Kommentar: Auf der Suche nach Heldinnen - und warum Anita Sarkeesian nie meine sein wird

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Maledicus
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Re: Kommentar: Auf der Suche nach Heldinnen - und warum Anit

Beitrag von Maledicus » 15.09.2014 12:38

Pyrrhus hat geschrieben: Was mich aber noch ein wenig wundert ist, wie diese 50/50-Zahl bei den Geschlechterverhältnis der zockenden Bevölkerung entsteht.
Also mich verwundert diese Zahl garnicht. Meiner Erfahrung nach spielen sehr sehr viele Frauen MMORPGs, neben den bekannten Browser & Smartphone -Spielen. In den MMORPG-Gilden in denenich gespielt habe war der Frauenanteil in den letzten 10 Jahren immer steigend, mittlerweile würde ich den zumindest ab einem bestimmten Alter auf um 40% schätzen. Meine eigene Liebste spielt seit Rune ( hatte auch einen Multiplayer ), dann Diablo2 und gleich danach Everquest 1 und seitdem bis heute MMORPGs von WoW, Rift, STO, SWTOR bis zu GW2 und weitere. Aber sie hat auch durchaus Shooter gespielt ( NoLF besonders gerne ) auch zuletzt noch Diablo3.
Jedoch glaube ich, dass die weibliche Hälfte nicht die selben Anforderungen an ein Computerspiel hat, wie die meisten männlichen Kollegen.
Das ist natürlich in keinster Weise zu verallgemeinern. Die Frauen die ich bisher in MMORPGs kennengelernt habe spielen, sofern sie sich ebenso wie die Männer mit dem Spiel auseinandersetzen, gleich gut und oft noch besser. Bei der spielerischen Qualität gibt es absolut keine Unterschiede, es kommt lediglich auf das Eigeninteresse an. Von denen hat sich auch nie eine drüber beschwert, das es in den MMORPGs irgendwann halt ums Teamspiel geht und ums Kämpfen/Ballern. Meine eigene Frau, obwohl sie auch ein Planescape Torment mit seinen riesigen Textmengen gerne gespielt hat, mag es trotzdem am liebsten actionreich ohne zuviel Text, bei WoW zB. ( gilt aber auch für alle anderen MMORPGs mehr oder weniger ) gehe ich davon aus das sie nur die Quest-Texte gelesen hat wo es wirklich notwendig war, weil einem sonst ne wichtige Info entgehen könnte .. ansonsten will sie losziehen und actiongameplay und nich Texte lesen. Andere Frauen die ich kennengelernt habe sind erst von Counterstrike oder Singleplayer-RPGs auf MMORPGs gekommen. Ein nicht unerheblicher Teil sind durch ihre männl. Partner, bei denen sie überhaupt erst Viderspiele kennengelernt haben, darauf gekommen mal etwas am PC o. Konsole zu zocken.

Worauf ich damit hinauswill ( echt blöd sich selbst zu erklären :D ) .. ich denke es gibt kein Schema was Frauen gerne spielen. Ich als Mann kann zB. mit Autorenn-Spielen ala Forza oder sonstigen Sportspielen rein garnix anfangen, andere stehen wiederum total drauf, dann gibts auch bei Männern welche denen RPGs zu langatmig sind, andere Spielen nur Rundenstrategie usw. usw. man sollte nicht davon ausgehen, das ein überwiegender Teil der Frauen unbedingt die Sims spielen will.

Was ich den weibl. Spielerinnen wirklich wünschen würde ist, das die Entwickler tatsächlich bei möglichst vielen Spielen auch ermöglichen weibl. Charaktere zu spielen, das würde ganz sicher die Immersion und das Spielerlebnis fördern für die Zocker-Mädelz :) Deswegen spielen mEn. auch soviele Frauen MMORPGs, weil man dort immer die Möglichkeit hat männl. und weibl. Charaktere zu spielen. Dem steht vermutlich bei Singleplayer/Coop-Titeln nur das Entwicklungs-Budget und meiner Meinung nach der Irrglaube im Weg, das manche Spiele sowieso fast nur von Männern gespielt werden. Arkham-City als Batwoman ( jaaaa ich weiss Oracle und so weiter , soll nur ein Bsp. sein ) unsicher machen zu können, oder ein Mittelerde: Schatten von Mordor als pfeileballernde Elbin würde das Ganze für Frauen sicher noch einen Ticken interessanter gestalten. Eine Meisterdiebin namens Garetta ;) wärs doch sicher auch.

Soviel von mir, Gruß.

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mr archer
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Re: Kommentar: Auf der Suche nach Heldinnen - und warum Anit

Beitrag von mr archer » 15.09.2014 14:21

Und eine weitere weibliche Stimme, die allmählich die Geduld mit bestimmten Mechanismen der Vermarktung von Weiblichkeit zu verlieren scheint:

http://www.kveller.com/mayim-bialik/may ... na-grande/
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Chaftain
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Re: Kommentar: Auf der Suche nach Heldinnen - und warum Anit

Beitrag von Chaftain » 15.09.2014 15:44

Ist es eigentlich so schlimm wenn die Heldin dann sexy und tough ist???
Frauen sind als Heldinnen jetzt nicht so schwer zu finden....aber es sind nunmal Helden und die müssen Tough sein.
Warum es nicht möglich ist eine gebrochene b.z.w schmutzige Held"in" so den Aufschwung zu verleihen wie einem Held"en"!!!???
Das verfehlt einfach die breitere Zielgruppe.Und in dem Fall bin ich auch auf der Seite der Entwickler.
Man kann nicht Millionen in ein Spiel pumpen...wie z.b einen Ego-Shooter für die Frau und dem emanzipierten Kerl welches sich vermutlich dann auch noch schlecht verkauft.Spätestens dann hat sich das Genre erledigt.
Man darf niemals vergessen das Spieleentwicklung immernoch ein Geschäft ist.

Mal abgesehen davon, bin ich in meiner Zocker Zeit mehr dummen unterwürfigen Männern als dummen unterwürfigen Frauen begegnet.

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Re: Kommentar: Auf der Suche nach Heldinnen - und warum Anit

Beitrag von billy coen 80 » 16.09.2014 12:17

Maledicus hat geschrieben:Was ich den weibl. Spielerinnen wirklich wünschen würde ist, das die Entwickler tatsächlich bei möglichst vielen Spielen auch ermöglichen weibl. Charaktere zu spielen, das würde ganz sicher die Immersion und das Spielerlebnis fördern für die Zocker-Mädelz :) Deswegen spielen mEn. auch soviele Frauen MMORPGs, weil man dort immer die Möglichkeit hat männl. und weibl. Charaktere zu spielen. Dem steht vermutlich bei Singleplayer/Coop-Titeln nur das Entwicklungs-Budget und meiner Meinung nach der Irrglaube im Weg, das manche Spiele sowieso fast nur von Männern gespielt werden. Arkham-City als Batwoman ( jaaaa ich weiss Oracle und so weiter , soll nur ein Bsp. sein ) unsicher machen zu können, oder ein Mittelerde: Schatten von Mordor als pfeileballernde Elbin würde das Ganze für Frauen sicher noch einen Ticken interessanter gestalten. Eine Meisterdiebin namens Garetta ;) wärs doch sicher auch.
Wo’s geht OK, aber bei etwas storylastig inszenierten Spielen soll doch bitte der Held / die Heldin Platz finden, die der Scriptautor beim Schreiben vor Augen hatte.

Ich versteh dieses vermeintliche Problem sowieso nicht. Es gibt doch nun wirklich nicht wenige Spiele (sogar AAA-Produktionen) mit weiblichen Protagonisten. Schon alleine die RE-Reihe liefert da mal nen halbes Dutzend an spielbaren, weiblichen Charakteren.

Silent Hill 3, Haunting Ground, Beyond Good and Evil, Tomb Raider, Heavenly Sword. Alles Spiele, die mir auf der Stelle, ohne weiteres Nachdenken, einfallen, in denen es sogar nur einen weiblichen Charakter zum Spielen gab, nicht bloß zur Auswahl, sondern „verpflichtend“. Hat das das Spielen dieser Spiele für mich als Mann uninteressanter gemacht? Konnte ich mich deshalb weniger in das Spiel hineinversetzen? Nicht im Geringsten. Hat irgendeiner von uns männlichen Vertretern hier im Forum schon einmal einen Film doof gefunden, nur weil Held der Handlung eine Frau war? Ich hoffe doch nicht.

Ich kann es bei Spielen, in denen es möglich wäre, mehrere Charaktere anzubieten, weil einfach das Storygerüst nicht so massiv ist, dass es quasi geradezu auf einen bestimmten Typus von Charakter zugeschnitten ist, verstehen, wenn die Frage gestellt wird, warum man dann nicht einfach Alternativen anbietet, aber insgesamt finde ich die Debatte, wie sie teils geführt wird, wie so vieles andere in dieser leidigen Genderdiskussion, so was von dermaßen übertrieben. Da geht so vieles an den Lebenswirklichkeiten so weit vorbei, dass ich mich manchmal frage, was für eine Wahrnehmung unserer Welt manche Menschen eigentlich haben.

Man kann ja gerne die Charakterzeichnungen in Spielen hinterfragen, bin ich sofort dabei. Aber das alles mit diesem Feminismusanstrich zu versehen, nervt nur noch. Und nein, es ist keine „Relativierung“ (beliebtes Totschlagargument der vorzugsweise männlichen Verfechter und Verteidiger feministischer Thesen), wenn man auf die nicht minder blödsinnigen und zumeist archaischen Stereotypen von Männern in Spielen oder generell Medien hinweist. Es ist lediglich der Versuch, die Diskussion mal wieder aus ideologisierten Traumwelten zurück in die Realität zu verfrachten.

@ Chaftain

Also ich hätte jetzt kein Problem, mit einem weiblichen Antihelden. Weiß nicht, was die vermeintliche Zielgruppe für ein Problem damit haben sollte, einen gebrochenen, zutiefst traumatisierten Charakter weiblichen Geschlechts zu akzeptieren. Männliche Charaktere dieser Art gab es ja schon in Spielen. Als vielleicht jüngstes Beispiel fällt mir da Joel aus TLOU ein, der auch emotional ziemlich kaputt war. Ich mache irgendwie in Spielen geanau wie in Filmen und Büchern gar keinen Unterschied zwischen den Geschlechtern der Figuren. Für mich gibt es nur gut geschriebene und weniger gut geschriebene, schlimmstenfalls völlig platte Charaktere.

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Jarnus
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Re: Kommentar: Auf der Suche nach Heldinnen - und warum Anit

Beitrag von Jarnus » 16.09.2014 21:54

ich hab die kolumne jetzt so verstanden: weil männer sich nicht so schnell unter druck setzen lassen und weniger aufs äußere fokussiert sind, dürfen 90% der männlichen charaktere dumme muskelprotze, düstere gothic freaks und coole sportliche typen sein...weil frauen ihr selbstbild vorallem an äußerlichkeiten fest machen, sich schnell beeinflussen lassen und glauben so sein zu müssen, wie spiele frauen darstellen, sollen weibliche chars differenzierter daher kommen?

häßliche, schüchterne spiele-heldinnen damit sich otto normal spielerin besser fühlt :?:

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Re: Kommentar: Auf der Suche nach Heldinnen - und warum Anit

Beitrag von Waffeleisen666 » 17.09.2014 13:20

Jarnus hat geschrieben:ich hab die kolumne jetzt so verstanden: weil männer sich nicht so schnell unter druck setzen lassen und weniger aufs äußere fokussiert sind, dürfen 90% der männlichen charaktere dumme muskelprotze, düstere gothic freaks und coole sportliche typen sein...weil frauen ihr selbstbild vorallem an äußerlichkeiten fest machen, sich schnell beeinflussen lassen und glauben so sein zu müssen, wie spiele frauen darstellen, sollen weibliche chars differenzierter daher kommen?

häßliche, schüchterne spiele-heldinnen damit sich otto normal spielerin besser fühlt :?:
Nein, ich glaube nicht, dass das so gemeint ist. Allerdings sehe ich zukünftig auch eher, dass es zwei lager geben wird. Eines, mit spielen die sach klar an weibliche spieler richten und eines, mit spielen die sich klar an männliche spieler richten. spiele mit einem charakter editor wären dann halt unisex.

Ich denke zwar, dass ein spielkonzept wie z.B. Tomb Raider auch mit einer realistischeren dahrstellung der frau noch genau so gut spielbar sein würde (es würde sogar mit einem block funktionieren), das marktabsatzkonzept aber nicht.

Tomb Raider ziehlte eher auf männliche spielerschaft und ich behaupte jetzt einfach mal, dass dort eher das drumherum nicht so wichtig ist.
Oder anders ausgedrückt: die story bei Tomb Raider und Laras hintergründe sind schnuppe, so lange man mit ihr spielen kann.

Bei games, wo man einen männlichen charakter spielen kann, sieht das eher wieder anders aus. Ich glaub da geht es eher in die richtung des abenteuer-erlebens, in die rolle des helden schlüpfen und die welt retten. das, was jungs schon als kinder gern spielten/ spielen.

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Kya
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Re: Kommentar: Auf der Suche nach Heldinnen - und warum Anit

Beitrag von Kya » 17.09.2014 18:23

mr archer hat geschrieben:Und eine weitere weibliche Stimme, die allmählich die Geduld mit bestimmten Mechanismen der Vermarktung von Weiblichkeit zu verlieren scheint:

http://www.kveller.com/mayim-bialik/may ... na-grande/
Danke für den link.

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Re: Kommentar: Auf der Suche nach Heldinnen - und warum Anit

Beitrag von 5Finger » 17.09.2014 18:45

Bei einem der Musikvideos dieser Arianne Grande war ich mir auch nicht mehr sicher ob ich da grade ein Musikvideo oder ein Softcoreshow sehe. Diese Art der Vermarktung nimmt stellenweise schon extreme Züge an.

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Re: Kommentar: Auf der Suche nach Heldinnen - und warum Anit

Beitrag von dotted_1 » 18.10.2014 20:28

Sehr schade, dass Anitas Beiträge nicht als die (halbwegs) wissenschaftliche und anschauliche Arbeit verstanden werden, die sie sind: reine Analysen, aufgearbeitet, damit auch noch Fachfremde folgen können. In der Serie geht es darum den momentanen Bestand zu begreifen, wodurch es unerlässlich wird auf die Vielzahl der Beispiele einzugehen. Dabei werden sie natürlich in die Einzelteile zerlegt, so funktioniert eine Analyse. Die Aussagen, die sich daraus ableiten lassen sind natürlich diskutierbar und müssen auch diskutiert werden.
Wirklich Anita? Wird irgendwem dadurch klar, wieso die Spielerin zu Hause Probleme mit dem Tough-und-sexy-Schema hat, wenn du Dinge zeigst, die nun mal so in der Geschichte passiert sind?
Unser Mathematik-Professor begegnete der Aussage eines Studenten, der auch nach wochenlanger Anstrengung kein Beispiel für eine mathematische Aussage finden konnte, sodass er zu dem Ergebnis kam, dass die mathematische Aussage falsch sein müsse: nur weil es ihrem Geist (noch) nicht möglich ist, heißt es nicht, dass es nicht möglich ist. Und gab ein Beispiel.

Natürlich wird es dadurch klar, wenn man sich mit Sozialisation nüchtern beschäftigt hat - oder anders formuliert: sich aus seiner eigenen Unmündigkeit heraus gearbeitet hat. Es ist nun möglich Rückschlüsse auf die Gesellschaft zu ziehen, denn Spiele sind ein Medium, ähnlich wie Bücher und Filme und als solches ein Produkt von Individuen der Gesellschaft. Die Beispiele zeigen sich in den größten und meist verkauftesten Titeln, zumindest aber flächendeckend. Man möchte schon fast eine Nachfrage nach einer solchen Darstellung von Frauen unterstellen. Und das rückt die Produzenten sowie Konsumenten in ein moralisch bitteres Licht.

Darüber hinaus ist die bloße Darstellung eines Sachverhaltes, nur weil er sich so geschichtlich zugetragen hat kein Argument dafür ihn so zu zeigen. Um dieses Argument völlig ad absurdum zu führen liegt es nahe es auf Vergewaltigungen von Frauen zu beziehen, die täglich(!) stattfinden, wieso diese dann auch nicht täglich im Fernsehn, in Büchern und Film zeigen? In Videospielen sind sie ja schon deutlicher vertreten. Würde das das Thema in ein Licht rücken, sodass eine Reflexion über das Thema stattfindet? Würde man die Auswirkungen solcher Szenen begreifen, welche psychischen und physischen Wunden das Opfer davon trägt und wieso eine Vergewaltigung nicht toleriert werden kann? Nein, denn erst das Opfer fortan zu begleiten und ein Verständnis für seine Schmerzen aufzubauen, dass würde eine Auseinandersetzung hervorrufen. Erst wenn ein Verständnis für das Opfer und die Situation aufgebaut ist - und das geht nicht in 5s - dann ist eine Reflexion möglich. Das bloße Darstellen solcher Szenen dient nur dem Voyeurismus und damit dem Verkauf.

PS:
Sprachlich und inhaltlich ein sehr flacher Beitrag von Frau Wilczynski, insbesondere für eine angebliche Germanistik und Anglistik Studentin/Absolventin. In diesen Studiengängen wird insbesondere diskutiert, wie Literatur (und auch Medien allgemein) ein Spiegelbild für die Gesellschaft ist. Liest sich wie eine typische Arbeit geschrieben von Grund- und Förderschullehramtsstudenten.

mole85
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Re: Kommentar: Auf der Suche nach Heldinnen - und warum Anit

Beitrag von mole85 » 19.10.2014 11:56

dotted_1 hat geschrieben:Um dieses Argument völlig ad absurdum zu führen liegt es nahe es auf Vergewaltigungen von Frauen zu beziehen, die täglich(!) stattfinden, wieso diese dann auch nicht täglich im Fernsehn, in Büchern und Film zeigen? In Videospielen sind sie ja schon deutlicher vertreten.
Deutlicher vertreten? Wie bitte? Wann hast du das letzte mal den Fernseher angemacht? Im TV wird so etwas gefühlt in jeder zweiten Abend-Krimiserie thematisiert, sozusagen mitten im Mainstream. Ich nehme durchaus an (i.e. ich weiss es nicht und will es auch nicht wirklich wissen), dass es Spiele gibt die derartige Dinge enthalten, aber ehrlich gesagt sind die in der Schmuddelecke und keinem großen Publikum bekannt. Diese Schmuddelecke gibt es bei Büchern, Frensehen und Film ebenfalls, allerdings würde ich behaupten dass sie dort eher noch gesellschaftsfähiger als in Spielen sind.

Bei aller gerechtfertigten Kritik von seiten Frau Sarkeesians, das eigentliche Problem, das auch die sog. Shitstorms in den Foren auslöst, ist doch dass der eine Teil der Spielerschaft in Fundamentalopposition geht da er das Thema PC-/Videospiele mal wieder stigmatisiert sieht. Die Gegenseite, die im wesentlichen die Grundthesen von Anita unterstützt, hat mindestens eine lautstark wahrgenommene Minderheit, die aus der klassischen Emanzipationsbewegung kommt und für die Videospiele ohnehin etwas für, gelinde ausgedrückt, "unreife Personen" ist.

Im wesentlichen sind es diese beiden Gruppen welche die Diskussion befreuern. Mit dem von mir zitierten Text ordnest du dich aus meiner Sicht in letztere Gruppe ein, was deine Meinung in der Diskussion, zumindest in dieser Umgebung, deutlich abwertet, es sei denn du kannst mir für die oben zitierte Aussage stichhaltige Beweise liefern.

Ähnliches wird ja auch Anita unterstellt, denn einige Bestandsaufnahmen die sie macht sind wenig mehr als bloße Behauptungen, das wertet natürlich jede darauf folgende Analyse ab. Allerdings gebe ich gerne zu, dass es den meisten, die diesen Punkt gegen sie vorbringen jetzt auch nicht wirklich um eine ernsthafte Analyse geht, sondern - zumindest unterbewusst - um die angesprochene Stigmatisierung.

dotted_1
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Re: Kommentar: Auf der Suche nach Heldinnen - und warum Anit

Beitrag von dotted_1 » 19.10.2014 17:08

mole85 hat geschrieben:Mit dem von mir zitierten Text ordnest du dich aus meiner Sicht in letztere Gruppe ein, was deine Meinung in der Diskussion, zumindest in dieser Umgebung, deutlich abwertet
Ja, ich befürworte die Kritik von Anita und bin für rationale Dikussionen über Stereotypen und Vorschläge für Änderungen. Darüber hinaus bin ich Akademiker (Informatik), habe keinen großen Bezug zur Emanzipationsbewegung - der ich im Grunde skeptisch bis negativ gegenüber stehe, wenn man widerliche Menschen wie die Alice Schwarzer betrachtet und diese zu Grunde legt. Doch damit würde man einer ganzen Wissenschaft unrecht tun, anstatt nur einer dummen Pute. Die Erkenntnisse die Gender Studies hervorgebracht haben können damit nicht einfach vom Tisch gefegt werden, nur weil es unbequem ist an den eigenen Überzeugungen und Handlungen zu zweifeln.
Stichhaltige Beweise findest du in Anitas Videos, dort werden genügend Beispiele aus AAA Titeln und anderen Spielen gezeigt - die ich zum großen Teil auch selbst gespielt habe.

Wenn die Argumente der Gegenseite abgewertet werden, weil sie aus der Opposition stammen, dann spielen wir hier recht schnell Bundestag. Mit Wissenschaft und Erkenntnisgewinn hat das nichts zu tun, ebensowenig mit einem gesunden Dialog. Dazu empfehle ich "Doing Comparative politics" (Timothy Lim), um sich einmal klar zu machen, was "verschiedene Ansichten" bedeutet und wieso ein Dialog immer die beste Wahl ist, anstatt das Gegenüber einfach zu blockieren.
Shitstorms in den Foren auslöst, ist doch dass der eine Teil der Spielerschaft in Fundamentalopposition geht da er das Thema PC-/Videospiele mal wieder stigmatisiert sieht.
Anita sagt zu Beginn der Videos, dass man weitere Aspekte der Spiele trotz der Ergebnisse der Analyse schätzen und auch sehr wohl genießen darf. Eine generelle Stigmatisierung hieraus zu lesen bedarf einer großen Ignoranz.

Nanimonai
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Re: Kommentar: Auf der Suche nach Heldinnen - und warum Anit

Beitrag von Nanimonai » 20.10.2014 11:36

mole85 hat geschrieben: Bei aller gerechtfertigten Kritik von seiten Frau Sarkeesians, das eigentliche Problem, das auch die sog. Shitstorms in den Foren auslöst, ist doch dass der eine Teil der Spielerschaft in Fundamentalopposition geht da er das Thema PC-/Videospiele mal wieder stigmatisiert sieht.
Das sehe ich auch als DAS Hauptproblem an. Viel zu viele Leute fühlen sich persönlich angegriffen und auf den Schlips getreten, fühlen sich unberechtigterweise in eine Ecke gedrängt, in der sie gar nicht stehen wollen und verfallen deswegen in diese vehemente und übertriebene Verteidigungshaltung.
Würden alle mal einen Gang runterschalten und das Thema etwas mehr von außen und weniger emotional betrachten, könnte wohl niemand wirklich sagen, dass man darüber nicht mal reden kann. Es ist ja nicht so, dass sich Sarkeesian am laufenden Band Dinge aus den Fingern zieht, die sie nicht auch belegen kann. Niemand kann wohl ernsthaft behaupten, dass es keinen Sexismus in Videospielen gibt.

mole85
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Re: Kommentar: Auf der Suche nach Heldinnen - und warum Anit

Beitrag von mole85 » 21.10.2014 00:00

dotted_1 hat geschrieben:
mole85 hat geschrieben:Mit dem von mir zitierten Text ordnest du dich aus meiner Sicht in letztere Gruppe ein, was deine Meinung in der Diskussion, zumindest in dieser Umgebung, deutlich abwertet
Wenn die Argumente der Gegenseite abgewertet werden, weil sie aus der Opposition stammen, dann spielen wir hier recht schnell Bundestag.
Ganz einfacher Vorgang: Du bist der Meinung dass Vergewaltigungen verglichen mit TV, Film und Literatur
dotted_1 hat geschrieben:In Videospielen [...] ja schon deutlicher vertreten
sind. Selbst wenn man die von Anita gegebenen Beispiele so hinnimmt, behaupte ich immer noch dass in den "alten" Medien die Thematik weiter verbreitet ist.

Kleine Auswahl? Bitte sehr:
SpoilerShow
TV: Wie gesagt, gefühlt jede 2. x-beliebige Krimiserie (teilweise auch schon im Vorabendprogramm), Game of Thrones
Literatur: Ken Follet - Die Säulen der Erde, Lilly Lindner - Splitterfasernackt,Heinrich von Kleist - Die Marquise von O....
Film: Angeklagt (1988), Verblendung (2011), Straw Dogs – Wer Gewalt sät (2011)
Es geht mir dabei auch weniger um deine Meinung an sich - die steht dir zu, so wie mir die meine zusteht -, sondern vielmehr um die mMn mindestens problematische Formulierung, unabhängig davon ob du damit provozieren wolltest oder nicht, ich nehme es so wahr. An "Scharfmachern" mit überzogener Polemik mangelt es bei diesem Dauerbrenner an Thema leider absolut nicht, daher sollte man bei der Formulierung von Beiträgen zu diesem Thema sehr vorsichtig sein um keine schlafenden Hunde zu wecken, die hier hoffentlich schon zum nächsten Trollgebiet weitergezogen sind...

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3nfant 7errible
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Re: Kommentar: Auf der Suche nach Heldinnen - und warum Anit

Beitrag von 3nfant 7errible » 21.10.2014 08:41

wodurch es unerlässlich wird auf die Vielzahl der Beispiele einzugehen
aus dem Kontext gerissene Szenen zu zeigen und dazu Lügen zu der Spielmechanik, dem Spielhintergrund, dem Spielziel, und wie das Spiel entsprechende Aktionen bewertet, zu erzählen, sind keine Beispiele.
Das ist entweder ein Witz oder Propaganda und Hetze
Darüber hinaus ist die bloße Darstellung eines Sachverhaltes, nur weil er sich so geschichtlich zugetragen hat kein Argument dafür ihn so zu zeigen.
Doch. WTF!?
Um dieses Argument völlig ad absurdum zu führen liegt es nahe es auf Vergewaltigungen von Frauen zu beziehen, die täglich(!) stattfinden, wieso diese dann auch nicht täglich im Fernsehn, in Büchern und Film zeigen? In Videospielen sind sie ja schon deutlicher vertreten.
hört, hört.... in Videospielen gibts mehr Vergewaltgungen als in Büchern und Filmen :Quetsch:

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Wigggenz
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Re: Kommentar: Auf der Suche nach Heldinnen - und warum Anit

Beitrag von Wigggenz » 22.10.2014 22:58

dotted_1 hat geschrieben:Sehr schade, dass Anitas Beiträge nicht als die (halbwegs) wissenschaftliche und anschauliche Arbeit verstanden werden, die sie sind: reine Analysen, aufgearbeitet, damit auch noch Fachfremde folgen können. I
:lol: :lol:

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