Spielkultur: Die Geschichte des Ersten Weltkrieges: Das Attentat von Sarajevo und der Beginn des Krieges (Teil 2)

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gust
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Re: Spielkultur: Die Geschichte des Ersten Weltkrieges: Das Attentat von Sarajevo und der Beginn des Krieges (Teil 2)

Beitrag von gust » 06.12.2018 19:18

Vielen Dank für die Geschichtsstunde, ich könnte dem Jörg stundenlang zuhören :D Nach dem Video scheint es mir nahezu absurd was im Versailler Vertrag festgelegt wurde. Hatte man die Schwarze Hand und den extremen Nationalismus der Serben nach 4 Jahren Krieg vergessen? Oder wurden eher "alte Rechnungen" (Erbfeindschaft) beglichen?

Werde mich definitiv in nächster Zeit mit der Thematik befassen.

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jay4be
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Re: Spielkultur: Die Geschichte des Ersten Weltkrieges: Das Attentat von Sarajevo und der Beginn des Krieges (Teil 2)

Beitrag von jay4be » 06.12.2018 21:02

Danke Jörg, hab ne Menge gelernt. Es geht doch immer um Interessen, Macht, ethische Werte, Religion und auch letztendlich um vertragliche Verpflichtungen. Das wird sich wohl nie ändern. Und gerade diese vertraglichen Verpflichtungen vor dem Hintergrund der damals sehr konservativen und nationalen Haltungen war (und ist) sehr explosiv. Insofern ist ein gemeinsames Europa oder "Welt" schon eine super Idee. Aber ob wir das jemals hinbekommen? Es gibt drei Dinge, die sich nicht vereinen lassen: Intelligenz, Anständigkeit und Nationalismus. Man kann intelligent und "Nazi" sein. Dann ist man nicht anständig. Man kann anständig und "Nazi" sein. Dann ist man nicht intelligent. Und man kann anständig und intelligent sein. Dann ist man kein "Nazi". Aber der Nationalismus, die starke Identifizierung mit der Familie den nahestehenden Freunden, der gleichspachigen Bevölkerung ist eben sehr groß und reflexartig vorhanden. Ein evolutionäres Dilemma. Lösung: keine Ahnung - oder doch irgendwann Borg?

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Pioneer82
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Re: Spielkultur: Die Geschichte des Ersten Weltkrieges: Das Attentat von Sarajevo und der Beginn des Krieges (Teil 2)

Beitrag von Pioneer82 » 06.12.2018 21:32

Echt gute Reihe. Danke.

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jay4be
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Re: Spielkultur: Die Geschichte des Ersten Weltkrieges: Das Attentat von Sarajevo und der Beginn des Krieges (Teil 2)

Beitrag von jay4be » 06.12.2018 22:00

Nur um das nochmal klar zu machen: Nationalismus bedeutet per se nicht gleich "Nazi" ala Nationalsozialsozialismus 1933. Das sind zwei Paar unterschiedliche Paar Schuhe. Obwohl das für die oben genannte These auch gilt.

gievers
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Re: Spielkultur: Die Geschichte des Ersten Weltkrieges: Das Attentat von Sarajevo und der Beginn des Krieges (Teil 2)

Beitrag von gievers » 07.12.2018 00:17

Vielen Dank für die beiden Videos. Ich beschäftige mich schon seit ein paar Wochen mit der Geschichte der Deutschen etwas intensiver und fand das Special sehr, sehr gut!

Ein Gedanke bewegt mich bei dem schrecklichen Thema der beiden Weltkriege aber immer irgendwie auch. Was wäre gewesen, wenn diese Kriege nicht stattgefunden hätten? Wie man sich vorstellen kann, "tickten" viele Menschen damals einfach noch ganz anders! Militarismus und Kriege wurden von sehr vielen Menschen nicht als etwas so schreckliches angesehen, wie es heute nach diesen beiden Kriegen der Fall ist. Selbst die Millionen Toten des ersten Weltkriegs haben bei manchen ja offensichtlich immer noch nicht ausgereicht um diese Einstellung grundlegend zu ändern.

Was also wenn wir mit diesen Vorstellungen von Macht und dem Imperialismus und Nationalismus friedlich in der 2. Hälfte des 20. Jahrhunderts gelandet wären?? Wäre es nicht zwangsläufig trotzdem irgendwann wieder zu einem großen Knall gekommen und das mit militärischen Mitteln und Möglichkeiten, die die Menschheit mehrfach ausrotten könnten? Die Kuba-Kriese z.B. wäre als 1. Weltkrieg vielleicht zum Ende der Welt gewesen. Alles nur Spekulation und was wäre wenn, ich weiß. Aber wenn man an den beiden Kriegen etwas "Gutes" abgewinnen möchte, dann vielleicht, dass beide so gerade noch zu einer Zeit stattfanden, als die Waffen noch nicht die totale Zerstörung der Welt ermöglichten! Wenn ich gläubig wäre würde ich da drin vielleicht sogar keinen Zufall sehen? Die 100 Millionen Menschen sind also nicht völlig umsonst gestorben, sondern sie haben die Welt in der wir heute leben dürfen vielleicht erst durch ihren Tod so möglich gemacht und daran sollten wir uns immer erinnern!

Ich hoffe inständig, dass wir nicht noch mehr Tote brauchen um uns klar zu machen, was das Wert ist und wozu Nationalismus und Militarismus führt. Deswegen sind Dinge wie der Brexit und Trumps "America first" und "Mehr Geld für Militär"-Politik auch so dermaßen schlimm! Die Menschheit steht vor Problemen die eine Zusammenarbeit aller Menschen erfordern, gegeneinander bringt keinen weiter!
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Balla-Balla
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Re: Spielkultur: Die Geschichte des Ersten Weltkrieges: Das Attentat von Sarajevo und der Beginn des Krieges (Teil 2)

Beitrag von Balla-Balla » 07.12.2018 11:58

Mister L.: Respekt vor deiner Leistung dieses verwirrende Thema in relativ kurzer Zeit so gut und verständlich aufzuarbeiten. Danke.
Schön, dass es sich immer wieder bestätigt, hier auf der richtigen Seite zu sein (haha, habe nicht "stehen" gesagt).
Da meine einer nochmal, Zocken macht blöde.

Ich habe viel gelernt denn im Gegensatz zum WK2 und seiner Vorgeschichte, mit der ich mich intensivst beschäftigte wegen dem Grauen, das meine direkten Vorfahren anrichteten, waren mir die Hintergründe für die Zeit davor nicht mehr wirklich auf dem Schirm. Und wenn, dann offensichtlich falsch. Joh, Attentat in Sarajevo, was die Deutschen zum Anlass nahmen, den Krieg zu beginnen, so ungefähr.

In Zeiten, wo einem die Propaganda der Idioten nur so um die Ohren gehauen wird, sind solche Infos ohne politischen Hintergedanken Gold wert. Verrückte Welt, wo man auf eine Zockerseite gehen muss, um halbwegs neutral informiert zu werden.

Gerne mehr davon.

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Green-Link84
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Re: Spielkultur: Die Geschichte des Ersten Weltkrieges: Das Attentat von Sarajevo und der Beginn des Krieges (Teil 2)

Beitrag von Green-Link84 » 07.12.2018 13:58

Ein großes Lob an Jörg, die beiden Videos sollten nun jedem verdeutlicht haben, wie es zur "Urkatastrophe des 20. Jahrhunderts" kam und vor allem, warum es der kleine, seitenscheiteltragende Österreich Ende der 1920er so leicht hatte den Großteil des Volkes hinter sich zu bringen (Wirtschaftskrise, Rezension + Demütigung durch Versailler Vertrag--> moralische Alleinschuld des Dt. Reiches, wobei ALLE Großmächte und die kleineren auf dem Balkan ihren Teil dazu beigetragen haben).

Hätte man das Dt. Reich nicht gedemütigt, inkl. der Abgabe der Gebiete Posens, der Rheinproviinz, des Elsass und Lothringens, hätte man Hitler quasi seine Argumente von "Heim ins Reich" und Großdeutschlandfanatsien/Lebensraum in Osten entzogen. Das Deutsche Reich, ebenso wie das Heilige Römische Reich Deutscher Nation (ein Großteil des Einzelstaaten, vor allem aber das Königreich Preußen) war immer militärisch geprägt. Durch den Versailler Vertrag demütigte man vor allem Preußen und das preußische Militär. Das eine junge Republik, wie es die Weimarer Republik nunmal war, sich unter dem Druck der alten Militärgarde rund um Reichspräsident von Hindenburg nicht halten kann, war, aus heutiger Sicht, abzusehen.
Den "Dämmungsrahmen" den man um Reichskanzler Hitler spannte, war wirkungslos und spätestens als auch der letzte Gegner Hitlers, nämlich von Hindenburg, seinen Stuhl, gezwungener Maßen räumen musste, war der Weg für den Reichskanzler frei. Und die Ämter des Kanzlers und Präsidenten wurden zusammengefügt, wodurch Hitler zum Regierungschef, als auch Staatsoberhaupt, wurde. Als Führer konnte er nun Schalten und Walten, vorher musste er immer noch den greisen General überzeugen.

Turritom
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Re: Spielkultur: Die Geschichte des Ersten Weltkrieges: Das Attentat von Sarajevo und der Beginn des Krieges (Teil 2)

Beitrag von Turritom » 07.12.2018 15:18

Hallo, normalerweise schreib ich nicht in dem Forum, musste mich doch jetzt mal aufraffen und Jörg und seinem Team für diese Special Videos zu danken. Sehr sehr interessant vorgetragen und wirklich faszinierende Geschichten. Sowieso mag ich wenn Jörg was erzählt. Egal jedenfalls nochmal vielen Dank dafür und ich hoffe das waren nicht die letzten Special Videos. Grüße Tom

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Labrador Nelson
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Re: Spielkultur: Die Geschichte des Ersten Weltkrieges: Das Attentat von Sarajevo und der Beginn des Krieges (Teil 2)

Beitrag von Labrador Nelson » 08.12.2018 17:10

War wieder ganz toll, dir zuzuhören Jörg. Super interessante Geschichtsstunde mit einigen mir nicht bekannten Fakten. Danke dafür!

Gesichtselfmeter
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Re: Spielkultur: Die Geschichte des Ersten Weltkrieges: Das Attentat von Sarajevo und der Beginn des Krieges (Teil 2)

Beitrag von Gesichtselfmeter » 08.12.2018 20:16

gievers hat geschrieben:
07.12.2018 00:17
Vielen Dank für die beiden Videos. Ich beschäftige mich schon seit ein paar Wochen mit der Geschichte der Deutschen etwas intensiver und fand das Special sehr, sehr gut!

Ein Gedanke bewegt mich bei dem schrecklichen Thema der beiden Weltkriege aber immer irgendwie auch. Was wäre gewesen, wenn diese Kriege nicht stattgefunden hätten? Wie man sich vorstellen kann, "tickten" viele Menschen damals einfach noch ganz anders! Militarismus und Kriege wurden von sehr vielen Menschen nicht als etwas so schreckliches angesehen, wie es heute nach diesen beiden Kriegen der Fall ist. Selbst die Millionen Toten des ersten Weltkriegs haben bei manchen ja offensichtlich immer noch nicht ausgereicht um diese Einstellung grundlegend zu ändern.

Was also wenn wir mit diesen Vorstellungen von Macht und dem Imperialismus und Nationalismus friedlich in der 2. Hälfte des 20. Jahrhunderts gelandet wären?? Wäre es nicht zwangsläufig trotzdem irgendwann wieder zu einem großen Knall gekommen und das mit militärischen Mitteln und Möglichkeiten, die die Menschheit mehrfach ausrotten könnten? Die Kuba-Kriese z.B. wäre als 1. Weltkrieg vielleicht zum Ende der Welt gewesen. Alles nur Spekulation und was wäre wenn, ich weiß. Aber wenn man an den beiden Kriegen etwas "Gutes" abgewinnen möchte, dann vielleicht, dass beide so gerade noch zu einer Zeit stattfanden, als die Waffen noch nicht die totale Zerstörung der Welt ermöglichten! Wenn ich gläubig wäre würde ich da drin vielleicht sogar keinen Zufall sehen? Die 100 Millionen Menschen sind also nicht völlig umsonst gestorben, sondern sie haben die Welt in der wir heute leben dürfen vielleicht erst durch ihren Tod so möglich gemacht und daran sollten wir uns immer erinnern!

Ich hoffe inständig, dass wir nicht noch mehr Tote brauchen um uns klar zu machen, was das Wert ist und wozu Nationalismus und Militarismus führt. Deswegen sind Dinge wie der Brexit und Trumps "America first" und "Mehr Geld für Militär"-Politik auch so dermaßen schlimm! Die Menschheit steht vor Problemen die eine Zusammenarbeit aller Menschen erfordern, gegeneinander bringt keinen weiter!
Ich sehe das so: die geopolitische Lage hat schon über mehrere Jahrhunderte einen Weltkrieg angekündigt. Wenn man so will ging der Spass nach dem Zusammenbruch Roms los. Große zerfallenden Reiche sind wie riesige sinkende Schiffe, die alles in einem Sog mit sich reissen.

Dabei darf man auch nicht vergessen, dass der Wohlstand sich in den letzten 70 Jahren drastisch gesteigert hat. Ein arbeitsloser Fabrikarbeiter um 1914 ohne Fernsehen und Internet zieht halt bereitwilliger in den Krieg als ein Hartz IV Empfänger anno 2018.

Das Ausmaß der Weltkriege wurde natürlich durch den rasanten Fortschritt Mitte des 19 bis Mitte des 20 Jh. so verheerend. Mit der Entwicklung der Atom-Waffen hat diese dann quasi einen Zenit erreicht, der in eine Patt-Situation übergegangen ist. Man kann durchaus die Meinung vertreten, dass Atombomben den 3. Weltkrieg verhindert haben, denn es ist halt ein Unterschied, ob das Resultat Deines Schachspiels 1000km von Dir entfernt passiert oder die Konsequenzen dich jederzeit selbst treffen können. Kuba was zwar ein Schockmoment, der aber dennoch bewiesen hat, dass bei beiden Parteien ein vernünftiger Selbsterhaltungstrieb vorhanden war.

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ApinoX
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Re: Spielkultur: Die Geschichte des Ersten Weltkrieges: Das Attentat von Sarajevo und der Beginn des Krieges (Teil 2)

Beitrag von ApinoX » 10.12.2018 07:25

Du erzählst sehr viel Müll, anders kann ich es beim besten Willen nicht formulieren. Großserbien ? Der Begriff existiert doch nur in der Phantasie mancher und dient lediglich als Rechtfertigung. Hast du dir die Karte auch angeschaut ? Serbien ist klein, unbedeutend und war schon immer umzingelt von Großmächten, ein Dorn im Auge vieler Großmächte.

Du bezeichnest auch eine Organisation die sich für die Unabhängigkeit Bosniens eingesetzt hat als Terroristen und Inflitratoren. Wir reden hier immer noch über Serbien und nicht über die CIA. Ist dir überhaupt bewusst, wie lächerlich das alles klingt ? Ich bezeichne solche Menschen als Freiheitskämpfer. Du kannst nicht einfach ein Land annektieren und dich als guter Samariter aufführen, vor allem nicht dann, wenn das besagte Land nicht annektiert werden will. Serbien soll angeblich auch noch Bulgarien angegriffen haben ? In welchenr Geschichtsbüchern wird das bitte gelehrt ? Bulgarien hat Serbien hinterhältig angegriffen, nachdem sich die serbische Armee zurückziehen müsste. Nicht einen einzigen Krieg hat Serbien jemals begonnen ! Für Serbien war es es übrigens unmöglich dieses Ultimatum anzunehmen, weil das einer Kapitulation gleichzusetzen wäre. In Serbien würde man dich für diese lächerliche Doku übrigens auslachen.

Die einfache Wahrheiten ist, dass der 1. Weltkrieg ein gewollter Krieg war und zwar von so ziemlich allen. Der Attentat war lediglich ein Vorwand Serbien anzugreifen und mehr nicht. Profitiert hat Serbien auch nicht davon, kaum nennenswertes Territorium dazu gewonnen und prozentual die meisten Opfer zu beklagen, über eine Million. Die waren in der Unterzahl und technologisch unterlegen. Großserbien, das ich nicht lache ....

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4P|T@xtchef
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Re: Spielkultur: Die Geschichte des Ersten Weltkrieges: Das Attentat von Sarajevo und der Beginn des Krieges (Teil 2)

Beitrag von 4P|T@xtchef » 10.12.2018 13:24

Ich orientiere mich in dem Video an den Erkenntnissen des australischen Historikers Christopher Clark. Seine Quellen sind alle einsehbar und dokumentiert. Aber selbst wenn man ihm nicht folgen mag, sind Vorstellungen eines Großserbien oder eine Terrororganisation wie die Schwarze Hand dokumentiert. Man muss dafür auch keine Fachliteratur studieren:

https://de.wikipedia.org/wiki/Gro%C3%9Fserbien
https://de.wikipedia.org/wiki/Schwarze_Hand
Jörg Luibl
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