Kommentar: Auf der Suche nach Heldinnen - und warum Anita Sarkeesian nie meine sein wird

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4P|BOT2
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Kommentar: Auf der Suche nach Heldinnen - und warum Anita Sarkeesian nie meine sein wird

Beitrag von 4P|BOT2 » 02.09.2014 14:42

Ich habe schon immer gezockt. Als Kleinkind hämmerte ich Mario auf dem NES durch die Röhren, in der Grundschule durfte mich die Playstation mit Jump-and-Runs verzaubern, in der Pubertät regte ich mich an Ego-Shootern ab. Nur eins fehlte lange Zeit – Mitschüler, die wussten, wovon ich sprach, wenn ich Videospiele als mein Hobby in Freundebücher eintrug. Als die ersten Bartstoppel meiner Mitschüler ...

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Wildtec
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Re: Kommentar: Auf der Suche nach Heldinnen - und warum Anit

Beitrag von Wildtec » 02.09.2014 14:55

Wenn es nicht jeder so zum Thema machen würde, hätte doch kaum jemand von der Frau gehört. Ich zumindest nicht. Jetzt ist es natürlich schon zu spät, aber ihr Plan scheint voll aufgegangen zu sein.
Sie ist überall Thema.
I'm playing a tiny violin for you. Like, minuscule in size.

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ColdFever
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Re: Kommentar: Auf der Suche nach Heldinnen - und warum Anit

Beitrag von ColdFever » 02.09.2014 15:00

Alice Wilczynski hat geschrieben:Sarkeesian ist leider keine Spielerin, wie sie selbst in ihrem Seminar zugab, und kann deshalb gar nicht darstellen, wieso das Frauenbild in Videospielen sie stört.
Man muss also erst selbst im Spiel morden, vergewaltigen und foltern, um dann glaubhaft "darstellen" zu können, warum einen solche Spiele stören? Also sind nur die Täter selbst glaubhaft?
Zuletzt geändert von ColdFever am 02.09.2014 15:02, insgesamt 1-mal geändert.

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SethSteiner
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Re: Kommentar: Auf der Suche nach Heldinnen - und warum Anit

Beitrag von SethSteiner » 02.09.2014 15:02

Wer tough ist und sportlich, sieht automatisch sexy aus. Da muss man schon ein Gesicht wie Steve Buscemi haben, damit das nicht so ist und wenn ich mir Reaktionen auf bspw. Neville Longbottom in Harry Potter anschaue (seinen Schauspieler), dann scheint sogar das dem nicht wirklich im Weg zustehen. Faith und Co. sind auch tough & sexy. Und ganz ehrlich, wieso sind denn die meisten Männer nicht sexy? Ich finde dass man es ein wenig (nicht viel aber etwas) übertreibt in der Hinsicht, vor allem weil häufig die Sexualisierung der wichtigeren toughen weiblichen Charaktere in der Werbung stattfindet und seltener in den Spielen direkt. Das Problem ist denke ich daher gar nicht tough & sexy, sondern das dann später angesprochene, tough & sexy und darauf reduziert, in dem dann eben die Kamera immer wieder den Arsch zeigt, in dem man bestimmte Szenen einbaut, um etwas bestimmtes zu betonen oder in den schlimmsten Fällen die toughe, weibliche Figur "eigentlich nur eine Frau" seien lassen wollen lässt. Eigentlich bietet sich das alles super zur Analyse an, richtig schön ausgdehnt und intensiver beleuchtet. Schade das Sarkeesian das aber nicht hinbekommt.

@ColdFever
Nee aber wenn man selbst spielen würde, würde man vielleicht bessere Arbeit verrichten. Sie muss ja keine Spielerin sein aber spielen sollte sie schon, genau wie ich von einem Filmkritiker erwarte, einen FIlm zusehen und Szenen korrekt einzuordnen.

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Stalkingwolf
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Re: Kommentar: Auf der Suche nach Heldinnen - und warum Anit

Beitrag von Stalkingwolf » 02.09.2014 15:03

Final Fantasy ist ein schlechtes Beispiel, weil japanisch. Worüber wir uns hier aufregen ist Kinderkacke im Gegensatz zu dem was in Japan abgeht.

Und natürlich denken Männer öfters an Brüste und Ärsche bzw. begaffen sie. Ist von der Natur sogar so gewollt.
Sonst ist der Artikel ok. Aber zeigt nun auch einmal wieder, das Frauen sich nicht Männer - und umgekehrt -hineinversetzen können.
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Alter Sack
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Re: Kommentar: Auf der Suche nach Heldinnen - und warum Anit

Beitrag von Alter Sack » 02.09.2014 15:04

Ach ... endlich mal ein schöner Text zu diesem Thema ... der auch eine vernünftige Basis für eine Diskussion liefert. Danke schön!!!

Ich kenne die Problematik so ein wenig von meiner Tochter die zwar noch relativ jung ist aber das auch ab und an beklagt. Ich hoffe das dies die Spielehersteller auch mal erkennen.

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ColdFever
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Re: Kommentar: Auf der Suche nach Heldinnen - und warum Anit

Beitrag von ColdFever » 02.09.2014 15:04

SethSteiner hat geschrieben:Sie muss ja keine Spielerin sein aber spielen sollte sie schon
Wenn ich mich recht erinnere, hat Fr. Sarkeesian in ihrer Kindheit jahrelang gespielt.
Nur die modernen Sexismus-Spiele geben ihr laut eigener Aussage nichts.

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Stalkingwolf
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Re: Kommentar: Auf der Suche nach Heldinnen - und warum Anit

Beitrag von Stalkingwolf » 02.09.2014 15:05

ColdFever hat geschrieben:
Alice Wilczynski hat geschrieben:Sarkeesian ist leider keine Spielerin, wie sie selbst in ihrem Seminar zugab, und kann deshalb gar nicht darstellen, wieso das Frauenbild in Videospielen sie stört.
Man muss also erst selbst im Spiel morden, vergewaltigen und foltern, um dann glaubhaft "darstellen" zu können, warum einen solche Spiele stören? Also sind nur die Täter selbst glaubhaft?
Nicht alles was hinkt ist ein Vergleich.
Des weiteren machst du genau das was sie Anita vorgeworfen hat. Teile extrahieren und ohne den Kontext darstellen.
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James Dean
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Re: Kommentar: Auf der Suche nach Heldinnen - und warum Anit

Beitrag von James Dean » 02.09.2014 15:08

Ich applaudiere der Autorin. Großartiger Kommentar! Ich habe schon ein paar Mal gefordert, dass sich doch auch endlich mal eine Frau äußern solle, um die geht es schließlich und die sollte man zu dem Thema fragen, eine Diskussion nur unter Männern ist vollkommen sinnlos.

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Raskir
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Re: Kommentar: Auf der Suche nach Heldinnen - und warum Anit

Beitrag von Raskir » 02.09.2014 15:09

Vielen Dank für den Kommentar. Er kommt zwar ein wenig spät aber spiegelt genau das wieder, was sich die meisten denken und viele auch schreiben.

Ich bin auch der Ansicht, dass Anita nicht viel dazu beiträgt um dieses Thema anzugehen. Sie fordert, dass Gewalt gegen Frauen in Videospielen aufzuhören hat. Und genau da ist das Problem. Darum wird sie nicht ernst genommen. Wenn man gegen Gewalt an Frauen ist, sollte man eigentlich gegen Gewalt in Videospielen im allgemeinen sein. Allein das ist schon verdammt viel. Die Forderung sollte aber unmissverständlich lauten: Gewalt an Frauen in Videospielen sollte auf das Niveau der Gewalt gegenüber Männern angepasst, also reduziert werden. Das gleiche sollte bei sexuellen Reizen oder dergleichen gelten. Es sollte auf einen gemeinsamen Nenner gebracht werden.

Aber Sarkeesian macht es viel zu unreflektiert und kontextlos. Sehr bedauernswert, dass ihr so viel Anerkennung gezeigt wird. Todesdrohungen sind natürlich dadurch nicht schönzureden auch nicht wenn sie anonym im Internet geschehen.

Ich danke nochmals für den Kommentar. Er reflektiert genau die Meinung vom Großteil der Community hier im Forum
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Kajetan
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Re: Kommentar: Auf der Suche nach Heldinnen - und warum Anit

Beitrag von Kajetan » 02.09.2014 15:10

Alter Sack hat geschrieben:Ach ... endlich mal ein schöner Text zu diesem Thema ... der auch eine vernünftige Basis für eine Diskussion liefert. Danke schön!!!
Es wäre schon viel gewonnen, wenn man diese Diskussion von der Person Sarkeesian lösen und sich mit dem beschäftigen würde, auf was sie hinweist, anstatt sich monatelang an der Art abzuarbeiten, wie sie ihre Thesen präsentiert.

Ausserdem fände ich es dennoch verdammt cool, wenn in einem Spiel eine weibliche Figur wie Anita Sarkeesian vorkommen würde, die auf Grund ihrer Art die Spielerschaft spaltet. Eine Figur, die polarisiert und und provoziert und einen nicht kalt lässt. DAS wäre mal ein Fortschritt.
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Sevulon
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Re: Kommentar: Auf der Suche nach Heldinnen - und warum Anit

Beitrag von Sevulon » 02.09.2014 15:12

Mittlerweile schreiben wir das Jahr 2014, laut ESA-Studie sind knapp 50% aller Spieler Frauen.
Diese Statistik regt mich immer auf. Nur weil jemand Unterwegs auf dem Handy oder daheim bei Facebook mal gelegentlich FarmVille und Candy Crush spielt oder den Wii der Kids für Yoga-Übungen nutzt, macht sie das nicht zur Zockerin. Bleiben wir auf dem Coremarkt, also bei den Leuten die "richtige" Videospiele und keine SocialNetworkApps zocken, ist die Sache doch noch immer eine Männerdomäne.
Zuletzt geändert von Sevulon am 02.09.2014 15:16, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Kommentar: Auf der Suche nach Heldinnen - und warum Anit

Beitrag von Marobod » 02.09.2014 15:13

Ich als Mann spiele bevorzut weibliche Helden,sollte ich die Moeglichkeit haben zu waehlen.
Ich mag es selten nur einen maennlichen Protagonisten zu spielen. Da muß das Spiel schon sehr fesselnd sein.
(Mafia,Yakuza,Two Worlds,Sleeping Dogs,Deus Ex zB) Die meisten Spiele die ich zocke haben jedoch eine Auswahlmoeglichkeit, unter anderem die Elder Scrolls Reihe, was vielleicht primaer auch damit zu tun aht, daß ich RPG mit offener Welt und meiner eigenen Geschichte bevorzuge (man hat die Chance sich selbst etwas auszudenken) , auch die KoToR Reihe machte es moeglich seine Geschichte eben auch als frau zu erleben. DivOS habe ich ebenfalls mit zwei weiblichen Protagonisten begonnen. Torchlight 2 genauso. Es gibt so viele Spiele in meinen Augen.

Sicher wuerde ich es begrueßen, wenn es mehr Spiele aebe wo der Protagonist weiblich ist, oder man eben zwischen den geschlechtern waehlen kann und sich ihre Geschichte entweder kaum unterscheidet oder eben drastisch, um beide spielen zu wollen.
Mir ging es haeufig um die Geschichte in Spielen (darum zock ich halt auch oben genannte Titel), wenn ich aber kann waehl ich weibliche Charaktere, maennlich bin ich schon im echten Leben :D

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MrPink
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Re: Kommentar: Auf der Suche nach Heldinnen - und warum Anit

Beitrag von MrPink » 02.09.2014 15:14

Jupp, netter Kommentar, nur fällt mir nichts Relevantes zu dem Thema ein.
Entweder geht mir hierbei völlig die Emphatie ab, oder es herscht hier wirklich ein eklatanter Perspektivunterschied der Geschlechter vor.

P.S.
Natürlich sieht Gareth aus The Witcher cool aus [...]
Kleiner Gehirndreher.
Aus Halb mach hälber, nichts ist gelber als Gelb selber.


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ColdFever
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Re: Kommentar: Auf der Suche nach Heldinnen - und warum Anit

Beitrag von ColdFever » 02.09.2014 15:16

Raskir hat geschrieben:Ich bin auch der Ansicht, dass Anita nicht viel dazu beiträgt um dieses Thema anzugehen.
Sehr witzig. Ohne Frau Sarkeesian gäbe es die Sexismus-Diskussion gar nicht.
Man mag nicht alle ihre Argumente teilen, aber sie hat damit eine längst fällige Diskussion ins Rollen gebracht.

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