Spielkultur: Die Geschichte des Ersten Weltkrieges: Europäische Bündnisse und die Krise auf dem Balkan (Teil 1)

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Grunz Grunz
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Re: Spielkultur: Die Geschichte des Ersten Weltkrieges: Europäische Bündnisse und die Krise auf dem Balkan (Teil 1)

Beitrag von Grunz Grunz » 04.12.2018 23:42

stefan251 hat geschrieben:
04.12.2018 23:17
Im Vergleich würde mich ja interessieren, gab es eigentlich n Jahrhundert zuvor auch diese überstaatlichen Beißreflexe den Franzosen gegenüber, nachdem Napoléon fast ganz Europa erobert hatte, so à la "Die bösen Franzosen"?
Natürlich gab es die. Bonaparte war außerhalb Frankreichs der meistgehaßte Mann seiner Zeit. Ein großmannsüchtiger Imperialist, ein beispielloser Parvenu noch dazu, verantwortlich für ein Jahrzehnt voller Kriege mit Hunderttausenden, womöglich Millionen von Toten.

100 Jahre später nur noch ein Fall für nationale Folklore bei den Beteiligten, 200 Jahre später aus jedem Bewußtsein verschwunden.

Starslayer78
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Re: Spielkultur: Die Geschichte des Ersten Weltkrieges: Europäische Bündnisse und die Krise auf dem Balkan (Teil 1)

Beitrag von Starslayer78 » 04.12.2018 23:58

Klasse Doku bisher. Gibts denn einen Fahrplan wann der Rest erscheinen soll?

Bisher hat man ja noch nicht mal mit dem Krieg angefangen, Franz Ferdinant "lebt" auch noch. Wieviele Folgen soll es denn am Ende geben? Denke anhand der zur Zeit eingeschlagenen Geschwindigkeit 4-6? Wenn man bei einer Länge von ca 25-30 min bleibt.

Ich freu mich jetzt schon drauf. Gerne mehr davon. Also zu anderen historischen Ereignissen. Hätte nur nicht damit gerechnet, sowas bei einem Spielemagazin geboten zubekommen, einfach klasse und weiter so. :D

kennyk1
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Re: Spielkultur: Die Geschichte des Ersten Weltkrieges: Europäische Bündnisse und die Krise auf dem Balkan (Teil 1)

Beitrag von kennyk1 » 05.12.2018 02:07

Ein Klasse Video, Jörg! Ruhig und langsam vorgetragen, so dass man die damals sehr komplizierte Situation nachvollziehen kann. Über den 1. Weltkrieg selbst hab ich mir auch schon ziemlich viel Wissen angelesen und kann wohl behaupten, ich weiß ab dem Attentat in Sarajevo relativ gut bescheid. Von der Vorgeschichte mit den Balkankriegen und dem zerfallenden Osmanische Reich wusste ich jedoch bisher sehr wenig. Der italienische Angriff auf Libyen war mir gänzlich neu.
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Ca3desnox
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Re: Spielkultur: Die Geschichte des Ersten Weltkrieges: Europäische Bündnisse und die Krise auf dem Balkan (Teil 1)

Beitrag von Ca3desnox » 05.12.2018 06:56

Sehr gut! Bitte mehr davon.

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Flerschemer
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Re: Spielkultur: Die Geschichte des Ersten Weltkrieges: Europäische Bündnisse und die Krise auf dem Balkan (Teil 1)

Beitrag von Flerschemer » 05.12.2018 08:26

Von mir gibt es auch ein positives Feedback zu diesem Video.

Ich finde es gut das du sowas überhaupt hier machst, und wie du es machst gefällt mir bis jetzt auch.
Sachlicher, ruhiger Einblick in ein doch sehr komplexes Thema.

Ich finde es wichtig und richtig, den nötigen Weitblick auf ganz Europa der damaligen Zeit zu haben.
Gerade in unserer Zeit, die Zeit in der die EU weiter zusammenwachsen soll, ist dieser Weitblick wichtig!
Wie auch immer...

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bwort
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Re: Spielkultur: Die Geschichte des Ersten Weltkrieges: Europäische Bündnisse und die Krise auf dem Balkan (Teil 1)

Beitrag von bwort » 05.12.2018 09:02

Toller Artikel! Es gibt auch Klasse Brettspiele mit Thema.

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4P|T@xtchef
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Re: Spielkultur: Die Geschichte des Ersten Weltkrieges: Europäische Bündnisse und die Krise auf dem Balkan (Teil 1)

Beitrag von 4P|T@xtchef » 05.12.2018 09:18

Hallo Leute,

kurz zu meiner Auswahl von Clark: Ich kann bei so einer Einführung unmöglich alle Forschungstendenzen berücksichtigen - ich wollte aber zumindest eine aktuelle Richtung und die tieferen Erkenntnisse eines Historikers anbieten. Ist ja vielleicht ein Startpunkt für Interessierte, die dann noch viele andere Richtungen und Deutungen in der Literatur finden.

Der zweite Teil dieser Einführung kommt voraussichtlich morgen. Aber der endet dann quasi mit der Kriegserklärung - auf dessen Verlauf gehe ich nicht ein. Eine "Doku" bis 1918 war eigentlich nicht geplant. Aber: Wenn Interesse daran besteht, kann ich das Thema nächstes Jahr nochmal aufgreifen, zumal ja immer wieder Spiele kommen, die das streifen. Falls ihr es noch nicht gesehen habt: Mich blickt ja gerade auch auf das richtig gute History Line 1914 von BlueByte zurück: http://www.4players.de/4players.php/dis ... _1918.html

Und vielleicht kann ich dann endlich Paths of Glory von Ted Raicer vorstellen - aus militärtaktischer Sicht eines der besten Wargames für zwei Personen. Spielt natürlich im Ersten Weltkrieg.;)
Jörg Luibl
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Re: Spielkultur: Die Geschichte des Ersten Weltkrieges: Europäische Bündnisse und die Krise auf dem Balkan (Teil 1)

Beitrag von Twycross448 » 05.12.2018 09:32

@4P|T@xtchef

Mal so nebenbei, welches Computerspiel zum Thema 1. Weltkrieg würdest du persönlich, Jörg, denn als das historisch korrekteste (am besten recherchierte) einstufen?

Billy_Bob_bean
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Re: Spielkultur: Die Geschichte des Ersten Weltkrieges: Europäische Bündnisse und die Krise auf dem Balkan (Teil 1)

Beitrag von Billy_Bob_bean » 05.12.2018 09:58

Frage mich, was passiert wäre, wenn Deutschland den Krieg gewonnen hätte
"was bistn du für einer...jemand, der keinen geschmack hat, oder was. Der Zombie Modus ist an Black Ops das beste! Du spielst wahrscheinlich nur Cs oder so ein Müll, der für kleine Kinder gedacht ist"

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4P|T@xtchef
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Re: Spielkultur: Die Geschichte des Ersten Weltkrieges: Europäische Bündnisse und die Krise auf dem Balkan (Teil 1)

Beitrag von 4P|T@xtchef » 05.12.2018 10:36

@Billy_Bob_bean: Das wäre ein interessantes Alternativ-Szenario für ein Spiel oder einen Roman.;)

Auch Historiker wie Niall Ferguson haben darüber spekuliert, indem sie Großbritanniens Kriegsbeitritt "wegdenken". Mehr dazu bei der Zeit: https://www.zeit.de/2014/32/erster-welt ... en/seite-2

Aber das Deutsche Reich bzw. die Mittelmächte konnte(n) diesen Krieg auf lange Strecke nicht gewinnen - zumindest nicht mit diesen Verbündeten und gegen diese Triple-Entente. Nicht nur aus militärtaktischer, sondern vor allem aus wirtschaftlicher und geopolitischer Sicht war das aussichtslos. Schon vor dem Eintritt der USA war die Überlegenheit der gegnerischen Verbündeten erdrückend, denen viel mehr globale Ressourcen zur Verfügung standen. Selbst der Schlieffen-Plan, der angesichts des potenziellen Zwei-Fronten-Krieges schon lange vor 1914 fertig war, sah einen kurzfristigen Erfolg auf dem Kontinent nur bei einem möglichst schnellen Sieg gegen Frankreich vor, dem zwingend ein weiterer Sieg gegen Russland folgen musste. Aber Großbritannien ist da noch gar nicht berücksichtig...Und wie zerbrechlich dieses kleine "globale" Reich der Deutschen war, die gerade erst eine Flotte aufbauten, zeigte sich bei Ausbruch des Krieges, als nahezu alle Kolonien auf einen Schlag verloren gingen. Clark zeigt auch sehr gut, dass der britische Generalstab nur müde über die maritime Aufrüstung des Kaisers lächelte, weil man deutlich überlegen war - auch in der Produktion: "Bevor Deutschland einen Dreadnought baut, haben wir sieben fertig." Im historischen Rückblick war der vom Kaiser unterstütze Flottenbau mit Fokus auf schwerfällige Pötte voller Kanonen ein einziges überflüssiges Fiasko.

@Twycross448: Schwierig. Eigentlich kommt keines so wirklich ran. Denn "korrekt recherchiert", was Fakten, Waffen, Karten, Beteiligte, Uniformen etc. betrifft sind zumindest bis zu einem gewissen Grad viele - auch Shooter wie Verdun. Aber kein Spiel konnte bisher auch nur ansatzweise die Fratze dieses Krieges inszenieren, die militärtaktische Vielseitigkeit inklusive Nachschub oder die politische und diplomatische Komplexität abbilden, auch nicht die Victoria-Reihe von Paradox. Und bei den Anti-Kriegsspielen wie Valiant Hearts oder 11-11: Memories Retold bemerkt man immer diesen pädagogischen Zeigefinger, der einer authentischen Abbildung natürlich im Wege steht. Da müsste eher der Finger in die Wunde. Trotzdem zeigt Letzteres, also 11-11, sehr schön, welche normalen Menschen hinter den Soldaten steckten. Auch das ist ja eine Leistung.
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Re: Spielkultur: Die Geschichte des Ersten Weltkrieges: Europäische Bündnisse und die Krise auf dem Balkan (Teil 1)

Beitrag von Pioneer82 » 05.12.2018 10:40

Tolles Video, danke dafür.

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Billie?
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Re: Spielkultur: Die Geschichte des Ersten Weltkrieges: Europäische Bündnisse und die Krise auf dem Balkan (Teil 1)

Beitrag von Billie? » 05.12.2018 10:57

Von meinen Volksvertretern höre ich das allerdings noch, dass Deutschland den ersten Weltkrieg verzapft hat. Soll ich jetzt Merkel glauben oder dem Luibl.

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Re: Spielkultur: Die Geschichte des Ersten Weltkrieges: Europäische Bündnisse und die Krise auf dem Balkan (Teil 1)

Beitrag von Verschwörungstheoretiker » 05.12.2018 10:59

Großartiges Video :-) damit sich die Gamingcommunity auch mal bildet ;)

Übrigens hatten die Serben die meisten Opfer zu beklagen, 90% der serbischen Bevölkerung sind im
1. WK gestorben. Durch die Kampferfahrung vom ottomanischen Reich hatten es die Össi-Ungarn schwer.

https://de.m.wikipedia.org/wiki/Schlach ... r_Kolubara

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Re: Spielkultur: Die Geschichte des Ersten Weltkrieges: Europäische Bündnisse und die Krise auf dem Balkan (Teil 1)

Beitrag von Starslayer78 » 05.12.2018 11:32

Billie? hat geschrieben:
05.12.2018 10:57
Von meinen Volksvertretern höre ich das allerdings noch, dass Deutschland den ersten Weltkrieg verzapft hat. Soll ich jetzt Merkel glauben oder dem Luibl.
Echt, wann denn? Deutschland ist nicht unschuldig, sie haben massig Öl ins Feuer gegossen, wie alle anderen auch und wie die anderen hat das Deutsche Reich nichts für eine Deeskalation getan. Am Ende sind wir aber grob vereinfacht ausgedrückt, als Verbündeter Österreich/Ungarn's in den Krieg eingetreten. Denke mal das wird Jörg uns in der 2. Folge dann noch etwas ausführlicher erklären.

Also ich kann natürlich nur für mich sprechen, aber ich würde mich über eine Doku die den ganzen Krieg wieder gibt freuen. In der deutschen Wahrnehmung spielt der 1. WK halt nicht so die große Rolle, wenn man da Infos zu haben möchte, muss man sich die schon selbst holen. In der Schule wurde da zu meiner Zeit auch nie wirkich drauf eingegangen, im Geschichtsuntericht haben wir mehr, oder weniger, auch nur gelernt das er stattgefunden hat und wir schuld waren.

Das sieht mit dem 2. WK anders aus, der ist deutlich präsenter in der deutschen Wahrnehmung, den haben wir auch voll abbekommen, nun kann man natürlich nicht verlangen das ein Spielemagazin anfängt deutsche Geschichte bis zur Gegenwart aufzuarbeiten, aber ich fände es Klasse, wenn man das Format bis zum Friedensvertrag von Versaille ausdehnen könnte.

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Twycross448
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Re: Spielkultur: Die Geschichte des Ersten Weltkrieges: Europäische Bündnisse und die Krise auf dem Balkan (Teil 1)

Beitrag von Twycross448 » 05.12.2018 11:57

@4P|T@xtchef

Danke für deine Antwort, Jörg. :-) Über das geschriebene werde ich mal länger nachdenken, sobald die Zeit dafür da ist.

EDIT: Und ja, ich schließe mich den hier schon geäußerten Wünschen an und fände es toll, wenn du die Geschichtsstunde deutlich ausweiten würdest.

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