Kommentar: Auf der Suche nach Heldinnen - und warum Anita Sarkeesian nie meine sein wird

Viel Spaß beim Diskutieren unserer Kolumnen und Kommentare!

Moderatoren: Moderatoren, Redakteure

Jaggo
Beiträge: 5
Registriert: 07.06.2014 10:43
Persönliche Nachricht:

Re: Kommentar: Auf der Suche nach Heldinnen - und warum Anit

Beitrag von Jaggo » 12.09.2014 10:18

Auch wenn es vielleicht schon erwähnt wurde: Die Kritik von Alice an Anita Sarkeesians Projekt geht größtenteils in Leere. Das Problem ist, dass Anita nie den Anspruch hatte, der ihr von Kritiker/innen unterstellt wird. Es geht ihr nicht darum, die "Unterdrückung von Frauen" in bestimmten Videospielen darzustellen, sondern zu untersuchen, welche weiblichen Geschlechterklischees in Videospielen immer wieder auftauchen und diese zu kategorisieren. Der Kontext des jeweiligen Spiels ist bei dieser Fragestellung tatsächlich egal, sie sagt ja auch ausdrücklich, dass es ihr nicht darum geht, einzelne Spiele zu kritisieren und das man Kritik üben und trotzdem Spaß an einem Spiel haben kann.
Man kann Anita Sarkeesian vielleicht vorwerfen, dass dieser Ansatz zu kurz gegriffen ist, aber Fakt ist, dass sie nie mehr behauptet hat und dies auf ihrer Webseite, beim Kickstarter und in den Videos auch immer deutlich macht. Was der Kommentar hier (wie viele andere Kritiken auch) macht, ist größtenteils ein klassisches Strohmann-Argument, von 4players hätte ich mir da einen etwas fundierteren Kommentar gewünscht.
P.S.:
Positiv ist aber auf jeden Fall, dass die folgende Diskussion (soweit ich sie verfolgt habe) deutlich gesitteter war, als bei den Pro-Anita Artikeln an anderen Stellen :)

Benutzeravatar
muecke-the-lietz
Beiträge: 4799
Registriert: 08.12.2005 13:08
Persönliche Nachricht:

Re: Kommentar: Auf der Suche nach Heldinnen - und warum Anit

Beitrag von muecke-the-lietz » 12.09.2014 10:49

Jaggo hat geschrieben:Auch wenn es vielleicht schon erwähnt wurde: Die Kritik von Alice an Anita Sarkeesians Projekt geht größtenteils in Leere. Das Problem ist, dass Anita nie den Anspruch hatte, der ihr von Kritiker/innen unterstellt wird. Es geht ihr nicht darum, die "Unterdrückung von Frauen" in bestimmten Videospielen darzustellen, sondern zu untersuchen, welche weiblichen Geschlechterklischees in Videospielen immer wieder auftauchen und diese zu kategorisieren. Der Kontext des jeweiligen Spiels ist bei dieser Fragestellung tatsächlich egal, sie sagt ja auch ausdrücklich, dass es ihr nicht darum geht, einzelne Spiele zu kritisieren und das man Kritik üben und trotzdem Spaß an einem Spiel haben kann.
Man kann Anita Sarkeesian vielleicht vorwerfen, dass dieser Ansatz zu kurz gegriffen ist, aber Fakt ist, dass sie nie mehr behauptet hat und dies auf ihrer Webseite, beim Kickstarter und in den Videos auch immer deutlich macht. Was der Kommentar hier (wie viele andere Kritiken auch) macht, ist größtenteils ein klassisches Strohmann-Argument, von 4players hätte ich mir da einen etwas fundierteren Kommentar gewünscht.
P.S.:
Positiv ist aber auf jeden Fall, dass die folgende Diskussion (soweit ich sie verfolgt habe) deutlich gesitteter war, als bei den Pro-Anita Artikeln an anderen Stellen :)
ist leider nicht ganz unwahr, sehe das tatsächlich ähnlich.

allerdings sind solche artikel hier natürlich wesentlich effizienter, wenn man ein bestimmtes ziel erreichen möchte. einerseits hat man das gefühl, es hier mit einer gamerin zu tun zu haben, andererseits ist die kritik handfester und greifbarer und man kann was damit anfangen.

anitas arbeit ist zum teil recht akademisch und setzt schon einen gewissen erfahrungshorizont voraus. das merkt man halt vor allem an dem extremen unverständnis, das ihr entgegen gebracht wird.

der kommentar hier ist aber für jeden verständlich und nachvollziehbar, die kritik geht nicht ins leere und provoziert nicht so einen shitstorm. und man versteht, dass es durchaus eine nachfrage nach gut geschriebenen weiblichen charakteren gibt.

denn am ende gibt es eine begrenzte anzahl an tropes, aus denen man sich mehr oder weniger immer wieder bedient. selbst die starken heldinnen bestehen oftmals ja nur aus klischees aus der mottenkiste. etwas mehr diversität würde da schon nicht schaden und wäre wünschenswert.

allerdings ist es da wenig hilfreich, einen roundhouse kick zu vollführen, wie es anita gemacht hat. denn sie damit beinahe die gesamte gaming gemeinde gegen sich aufgebracht und dafür gesorgt, dass videospiele in zeitungen wie spiegel und einigen berichten im tv endlich wieder diffamiert werden dürfen. gerade im spiegel hat man sich schnell wieder an die gute alte killerspiel diskussion erinnert. einfach, weil ihre beispiele dermaßen kontextbefreit sind, dass es für außenstehende, für nicht gamer, automatisch zu missverständnissen kommen muss.

da ist die spiele szene plötzlich wieder von mittelalterlichen geschlechtervorstellungen durchzogen, da gibt es wieder die pickeligen nerds, die nicht verstehen, dass frauen heute emanzipiert sind, da flüchten sich sozial erfolglose junge männer wieder in fantasiewelten, wo sie frauen unterwerfen können um sich bestätigung zu holen.
das alles kennt man schon, es war damals nicht wahr und es ist heute nicht wahr. es mag solche fälle geben, aber es ist ja auch nicht jeder kirchendiener ein kinderschänder. diese klischees mögen ihren ursprung in realen fällen haben, sollten aber niemals auf die mehrheit übertragen werden.

und auch wenn anita nichts davon explizit sagt, auch wenn ihre arbeit nicht mal so verkehrt ist, so geht sie aber dennoch größtenteils ins leere, weil ihr niemand wirklich zuhört und weil keine anständige diskussion zustande kommt. natürlich hat sie andererseits überhaupt erst für solche diskussionen wie diese hier gesorgt.
Bild

Jaggo
Beiträge: 5
Registriert: 07.06.2014 10:43
Persönliche Nachricht:

Re: Kommentar: Auf der Suche nach Heldinnen - und warum Anit

Beitrag von Jaggo » 12.09.2014 12:16

muecke-the-lietz hat geschrieben: ...
allerdings ist es da wenig hilfreich, einen roundhouse kick zu vollführen, wie es anita gemacht hat. denn sie damit beinahe die gesamte gaming gemeinde gegen sich aufgebracht und dafür gesorgt, dass videospiele in zeitungen wie spiegel und einigen berichten im tv endlich wieder diffamiert werden dürfen. gerade im spiegel hat man sich schnell wieder an die gute alte killerspiel diskussion erinnert. einfach, weil ihre beispiele dermaßen kontextbefreit sind, dass es für außenstehende, für nicht gamer, automatisch zu missverständnissen kommen muss.
Das Problem gibts sicherlich, aber das kann man wie geschrieben echt nicht A.S. vorwerfen. Ich habe manchmal das Gefühl, dass viele Kommentatoren die Videos gar nicht gesehen haben und sie einfach nur als Projektionsfläche für ihre jeweilige Pro/Kontra-Argumentation in einer Grundsatzdebatte nutzen.
muecke-the-lietz hat geschrieben: da ist die spiele szene plötzlich wieder von mittelalterlichen geschlechtervorstellungen durchzogen, da gibt es wieder die pickeligen nerds, die nicht verstehen, dass frauen heute emanzipiert sind, da flüchten sich sozial erfolglose junge männer wieder in fantasiewelten, wo sie frauen unterwerfen können um sich bestätigung zu holen.
Wenn man sich teilweise die Reaktionen auf die Videos anschaut, ist das -böse formuliert- aber auch nicht so abwegig. Selbst wenn Anita den grössten Unsinn erzählt hätte, würde dass nicht die üblen sexistischen Beschimpfungen und Drohungen rechtfertigen. Auch wenn das die Minderheit der Gamer ist, sind sie die lautesten und prägen damit auch zu einem Teil die öffentliche Wahrnehmung. Und unabhängig davon ist das Frauenbild vieler männlicher Gamer nach meiner MMO-Erfahrung auch heute nicht gerade fortschrittlich. Das Problem ist (da stimme ich dir zu), dass jede Diskussion darüber ziemlich schnell ins äh, Unsachliche abgleitet...

billy coen 80
Beiträge: 1892
Registriert: 02.10.2012 03:39
Persönliche Nachricht:

Re: Kommentar: Auf der Suche nach Heldinnen - und warum Anit

Beitrag von billy coen 80 » 12.09.2014 13:34

Jaggo hat geschrieben:Das Problem ist (da stimme ich dir zu), dass jede Diskussion darüber ziemlich schnell ins äh, Unsachliche abgleitet...
Daran ist sie eben aber auch nicht ganz unschuldig. Ihre Herangehensweise ist ja schon nicht wirklich sachlich, sondern teils zutiefst mit ideologischen Scheuklappen versehen. Gerade beim Thema der Gewalt in Videospielen hat sie sich mit ihrer Fixiertheit auf reine Gewalt gegen Frauen in meinen Augen vollkommen lächerlich gemacht. Man kann gewiss in einigen Bereichen die klischeehaften und teil sexistischen Darstellungen von Spielecharakteren (beiderlei Geschlechts) hinterfragen, aber gerade im Bereich der Gewaltdarstellung in Spielen eine Genderdebatte loszutreten, kann zu nix führen, weil es gerade in dem Bereich keine wirklichen (zumindest nur halbswegs prominenten) Beispiele gibt, wo man von sexistischer Gewalt ausgehen kann. Sie selbst hat ja einst sogar beschrieben, dass so etwas nur vorliegt, wenn nicht vergleichbares auch Figuren anderen Geschlechts passiert und (ganz wichtig) der Grund und auch die Art der Gewalt deutlich im Geschlecht der Figur liegt. Ihr letztes Video zeigt deutlich: Sie wollte schon fast krampfhaft auch zu dem Thema Gewalt sexistische Auswüchse im Medium Videospiel aufdecken, hat aber keine Beispiele gefunden, die ihrer eigenen Definition standhalten, also wurde massivst entkontextualisiert und dann auch noch verfälschend kommentiert. Das geht in meinen Augen gar nicht und kann in keinem Fall als vernünftige Grundlage für einen sachlichen Diskurs herhalten. Dem steht aber meiner Meinung nach auch schon prinzipiell ihre Weltanschauung im Wege, die offensichtlich in ein derart enges, ideologisches Korsett gezwängt wurde, dass sie nicht mehr in der Lage zu sein scheint, ohne feministische, einseitig nur auf das weibliche Geschlecht fixierte Attitüde irgendetwas von sich geben zu können.

Persönliche Anfeindungen oder gar Drohungen sind selbstredend ein absolutes Unding und mit nichts zu entschuldigen, aber dass auch abseits von solchem Gebaren die Diskussionen nur schwerlich in einem sachlichen Rahmen bleiben, liegt schlicht an der bereits hochgradig unsachlichen Diskussionsgrundlage, welche sie liefert.

Benutzeravatar
Wigggenz
Beiträge: 6705
Registriert: 08.02.2011 19:10
Persönliche Nachricht:

Re: Kommentar: Auf der Suche nach Heldinnen - und warum Anit

Beitrag von Wigggenz » 12.09.2014 15:09

Jaggo hat geschrieben:Man kann Anita Sarkeesian vielleicht vorwerfen, dass dieser Ansatz zu kurz gegriffen ist, aber Fakt ist, dass sie nie mehr behauptet hat und dies auf ihrer Webseite, beim Kickstarter und in den Videos auch immer deutlich macht.
Hast du nicht mitgekriegt wie sie sich selber immer großartig mit "In-depth-analysis" angekündigt hat? :roll:

Benutzeravatar
Temeter 
Beiträge: 14456
Registriert: 06.06.2007 17:19
Persönliche Nachricht:

Re: Kommentar: Auf der Suche nach Heldinnen - und warum Anit

Beitrag von Temeter  » 12.09.2014 15:24

Jaggo hat geschrieben:Auch wenn es vielleicht schon erwähnt wurde: Die Kritik von Alice an Anita Sarkeesians Projekt geht größtenteils in Leere. Das Problem ist, dass Anita nie den Anspruch hatte, der ihr von Kritiker/innen unterstellt wird. Es geht ihr nicht darum, die "Unterdrückung von Frauen" in bestimmten Videospielen darzustellen, sondern zu untersuchen, welche weiblichen Geschlechterklischees in Videospielen immer wieder auftauchen und diese zu kategorisieren. Der Kontext des jeweiligen Spiels ist bei dieser Fragestellung tatsächlich egal, sie sagt ja auch ausdrücklich, dass es ihr nicht darum geht, einzelne Spiele zu kritisieren und das man Kritik üben und trotzdem Spaß an einem Spiel haben kann.
Man kann Anita Sarkeesian vielleicht vorwerfen, dass dieser Ansatz zu kurz gegriffen ist, aber Fakt ist, dass sie nie mehr behauptet hat und dies auf ihrer Webseite, beim Kickstarter und in den Videos auch immer deutlich macht. Was der Kommentar hier (wie viele andere Kritiken auch) macht, ist größtenteils ein klassisches Strohmann-Argument, von 4players hätte ich mir da einen etwas fundierteren Kommentar gewünscht.
P.S.:
Positiv ist aber auf jeden Fall, dass die folgende Diskussion (soweit ich sie verfolgt habe) deutlich gesitteter war, als bei den Pro-Anita Artikeln an anderen Stellen :)
Innerhalb der Videos mach Saarkesian eigentlich ziemlich deutlich, dass sie glaubt, Spiele beeinflussen das Weltbild des Spielers. Gleichzeitig kategorisiert sie nicht nur die Rollen, sondern bewertet sie. Was dann soweit geht, dass sie das women/frigde-Ding als bösartig bezeichnet und sich regelrecht empört zeigt.
Generell ist das Ding von einer wissenschaftlichen Perspektive, die sie so gerne andeutet, recht weit entfernt. Dazu hat das Video auf unsere Gesellschaft bezogene aussagen, welche ebenfalls ohne Grundlage daherkommen.

Die Videos sind in Aussage und Analyse nichts halbes und nichts ganzes. Wenn das dem Zielpublikum reicht, ist das auch völlig ok. Nur leider halten eine ganze Menge eigentlich gemäßigter Leute die Videos wie den heiligen Gral hoch, ohne sie überhaupt zu verstehen. Und du hast sogar andere gerade als Heuchler beschimpft.

Jaggo
Beiträge: 5
Registriert: 07.06.2014 10:43
Persönliche Nachricht:

Re: Kommentar: Auf der Suche nach Heldinnen - und warum Anit

Beitrag von Jaggo » 12.09.2014 17:27

billy coen 80 hat geschrieben:
Jaggo hat geschrieben:Das Problem ist (da stimme ich dir zu), dass jede Diskussion darüber ziemlich schnell ins äh, Unsachliche abgleitet...
Daran ist sie eben aber auch nicht ganz unschuldig. Ihre Herangehensweise ist ja schon nicht wirklich sachlich, sondern teils zutiefst mit ideologischen Scheuklappen versehen. Gerade beim Thema der Gewalt in Videospielen hat sie sich mit ihrer Fixiertheit auf reine Gewalt gegen Frauen in meinen Augen vollkommen lächerlich gemacht. Man kann gewiss in einigen Bereichen die klischeehaften und teil sexistischen Darstellungen von Spielecharakteren (beiderlei Geschlechts) hinterfragen, aber gerade im Bereich der Gewaltdarstellung in Spielen eine Genderdebatte loszutreten, kann zu nix führen, weil es gerade in dem Bereich keine wirklichen (zumindest nur halbswegs prominenten) Beispiele gibt, wo man von sexistischer Gewalt ausgehen kann. Sie selbst hat ja einst sogar beschrieben, dass so etwas nur vorliegt, wenn nicht vergleichbares auch Figuren anderen Geschlechts passiert und (ganz wichtig) der Grund und auch die Art der Gewalt deutlich im Geschlecht der Figur liegt. Ihr letztes Video zeigt deutlich: Sie wollte schon fast krampfhaft auch zu dem Thema Gewalt sexistische Auswüchse im Medium Videospiel aufdecken, hat aber keine Beispiele gefunden, die ihrer eigenen Definition standhalten, also wurde massivst entkontextualisiert und dann auch noch verfälschend kommentiert.
...
Ohne zu wissen, welche Beispiele du meinst, kann ich dazu nichts sagen. Im letzten Video ging es auch um "Frauen als Hintergrunddekoration", also nicht speziell um Gewalt gegen Frauen, was aber natürlich auch hier ein wesentliches Thema ist. Aber auch wenn einzelne Beispiele konstruiert sind, ändert das m.E. nichts an der Grundaussage, nämlich das es spezifische, auf Frauen bezogene Klischeemuster gibt, die in verschiedenen Formen und in verschiedenen Spielen immer wieder auftauchen. Dass es auch klischeehafte Darstellungen von Männern, auch als Objekt von Gewalt gibt, bestreitet ja niemand, ändert aber nichts an Sarkeesians These.
Wigggenz hat geschrieben:
Jaggo hat geschrieben:Man kann Anita Sarkeesian vielleicht vorwerfen, dass dieser Ansatz zu kurz gegriffen ist, aber Fakt ist, dass sie nie mehr behauptet hat und dies auf ihrer Webseite, beim Kickstarter und in den Videos auch immer deutlich macht.
Hast du nicht mitgekriegt wie sie sich selber immer großartig mit "In-depth-analysis" angekündigt hat? :roll:
Doch, habe ich, aber in dem Zusammenhang, in dem es im Kickstarter-Text gebraucht wird, kann man das auf alles beziehen und buzzwords gehören nun mal zu jedem kickstarter.
A.S. hat geschrieben:Each video in this new series will be between ten and twenty minutes long with well researched, indepth analysis
Ich persönlich interpretiere das bezogen auf die Fragestellung , nicht auf einzelne Spiele. Trotzdem hätte ich es auch besser gefunden, wenn sie thematisch weniger in die Breite und mehr in die Tiefe gegangen wäre, aber daran grundsätzliche Kritik festzumachen funktioniert imho nicht.
Temeter hat geschrieben: Innerhalb der Videos mach Saarkesian eigentlich ziemlich deutlich, dass sie glaubt, Spiele beeinflussen das Weltbild des Spielers. Gleichzeitig kategorisiert sie nicht nur die Rollen, sondern bewertet sie. Was dann soweit geht, dass sie das women/frigde-Ding als bösartig bezeichnet und sich regelrecht empört zeigt.
Generell ist das Ding von einer wissenschaftlichen Perspektive, die sie so gerne andeutet, recht weit entfernt. Dazu hat das Video auf unsere Gesellschaft bezogene aussagen, welche ebenfalls ohne Grundlage daherkommen.

Die Videos sind in Aussage und Analyse nichts halbes und nichts ganzes. Wenn das dem Zielpublikum reicht, ist das auch völlig ok. Nur leider halten eine ganze Menge eigentlich gemäßigter Leute die Videos wie den heiligen Gral hoch, ohne sie überhaupt zu verstehen. Und du hast sogar andere gerade als Heuchler beschimpft.
Wenn ich jemanden beschimpfen will, mache ich das nicht so subtil... 8)

Und ja, Medien beeinflussen die Gesellschaft (und umgekehrt), da haben viele Leute kluge Sachen zu geschrieben, wie das funktioniert. Natürlich nicht so, dass jeder, der einen Shooter spielt, danach anfängt Leute zu erschießen (oder Frauen vergewaltigt). Es ist ja kein Zufall, dass die Klischees, die Anita beschreibt, immer wieder auftauchen, auch in Werbung, Fernsehen, usw. Das sind Rollenbilder, die uns von frühester Kindheit vermittelt werden (u.a. auch durch diese Medien) und die uns durch entsprechende Darstellungen (auch in Videospielen) immer wieder bestätigt werden. Die Kritik von Alice finde ich im Vergleich zu anderen erfreulich sachlich, trotzdem finde ich, dass sie am Thema vorbei geht und dass man Kritik an den "Tropes vs. Women" anders anbringen muss.

Benutzeravatar
Wigggenz
Beiträge: 6705
Registriert: 08.02.2011 19:10
Persönliche Nachricht:

Re: Kommentar: Auf der Suche nach Heldinnen - und warum Anit

Beitrag von Wigggenz » 12.09.2014 19:13

Jaggo hat geschrieben:
Wigggenz hat geschrieben:
Jaggo hat geschrieben:Man kann Anita Sarkeesian vielleicht vorwerfen, dass dieser Ansatz zu kurz gegriffen ist, aber Fakt ist, dass sie nie mehr behauptet hat und dies auf ihrer Webseite, beim Kickstarter und in den Videos auch immer deutlich macht.
Hast du nicht mitgekriegt wie sie sich selber immer großartig mit "In-depth-analysis" angekündigt hat? :roll:
Doch, habe ich, aber in dem Zusammenhang, in dem es im Kickstarter-Text gebraucht wird, kann man das auf alles beziehen und buzzwords gehören nun mal zu jedem kickstarter.
Das legste dir ja schön zurecht.

"In-depth-analysis" meint nunmal genau das wonach es sich anhört, tiefgehende Analyse, und von der ist Sarkeesians Arbeit in jeder Hinsicht denkbar weit entfernt.

Zudem nennt sie ihr Schaffen nicht nur auf KS so, sondern auch z.B. in ihrem ersten Video, wenn sie die Reihe vorstellt und beschreibt.

Benutzeravatar
3nfant 7errible
Beiträge: 5153
Registriert: 19.09.2007 12:45
Persönliche Nachricht:

Re: Kommentar: Auf der Suche nach Heldinnen - und warum Anit

Beitrag von 3nfant 7errible » 12.09.2014 20:11

Wieviele Leute plötzlich ankommen, nur weil eine Frau mal Anita kritisiert....

Also das ist doch echt mal Sexismus in Reinkultur und Vorurteile hoch drei. Als bräuchte man die männl. Kritiker gar nicht erst anhören, weil die können ja sowieso nur misogyn oder zumindest befangen (welch Ironie, haha) sein :Blauesauge:

Aber damit kein falscher Eindruck entsteht: Alice ist ja hier ja nicht mal die grosse Ausnahme. Es haben sich im Netz mittlerweile ne ganze Menge Leute unter not your shield zusammengefunden, Frauen (darunter auch Feministinnen), Schwarze und sogenannte "Minderheiten", die von Anita Sarkeesian und Zoe Quinn genauso genervt sind wie die pöhse, pöhse "Patriarchy". Und die es zum Kotzen finden, dass den Verteidigern nichts besseres einfällt als ständig immer mit diesem typical white male und misogyny Scheiss anzukommen.


Also ich hätte diesen solidarischen Zusammenschluss von wahrheitsliebenden Menschen aller Geschlechter, Herkunft, Religion und sexueller Ausrichtung ja eher #InYourFace genannt, schon allein für die Unverschämtheit dieser Sith-Lords und Diener Saurons, dass sie meinen Leute, die einfach nur gegen Lug, Betrug und Korruption sind so verumglimpfen zu müssen :Häschen:

don't mess with the truth and the light... we have unicorns and rainbows :3

Benutzeravatar
Temeter 
Beiträge: 14456
Registriert: 06.06.2007 17:19
Persönliche Nachricht:

Re: Kommentar: Auf der Suche nach Heldinnen - und warum Anit

Beitrag von Temeter  » 12.09.2014 20:24

Jaggo hat geschrieben:Wenn ich jemanden beschimpfen will, mache ich das nicht so subtil... 8)

Und ja, Medien beeinflussen die Gesellschaft (und umgekehrt), da haben viele Leute kluge Sachen zu geschrieben, wie das funktioniert. Natürlich nicht so, dass jeder, der einen Shooter spielt, danach anfängt Leute zu erschießen (oder Frauen vergewaltigt). Es ist ja kein Zufall, dass die Klischees, die Anita beschreibt, immer wieder auftauchen, auch in Werbung, Fernsehen, usw. Das sind Rollenbilder, die uns von frühester Kindheit vermittelt werden (u.a. auch durch diese Medien) und die uns durch entsprechende Darstellungen (auch in Videospielen) immer wieder bestätigt werden. Die Kritik von Alice finde ich im Vergleich zu anderen erfreulich sachlich, trotzdem finde ich, dass sie am Thema vorbei geht und dass man Kritik an den "Tropes vs. Women" anders anbringen muss.
Gratulation, du hast gerade perfekt die typischen, leeren Argumentation dargebracht, die man sich schon bei der Killerspieldiskussion anhören durfte. Sogar auf erschießen und vergewaltigen geschlossen, was natürlich aber 'nicht jeder' Spieler macht.

Und so eine abstoßende Aussage ist begründet, weil Medien Rollenbilder vermitteln können. Wobei jedes halbintelligente Kind eigentlich sehen sollte, dass dieser Satz überhaupt keine spezifische Bedeutung hat.
Aber nope, da klink ich mich aus der Diskussion aus. Hatte schon befürchtet, da kommt endlich mal ein vernünftiger Beitrag aus der Richtung.

Jaggo
Beiträge: 5
Registriert: 07.06.2014 10:43
Persönliche Nachricht:

Re: Kommentar: Auf der Suche nach Heldinnen - und warum Anit

Beitrag von Jaggo » 13.09.2014 00:44

Das ging ja doch länger gut als ich dachte... :D
Scipione hat geschrieben:Wieviele Leute plötzlich ankommen, nur weil eine Frau mal Anita kritisiert....

Also das ist doch echt mal Sexismus in Reinkultur und Vorurteile hoch drei. Als bräuchte man die männl. Kritiker gar nicht erst anhören, weil die können ja sowieso nur misogyn oder zumindest befangen (welch Ironie, haha) sein :Blauesauge:

Aber damit kein falscher Eindruck entsteht: Alice ist ja hier ja nicht mal die grosse Ausnahme. Es haben sich im Netz mittlerweile ne ganze Menge Leute unter not your shield zusammengefunden, Frauen (darunter auch Feministinnen), Schwarze und sogenannte "Minderheiten", die von Anita Sarkeesian und Zoe Quinn genauso genervt sind wie die pöhse, pöhse "Patriarchy". Und die es zum Kotzen finden, dass den Verteidigern nichts besseres einfällt als ständig immer mit diesem typical white male und misogyny Scheiss anzukommen.
Also ich hätte diesen solidarischen Zusammenschluss von wahrheitsliebenden Menschen aller Geschlechter, Herkunft, Religion und sexueller Ausrichtung ja eher #InYourFace genannt, schon allein für die Unverschämtheit dieser Sith-Lords und Diener Saurons, dass sie meinen Leute, die einfach nur gegen Lug, Betrug und Korruption sind so verumglimpfen zu müssen :Häschen:

don't mess with the truth and the light... we have unicorns and rainbows :3
come to the dark side, we have cookies 8)

Ich hab mir das hashtag bei Twitter mal angeschaut und ehrlich gesagt keine Ahnung, wofür oder wogegen die Leute sind. Und was mir dein Beitrag sagen soll, weiß ich auch nicht, deswegen verlinke ich einfach mal, was Laurie Penny zu dem Thema gesagt hat:
Laurie Penny hat geschrieben:There’s a culture war happening right now. It’s happening in games, in film, in journalism, in television, in fiction, in fandom. It’s happening online, everywhere. And everywhere, sexists, recreational misogynists and bigots are losing..
http://laurie-penny.com/why-were-winnin ... lture-war/

Temeter hat geschrieben:
Jaggo hat geschrieben:Wenn ich jemanden beschimpfen will, mache ich das nicht so subtil... 8)

Und ja, Medien beeinflussen die Gesellschaft (und umgekehrt), da haben viele Leute kluge Sachen zu geschrieben, wie das funktioniert. Natürlich nicht so, dass jeder, der einen Shooter spielt, danach anfängt Leute zu erschießen (oder Frauen vergewaltigt). Es ist ja kein Zufall, dass die Klischees, die Anita beschreibt, immer wieder auftauchen, auch in Werbung, Fernsehen, usw. Das sind Rollenbilder, die uns von frühester Kindheit vermittelt werden (u.a. auch durch diese Medien) und die uns durch entsprechende Darstellungen (auch in Videospielen) immer wieder bestätigt werden. Die Kritik von Alice finde ich im Vergleich zu anderen erfreulich sachlich, trotzdem finde ich, dass sie am Thema vorbei geht und dass man Kritik an den "Tropes vs. Women" anders anbringen muss.
Gratulation, du hast gerade perfekt die typischen, leeren Argumentation dargebracht, die man sich schon bei der Killerspieldiskussion anhören durfte. Sogar auf erschießen und vergewaltigen geschlossen, was natürlich aber 'nicht jeder' Spieler macht.
verdammt, ich hätte mir die Ironie-Smileys doch nicht sparen sollen :)
Temeter hat geschrieben:Und so eine abstoßende Aussage ist begründet, weil Medien Rollenbilder vermitteln können. Wobei jedes halbintelligente Kind eigentlich sehen sollte, dass dieser Satz überhaupt keine spezifische Bedeutung hat.
...
.
Ich frage mich auch gerade, welche spezifische Bedeutung dieser Satz von dir hat...

Benutzeravatar
Wigggenz
Beiträge: 6705
Registriert: 08.02.2011 19:10
Persönliche Nachricht:

Re: Kommentar: Auf der Suche nach Heldinnen - und warum Anit

Beitrag von Wigggenz » 13.09.2014 10:59

Also ich konnte diese self-proclaimed Geeks noch nie ernst nehmen.

Bambi0815
Beiträge: 5615
Registriert: 25.12.2008 15:23
User ist gesperrt.
Persönliche Nachricht:

Re: Kommentar: Auf der Suche nach Heldinnen - und warum Anit

Beitrag von Bambi0815 » 14.09.2014 04:43

Wenn Feminismus vorher unbeliebt war, wird man dank Sarkeesian so damit übersättigt, dass es nur noch unendlich nervt

ja das kann man echt schon sagen. Sie macht da so eine grosse Sache raus.

Sie sollte sich eher vllt das Fernsehprogramm angucken. Das beeinflusst unsere Kinder und Jugendlichen. Es entscheidet heute noch sehr und lenkt den jungen Menschen in falsche Denkweisen.

Beispiel: Catch the Millionär oder The Bachelor und und und.

Es ist in diesen Shows Tradition, dass eine Porno-Darstellerin mit von der Partie ist. Das Frauenbild und Klischee wird da durch geschicktes Casting aufrecht gehalten.

Aber das muss man garnicht. Unsere Welt hat sich verändert und alle suchen mehr nach Reichtum oder Fame als nach wahrer Liebe. Die Werte haben sich stark verändert.

Die Welt ist kleiner geworden und die Menschen schauen auf andere Menschen und wollen das selbe. Neid ist in unseren Tagen groß geschrieben weil wir auch in alle Leben einblick haben.

Sie müsste woanders anpacken um irgendwas zu verändern am Bild der Frau.

Benutzeravatar
Schnurx
Beiträge: 273
Registriert: 16.07.2008 13:21
Persönliche Nachricht:

Re: Kommentar: Auf der Suche nach Heldinnen - und warum Anit

Beitrag von Schnurx » 15.09.2014 12:15

Oh, übrigens schon gewußt? Männer spielen nur deswegen Video -und Computerspiele um ihren "Vergewaltigungstrieb" unter Kontrolle zu halten....kein Witz, es gibt kranke Damen, die das tatsächlich meinen, hier von "judgy bitch", einer US Kritikerin des Feminismus (verstanden als Männerdiskriminierung und Frauenbevorzugung, nicht als Gleichberechtigung) kommentiert:

https://twitter.com/thejudgybitch2/stat ... 9904569345

Warum ich meine 8-jährige Tochter kaum von ihrem Tablet wegbekomme, wenn sie mal was zockt, erklärt die "Theorie" aber irgendwie nicht....
Das Leben als Christ lehrt einen das Sex das absolut scheußlichste und schmutzigste auf der Welt ist. Und Du es Dir für jemand, den Du liebst aufheben solltest.

Benutzeravatar
Sir Richfield
Beiträge: 13771
Registriert: 24.09.2007 10:02
Persönliche Nachricht:

Re: Kommentar: Auf der Suche nach Heldinnen - und warum Anit

Beitrag von Sir Richfield » 15.09.2014 12:17

Wer sich so nennt, disqualifiziert sich doch schon dermaßen von allen sinnvollen Äußerungen, dass es doch nur noch Satire sein kann, oder?
Disclosure: Folgte dem Link nicht. Denn egal, wie ich es drehe oder wende, Ernst oder Satire, da mag ich keinen Click generieren.
Almost expecting this, your Mantis calmly responds to the trap. | Posting around at the speed of diagonal. | 3-2-1, eure Meinung ist nicht meins. | There's a problem on the horizon. ... There is no horizon.

Antworten

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 1 Gast