Der Sportspiel-Anachronismus

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4P|BOT2
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Der Sportspiel-Anachronismus

Beitrag von 4P|BOT2 » 13.10.2014 16:48

...Hier geht es zur Kolumne: Der Sportspiel-Anachronismus

SpeculoosJoe
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Re: Der Sportspiel-Anachronismus

Beitrag von SpeculoosJoe » 13.10.2014 17:18

Dann müsste das Spiel aber vernünftig gepachted werden, denn mit den ganzen Macken eines Fifas lebt man nicht länger als ein Jahr!

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Stalkingwolf
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Re: Der Sportspiel-Anachronismus

Beitrag von Stalkingwolf » 13.10.2014 17:21

Ich wäre sofort dabei.
Es zeigt sich an NHL 15 das dies tierisch in die Hose ging.
Lieber alle 2-3 Jahre eine neue Version und zwischendurch für ein paar Euro die neuen Kader.
Aber die Hersteller machen es anderes herum. Sie wissen das die Leute die neuen Kader wollen und schränken diese für die alte Version ein.
D.h man muss ein Vollpreis für ein Kaderupdate hinlegen.

IMO auch ein Grund warum EA beim PC einigen Genres keine neue Version spendiert hat.
Weil dort gab es z.b ei NHL eine große Community und man konnte Jahre lang seine Version spielen und hat alles bekommen. Kader, Gesichter, neue Arenen, Logos, Jerseys usw. Ich habe Jahre später noch NHL 96 oder 99 gespielt.

Ich habe dieses Jahr auch die Handbremse gezogen und kein NHL 15 gekauft. Ich hab am WE wieder NHL 14 auf der 360 eingelegt. Spieler bissel getradet und der Rest interessiert mich nicht.
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djsmirnof
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Re: Der Sportspiel-Anachronismus

Beitrag von djsmirnof » 13.10.2014 17:21

Nicht nur bei Sportpielen ist der Trend zu beobachten.

Man nehme die NFS Serie COD Battelfield und wie sie alle heissen.

Jedes jahr das gleiche.Keiner bewegt sich mal von der stelle.
Ich finde das schon langweillig.Ich bin schon so drauf das ich anfange wieder alte pc spiele zu sammeln und zu spielen.Weil die zwar nicht von der Grafik mithalten können aber von gameplay.Und das ist das was zählt.

majuh
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Re: Der Sportspiel-Anachronismus

Beitrag von majuh » 13.10.2014 17:26

Der Grund ist irrsinnig einfach: Wenn die Spiele nicht jedes Jahr zum Vollpreis verkauft werden, können die Lizenzgebühren nicht refinanziert werden. Ohne ein Umdenken der Rechteinhaber wird sich nie etwas ändern.

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Lebensmittelspekulant
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Re: Der Sportspiel-Anachronismus

Beitrag von Lebensmittelspekulant » 13.10.2014 17:33

Ich glaube nicht, daß kritische Verrisse von Sportspielen irgendetwas bewegen werden. Die meisten Käufer dieser Spiele interessieren sich nicht für Kritiken. Gemessen an ihren Verkaufszahlen sind Sportpiele in den Spielemagazinen sowieso schon äußerst unterrepräsentiert.

Eventuell werden Sportspiele sogar immer begehrter. Gibt ja derzeit sonst nicht viel, was man auf Konsolen noch spielen könnte. Die weiteren Spieleproduktionen werden quantitativ immer weniger und qualitativ immer enttäuschender. Da sind Sportspiele für die Industrie wie auch für den Konsumenten ein Standbein. Nur allein um FIFA oder Madden auf Jahre hinaus spielen zu können, werden sich viele eine Next Generation Konsole irgendwann anschaffen.
Nicht auf Lebensmittel spekulieren ;)

Akill
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Re: Der Sportspiel-Anachronismus

Beitrag von Akill » 13.10.2014 18:07

Mir würde zwar ein erscheinen alle 2-3 Jahre besser gefallen aber die wirklichen Probleme von Sportspielen sehe ich auf anderen Gebieten.
Zum einen stört die Einbindung von Microtransaktionen in Onlinemodi ungemein. Die weiterentwicklung des Onlinespiels sollte eigentlich einen Kaufgrund darstellen. Wenn ich aber ohne weiteren Geldeinsatz in diesen neuen Modi (ultimate Team und co) nur Frust abbekomme, stört das ungemein.

Das zweite große Problem ist die mangelnde Konkurrenz durch teure Lizenzgebühren. Es sind eben nur noch die ganz Großen, die die finanziellen Mittel haben Sportlizenzen und Spiele zu entwickeln. Dazu noch die unsäglichen Exklusivlizenzen in vielen Bereichen. Die Spieler fordern immer komplettere Lizenzpakete, sodass sicherlich der Löwenanteil der Entwicklungskosten als Lizenzgebühren zu zahlen sind.

Mit dem kurzen Entwicklungszyklus hängt zusammen, dass die Spielmodi nicht auf wirklichen Langzeitspass ausgelegt sind. Balance ist in Karrieremodies ein Fremdwort. Nach 1-2 Saisons wird das Spiel völlig unbalanciert und macht mir keinen Spass mehr. Die Spielmechanismen funktionieren dann häufig nur noch eingeschränkt.

Insgesamt ist die Stagnation schade aber dank der Rahmenbedingungen wird sich an ihr nichts ändern.
Und wer online spielen will, braucht leider eine aktuelle Version, da Sportspiele meistens massive exploits enthalten, die nach ein paar Monaten onlinespiele zum Graus werden lassen (außer gegen Freunde).

Trotzdem sehe ich das Problem nicht allein bei Sportspielen. Das Spielgefühl eines Fifa hat sich in den letzten Jahren sicher stärker verändert als das Spielgefühl eines Call of Duty. Sportspiele sind so komplex, dass selbst kleine Änderungen den Spielspass enorm verändern können.
Manche Versionen sind recht rund und bieten langen Spielspass während andere schnell Schwächen zeigen und nach einigen Wochen/Monaten fast unspielbar werden.
Diese Schwächen werden von Tests leider selten benannt, da die Fehler erst mir sehr langer Spielzeit offensichtlich werden.
Insgesamt sehe ich im Bereich der Sportspiele eine stärkere Entwicklung wie im Shooterbereich.

Und ob nun gerade die 2k4-Filmchen in der Karriere einen Innovationssprung darstellen, würde ich doch sehr bezweifeln. Ich finde nicht, dass die filmische Gestaltung mein Spielgefühl positiv beeinflusst.
Schade ist auch der geringe Mut zum Risiko. Alle Entwickler bauen die selben Modi ein, ohne sich zu trauen, einen Modus in den Fokus zu stellen und diesen wirklich tief zu gestalten.

Am besten stünde Sportspielen ein Abomodell zu Gesicht, wo eine Version kontinuierlich weiter entwickelt wird und Fehler beständig gefixt werden und so Langzeitspielspass geschaffen wird. Aber Abos sind ja selbst bei MMOs nicht mehr beliebt.
Ehe der ganze paytowin Kram noch stärker in den Vordergrund rückt, zahle ich lieber meine 60 € im Jahr.

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3nfant 7errible
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Re: Der Sportspiel-Anachronismus

Beitrag von 3nfant 7errible » 13.10.2014 18:26

Ja, ist schon richtig. Ich habs für mich ganz simpel gelöst, indem ich mir eine mittlerweile 2 jährige Pause gegönnt habe. Ich spiel immer noch die jeweiligen Demos, aber wenn ich da keinen grossen Unterschied im Spielgefühl spüre, dann fällt es mir auch leicht einfach drauf zu verzichten.

Immerhin, FIFA hat während der letzten Gen den grossen Sprung vom Super-Arcade-Kick zur Simulation geschafft, aber bewegte sich dann anschliessend auch nur auf der Stelle. Konami wäre eine grössere Pause schon seit längerem zu empfehlen. Die haben beim Übergang von der 6th Gen zur 7th Gen einfach den Faden verloren und sind seitdem nicht mehr die selben, bzw PES ist einfach nicht mehr was es mal war :?

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Chibiterasu
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Re: Der Sportspiel-Anachronismus

Beitrag von Chibiterasu » 13.10.2014 19:43

Ich bin kein Sportspielfan und hab daher umso mehr die Bereitschaft jedes Jahr den Vollpreis zu zahlen nie ganz verstanden - genauso wie die jährlichen "Mappacks" von CoD und Co.
Würde selbst das nur alle paar Jahre kaufen und lieber einen Saisonaktuellen DLC dazukaufen.

Auf der anderen Seite sehe ich bei meinen Freunden die wirklich gerne FIFA und Co. zocken , dass die aus jeder Version 100e Spielstunden rauskitzeln (oft sind das auch welche die ansonsten nur 2-3 Titel im Jahr kaufen).
Dann relativiert sich sowas halt wieder.

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McCoother
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Re: Der Sportspiel-Anachronismus

Beitrag von McCoother » 13.10.2014 19:48

Man könnte genauso fragen, wieso Sky so teuer ist. Die Lizenzen kosten eben sehr viel Geld.

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Ivan1914
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Re: Der Sportspiel-Anachronismus

Beitrag von Ivan1914 » 13.10.2014 20:25

McCoother hat geschrieben:Man könnte genauso fragen, wieso Sky so teuer ist. Die Lizenzen kosten eben sehr viel Geld.
Ganz genau.
Und ich bin ein klein wenig von Dir enttäuscht Jörg, denn sämtlichen Pathos Computerspiele betreffend zum Trotz: Spätestens bei Sportlizenzen der Fifa-Mafia hätte im Hintergrund die Alarmzelle im Hirn klingeln sollen.

Was wäre denn hier die Alternative, da man jährlich Betrag X an Gebühren abdrücken muss? Es bleibt nur das jährliche Kaderupdate mit 1-2 marginalen Änderungen sonst kann man diese Gebühren nicht über Jahre stemmen.

Und alle 5-6 Jahre kommt dann mal ein wirkliches Engine Update (meistens zwangsgebunden) dazu, wo es sich tatsächlich lohnt das entsprechende Spiel "neu" zu kaufen.

Auch in diesem Bereich sieht man wieder, dass wir nun halt nicht mehr Kellerkinder, sondern im Massenmarkt angekommen sind. Und die Masse kauft und kauft und kauft ihre jährlichen Kaderupdates, damit wir Anderen alle 5-6 Jahre immer noch unseren 1.FC Köln (mit Schalke Gesängen) oder den HSV (in Deinem Fall zumindest im authentischen Stadion) spielen können.

So what....

Divinity OS & Wasteland 2 z.B. haben anderweitig Hoffnung gemacht. Dass sich bei Sportspielen was "bessert", daran kann auch die beste Kolumne nix ändern! Aber bald kommt ja Sega's neuer FM.
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Antiidiotika
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Re: Der Sportspiel-Anachronismus

Beitrag von Antiidiotika » 14.10.2014 05:15

Hätte ich noch meine gute alte PS1 würde ich wahrscheinlich heute noch Formel1 '99 oder This is Football zocken, die haben mir als kleiner Knirbs echt spaß gemacht. Stundenlang Rennenfahren oder Meisterschaften kicken war schon eine Freude. Aber heutzutage interessieren mich Sportspiele einfach nicht mehr, das liegt mit unter daran, dass mich der Sport selbst nicht interessiert. Hauptsächlich aber seh' ich's nicht ein, diesen ohnehin schon absolut maßlos überbezahlten Lizenzbesitzern wie der Fifa und anderen noch mehr Geld in den Rachen zu stopfen. Dafür, dass das neuste Spiel nur der aufgewärmte Käse vom Vorjahr ist.
Was mich ja schon besonders stört, ist die Werbemafia im Sport: Spieler, Banden, Tribünen, das Bild, die Werbeblöcke, einfach alles ist zugekleistert mit Dauerwerbung. DAS brauche ich nun wirklich nicht auch noch in Spielen! Damals war es mir egal, aber wenn ich heut zurückdenke, dass sogar der Marlboro Schriftzug auf dem Heckspoiler des Ferrari war, da könnte ich kotzen.

Itchy.de
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Re: Der Sportspiel-Anachronismus

Beitrag von Itchy.de » 14.10.2014 08:04

Jörg, mit Hervorhebung durch mich hat geschrieben:Da stehen NHL, FIFA und PES fast schon wie feste arithmetische Reihen. Nur unterbrochen durch japanische Importe wie Winning Eleven oder Exoten wie This Is Football.
Winning Eleven ist doch der japanische Titel von PES...
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Easy Lee
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Re: Der Sportspiel-Anachronismus

Beitrag von Easy Lee » 14.10.2014 08:34

Hallo Jörg, du wirst dir da doch nicht etwa Inspiration von uns geholt haben? ;)

Nach der Saison ist vor der Saison
- couchathleten.de
http://www.couchathleten.de/nach-der-sa ... er-saison/

Nicht, dass ich dir das wirklich unterstellen würde, aber es sei doch zumindest darauf hingewiesen, dass das Thema bei uns in ähnlicher Weise vor kurzem erst behandelt wurde.
Stay calm and kick ass

Luststrolch
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Re: Der Sportspiel-Anachronismus

Beitrag von Luststrolch » 14.10.2014 09:27

Was man dabei nicht vergessen darf: Viele der Lizenzverträge zwingen EA (zumindest im Fussball) aktuell noch dazu jedes Jahr ein neues Spiel herauszubringen.

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