicht zu benutzen, denn es hört auch niemand auf dich. Zumindest auf den allgemeinen Spielverlauf bezogen, gewisse Situationen können das natürlich trotzdem anbieten, die Waffe stecken zu lassen/das Ziel selbst zu wählen (und sollten das dann auch konsequent tun, und nicht wie beim Phosphor plötzlich auslassen).

Also so eng würde ich Anti-Krieg niemals definieren. Für mich war z.B. Medal of Honor 2010 ein unabsichtliches Antikriegsspiel, weil ich plötzlich Mitleid mit den Taliban bekommen hatte, die vor einem einzigen Helikopter geflüchtet sind, der dich aus einer brenzligen Lage befreit hat. Is natürlich lächerlich, weil das Spiel alles andere als ein Antikriegsspiel sein WILL. Aber das zeigt schön, dass die Wirkung durchaus auch so entstehen kann, gerade wenn man sonst nur ständig unreflektiert am Ballern ist.

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Re: Spec Ops: The Line: Entwickler würden eher Glasscherben essen als eine Fortsetzung zu machen

Beitrag von ronny_83 » 09.10.2017 16:05

sourcOr hat geschrieben:
09.10.2017 15:40
Du bist aber Soldat und die Gegner schießen zuerst auf dich. Es würde keinen Sinn ergeben, seine Waffe nicht zu benutzen, denn es hört auch niemand auf dich. Zumindest auf den allgemeinen Spielverlauf bezogen, gewisse Situationen können das natürlich trotzdem anbieten, die Waffe stecken zu lassen/das Ziel selbst zu wählen (und sollten das dann auch konsequent tun, und nicht wie beim Phosphor plötzlich auslassen).
Stimm ich dir absolut zu. Es ist nicht realistisch, mitten im Gefecht die Waffen stecken zu lassen. Krieg führen bedeutet für mich aber auch, nicht immer wie auf dem Schießstand, gerade zu ins nächste Geballer zu rennen, sondern Gefechte auch umgehen zu können, die Wahl haben, wen man erschießt und oder wie man Konflikte beendet etc. Bisherige Shooter waren immer viel zu konstruiert und auf ein Ziel ausgerichtet als das ich dem mehr Wert absprechen konnte als Unterhaltung.

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Re: Spec Ops: The Line: Entwickler würden eher Glasscherben essen als eine Fortsetzung zu machen

Beitrag von mafuba » 09.10.2017 18:51

Nuracus hat geschrieben:
08.10.2017 21:24
War das erste CoD nicht ein halbwegs deutliches Anti-Kriegsspiel?
Nur bei der ersten Russen Mission, wo man ohne Waffe in die Schlacht geschickt wurde.
Nach 3 Minuten hatte man bereits eine Waffe von einem Toten aufgenommen und hat sich als ein Mann Armee durch die Nazis geballert...

COD würde ich eher als Kriegs verherrlichend einstufen :)

Ich fand die Erste Mission von BF1 interessant. Immer wenn der Spieler Gestorben ist wurde da der Name von der Spielfigur mit Geburts- und Todesdatum eingeblendet und man hat jemand anderes gespielt. Leider war das auch nur das "Tutorial"...

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