Danke für Drache und Schwert!

Viel Spaß beim Diskutieren unserer Kolumnen und Kommentare!

Moderatoren: Moderatoren, Redakteure

Benutzeravatar
saxxon.de
Beiträge: 3705
Registriert: 29.03.2004 18:43
Persönliche Nachricht:

Re: Danke für Drache und Schwert!

Beitrag von saxxon.de » 03.04.2017 17:00

Ich finde, wenn man schon über Fantasyautoren spricht, dann sollte auch der Name Sir Terry Pratchett fallen. Der hat zwar nicht die ernste Herangehensweise der bisher genannten Autoren vertreten, trotzdem strotzt der Scheibenweltzyklus nur so vor, in der Regel auf die reale Welt anspielenden, scharf beobachteten, zitierwürdigen Passagen. Gleichzeitig ist ihm immer das Kunststück gelungen, die typischen Fantasyklischees auf die Schippe zu nehmen, ad absurdum zu führen und dann auch noch eine runde, spannende Geschichte zu erzählen die mit interessanten, glaubwürdigen Figuren bevölkert ist in einer Welt die in sich keineswegs lächerlich ist sondern glaubhaft und nachvollziehbar funktioniert.

Der Mann ist nicht umsonst für seine Verdienste an der Literatur zum Ritter geschlagen worden - womit sich wieder der Kreis zu den klassischen Rittern schließt :wink:

Wer sich bisher noch nicht damit beschäftigt hat, dem empfehle ich zum Einstieg "Wachen! Wachen!" und "Hohle Köpfe".

Zu Fantasy im Allgemeinen hat er das hier zu sagen:

“Fantasy is an exercise bicycle for the mind. It might not take you anywhere, but it tones up the muscles that can. Of course, I could be wrong.”
― Terry Pratchett
Zuletzt geändert von saxxon.de am 03.04.2017 17:14, insgesamt 2-mal geändert.
"The saloon doors stopped swinging /
The piano player stopped playing /
In the shadows / I could hear Archaic Spanish phrases /
The preacher stood up from his table; in his right hand he held a bible /
And in his left, the business end of a Winchester rifle"
Clutch - A Quick Death in Texas


Benutzeravatar
Raskir
Beiträge: 9027
Registriert: 06.12.2011 12:09
Persönliche Nachricht:

Re: Danke für Drache und Schwert!

Beitrag von Raskir » 03.04.2017 17:07

Alter Sack, dem schließe ich mich in beiden Punkten an. Bei so viel Fantasy Literatur gibt es nunmal viel Schund und es scheidet die Geister. Jeder von uns wird wohl mehr Schund als Hits gelesen haben. Da gab es schon einige richtig miese. Und ich bin sehr gespant auf diesen Talk. Als gutes Beispiel für Romane aus denen man keine Spiele machen sollte ist die "Wächter" Reihe (Wächter der nacht, tages etc). Mag die ersten Bände egtl recht gern, aber ein Spiel dazu stelle ich mir furchtbar vor :)
Hier geht es zu den 4P Community GOTY Awards
4P Community Choice Awards 2018


Eine Welt ohne mich? In so einer Welt möchte ich nicht leben! - Gene Belcher


I have approximate knowledge of many things

Benutzeravatar
Skabus
Beiträge: 1850
Registriert: 22.08.2010 02:30
Persönliche Nachricht:

Re: Danke für Drache und Schwert!

Beitrag von Skabus » 03.04.2017 18:40

Ich muss sagen, ich hab mich früher als Kind und Jugendlicher immer für recht leseaffin gehalten.

Aber wenn man so manche Literaturexperten hört, dann muss ich sagen, dass ich dann doch nicht ganz überanspruchsvoll bin. Ich fand "Das Lied von Eis und Feuer" extrem geil, ich fand als Kind/Jugendlicher Harry Potter super(und heute eigentlich immernoch) und den Hexer erst recht verdammt gut(außer den beschissenen Schwalbenturm...das Buch hasse ich, hab 3 Mal ansetzen müssen um mich da durchzuquälen).

Ich hab auch nichts gegen das ein oder andere Klischees, solange die Story unterhaltsam ist und die Charaktere sympatisch rübergebracht werden. Von den sonst genannten Fantasy-Autoren hab ich bisher nix gelesen. Asche auf mein Haupt :Blauesauge:

MfG Ska
"Remember the golden era of computer gaming, where creativitiy was king!" - Brian Fargo

"Wer ein Spiel für alle macht, macht ein Spiel für niemanden!" - Soren Johnson

Ein offener Geist, der meine Meinung nicht teilt, ist mir lieber, als die engstirnige Ansicht eines Konformisten, der mir zustimmt!

"Sehr angenehmer Typ." - Danke an Redshirt :D

Benutzeravatar
Alter Sack
Beiträge: 5191
Registriert: 20.03.2013 13:25
Persönliche Nachricht:

Re: Danke für Drache und Schwert!

Beitrag von Alter Sack » 04.04.2017 09:03

Raskir hat geschrieben:
03.04.2017 17:07
Alter Sack, dem schließe ich mich in beiden Punkten an. Bei so viel Fantasy Literatur gibt es nunmal viel Schund und es scheidet die Geister. Jeder von uns wird wohl mehr Schund als Hits gelesen haben. Da gab es schon einige richtig miese. Und ich bin sehr gespant auf diesen Talk. Als gutes Beispiel für Romane aus denen man keine Spiele machen sollte ist die "Wächter" Reihe (Wächter der nacht, tages etc). Mag die ersten Bände egtl recht gern, aber ein Spiel dazu stelle ich mir furchtbar vor :)
Ich denke das ist immer schwierig. Wenn man viel Story hat leidet oft das Gameplay oder umgekehrt. Ich kann z.B. nicht viel mit den Telltale-Spielen anfangen da mir das definitiv zu wenig Gameplay ist. Ich muss nach Feierabend und Haushalt meine Finger bewegen sonst fehlt mir was :wink: Schwierig. Es gibt nur eine Handvoll Studios die diesen schmalen Grad wirklich beherrschen.
Skabus hat geschrieben:
03.04.2017 18:40
Ich muss sagen, ich hab mich früher als Kind und Jugendlicher immer für recht leseaffin gehalten.

Aber wenn man so manche Literaturexperten hört, dann muss ich sagen, dass ich dann doch nicht ganz überanspruchsvoll bin. Ich fand "Das Lied von Eis und Feuer" extrem geil, ich fand als Kind/Jugendlicher Harry Potter super(und heute eigentlich immernoch) und den Hexer erst recht verdammt gut(außer den beschissenen Schwalbenturm...das Buch hasse ich, hab 3 Mal ansetzen müssen um mich da durchzuquälen).

Ich hab auch nichts gegen das ein oder andere Klischees, solange die Story unterhaltsam ist und die Charaktere sympatisch rübergebracht werden. Von den sonst genannten Fantasy-Autoren hab ich bisher nix gelesen. Asche auf mein Haupt :Blauesauge:

MfG Ska
Anspruchsvoll ist doch immer relativ. Ich mag auch gute Trivialliteratur wie die Dunkelelf-Saga von R. A. Salvatore (Gut, nach dem drölfzigsten Band ist das auch irgendwann ausgelutscht). Lesen muss in erster Linie Spass machen. Der "Anspruch" (wenn man es so nennen will) steigt doch meist je mehr man sich mit einem bestimmten Bereich beschäftigt. Lesen ist wie ein Handwerk. Je mehr man sich mit einer bestimmten Materie beschäftigt um so tiefer taucht man in den Bereich ein. Das hat weniger mit Anspruch zu tun sondern eher was mit Neugierde und Vertiefen.

Benutzeravatar
4P|T@xtchef
Beiträge: 8709
Registriert: 08.08.2002 15:17
Persönliche Nachricht:

Re: Danke für Drache und Schwert!

Beitrag von 4P|T@xtchef » 04.04.2017 09:58

Bruenor, Drizzt und Wulfgar werden immer einen Platz in meinen besten Fantasyerinnerungen haben. Hab das damals komplett verschlungen, als ich noch dachte, AD&D wäre ein gutes Rollenspielsystem.;)

Wer beim Thema Fantasy immer etwas vergessen wird, weil er nicht so klassische Themen beackert: Stephen King. Seine Turmsaga gehört zum Besten, was ich bisher an alternativer Fantasy gelesen habe. Da kommt nur Meister Murakami mit dem wunderbaren 1Q84 ran, der sich allerdings manchmal zu sehr mit seiner sprachlichen Kraft verzettelt. Manchmal erzählt man auf einfache Art vielleicht die besseren Geschichten.
Jörg Luibl
4P|Chefredakteur

Benutzeravatar
Kant ist tot!
Beiträge: 1117
Registriert: 06.12.2011 10:14
Persönliche Nachricht:

Re: Danke für Drache und Schwert!

Beitrag von Kant ist tot! » 04.04.2017 10:43

Für mich ist es gar nicht schlecht, wenn mit Teil 3 Schluss ist mit Dark Souls. Was das Gameplay anbelangt, ist es in dem Bereich für mich der Gradmesser, da kommt kein anderes Kampfsystem wirklich ran. Von der Story her kann ich große Teile der Faszination nicht nachvollziehen. Bzw. erlebe ich diese immer nur in den ersten Teilen, Demons Souls, Dark Souls, Bloodborne. Ich weiß, dass mich viele Lore-Fetischisten an der Stelle wahrscheinlich belächeln werden, aber für mich wirkt dieses übertrieben selbstreferientelle gerade in DS 3 eher abtörnend. Die ganze Geschichte mit dem Feuer an und aus, echt mal, was soll das diesen ganzen Käse gleich 3 mal durchzukauen und dann jedes mal wieder abzufeiern? Bitte klärt mich gerne auf, ich check's wirklich nicht. Sitze gerade an meinem zweiten Bloodborne Durchlauf, und kann hier deutlich mehr Interesse für die Story aufbringen.

Und noch zwei unpopuläre Meinungen/Wahrnehmungen zu den allgemeinen Themen der Runde. Mit dem objektiv gesehen vlt. minderwertigen Dark Souls 2, dass in meinem Kopf so eine Art Trash Ableger der Reihe ist, hatte ich deutlich mehr Spaß als mit Teil 3. Irgendwer hatte hier schon geschrieben, dass sich da einfach mehr anders und frischer anfühlt, das ging mir genauso.

Zu Tad Williams und damit Off Topic: Ich lese hier ja viel mit, daher bin ich irgendwann auf die Empfehlung zu Otherland gestoßen und dieser mal nachgegangen. Ich würde es eher nicht wieder machen. Im Prinzip finde ich es nicht schlecht, aber er ist mir einfach viel zu verschwenderisch in seiner Darstellung von immer wieder neuen Welten. Ständig stagniert die Handlung, wenn der Autor beschäftigt ist, seine Charaktere durch das nächste Szenario zu peitschen, das man vlt. auch einfach hätte weglassen können. Der Spannungsbogen verläuft von Band zu Band ähnlich: Interessante Prämisse, irgendwann in der Mitte Langeweile und im letzten Drittel wieder Spannungsanstieg.

Ein Wort noch zu den Charakteren: Im Prinzip ganz gut gezeichnet, aber manche gehen mir so dermaßen auf die Eier, dass der Lesespaß doch deutlich getrübt wird. Renie ist so ziemlich der nervigste und anstrengendste Protagonist, den ich mir vorstellen kann. Immer wenn die Handlung bei ihr vorangetrieben wird, muss ich mich zwingen weiter zu lesen. Direkt dahinter in Sachen Unbeliebtheit kommt der kleine Buschmann aka "ich erzähle euch eine Gutenachtgeschichte von Großvater Mantis und tanze mich durch die Simulation". Cliche much? Das muss dem Autor eigentlich selbst aufgegangen sein, sonst hätte er sich nicht im Vor oder Nachwort (eines von beiden war es) noch selbst dazu ausgelassen, bzw. halb dafür entschuldigt, was wiederum auch nicht nötig gewesen wäre.
Show
Dass mein Lieblingscharakter am Ende von Teil 3 stirbt, hat es auch nicht besser gemacht, aber der kommt bestimmt zum Finale in irgendeiner Form wieder ^^
Die Mehrzahl der Charaktere finde ich aber gelungen bis sehr gut, insbesondere Paul Jonas oder auch Orlando. Nur damit das jetzt nicht zu negativ rüberkommt ;). Ich finde die Reihe gut, aber sie hätte in meinen Augen großartig sein können, wenn der Autor den Umfang von 4 auf meinetwegen 2 Bände reduziert hätte. Die Hälfte von dem was ich lese kommt mir wie Filler vor. Vlt. hat Herr Williams sich hier etwas zu sehr in seiner eigenen Fantasie verloren. Und bevor jetzt jemand diese Problematik allein auf meine eigenen Lesevorlieben reduziert: Ich habe kein grundsätzliches Problem mit Weitschweifigkeit von wie auch immer gearteten Beschreibungen, das hat mich zb. bei Stephen King auch nie gestört. Ich habe nur hier das Gefühl, das im Zuge dessen inhaltlich ewig lang überhaupt nichts Relevantes passiert.

Falls sich jemand dazu bemüßigt sieht, auf meine eigenen weitschweifigen Erläuterungen einzugehen: Bitte beachten, dass ich bei Otherland das letzte Drittel des letzten Bandes noch vor mir habe und diesbezüglich nicht gespoilert werden will.
Zuletzt geändert von Kant ist tot! am 04.04.2017 11:43, insgesamt 1-mal geändert.

Alandarkworld
Beiträge: 689
Registriert: 12.11.2007 19:10
Persönliche Nachricht:

Re: Danke für Drache und Schwert!

Beitrag von Alandarkworld » 04.04.2017 11:22

4P|T@xtchef hat geschrieben:
04.04.2017 09:58
... als ich noch dachte, AD&D wäre ein gutes Rollenspielsystem.;)
Als jemand, der sich intensiv mit DSA, DnD und Konsorten befasst, muss ich an der Stelle schon einmal nachfragen: wieso soll AD&D kein gutes System sein? Bzw. welches System ist deiner Ansicht nach besser? DSA 4 zum Beispiel ist eine totale Katastrophe, das Balancing ist furchtbar, es ist viel zu viel fluff drin, es ist total ausufernd und erreicht im Endeffekt gar nix, außer einem Haufen Löcher im Regelwerk, die geradezu danach schreien, missbraucht zu werden. Zumindest in der Hinsicht ist D&D etwas besser, wenn auch eingeschränkter, dadurch aber auch fokussierter.

Tapasa
Beiträge: 14
Registriert: 04.09.2014 22:38
Persönliche Nachricht:

Re: Danke für Drache und Schwert!

Beitrag von Tapasa » 04.04.2017 12:30

Was ich treffend finde, dass vor allem die Atmosphäre und die Art des Erzählens es ist, die den Unterschied ausmachen. From Spiele wurden vielfach nur auf den Schwierigkeitsgrad oder das Gameplay beschränkt. Doch diese Stimmung ist es für mich halt auch, das einen da so richtig endlos reinzieht in seinen Bann. Wie so ähnlich damals Stalker oder später Dayz mit deren verfallenen Welten.

Was mich vlt. ein bisschen stört ist der typisch japanische Fantasy Overkill der Story, und die verschwurbelte Tiefe, die manchmal, finde ich halt, zu weit geht. Weil mir irgendwann die Lust fehlt, da und dort noch weiterzulesen und Schlüsse zu ziehen, weil in der jap. Fantasy immer wieder ein Gang nachgeschaltet werden darf.

Das Verhältnis von Dark Souls und Zelda (Ocarina) fühlt sich für mich an wie Dark Knight und frühere Batmans (nicht die Qualität der Filme betreffend). Das erwachsene Zelda also. Man fühlt diese jap. Tradition in den Spielen, immer auf dessen Fundament weiter zu wachsen.

Benutzeravatar
4P|T@xtchef
Beiträge: 8709
Registriert: 08.08.2002 15:17
Persönliche Nachricht:

Re: Danke für Drache und Schwert!

Beitrag von 4P|T@xtchef » 04.04.2017 14:25

Alandarkworld hat geschrieben:
04.04.2017 11:22
wieso soll AD&D kein gutes System sein? Bzw. welches System ist deiner Ansicht nach besser?
Nur ganz kurz, weil das zu weit führen würde und ich Elminsters Almanach immer noch schätze: Für uns war es nach zig Kampagnen in den Vergessenen Welten einfach nicht mehr befriedigend. Vor allem das Kampfsystem leidet - wie übrigens viele Videospiele - unter der banalen Level- und Hitpointseuche. Da werden Lebenspunkte runtergezählt...

Besser macht das u.a. Hârnmaster mit seinen authentischen Trefferzonen, den Blutungen und Schockeffekten. Da kann auch ein armer Bauer mit seiner verrosteten Sense den stolzen Ritter auf einen Schlag töten - wenn er ihn denn am Kopf trifft. Diese Gnadenlosigkeit sorgte in unserer Gruppe dafür, dass man vor einem Kampf nicht einfach über den "Level" des Gegners oder "XP" nachdachte, sondern ob man ihn überhaupt riskieren sollte.
Jörg Luibl
4P|Chefredakteur

Benutzeravatar
Alter Sack
Beiträge: 5191
Registriert: 20.03.2013 13:25
Persönliche Nachricht:

Re: Danke für Drache und Schwert!

Beitrag von Alter Sack » 04.04.2017 14:33

4P|T@xtchef hat geschrieben:
04.04.2017 09:58
Bruenor, Drizzt und Wulfgar werden immer einen Platz in meinen besten Fantasyerinnerungen haben. Hab das damals komplett verschlungen, als ich noch dachte, AD&D wäre ein gutes Rollenspielsystem.;)

Wer beim Thema Fantasy immer etwas vergessen wird, weil er nicht so klassische Themen beackert: Stephen King. Seine Turmsaga gehört zum Besten, was ich bisher an alternativer Fantasy gelesen habe. Da kommt nur Meister Murakami mit dem wunderbaren 1Q84 ran, der sich allerdings manchmal zu sehr mit seiner sprachlichen Kraft verzettelt. Manchmal erzählt man auf einfache Art vielleicht die besseren Geschichten.
Ohja, die ersten sechs Bände der Saga habe ich verschlungen. Irgendwann in den vergessenen Welten habe ich dann aufgehört. Da wurde es dann doch etwas zu wiederholend. Aber das eignet sich nach meiner Meinung doch total gut für eine Spielumsetzung. Wurde zwar schonmal ansatzweise versucht aber nie so richtig.
Bei Stephen King haste recht. Den hat man auch nie wirklich auf dem Deckel. Murakami kenn ich nicht ... Asche auf mein Haupt.

@ Kant ist tot!: Tad Williams kann sehr ausschweifend werden. Das muss man schon mögen. Er hat schon eine extrem bildreiche Sprache und seine Tempi wechseln ab und an extrem. In der Osten Ard Saga (für mich sein bestes Werk) sind die ersten 100-150 Seiten die härtesten in der ganzen Fantasywelt laut eines Kritikers. Das kann ich nicht ganz verneinen (obwohl sie mir gefallen). Dieser Einstieg ist wohl noch langsamer und gemütlicher ist als der Einstieg beim Herr der Ringe. :D Aber wenn man da etwas Geduld mitbringt wirds nachher umso besser. Ich persönlich mag sowas daher habe ich damit keine Probleme.

So jetzt ist von meiner Seite aber Schluss mit Offtopic :wink:

Alandarkworld
Beiträge: 689
Registriert: 12.11.2007 19:10
Persönliche Nachricht:

Re: Danke für Drache und Schwert!

Beitrag von Alandarkworld » 04.04.2017 14:41

4P|T@xtchef hat geschrieben:
04.04.2017 14:25
Alandarkworld hat geschrieben:
04.04.2017 11:22
wieso soll AD&D kein gutes System sein? Bzw. welches System ist deiner Ansicht nach besser?
Nur ganz kurz, weil das zu weit führen würde und ich Elminsters Almanach immer noch schätze: Für uns war es nach zig Kampagnen in den Vergessenen Welten einfach nicht mehr befriedigend. Vor allem das Kampfsystem leidet - wie übrigens viele Videospiele - unter der banalen Level- und Hitpointseuche. Da werden Lebenspunkte runtergezählt...
Gut, ja das kann ich nachvollziehen. So wie die meisten Systeme eben irgendwann ausgereizt sind. Ein guter Spielleiter kann hier aber dennoch vieles abfedern und die Abnutzungs-Erscheinungen zumindest schmälern.
4P|T@xtchef hat geschrieben:
04.04.2017 14:25
Besser macht das u.a. Harnmaster mit seinen authentischen Trefferzonen, den Blutungen und Schockeffekten. Da kann auch ein armer Bauer mit seiner verrosteten Sense den stolzen Ritter auf einen Schlag töten - wenn er ihn denn am Kopf trifft. Diese Gnadenlosigkeit sorgte in unserer Gruppe dafür, dass man vor einem Kampf nicht einfach über den "Level" des Gegners oder "XP" nachdachte, sondern ob man ihn überhaupt riskieren sollte.
Wenn deine Runde diesen Spielstil bevorzugt, ist das sicher toll. Meiner Erfahrung nach werden Trefferzonen- und Wund-Systeme schnell viel zu kompliziert und es verkommt zur reinen Buchhaltung (ja, ich meine dich, DSA 4!). Da lobe ich mir dann doch die Einfachheit von DnD-Systemen. Aber jedem das Seine :)

Benutzeravatar
4P|T@xtchef
Beiträge: 8709
Registriert: 08.08.2002 15:17
Persönliche Nachricht:

Re: Danke für Drache und Schwert!

Beitrag von 4P|T@xtchef » 04.04.2017 14:53

'türlich jedem das seine System!;) Aber eins noch: "20 - 18 = 2" ist für mich so etwas wie Buchhaltung im Rollenspiel. Man redet auch unweigerlich mathematisch weiter. Wohingegen "Schwerer stumpfer Treffer am Kopf lässt dich sofort zusammenbrechen. Du bist bewusstlos." eher Drama ist.

@Alter Sack: Tad Williams macht das, was Tolkien immer empfohlen hat: Erzähle so, als würdest du dabei gemütlich Pfeife rauchen. Ist zu Beginn zäh, aber da entsteht eine wunderbar epische Atmosphäre.
Jörg Luibl
4P|Chefredakteur

Alandarkworld
Beiträge: 689
Registriert: 12.11.2007 19:10
Persönliche Nachricht:

Re: Danke für Drache und Schwert!

Beitrag von Alandarkworld » 04.04.2017 15:03

4P|T@xtchef hat geschrieben:
04.04.2017 14:53
'türlich jedem das seine System!;) Aber eins noch: "20 - 18 = 2" ist für mich so etwas wie Buchhaltung im Rollenspiel. Man redet auch unweigerlich mathematisch weiter. Wohingegen "Schwerer stumpfer Treffer am Kopf lässt dich sofort zusammenbrechen. Du bist bewusstlos." eher Drama ist.
Bei letzterem Beispiel kenne ich Spieler die postwendend fragen würden: "Ja wie schwer war der Treffer jetzt wirklich?" oder "Aber ich hatte doch einen Helm auf!" oder "Darf ich dem Feind im Zusammenbrechen noch einen Passierschlag verpassen?". Meiner Erfahrung nach helfen hier nur harte Zahlen, das Drama entsteht bei uns in den Köpfen sowieso (auch hier gilt: ein guter Spielleiter ist Gold wert!). Drama ist bei uns nachgelagert, zuerst wird gewürfelt und gerechnet. Meiner Erfahrung nach funktioniert's nur so.

listrahtes
Beiträge: 294
Registriert: 03.03.2005 01:07
Persönliche Nachricht:

Re: Danke für Drache und Schwert!

Beitrag von listrahtes » 04.04.2017 15:10

Literarisch ist das doch seit Band 4 (auf englisch) der reinste Müll was von Martin kommt. Nur noch Füller, verworrene Satzbaukonstruktionen, kein Blick für Dramatik und ohne Plan in der eigenen Welt unterwegs.

Sein "jeder kann sterben" ,die Welt in Grautönen, wurde mehr und mehr durch platte SJW Plotlinien mit einer klassischen Hollywoodheldin ersetzt die unsterblich durch die Serie reitet und in klassisch religiöser Überhöhung als Messias präsentiert wird.
Die Helden werfen sich reihenweise zu ihren Füßen, da sie halt die Rettung ist. Ist schon wie ein Tumor. Jeder interessante Charakter der mit ihr in Berührung kommt wird ein langweiliger Speichellecker ohne Profil und seine Rolle auf Anbetung der einen reduziert mit ein paar "witzigen" Einspielungen. Selbst Tyrion. Das muss man erstmal hinbekommen.

Man weiß seit langem in welche Richtung GoT entwickelt wird. Keine großen Überraschungen und Einführungen interessanter Personen mehr. Übriggeblieben ist eine Serie mit fantastischem Budget auf daily soap Niveau die sich aus dem Mut der freien Darstellung menschlicher Motivationen in das retardierte Denkkorsett der SJW Dogmen begeben hat.

Benutzeravatar
4P|T@xtchef
Beiträge: 8709
Registriert: 08.08.2002 15:17
Persönliche Nachricht:

Re: Danke für Drache und Schwert!

Beitrag von 4P|T@xtchef » 04.04.2017 15:12

@Alan: Im Zusammenbrechen noch einen Passierschlag? So weit darf man seine Gruppe gar nicht erst fantasieren lassen!;)
Jörg Luibl
4P|Chefredakteur

Antworten