Von Strandschönheiten und Puppenspielern

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Sharkie
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Re: Von Strandschönheiten und Puppenspielern

Beitrag von Sharkie » 02.04.2016 16:54

@Lord:

Da ist natürlich viel dran, was diesen internen Widerspruch zumindest ein Stück weit auflöst. Ein Mangel an Medienkompetenz und Reflexion ist noch nicht notwendig einer an Selbstbestimmung. Das Paradoxon kommt ja auch nicht zuletzt dadurch zustande, dass bei GNTM, DSDS, Dschungelcamp und wie sie alle heißen Selbstbestimmung selbstbestimmt aufgegeben wird. Man begibt sich freiwillig in ein Bootcamp der Eitelkeiten und kommt sich total selbstverwirklicht dabei vor, wenn Heidi und Dieter einen unter Ausnutzung der eigenen naiver Träume publikumswirksam schikanieren. Freie Entscheidung ja, aber zu etwas was einem nüchtern betrachtet vermutlich eher zu schaden vermag (bzw. auf gesellschaftlicher Ebene bestimmte fragwürdige Strukturen stärkt oder zumindest bedient), allen kurzfristigen Reizen und (natürlich inszenierten) Erfolgs- und Befriedigungserlebnissen zum Trotz. Bisschen wie Rauchen. :wink:

Zumal es mir sicher nicht darum ging, Kritik an "pervertierten Menschenzoos" (ja!) zu entkräften, sondern darum, auf ggf. zu klärende Inkonsistenzen dieser Kritik hinzuweisen, in der Hoffnung, die Kritik gerade dadurch zu verbessern.

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Lord Hesketh-Fortescue
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Re: Von Strandschönheiten und Puppenspielern

Beitrag von Lord Hesketh-Fortescue » 02.04.2016 17:07

Sharkie hat geschrieben:Zumal es mir sicher nicht darum ging, Kritik an "pervertierten Menschenzoos" (ja!) zu entkräften, sondern darum, auf ggf. zu klärende Inkonsistenzen dieser Kritik hinzuweisen, in der Hoffnung, die Kritik gerade dadurch zu verbessern.
Hatte ich auch so verstanden. Wollte dann auch nur beschreiben, wie ich diese zweifelfrei vorhandenen Inkonsistenzen für mich persönlich auflöse (sicher überhaupt nicht sauber, sondern eher pragmatisch und voll von heftigen Aversionen gegen die Macher, nicht die Kandidaten).

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billy coen 80
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Re: Von Strandschönheiten und Puppenspielern

Beitrag von billy coen 80 » 02.04.2016 20:36

Lord Hesketh-Fortescue hat geschrieben:
Tamor hat geschrieben:Genausogut kann man auch am Männerbild herumhadern.
Sollte man auch dringend tun. Hätte nichts gegen eine ähnliche Analyse, wie Sarkeesian sie beim Frauenbild betreibt, bei männlichen Videospielcharakteren. Allerdings möglichst ohne jede weinerliche „Wir-aber-auch“-Aufrechnungs-Attitüde, wenn’s geht. (Weswegen viele Sarkeesian-Repliken leider auch ganz jämmerlich scheitern. Grundsätzlich ist eine Medienkritik aus männlicher Perspektive aber wünschenswert!).
Männer werden stets als starke, durchsetzungsfähige Typen dargestellt. Dazu sind die auch noch moralisch perfekt und verdienen gutes Geld. Wie albern ist das denn bitte? mehr Sexismus gegen Männer gibt es gar nicht.
Du merkst bei deinen Beispielen, dass es Männerklischees genauso gibt wie Frauenklischees (und wenn wir die historische Machtperspektive mal ausklammern, sind sie auch ohne weiteres als sexistisch zu bezeichnen). NUR: Sie sind eben aktiv, dominant, führend, mach(k)erhaft, stark, selbstbestimmt etc. konnotiert, und das ist eben der ganz entscheidende Unterschied zu vielen weiblichen Stereotypen. Natürlich sind auch solche Klischees für uns Männer oft unangenehm und setzen uns nicht selten sogar unter Druck, aber eben auf einem völlig anderen Level als dies bei den typisch weiblichen Stereotypen der Fall ist. Weil „wir“ letztlich auch medial ganz oft das Heft in der Hand behalten und oben schwimmen.

Worauf vielfach schon hingewiesen wurde: Grundsätzlich verhalten sich die Stereotypen beider Geschlechter in den Medien wie Yin und Yang und beziehen sich in ihrer Gegensätzlichkeit aufeinander. Weswegen eine Veränderung des weiblichen Rollenbildes auch dem männlichen zugutekommt. Wo kein passives Opfer, da kein aktiver Retter nötig, wo kein Deko-Objekt, da kein „Gaffer“ nötig etc.pp. Gilt andersrum genauso, also von männlichen Klischees ausgehend. Daher bringt Kritik auch immer etwas, wenn sie sich zunächst nur einer Seite zuwendet.

@Mods: Bitte hier einmal saubermachen! ( Ron1x79)
Die sollte es nicht nur geben, diese Form von Medienkritik gibt es zuhauf; sie bekommt eben nur keine große mediale Bühne bereitet.

In deinem Post erkennt man auch eben genau den gesellschaftlichen Zynismus, mit dem sich Männer, die Medienkritik aus Männersicht äußern oder gar reale gesellschaftliche Benachteiligungen und rechtliche Diskriminierungen von Männern anprangern beinahe reflexartig konfrontiert sehen. Es kommt eigentlich, egal was sie schreiben / sagen sofort der Vorwurf, sie würden ja nur "gegenjammern", außerdem macht man sich natürlich lächerlich, man soll sich mal nicht so anstellen (denn Männer müssen ja stark sein, zumindest wenn es darum geht, zu eigenen Benachteiligungen gefälligst die Klappe zu halten). Wenn alle Stricke reißen kommt ein schlichtes "mimimi" oder "male tears" Geschwafel. Oder, wenn es aufgrund etwa eines politischen Amtes nicht ganz so kindisch klingen soll ein Satz wie "man sollte jetzt aber auch nicht krampfhaft nach männlichen Benachteiligungen suchen", um mal die sozialdemokratische Ministerin für alles außer Männer zu zitieren, eine Äußerung, die eher klar macht, dass sie eher krampfhaft die Augen vor allem verschließt, was nach männlicher Benachteiligung aussehen oder das eigene feministische Weltbild in Frage stellen könnte (kognitive Dissonanzen sind halt ne unangenehme Sache).

Auch sieht man den üblichen Reflex in deinem Kommentar, das man versucht, männliche Klischees als ja voll positiv konnotiert und daher gar nicht so schlimm darzustellen. Auch dieses Verhalten unterminiert von vornherein jegliche Möglichkeit, sich einer sachlichen, beide Geschlechterdarstellungen in identisch kritischer Form aufarbeitenden Medienkritik zu nähern. Du siehst es als "aktiv" und "handelnd" an, ich würde sagen, Männer werden in Spielen und Filmen vor allem als eines gezeigt: gewalttätig. Stets wird beklagt, die Frau wär in Filmen und Spielen quasi nur der "Love Interest" der als Belohnung lockt. Die Sache mit der "Belohnung" wird auch anders herum kompliziert. Denn es ist auch gleichzeitig sehr weit verbreitet, dass die Frau sich letztlich auch erst für den Protagonisten interessiert, nachdem der mindestens einmal seine ganze "Männlichkeit" in Form von Todesmut und Kraftdemonstration zur Schau gestellt hat. Da werden ebenfalls Klischees transportiert, die keineswegs besser sind, als die, unter denen Frauen "leiden". Dass die Klischees von Frauen einem so viel schlimmer erscheinen, ist in der Tat, da muss ich mich einmal feministischer Rhetorik bemühen, ein gesellschaftliches Konstrukt.

An diesem eher banalen Beispiel sieht man, wie falsch die Geschlechterdebatte grundsätzlich läuft. Der Feminismus wird gerne immer noch als die Graswurzelbewegung bezeichnet, obwohl er bereits in unserer Gesellschaft poitisch wie institutionell fest verankert ist (vieles abseits jeglicher demokratischer Prozesse, aber das ist ein anderes Thema) und wird in hoher dreistelliger Millionenhöhe (jährlich) - und das ist vorsichtig geschätzt - gefördert. Auf der anderen Seite gibt es eine Männerrechtsbewegung, die tatsächlich eine absolute Graswurzelbewegung ist. Sie erfährt keinerlei staatliche Unterstützung, sondern wird effektiv sogar staatlich bekämpft. So können sich etwa unwissenschaftliche Schwachmaten wie etwa die Herren Rosenbrock, Gesterkamp oder Kempers immer mal wieder ein gutes Zubrot verdienen, indem sie für die den Grünen nahe stehende Heinrich-Böll-Stiftung oder der SPD-nahen Friedrich-Ebert-Stiftung "Expertisen" verfassen, in denen sie Hetze verbreiten, in der sie "Maskulinisten", wie sie sie gerne nenen, pauschal in die rechte Ecke drängen (wenn überhaupt mal Quellen kommen, sind diese stets aus dem sogenannten "gelben Forum", welches auch in der Männerrechtsszene eher das Dasein eines Schwarzen Schafes fristet) oder sie gar (das ist jetzt echt keine Übertreibung) mit dem Massenmörder Breivik in Zusammenhang bringen - dies natürlich ohne jeden Nachweis, denn den zu finden wird selbst den übelsten Hetzern, zu denen benannte Herren zweifelsohne zählen, nicht gelingen.

Und unter diesen gesellschftlichen Rahmenbedingungen wird dann immer wieder die heuchlerische Verwunderung vorgespielt, warum sich denn Männer nicht einfach mal mehr zu Wort melden, wenn sie denn doch so doll benachteiligt sind, um eigentlich mit dieser "Frage" nur anzudeuten, dass das Schweigen der zum schweigen gebrachten Männer doch eigentlich zeigt, dass diese überhaupt keine Probleme haben.

Abschließend noch ein verwunderter Einwurf zu einem Kommentar von Mr. Archer. Warum ist es ein Fehlschluss, der Feminismus würde die Frauen als das bessere Geschlecht darstellen wollen? Mal davon abgesehen, dass hier mal wieder "der Feminismus" genannt wird, wenn man ihn verteidigt, die Existenz "des Feminismus" aber berechenbar gleich sehr energisch negiert wird, wenn man ihn gegen Kritik immunisieren will, finde ich diese Aussage schon sehr merkwürdig, denn es ist wahrlich ein leichtes "Bücher" und "Artikel" feministischer Autorinnen zu finden, die nicht müde werden über "female supremacy" zu fabulieren, schreiben, die Erderwärmung und die Weltwirtschaftskrise hätte es mit mehr Frauen an der Macht nicht gegeben und gleichzeitig inzwischen wahrlich jeden auch nur mit größter Mühe aufzuspürendne Aspekt, den man als Männlichkeit definieren könnte, als defizitär zu "enttarnen". Und da muss man auch gar nicht zu den Extremen wie Alice Schwarzer oder schon zweifelsfrei pathologischen Fällen wie einer Solanas greifen. Auch zahlreiche andere "Autorinnen", sogar mit Professoralem Background, haben sich schon an diesem geistigen Niveau-Limbo beiteiligt. Da schreiben studierte Personen davon, dass das Y-Chromosom ein degeneriertes X-Chromosom ist, dass das Spermium nicht mehr als ein "Trigger" für die Eizelle sei und der Mann sonst nichts in die Fortpflanzung einbrächte (statt sich immer über "Biologismus" zu echauffieren, hätten diese Damen vielleicht mal auch noch ab der achten Klasse aufwärts im Bio-Unterricht aufpassen sollen, statt sich nur noch mit feministischen Texten das Hirn zu sedieren) und kein Schwein sagt ihnen mal, was sie da für einen Quark absondern. Stattdessen werden diese zum Teil durchaus als menschenverachtend ansehbaren Texte veröffentlicht. Derlei Geschreibsel über Frauen veröffentlicht zu kriegen ist in unserer Gesellschaft schlicht nicht vorstellbar; und das ist auch gut so, aber es wäre besser, wenn man das nicht so exklusiv handhaben würde.

Was etwa einem männlichen Professor passiert, wenn er öffentlich einen falsch verstandenen Scherz macht, das erfährt man, wenn man mal den Namen Tim Hunt googelt. Naja, und die Sache von dem Wissenschaftler, der sich nach etremen feministischen Shitstorms inklusive massiver Beleidigungen und Drohungen gegen ihn und seine Familie unter Tränen dafür entschuldigte, dass er an dem Tag, als er sich als Beteiligter an dem Projekt, welches es schaffte, eine Sonde auf einem in gewaltiger Entfernung vorbeirauschenden Himmelskörper zu landen, bei einem Fernsehinterview ein Hemd mit "sexistischen" Darstellungen getragen hatte, kennt wohl jeder.

Dazu passt, denke ich, ganz gut ein Zitat von Doris Lessing (Literaturnobelpreisträgerin - übrigens ohne Quote, obwohl sie sich auch als feminstisch verstand): "Es ist Zeit, dass wir uns fragen, wer eigentlich diese Frauen sind, die ständig die Männer abwerten. Die dümmsten, ungebildetsten und scheußlichsten Frauen können die herzlichsten, freundlichsten und intelligentesten Männer kritisieren und niemand sagt etwas dagegen. Die Männer scheinen so eingeschüchtert zu sein, dass sie sich nicht wehren. Aber sie sollten es tun."

Abshließend: Sorry für Wall of Text!!! :oops:
Zuletzt geändert von billy coen 80 am 02.04.2016 22:00, insgesamt 1-mal geändert.

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Arkatrex
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Re: Von Strandschönheiten und Puppenspielern

Beitrag von Arkatrex » 02.04.2016 21:15

Elderbunnie hat geschrieben:
just_Edu hat geschrieben:Nette Kolumne, schlüssig und plausibel.. ABER, mal ehrlich, für die Zielgruppe dieser Art Games VOLLKOMMEN uninteressant ;o)

Wenn ich z. B. Bock auf hirnlose Unterhaltung habe, dann.. spiele ich eben genau sowas. Es ist simpel, unbekümmert und vor allem total stumpf.. also genau das Richtige nach einem langen Tag im Zoo Andersherum (meine persönliche Bezeichnung für Einzelhandel aus der Sicht des Verkäufers, denn wo sonst kommen die Attraktionen zu den Gästen?)
Da muss ich dir Recht geben. Trotzdem finde ich es gut und richtig, wenn Alice anmahnt dass es doch interessanter wäre, wenn man viel nackte Haut in mehr Kontext verpackt als die bloße Existenz von nackter Haut.

Unterwürfigkeit (egal ob von weiblicher oder auch männlicher Seite) kann man z.B. mit ein bisschen Dialog doch sehr viel sexier (schreibt man das so?) verpacken. Das finde ich sogar bei Pornos interessanter wenn das zu erwartende Szenario mit auch nur einer Minute Vorgeschichte in einen "spannenderen" Kontext gerückt wirkt.
Du meinst eine Vorgeschichte wie: "Warum liegt denn da Stroh?" :mrgreen:
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mr archer
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Re: Von Strandschönheiten und Puppenspielern

Beitrag von mr archer » 02.04.2016 21:56

billy coen 80 hat geschrieben:
Was etwa einem männlichen Professor passiert, wenn er öffentlich einen falsch verstandenen Scherz macht, das erfährt man, wenn man mal den Namen Tim Hunt googelt.
Ohne dass ich den folgenden Shitstorm für angemessen hielt - was war denn an dem Scherz deiner Meinung nach falsch zu verstehen?

Und dein Lessing-Zitat zeigt doch einmal mehr, was hier immer wieder gesagt wird: den Feminismus gibt es nicht.

Wird aber insgesamt schon wieder arg off Topic. Ich finde es ein bisschen merkwürdig, dass wir bei Wortmeldungen zu solchen Fragen über kurz oder lang jedes Mal bei einer Globalabrechnung mit "dem" Feminismus landen.
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Re: Von Strandschönheiten und Puppenspielern

Beitrag von billy coen 80 » 02.04.2016 22:08

mr archer hat geschrieben:
billy coen 80 hat geschrieben:
Was etwa einem männlichen Professor passiert, wenn er öffentlich einen falsch verstandenen Scherz macht, das erfährt man, wenn man mal den Namen Tim Hunt googelt.
Ohne dass ich den folgenden Shitstorm für angemessen hielt - was war denn an dem Scherz deiner Meinung nach falsch zu verstehen?

Und dein Lessing-Zitat zeigt doch einmal mehr, was hier immer wieder gesagt wird: den Feminismus gibt es nicht.

Wird aber insgesamt schon wieder arg off Topic. Ich finde es ein bisschen merkwürdig, dass wir bei Wortmeldungen zu solchen Fragen über kurz oder lang jedes Mal bei einer Globalabrechnung mit "dem" Feminismus landen.
Shitstorm???? Der Mann ist beruflich erledigt; die Uni trennte sich von ihm. Und bei einem Mann, der sich nachweislich immer stark gemacht hat, seine Studentinnen für Naturwisschenschaften zu begeistern, dürfte schon alleine diese Tatsache den Kontext bilden, seinen etwas holprigen Scherz als offensichtliche Ironie zu verstehen.

Ich schrieb ja auch nichts über "den Feminismus". Das Zitat zeigt aber auch, dass selbst Anhänger eine Equity-Feminismus bemängeln, dass die dominant und tragischerweise wirkmächtig gewordenen Strömungen des Feminismus alles ander als ein gesellschaftlicher Segen sind. Ihre Aussage in Gänze macht das sehr deutlich.

Und ich finde es auch in solchen Bagatell-Diskussionen durchaus sinnvoll, immer mal wieder den Bogen zum Großen und Ganzen zu schlagen, um damit, meiner Meinung nach, Fehleinschätzungen dieser eben bagatellhaften Themen klarer zu machen. Hierbei eben die extreme Heuchelei und die Doppestandards der Geschlechterdebatte.

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Re: Von Strandschönheiten und Puppenspielern

Beitrag von Guffi McGuffinstein » 02.04.2016 22:12

Arkatrex hat geschrieben:Du meinst eine Vorgeschichte wie: "Warum liegt denn da Stroh?" :mrgreen:
:lol:
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Re: Von Strandschönheiten und Puppenspielern

Beitrag von 3nfant 7errible » 02.04.2016 22:16

billy coen 80 hat geschrieben:
Und ich finde es auch in solchen Bagatell-Diskussionen durchaus sinnvoll, immer mal wieder den Bogen zum Großen und Ganzen zu schlagen, um damit, meiner Meinung nach, Fehleinschätzungen dieser eben bagatellhaften Themen klarer zu machen. Hierbei eben die extreme Heuchelei und die Doppestandards der Geschlechterdebatte.
Eben...

Wenn die Indoktrination* so gross ist, dass man den Double Standard nicht mal mehr auf einer kurzen Folie mit weniger als 50 Wörtern wahrnimmt

Bild





* Indoktrination (lateinisch doctrina ‚Belehrung‘) ist eine besonders vehemente, keinen Widerspruch und keine Diskussion zulassende Belehrung. Dies geschieht durch gezielte Manipulation von Menschen durch gesteuerte Auswahl von Informationen, um ideologische Absichten durchzusetzen oder Kritik auszuschalten.

Ein wesentliches Merkmal bzw. eine zentrale Methode der Indoktrination ist die Propaganda. Die Form der Informationsdarbietung ist hier einseitig verzerrt, die Gesamtheit der verfügbaren Informationen wird zensiert, die der Ideologie widersprechenden Angaben werden zurückgehalten, deren Äußerung mit diskreten Benachteiligungen oder konkreten Strafen bedroht.
Die Möglichkeiten, ein entsprechendes Informationsmonopol über eine große Menschenmenge zu erreichen, sind auffällig in Diktaturen gegeben. Aber auch eine unkontrollierte Monopol­isierung der Massenmedien und autoritäre, religiös oder politisch motivierte Erziehungs­formen können Indoktrination fördern. Dabei werden die (scheinbar) positiven Seiten des Systems überhöht, während kritische oder missliebige Informationen unterdrückt werden.

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Lord Hesketh-Fortescue
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Re: Von Strandschönheiten und Puppenspielern

Beitrag von Lord Hesketh-Fortescue » 02.04.2016 23:16

@billy:

Da du meinen Beitrag ja offenbar nur als „Sprungbrett“ für ein (abermaliges) globales Manifest über die negativen Auswüchse einiger Feminismusströmungen genutzt hast, die ich im Übrigen an keiner Stelle bestritten habe, die allerdings auch überhaupt nicht mein Thema waren, habe ich gar kein schlechtes Gewissen, nur auf den winzigen Teil einzugehen, der meinen Beitrag betrifft:

Ja, es ist absolut gut möglich, dass mir gute Arbeit von männlichen Kulturkritikern im Segment Videospiele zur Geschlechterthematik entgangen ist. Und es ist ebenfalls absolut möglich, dass das daran liegt, dass diese Arbeit medial, z.B. hier auf 4P, nicht dieselbe Plattform wie eine Sarkeesian bekommen hat. Fraglos.
Wenn jemand also Links anzubieten hat von guter Kulturkritik aus männlicher Warte und an männlichen Videospielcharakteren, bei denen wirklich dezidiert männliche Stereotype in Videospielen mittels Diskursanalyse herausgearbeitet werden (und nur darum ging es mir), dann wäre ich darüber ehrlich sehr dankbar.

edit: Ah, eine zweite Sache betrifft doch noch direkt meinen Post, wie ich sehe: Ich habe nicht sagen wollen, dass männliche Stereotypen notwendigerweise positiver konnotiert sind als weibliche, sondern dass sie in aller Regel aktiver und handlungsbestimmend sind. Und „gewalttätig“ schlägt vollstens in diese Kerbe und ist gerade ein Paradebeispiel dafür, leider ist das in der Tat ein sehr häufig vermitteltes Bild.

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Re: Von Strandschönheiten und Puppenspielern

Beitrag von billy coen 80 » 03.04.2016 01:57

Lord Hesketh-Fortescue hat geschrieben:...
Vorweg sorry, tatsächlich war mein Text nur im ersten Drittel auf dich bezogen. Ich habe im letzten Post ja darzulegen versucht, warum ich da diese, im Verhältnis zum Thema, womöglich absurd wirkende Brücke schlug. Ich wollte dir damit aber mitnichten irgendwas unterstellen. Vielmehr schätze ich dich hier sogar sehr als Forenschreiber.

Videospiele sind in der "Manosphere" (Gott, was für ein blödes Wort) noch nicht so massiv angekommen. Die meisten Medienkritiken, die ich gelesen habe, setzten sich eher mit den männlichen Rollen in Filmen und Büchern auseinander.

Auf die Schnelle habe ich als ein (eher mittelmäßiges) Beispiel eine Kritik zum Film "Stromberg" ausgegraben. Es ist ein Gastkommentar auf dem Blogg von "Lucas Schoppe", ein Gymnasiallehrer, der sein Blogg in erster Linie aus Väterrechtlicher Sicht eröffnet hat, aber auch über die Jahre zu sehr vielen alltäglichen Geschlechter-Themen etwas geschrieben hat (meist in gutem, durchdachtem, wenn auch gerne mal etwas polemischem Stil).

http://man-tau.com/2014/03/23/lasst-das ... nuber-wem/

Schon beim ersten Mal lesen hat mir diese Kritik aber eher nur mäßig zugesagt, weil sie die kritisierten Stereotypen zu kurz umreißt, sie nur unzureichend oder gar nicht konkretisiert. Teils muss man sich schon selber suchen, was der Rezensent da meinte. Hatte ich schon besseres gelesen... :?

Zu Videspielen ist mir das untergekommen.

https://www.youtube.com/watch?v=mrActT_ ... e=youtu.be

Keine Sorge, auch wenn er sich im Einstieg kurz auf Anita bezieht, macht er es nicht wie etwa Thunderfoot, dass er sich nur minutenlang darin ergeht, ihre Argumente zu spiegeln, was tatsächlich auch im Hinblick auf eine Sicht auf männliche Stereotypen wenig Sinn macht. Gegen Ende bezieht er sich auf Warren Farell, um mit dessen Thesen zur männlichen Disponibilität und deren archaischen Wurzeln einen Zugang zu der Frage zu schaffen, warum es in Spielen als so normal hingenommen wird, dass dort regelmäßig nahezu ausschließlich männliche Charaktere der schlimmsten Gewalt ausgesetzt werden, während vergleichbares gegenüber Frauen selbst in qualitativ wie quantitativ deutlich geringerem Maße, vom Publikum nicht akzeptiert werden würde (wie im Übrigen auch in Filmen, was etwa die Empörung über Tarantinos letzten Film zeigte, wo sich viele Leute über den respektlosen und gewaltsamen Umgang mit der weiblichen Hauptfigur aufregten; und mal ehrlich, das in einem Tarantino-Streifen, wo der Mann nun wirklich für seinen nicht gerade zimperlichen Umgang mit seinen Figuren bekannt ist, was aber eben nur OK zu sein scheint, so lange diese Figuren männlich sind...)

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Eisregen121
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Re: Von Strandschönheiten und Puppenspielern

Beitrag von Eisregen121 » 03.04.2016 10:13

SoftIceMan hat geschrieben:......
EDIT: Mein Betrag bezog sich auf einen Artikel über mir der mittlerweile entfernt wurde. In diesem Artikel meinte der Autor das durch ausländer die deutsche Kultur die man schützen müsse verloren geht und andere rechts gerichtete Ansichten.

Wooow, wenn das dein ernst ist dann alle achtung.
Welche unserer Kulturen meinst du denn? Die einflüsse der Römischen/Etruskischen?
Der abendländischen?
Der Tracht? die einfach ein schneider mal erfunden hat für jeden ort weil er Geld witterte? (übrigens die muster bis heute aus dem arabischen kommen) Juhuu die alten Rechten ziehen in deutschland ihre Tracht an und denken jetzt sind SIe super deutsch, und rennen in echt mit Arabischen klamotten rum. Welch Ironie. Auf zum Stammtisch, wo Blödheit immer Nahrung findet.
Die schrift und sprache die auf latein beruht?
Die zahlen die auf arabischen länderen beruhen?
Die Bibel die auf Judentum und babylonischen beruht?
Die Wissenschaft und astronomie in der westen vor 70 jahren einen punkt erreichte wo andere länder schon vor 2000 jahren waren?
Die deutsche schwerter und waffen schmiede die dank de römern groß wurde und entdeckt wurde?
Demokratie aus griechenland.
Den buchdruck? Womit wir halfen wissen leicht für alle zugänglich zu machen. Ach ne mittlerweile weiß man ja das chinesen das schon hunderte jahre vorher erfanden.
Wochentage?, die auf skandinavischen und römischen göttern beruhen?
Unere planeten namensgebungen aus dem römischen.
Unsere tat mit der wir in die geschichte eingingen ist ein genozid, und nicht mal das gas zyklon b hat ein deutscher (christ) erfunden sondern ein Jude.

Ja schon recht, wahren wir unsere eigene kultur, leben in lehm hütten und ziehen mit den clans durch die gegend. Denn alles andere haben wir uns nur abgeschaut. Rufen wir unsere donnergötter an und bei husten gehen wir zum druiden.
Laufen wir wieder mit Leinen Klamotten, kratziger schafswollpullovern und fellen durch die gegend. Weil Baumwolle gibt es bei uns nicht. Also nichts mit Jeans & Co. Essen wir wieder lecker Kohl, auf Bananen usw, müssen wir verzichten. Von den amerikanischen kartoffel einwanderern ganz zu schweigen. Wir wollen wieder deutsches gemüse. Wer braucht schon nudeln aus Italien und China? Wir haben eine Brotsuppe. Leider fehlen uns die gewürze weil die so gut wie nicht deutsch sind. Nicht mal Pfeffer. Von den Schlitzaugen und Ihrem Reis will ich erst gar nichts wissen. Kaffee braucht keine sau, ich hab Pfefferminz tee. Wenn ich was rauchen will, muss ich fliegenpilze suchen um high zu werden, weil tabak gibts leider nicht (zum glück ne). Ja und am stammtisch heißt es dann "Raus mit den ganzen gesindel die braucht keiner" während man sich den schnupftabak aus Südamerika rein zieht. Dazu die gute Wein Schorle aus deutschem Riesling, deren Trauben eigenlich aus Asien kommen, und von Ägyptern, Griechen und Römern verbreitet wurde.
Schokolade? Zucker? Wer braucht das schon, wir haben den einzig wahren Rüben Sirup.

Naja immerhin haben wir einen Weißwurst Äquator, die meisten wurst und biersorten (wobei das bier auch nicht wir erfunden haben). Mensch wenn man darauf nicht stolz sein kann, dann weiß ich auch nicht.

Die Sprache Deutsch ist bis heute keine festgelegte sprache. Es ist eine die immer im wandel ist, und immer mit einflüssen aus dem ausland sich weiter eintwickelt. Fankreich z.B. hat eine institution zum schutz der sprache die genau festgelegt ist. Wir schmeißen jedes jahr neue wörte rein und andere raus.

Verstehe mich nicht falsch, ich halte deutschland für ein großartiges land. Aber solche dämlichen sprüche haben mit deutschland das land der dichter und denker nicht sehr viel zu tun. Deine sprüche klingen wie aus einem Interview von "Er ist wieder da". Zitat: Früher hatten die deutschen schon mal einen durschnitts IQ von 80. Genau das sollte dein ziel sein. Strebe und bete nach den 80. Für mehr wirds nicht reichen.
Zuletzt geändert von Eisregen121 am 03.04.2016 12:57, insgesamt 20-mal geändert.
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mr archer
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Re: Von Strandschönheiten und Puppenspielern

Beitrag von mr archer » 03.04.2016 10:19

Ja, nachts um 2:00 kommen sie aus ihren Löchern, um Threads zu derailen. @Eisregen, Respekt für deine Liebesmüh, das ehrt dich wirklich. Aber bitte den ursprünglichen Schmotz nicht weiter zitieren, so wird er nur weitergetragen.
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Re: Von Strandschönheiten und Puppenspielern

Beitrag von Lord Hesketh-Fortescue » 03.04.2016 15:39

@billy

Dankeschön für die Links. Ja, im zweiten Link, das wäre schon mal ein Ansatz, wie ich mir das in etwa vorstellen könnte. Müsste man ausbauen und vertiefen. In jedem Fall ist es gerade aufgrund der wechselwirkenden Komplementarität der Geschlechterstereotype ein lohnendes Feld, sich auch die männliche Seite einmal vorzuknüpfen. Um auch hier ein Bewusstsein zu schaffen, wie klischeebehaftet, platt und strunzdämlich die Charaktere teils designt sind und agieren.

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PS4Nation
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Re: Von Strandschönheiten und Puppenspielern

Beitrag von PS4Nation » 03.04.2016 19:07

völlig in ordnung wenn das spiel ab 18 ist.. aber mit stil und kein porno. die japaner übertreiben es langsam mit ihrer kinderpornographie. selbst bei final fantasy.. ich mein was soll der scheiß? wissen doch alle das es daneben ist

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Re: Von Strandschönheiten und Puppenspielern

Beitrag von Drenmar » 04.04.2016 06:44

Was sich hier alle den Mund fusselig reden... Fakt ist, das Spiel hat Otakus als Zielgruppe. Japans Unterhaltungsindustrie ist schon seit längerem in der Krise, und Animes, Mangas und Spiele werden zunehmend für Otakus gemacht, weil das die einzigen Leute sind, die noch richtig Kohle für alles ausgeben. Und Otakus lieben eben ihre waifus, mit denen sie wie mit Puppen spielen oder sie einfach nur ansehen und bewundern können, ohne großartig nachzudenken. So einfach ist das. Angebot und Nachfrage.

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