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Re: Der 4P-Kommentar: Blizzard vs. eSportler - Kniefall vor der Diktatur

Verfasst: 13.10.2019 02:01
von BMTH93
Welch Ironie des Schicksals...

Ich glaube, es wäre hilfreich erst mal klar zu stellen, dass es ohne den westlichen Finanzialismus kein China gäbe, wie wir es kennen. Wir bzw. die USA und ihre Verbündeten waren bzw. sind diejenigen, die Unsummen an Dollars in diese Diktatur investieren, weil unser System auf "ewiges" Wachstum basiert. Aus Sicht der großen Konzerne ist es ein MUSS in China zu investieren. Einen Markt von mehr als eine Milliarde Menschen kann ein Akteur dieses Systems nicht ignorieren, weil China genau das ist was unser System braucht. Eine immer größere Anzahl an Konsumenten. "Wir" züchten letztlich unseren eigenen Feind heran und wundern uns dann, wenn dieser versucht den Spieß umzudrehen.

Was ich damit sagen will: Die Kritik an das Chinesische Regime ist aus demokratischer Sicht berechtigt. Wir haben es hier eindeutig mit einem autokratischen System zu tun, welches seine Bürger unterdrückt und langsam aber sicher in die Offensive geht (Seidenstraße 2.0, Annektierung von Tibet und Xinjiang, Unterdrückung von Minderheiten und aggressiver Kolonialismus in den eroberten Gebieten.)

Wer aber wirklich für Menschenrechte und Demokratie einsteht muss den nächsten Schritt machen und einsehen, dass Nationen, wie die USA und Großbritannien ebenfalls keinerlei Rücksicht auf Grundwerte nehmen sobald wirtschaftliche Interessen eine Rolle spielen. Wer also den Menschen in Hongkong und anderswo auf der Welt helfen möchte muss das eigene System kritisieren. Man muss das Übel bei der Wurzel packen ansonsten wird es immer so weitergehen bis das ganze eines Tages aus den Rudern läuft.

(Dieser Handelskrieg den die USA seit ein paar Monaten mit China führen ist der 1. Schritt seitens der US-Regierung, die chinesische Wirtschaft in die Knie zu zwingen. Da China niemals freiwillig kapitulieren wird, wird es entweder auf einen Krieg hinauslaufen, den niemand gewinnen kann oder "wir" verursachen eine Finanzkrise in China. Das Problem ist, selbst wenn man China allein durch einen Handelskrieg bezwingen könnte, wären die Folgen für unsere Wirtschaft, sagen wir mal, ziemlich unangenehm.)

Re: Der 4P-Kommentar: Blizzard vs. eSportler - Kniefall vor der Diktatur

Verfasst: 13.10.2019 03:08
von Imperator Palpatine
BMTH93 hat geschrieben:
13.10.2019 02:01
Welch Ironie des Schicksals...

Ich glaube, es wäre hilfreich erst mal klar zu stellen, dass es ohne den westlichen Finanzialismus kein China gäbe, wie wir es kennen. Wir bzw. die USA und ihre Verbündeten waren bzw. sind diejenigen, die Unsummen an Dollars in diese Diktatur investieren, weil unser System auf "ewiges" Wachstum basiert. Aus Sicht der großen Konzerne ist es ein MUSS in China zu investieren. Einen Markt von mehr als eine Milliarde Menschen kann ein Akteur dieses Systems nicht ignorieren, weil China genau das ist was unser System braucht. Eine immer größere Anzahl an Konsumenten. "Wir" züchten letztlich unseren eigenen Feind heran und wundern uns dann, wenn dieser versucht den Spieß umzudrehen.

Was ich damit sagen will: Die Kritik an das Chinesische Regime ist aus demokratischer Sicht berechtigt. Wir haben es hier eindeutig mit einem autokratischen System zu tun, welches seine Bürger unterdrückt und langsam aber sicher in die Offensive geht (Seidenstraße 2.0, Annektierung von Tibet und Xinjiang, Unterdrückung von Minderheiten und aggressiver Kolonialismus in den eroberten Gebieten.)

Wer aber wirklich für Menschenrechte und Demokratie einsteht muss den nächsten Schritt machen und einsehen, dass Nationen, wie die USA und Großbritannien ebenfalls keinerlei Rücksicht auf Grundwerte nehmen sobald wirtschaftliche Interessen eine Rolle spielen. Wer also den Menschen in Hongkong und anderswo auf der Welt helfen möchte muss das eigene System kritisieren. Man muss das Übel bei der Wurzel packen ansonsten wird es immer so weitergehen bis das ganze eines Tages aus den Rudern läuft.

(Dieser Handelskrieg den die USA seit ein paar Monaten mit China führen ist der 1. Schritt seitens der US-Regierung, die chinesische Wirtschaft in die Knie zu zwingen. Da China niemals freiwillig kapitulieren wird, wird es entweder auf einen Krieg hinauslaufen, den niemand gewinnen kann oder "wir" verursachen eine Finanzkrise in China. Das Problem ist, selbst wenn man China allein durch einen Handelskrieg bezwingen könnte, wären die Folgen für unsere Wirtschaft, sagen wir mal, ziemlich unangenehm.)
Immer wieder herrlich zu beobachten wie insbesondere bei solchen Themen die immer gleiche Antikapitalismusrhetorik aus der deutschen Mottenkiste geholt wird. Natürlich garniert mit den typischen Schlagworten wie " westlicher Finanzialismus ", " das Sytem des ewigen Wachtsums " und an der Spitze natürlich - wie könnte es anders sein - die bösen kapitalistischen USA.
Dass der derzeitige chinesiche Aufstieg bereits Anfang der 80er mit Deng Xiopings wirtschaftlicher Liberalisierung ganz ohne die USA und den Westen allgemein erfolgte - geschenkt. China hat sich durch wirtschaftliche Reformen bei gleichzeitiger Beibehaltung der kommunistischen Diktatur seit der Gründung der Volksrepublik 1949 als neuer grosser Teilnehmer am Markt etabliert. Ganz ohne das Zutun der westlichen Staaten. Das jene - wie ALLE - anderen Nationen der Welt dann auf diesen neuen Markt gestrebt sind ist dabei völlig normal und nichts mit mit irgendwelchen Theorien über den " westlichen Finanzialismus " zu tun.

Und wer dann gleichzeitig glaubt es würde aufgrund der wirtschaftlichen Reibung zwischen den USA und China zu einem Krieg kommen, ist so oder so nicht ernst zu nehmen. Denn gerade der gewaltige Transfer von Waren, Dienstleistungen und Finanzmitteln ist der Garant dafür dass es nicht zu einem Krieg zwischen den beiden Supermächten aufgrund von Wirtschaftsstreitigkeiten kommt.
Konfliktfelder wie Taiwan, Fragen bezüglich künstlicher Inseln und dementsprechenden Grenzen sind hiervon unabhängig und ein seperates Thema.

Re: Der 4P-Kommentar: Blizzard vs. eSportler - Kniefall vor der Diktatur

Verfasst: 13.10.2019 03:33
von BMTH93
Imperator Palpatine hat geschrieben:
13.10.2019 03:08
BMTH93 hat geschrieben:
13.10.2019 02:01
Welch Ironie des Schicksals...

Ich glaube, es wäre hilfreich erst mal klar zu stellen, dass es ohne den westlichen Finanzialismus kein China gäbe, wie wir es kennen. Wir bzw. die USA und ihre Verbündeten waren bzw. sind diejenigen, die Unsummen an Dollars in diese Diktatur investieren, weil unser System auf "ewiges" Wachstum basiert. Aus Sicht der großen Konzerne ist es ein MUSS in China zu investieren. Einen Markt von mehr als eine Milliarde Menschen kann ein Akteur dieses Systems nicht ignorieren, weil China genau das ist was unser System braucht. Eine immer größere Anzahl an Konsumenten. "Wir" züchten letztlich unseren eigenen Feind heran und wundern uns dann, wenn dieser versucht den Spieß umzudrehen.

Was ich damit sagen will: Die Kritik an das Chinesische Regime ist aus demokratischer Sicht berechtigt. Wir haben es hier eindeutig mit einem autokratischen System zu tun, welches seine Bürger unterdrückt und langsam aber sicher in die Offensive geht (Seidenstraße 2.0, Annektierung von Tibet und Xinjiang, Unterdrückung von Minderheiten und aggressiver Kolonialismus in den eroberten Gebieten.)

Wer aber wirklich für Menschenrechte und Demokratie einsteht muss den nächsten Schritt machen und einsehen, dass Nationen, wie die USA und Großbritannien ebenfalls keinerlei Rücksicht auf Grundwerte nehmen sobald wirtschaftliche Interessen eine Rolle spielen. Wer also den Menschen in Hongkong und anderswo auf der Welt helfen möchte muss das eigene System kritisieren. Man muss das Übel bei der Wurzel packen ansonsten wird es immer so weitergehen bis das ganze eines Tages aus den Rudern läuft.

(Dieser Handelskrieg den die USA seit ein paar Monaten mit China führen ist der 1. Schritt seitens der US-Regierung, die chinesische Wirtschaft in die Knie zu zwingen. Da China niemals freiwillig kapitulieren wird, wird es entweder auf einen Krieg hinauslaufen, den niemand gewinnen kann oder "wir" verursachen eine Finanzkrise in China. Das Problem ist, selbst wenn man China allein durch einen Handelskrieg bezwingen könnte, wären die Folgen für unsere Wirtschaft, sagen wir mal, ziemlich unangenehm.)
Immer wieder herrlich zu beobachten wie insbesondere bei solchen Themen die immer gleiche Antikapitalismusrhetorik aus der deutschen Mottenkiste geholt wird. Natürlich garniert mit den typischen Schlagworten wie " westlicher Finanzialismus ", " das Sytem des ewigen Wachtsums " und an der Spitze natürlich - wie könnte es anders sein - die bösen kapitalistischen USA.
Dass der derzeitige chinesiche Aufstieg bereits Anfang der 80er mit Deng Xiopings wirtschaftlicher Liberalisierung ganz ohne die USA und den Westen allgemein erfolgte - geschenkt. China hat sich durch wirtschaftliche Reformen bei gleichzeitiger Beibehaltung der kommunistischen Diktatur seit der Gründung der Volksrepublik 1949 als neuer grosser Teilnehmer am Markt etabliert. Ganz ohne das Zutun der westlichen Staaten. Das jene - wie ALLE - anderen Nationen der Welt dann auf diesen neuen Markt gestrebt sind ist dabei völlig normal und nichts mit mit irgendwelchen Theorien über den " westlichen Finanzialismus " zu tun.

Und wer dann gleichzeitig glaubt es würde aufgrund der wirtschaftlichen Reibung zwischen den USA und China zu einem Krieg kommen, ist so oder so nicht ernst zu nehmen. Denn gerade der gewaltige Transfer von Waren, Dienstleistungen und Finanzmitteln ist der Garant dafür dass es nicht zu einem Krieg zwischen den beiden Supermächten aufgrund von Wirtschaftsstreitigkeiten kommt.
Konfliktfelder wie Taiwan, Fragen bezüglich künstlicher Inseln und dementsprechenden Grenzen sind hiervon unabhängig und ein seperates Thema.
Du musst meinen Beitrag schon richtig lesen und nicht automatisch in diesen Selbstverteidigungsmodus verfallen. Ich kritisiere nicht den Kapitalismus sondern den Finanzialismus. Würden wir rein kapitalistisch wirtschaften wären solche Finanzblasen wie in den USA und China gar nicht erst möglich. Westliche Konzerne wären deutlich unabhängiger und wären nicht dazu gezwungen ihre eigenen Werte anzupassen. Dass China enormes Potenzial besitzt, auch ohne zutun der US-Wirtschaft habe ich nie geleugnet. Aber es ist Fakt, dass ohne die Investitionen westlicher Konzerne der rasante Aufstieg Chinas wesentlich langsamer vonstatten gegangen wäre.

Ob die USA an sich "böse" sind oder die Chinesen spielt überhaupt keine Rolle. Es geht um Werte wie Humanismus, Gleichberechtigung, Demokratie, Meinungsfreiheit usw. Wer also China aus diesen Gründen kritisiert muss auch das eigene System kritisieren. Oder willst du etwa leugnen, dass "der Westen" keinerlei Rücksicht auf Grundwerte nimmt wenn es seinen wirtschaftlichen Interessen dient?

Nur mal ein paar Beispiele für diejenigen, die sich unsicher sind (Du bist doch gar nicht an einer ehrlichen Diskussion interessiert.)

Putsch im iran
https://de.wikipedia.org/wiki/Operation_Ajax

Putsch in Chile
https://de.wikipedia.org/wiki/Putsch_in_Chile_1973

Tonkin-Zwischenfall
https://de.wikipedia.org/wiki/Tonkin-Zwischenfall

Brutkastenlüge
https://de.wikipedia.org/wiki/Brutkastenl%C3%BCge

Angebliche Massenvernichtungswaffen im Irak
https://de.wikipedia.org/wiki/Begr%C3%B ... Irakkriegs

BTW: Ob du mich ernst nimmst oder nicht ist mir relativ egal. Ob du versuchst mich zu denunzieren spielt keine Rolle. Diejenigen, die den Mut haben ihren eigenen Verstand zu benutzen werden sich ihre Gedanken machen. Da kannst du noch so viel Propaganda betreiben.

Re: Der 4P-Kommentar: Blizzard vs. eSportler - Kniefall vor der Diktatur

Verfasst: 13.10.2019 03:54
von Imperator Palpatine
BMTH93 hat geschrieben:
13.10.2019 03:33
Du musst meinen Beitrag schon richtig lesen und nicht automatisch in diesen Selbstverteidigungsmodus verfallen. Ich kritisiere nicht den Kapitalismus sondern den Finanzialismus. Würden wir rein kapitalistisch wirtschaften wären solche Finanzblasen wie in den USA und China gar nicht erst möglich. Westliche Konzerne wären deutlich unabhängiger und wären nicht dazu gezwungen ihre eigenen Werte anzupassen. Dass China enormes Potenzial besitzt, auch ohne zutun der US-Wirtschaft habe ich nie geleugnet. Aber es ist Fakt, dass ohne die Investitionen westlicher Konzerne der rasante Aufstieg Chinas wesentlich langsamer vonstatten gegangen wäre.

Ob die USA an sich "böse" sind oder die Chinesen spielt überhaupt keine Rolle. Es geht um Werte wie Humanismus, Gleichberechtigung, Demokratie, Meinungsfreiheit usw. Wer also China aus diesen Gründen kritisiert muss auch das eigene System kritisieren. Oder willst du etwa leugnen, dass "der Westen" keinerlei Rücksicht auf Grundwerte nimmt wenn es seinen wirtschaftlichen Interessen dient?

Nur mal ein paar Beispiele für diejenigen, die sich unsicher sind (Du bist doch gar nicht an einer ehrlichen Diskussion interessiert.)

Putsch im iran
https://de.wikipedia.org/wiki/Operation_Ajax

Putsch in Chile
https://de.wikipedia.org/wiki/Putsch_in_Chile_1973

Tonkin-Zwischenfall
https://de.wikipedia.org/wiki/Tonkin-Zwischenfall

Brutkastenlüge
https://de.wikipedia.org/wiki/Brutkastenl%C3%BCge

Angebliche Massenvernichtungswaffen im Irak
https://de.wikipedia.org/wiki/Begr%C3%B ... Irakkriegs

BTW: Ob du mich ernst nimmst oder nicht ist mir relativ egal. Ob du versuchst mich zu denunzieren spielt keine Rolle. Diejenigen, die den Mut haben ihren eigenen Verstand zu benutzen werden sich ihre Gedanken machen. Da kannst du noch so viel Propaganda betreiben.
Chinas Aufstieg war diesbezüglich unaufhaltsam und wären es keine westlichen Nationen gewesen dann wären es in noch stärkerem Maße als bisher Länder wie Japan, Südkorea und die Ölstaaten der Golfregion gewesen.
Es ist immer müssig mit Leuten wie dir weil bei Kritik an diesen Systemen oder Zuständen und Ereignissen direkt die komplette Verfehlungsgeschichte westlicher Staaten aufgerollt wird und gleichzeitig die Kritik an z.B China relativiert wird. Im Grunde genommen nichts anderes als ein selbstgefälliges " Ja aber..." und für den konkreten Fall völlig irrelevant.

Wie Bismarck bereits vor über einem Jahrhundert treffend sagte: " Staaten haben keine Freunde, sie haben nur Interessen ". Und diese kolldieren nun einmal oftmals mit dem Wunschkonzert gewisser Individuen die dann auch noch glauben wären sie nur an den Schalthebeln der Macht würden sie es natürlich besser machen und diese hehren ideale immer hoch halten und danach handeln.
Diese Naivität und Arroganz kritisiere ich.
Insbesondere wenn wie in diesem Fall im Grunde genommen Teile der westlichen Zivilgesellschaft Kritik am Vorgehen einer westlichen Firma üben. Und eben nicht am Verhalten der entsprechenden westlichen Regierungen.

Re: Der 4P-Kommentar: Blizzard vs. eSportler - Kniefall vor der Diktatur

Verfasst: 13.10.2019 08:37
von Nanimonai
Ich gehe davon aus, dass Blizzard den Zwischenfall nicht ignorieren konnte und dazu gedrängt wurde sich zu positionieren. An dem Punkt kann man sich eigentlich nur zwischen Pest und Cholera entscheiden.

Es ist anscheinend völlig ok, auf und mit dem chinesischen Markt Geschäfte zu machen, so lange man nicht das Pech hat, zwischen politische Fronten zu geraten.