[Linux] KDE Distros - Unterschiede

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Oynox
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[Linux] KDE Distros - Unterschiede

Beitrag von Oynox » 26.04.2017 15:01

Moin!

Ich beschäftige mich in den letzten Tagen oberflächlich mit Linux, weil ich zumindest langsam umsteigen möchte, da Windows mir zunehmend weniger gefällt. Rein optisch finde ich die KDE Plasma Oberfläche am ansprechendsten. Aber ich verstehe einfach nicht, was denn überhaupt die ganzen Unterschiede zwischen den Distributionen sind, welche den Desktop anbieten. Welche Vorteile gibt es gegenüber der einen Distro mit KDE gegenüber der anderen?

Ich habe mir beispielsweise fünf Distributionen heruntergeladen:
Mint (KDE)
Mageia (KDE)
Manjaro (KDE)
kubuntu
KDE neon

Schließlich habe ich jetzt tatsächlich herausgefunden, dass KDE neon eine auf der aktuellen Ubuntu LTS aufbauen Programmsammlung ist, die sich selbst updatet, aber rein vom Ding her auf der Ubuntu LTS Basis bleibt, was dann auch der Unterschied zu kubuntu ist, da hier mit dem normalen Linux gearbeitet wird, aber die KDE Software nur mit jedem neuen kubuntu build aktualisiert wird. Insofern klingt es ja erst einmal klüger KDE neon zu nutzen.

Jedoch verstehe ich ums verrecken nicht, welche Vorteile (oder Nachteile) es mir bringen soll, wenn ich nun Mint, Mageia oder Manjaro mit KDE Plasma nutze. Optisch sehen sie dann ja alle gleich aus. Oberflächlich funktionieren sie auch gleich, zumindest soweit ich das beurteilen kann.

Alles verwirrend. Kann jemand Licht ins Dunkle bringen?

/edit

Letztlich scheint es ja um die Basis zu gehen, auf der die KDE Oberfläche genutzt wird. kubuntu hat reine Ubunutu Basis, Mint ein abgeändertes Ubuntu, Manjaro ist auf Arch gebaut und Mageia anscheinend auf Mandriva.

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douggy
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Re: [Linux] KDE Distros - Unterschiede

Beitrag von douggy » 27.04.2017 00:52

Soweit, so nicht falsch.

Du hast Recht, der Unterbau ist ausschlaggebend.

Mint und Kubuntu basiert auf Ubuntu (Mint als LMDE auch auf Debian). Mint basiert hierbei immer auf der Ubuntu LTS Version, legt also Wert auf Stabilität.

Kubuntu gibs als LTS und normale Release (9 Monate Support).
Manjaro und Arch gehen den Weg der Rolling Releases, also aktuellste Software mit eventueller Instabilität. Manjaro ist hierbei ein nutzerfreundlicherer Fork von Arch, hat jedoch aber ein eigenes Repository ggü. Arch. Man kann aber auf das User Repository von Arch zugreifen, was sehr umfangreich sein soll.

Hier eine kleine gute Übersicht

https://www.computerbase.de/forum/showt ... p?t=970537
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Scorcher24_
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Re: [Linux] KDE Distros - Unterschiede

Beitrag von Scorcher24_ » 28.04.2017 12:48

Im Prinzip ist es am Ende nur die Sammlung an Software und wie die Distro vorkonfiguriert ist, was den Unterschied zwischen den Distros ausmacht. Das was du Linux nennst, ist nur der Kernel. Alles drum herum, die Distro, ist eine Sammlung an Software.

Du kannst dir auch Ubuntu runterladen und Gnome oder KDE Plasma nachträglich installieren mit den Super Kuh Kräften von apt.
Einfach "sudo apt install <paketname>".

Alle Ubuntu Derivate, sowie Ubuntu selbst basieren auf Debian und brauchen somit das ".deb" Paketformat. Man kann aber mit Hilfe von Alien auch fremde Pakete wie rpm nach deb konvertieren. Debian selbst ist fortgeschrittener und als Server OS ausgelegt. Ubuntu ist halt für Endanwender ausgelegt. Die Unterschiede zwischen den Distros ist minimal. Da geht es dann darum welche Manager fürs booten verwendet werden, welche Display Server etc pp. Kde Plasma finde ich persönlich nicht gut, aber wenn die Oberfläche dir gefällt, dann nimm einfach eine Distro die diese standardmäßig aktiv hat.

LTS heisst nur Long Term Support, sprich, die Software wird nie auf eine aktuellere Hauptversion aktualisiert. Nur Minor Patches werden ins Repo eingespielt. Hauptversionsänderungen sind iirc auch nicht mit dist-upgrade möglich. Zumindest nicht ohne das Repo zu wechseln.

Falls du Steam nutzen willst, bleib bei Ubuntu (oder einem direkten Derivat) oder Mint. Nur so am Rande.
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douggy
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Re: [Linux] KDE Distros - Unterschiede

Beitrag von douggy » 28.04.2017 12:58

Dank den Live-Versionen ist ein Testen problemlos möglich.
Oder gleich installieren. Alles was ne Gui Installation hat, ist mehr als simpel und innerhalb von 30min ist die Distribution drauf.

Selber benutz ich Linux Mint 18.1 Cinnamon. Als Umsteiger sehr angenehm. Aber auch Ubuntu (oder K oder L ..) oder Manjaro sind einen Blick wert.
Bei Ubuntu sollte man sich nur nicht zu lange am Unity gewöhnen, da ab der nächsten Version Gnome zum Einsatz kommt. (Auch wenn Unity wohl weiter von der Community gepflegt wird).
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Re: [Linux] KDE Distros - Unterschiede

Beitrag von Scorcher24_ » 28.04.2017 13:02

Ich finde Unity fürchterlich. Allerdings nicht so schlimm wie Plasma. Allerdings muss man auch anerkennen, dass Plasma nicht für den Desktop gemacht wurde, sondern für Tablets. Meine Wahl ist eher

LxQT:

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bzw MATE:

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Re: [Linux] KDE Distros - Unterschiede

Beitrag von MaV01 » 28.04.2017 13:07

gentoo - ist aber eher für fortgeschrittene. aber kannst du gentoo, kannst du alle :D

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Scorcher24_
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Re: [Linux] KDE Distros - Unterschiede

Beitrag von Scorcher24_ » 28.04.2017 13:13

MaV01 hat geschrieben:
28.04.2017 13:07
gentoo - ist aber eher für fortgeschrittene. aber kannst du gentoo, kannst du alle :D
Eh, ich hab mal Linux From Scratch durchgeführt. Ohne automatisierte Scripts. Auf einem Athlon. 4 Tage Haare raufen und fluchen.
Aber es ist gelaufen. Das war aber auch nur für die Lernerfahrung. Man kann sich auch unnötig Arbyte machen ;).
Ausserdem hat die Wahl der Distro nix mit dem WDM zu tun :P.
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douggy
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Re: [Linux] KDE Distros - Unterschiede

Beitrag von douggy » 28.04.2017 13:17

Scorcher24_ hat geschrieben:
28.04.2017 12:48
Falls du Steam nutzen willst, bleib bei Ubuntu (oder einem direkten Derivat) oder Mint. Nur so am Rande.
Spielen ist eh der Knackpunkt. Wer ernsthaft aktuell und breit aufgestellt ist, kommt um Windows nicht rum. Meistens kommt dann Dualboot ins Spiel, aber die meisten booten sicherlich nicht hin und her vor, beim oder nach dem Zocken.

Entweder man ist Konsolero (wie ich) oder man hat einen separaten Arbeitsrechner, dann passts meistens.

Aber mit Steam kann man einiges spielen, das will ich nicht untern Tisch kehren.
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Re: [Linux] KDE Distros - Unterschiede

Beitrag von Scorcher24_ » 28.04.2017 13:19

Mit einer zweiten Graka, bzw 1 GPU und 1 iGPU, kannst du auch unter Linux mit einer VM Windows Games zocken. Mit vollen FPS. Allerdings muss dein System IOMMU unterstützen.

https://en.wikipedia.org/wiki/Input%E2% ... ement_unit
https://wiki.archlinux.org/index.php/PC ... h_via_OVMF
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Re: [Linux] KDE Distros - Unterschiede

Beitrag von douggy » 28.04.2017 13:22

Ok, dann bin ich da nicht mehr ganz aktuell. Hatte meist von semi-Erfolgen bei der Weiterreichung der HW gelesen.
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Re: [Linux] KDE Distros - Unterschiede

Beitrag von Flotte Flagge » 29.04.2017 15:13

Scorcher24_ hat geschrieben:
28.04.2017 13:02
Ich finde Unity fürchterlich.
Unity ist tot.

FYI:

https://www.heise.de/newsticker/meldung ... 76254.html

Falls es unterm Radar war...

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Re: [Linux] KDE Distros - Unterschiede

Beitrag von Scorcher24_ » 29.04.2017 15:15

Ist bekannt und wurde weiter oben schon aufgeführt. Lesen..
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Re: [Linux] KDE Distros - Unterschiede

Beitrag von Flotte Flagge » 29.04.2017 15:25

oh...

egal, ich kann mich darüber auch zweimal freuen.

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Re: [Linux] KDE Distros - Unterschiede

Beitrag von ChrisJumper » 01.05.2017 22:52

Scorcher24_ hat geschrieben:
28.04.2017 13:19
Mit einer zweiten Graka, bzw 1 GPU und 1 iGPU, kannst du auch unter Linux mit einer VM Windows Games zocken. Mit vollen FPS. Allerdings muss dein System IOMMU unterstützen.

https://en.wikipedia.org/wiki/Input%E2% ... ement_unit
https://wiki.archlinux.org/index.php/PC ... h_via_OVMF
Wow, danke Scorcher24, ich wusste nicht das es schon so weit voran geschritten ist. Warum wurde das noch nicht via Playonlinux als Skript umgesetzt? Gut der Kernel muss halt auch mitmachen.

Andererseits bremst dies auch die native Linux Entwicklung aus wenn es immer noch Windows-Krücken gibt.

@Oynox
"weil ich zumindest langsam umsteigen möchte,".
Ganz ehrlich, beschäftige dich neben den Oberflächen auch mit dem Terminal.. einen Rechner über die Eingabezeile zu bedienen ist schneller, bequemer, sicherer und man kann mit dem Wissen in der Regel viel einfacher arbeiten als mit der Maus.. zudem ist die Fehleranalyse hilfreich wenn man erst mal weiß wo das System die Logdateien füllt.

Aber gut möglich das du es schon von Windows her kennst. Das tolle daran ist halt das die Grafische Oberfläche immer ausgetauscht werden kann, du aber an dem System normal weiterarbeiten kannst und dich dadurch immer wie zuhause fühlst.

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Re: [Linux] KDE Distros - Unterschiede

Beitrag von Oynox » 02.05.2017 13:38

Danke für die regen Antworten und Entschuldigung, dass ich jetzt erst dazu komme zu schreiben. Hatte die Gleiche Frage auch bei reddit gestellt und daraufhin auch viele Antworten bekommen und ein bisschen was mehr gelernt über diese ganze Technikwelt.

Mit einigen Begriffen kann ich zwar immer noch nichts anfangen, aber langsam nährt sich das Eichhörnchen ;)

Mittlerweile ist mir auch irgendwie klar geworden, dass die Wahl der Distro tatsächlich wohl nicht so ausschlaggebend ist. Wenn man es kann, kann man sich ja so ziemlich alles so gestalten, wie man möchte. Zumal Plasma ja tatsächlich einfach nur die Oberfläche ist. Einige Distros wollte ich mir aber noch just for fun ansehen, da man mir noch einiges empfohlen hat: Gecko, Maui und Netrunner. openSUSE wollte ich eigentlich testen, da aber keine Live Version da ist, schaue ich mir Gecko an. Maui und Netrunner sind beides KDE Distros die direkt von Blue Systems gefördert werden, die Firma die ebenso hinter KDE steht.

Derzeit schwanke ich am stärksten zwischen zwei Möglichkeiten: Mich aktiv mit Linux auseinanderzusetzen und Ubuntu (oder ein direktes Derivat) nutzen um auf das vermutlich größte Informationsnetzwerk zurückzugreifen (und dann so weiterlernen) oder aber eine möglichst einfache, stabile Distro out of the box nutzen, die einfach funktioniert.

Sollte ich Plasma nutzen wollen werde ich mich vermutlich für Neon, Maui oder Netrunner entscheiden, einfach weil die Nähe zur Mutterfirma besteht. Da ich eigentlich ein möglichst stabiles System möchte würde ich tatsächlich auch zu einem LTS Release neigen. Von Manjaro sehe ich erst einmal wegen der Basis auf Arch ab, da mir dort gesagt wurde, dass man zwar Zugriff auf die meisten Packages, dafür aber ein instabileres System hat.

Sollte ich mich für ein rundes Paket entscheiden liegt Zorin sehr nahe, da es einfach direkt auf Windows Anwender zugeschnitten ist. Habe jetzt aber noch "Feren" entdeckt, welches auch vielversprechend ausschaut. Rein vom Feeling her hat mir die kleine Distro Solus auch sehr gefallen. Jedoch habe ich die Bedenken, je kleiner die Distro, desto schwieriger der Support.

Mal sehen, was ich noch so lerne und wofür ich mich entscheide :biggrin:

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