Die Kultur der Kritik

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Shard of Truth
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Beitrag von Shard of Truth »

So, das war wahrscheinlich die letzte Kolumne die ich zu diesem Thema hier lesen werde. Viel mehr als den anderen zwei Berichten steht ja auch nicht drin.

Meine eigene Meinung zu diesem ganzen Thema ist eigentlich ziemlich einfach:

Natürlich gibt es Bestechung und Korruption bei der Spielebewertung. Das sollte niemanden verwundern. Aber was solls?
Es geht doch bloß um Spiele.
Schon zwei Wochen (meistens sogar früher) nachdem Erscheinungstermin weiß man wie der Hase läuft, man braucht doch nur ein bisschen zu googeln.

Ich mache meinen Entschluss ob ich ein Spiel kaufe oder nicht, von meinem eigenen Eindruck vom Spiel abhängig und nicht von einer Wertung, die irgendein Magazin gegeben hat.
Das heißt ich lese den Test, finde heraus was der Tester für Prioritäten hat und vergleiche sie mit meinen eigenen. Da fallen von vornherein meistens schon mehre Tester mehrer Spielemagazine durch mein Raster (z.B. wären das bei Gamestar Mick Schnelle oder hier bei 4players Bodo Naser).

Wenn dann das Spiel immernoch gut darsteht kaufe ich es mir. Deswegen bin ich jetzt auch stolzer Besitzer von Gothic 3 und bis jetzt sogar zufrieden.

Bisher lag ich mit dieser Vorgehensweise nur zweimal falsch, einmal mit Baldur's Gate (damals wusste ich nicht was Dungeons&Dragons ist, heute will ich es nicht wissen) und Archangel (das muss ich mit irgendwas anderem verwechselt haben, anders kann ich mir das sonst nicht erklären).

Ich finde es gut, dass hier bei 4players auch solche Problemthemen angesprochen werden. Da es aber leider nur dabei bleibt, lohnt sich das Lesen (aus meiner Sicht) eigentlich gar nicht.

P.S. Den Reich-Ranickys der Spieletester möchte ich lieber nicht kennenlernen :lol:
Help
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Beitrag von Help »

Nee, das sehe ich nicht so. Die wirst grob gesehen dein Leben lang verarscht. Bei den Spielen hast dus vielleicht mitbekommen, allerdings kann es auch andere Bereiche deines Lebens betreffen. Du vertraust anderen, die aber wiederum von anderen manipuliert werden.

Diese "Hinnehmen" Mentalität gefällt mir nicht, es soll nicht so bleiben... (zumindest nicht für mich). Ich hoffe, dass einige Mags abstürzen, die Branche muss sich entschlacken. Und wenn es bei einem geringeren Maß an Korruption endet, hat man viel erreicht. Deswegen: weiter so!
unknown_18
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Beitrag von unknown_18 »

Seh ich genauso, man könnte zwar auch einfach alles ignorieren, aber das macht alles eher noch schlimmer als besser. Ignorieren war in solchen Fällen noch nie eine gute Idee.

Im Grunde heißt Marketing doch nur noch: wie verarscht man Kunden am Besten ohne dabei ertappt zu werden. Marketing baut doch wirklich hauptsächlich nur noch auf Lügen auf. Und wenn man es genau nimmt, gehört die Spielepresse mit zum Marketing, was aber nicht sein sollte. Wenn Stiftung Warentest sich beeinflussen lässt, ist das Geschrei ja auch groß und die machen auch nichts anderes als Produkttests.
johndoe-freename-39219
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lob

Beitrag von johndoe-freename-39219 »

eine bessere kolumne hab ich auf 4p noch nicht gelesen, respekt.
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Zc-Y
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Beitrag von Zc-Y »

Klasse Kolumne und klasse Thema. Der kritische Herbst gefällt mir bis jetzt sehr gut.

Losgetreten hat das ganze wohl Gothic 3, was in meinen Augen auch das absolute Paradebeisspiel ist. Keine Wertung unter 85% asußer hier und in der PC Powerplay. Ich bin sehr wohl ein Fan der Serie, aber der 3. Teil hat nie im Leben mehr als 75% verdient. Am Anfang mags noch tol sein aber nach 2 Tagen merkt man z.B. das die Story praktisch nicht vorhanden ist und es gibt da noch andere störende Dinge...
Bei GoW seh ich das ähnlich, ein innovationsloser 0815 Shooter mit guter Grafik - mehr nicht.

Die Oblivion Wertung ist aber absolut gerechtfertigt, Oblivion ist eindeutig DAS RPG des Jahres.
Skellington
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Beitrag von Skellington »

Liest man so manchen Beitrag, erhält man schnell den Eindruck, hier würde von Woodward und Bernstein der politisch-kluge Umgang mit den Nixon-Enthüllungen diskutiert.
Indes erachte ich viele Aspekte des sogenannten "Kritischen Herbsts" ebenfalls als durchweg problematisch, wenn auch in den seltensten Fällen als kontraproduktiv, wie einigen vorangegangenen Äußerungen zu entnehmen war.

Um zu erraten, daß eine Branche, in der viel Geld ausgegeben und gleichsam viel Geld eingenommen wird, nicht frei von Verpflichtungen sein kann, bedarf es weder besonderer Beobachtungsgabe, noch investigativer Kolumnen. Und nicht minder naiv mutete es im Übrigen an, sich dem Glauben hinzugeben, dieses Magazin wäre in seinem Wirken - frei marktwirtschaftlicher Notwendigkeiten - allein den guten Sitten unterworfen.

Kritische Berichterstattung und zugleich nimmermüdes Anprangern von Mißständen sind durch alle Zeiten hindurch ein hehres Erbe geblieben, das weit weniger einer Selbsterkenntnis bedurfte, sondern stattdessen eine wahre Selbstverständlichkeit für die Arbeit einer jeden Redaktion sein sollte.

Im Gegenzug jedoch sich selbst im Rahmen einer Kampagne als Vorkämpfer der Aufklärung zu stilisieren, Primus inter pares, kann kaum anders, als einen eigennützigen wie selbstgerechten Eindruck zu hinterlassen, ebenso wie auch derart aufdringlich zur Schau getragene Kollegenschelte von schlechtem journalistischem Stil zeugt.

Weit weniger Jörg Luibls inhaltlicher Ansatz, als Art und Weise des Gesagten verstehen zu enttäuschen.
Quod licet Iovi, non licet bovi.
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Kajetan
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Beitrag von Kajetan »

Zc-Y hat geschrieben: Die Oblivion Wertung ist aber absolut gerechtfertigt, Oblivion ist eindeutig DAS RPG des Jahres.
Oblivion ist kein Rollenspiel. Oblivion ist nur süße Zuckerwatte um ein erbärmliches Gameplay-Konzept. Dynamisch mitlevelnde Gegner vermiesen einem den ganzen Spielspass. Wozu soll ich denn noch meinen Char aufbauen, wenn ich selbst mit einstelliger Chararkterstufe die Hauptquest abschliessen kann? Wo ist die Motivation, sich erst mit kleinen Nebenquests die notwendige Erfahrung für das Töten des Drachens und das Looten des Drachenhortes zu holen, wenn irgendwann jeder Strassendieb mächtige Zauberwaffen dropt?

4Players ist bei diesem Test (ebenso wie nahezu alle anderen) nur auf die phänomenale Graphik hereingefallen. Jeder RPG-Spieler mit auch nur etwas Erfahrung hat sich nach nur wenigen Stunden angewidert von Oblivion abgewendet oder mit Hilfe von Fan-Mods das dynamische Leveln abgeschaltet. Dieser Test ist wahrlich kein Ruhmesblatt und zeigt deutlich, dass man auch hier nicht vor Wertungsfehlern und Falscheinschätzungen verschont bleibt.
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Eisregen121
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Beitrag von Eisregen121 »

Kajetan hat geschrieben:
Zc-Y hat geschrieben: Die Oblivion Wertung ist aber absolut gerechtfertigt, Oblivion ist eindeutig DAS RPG des Jahres.
Oblivion ist kein Rollenspiel. Oblivion ist nur süße Zuckerwatte um ein erbärmliches Gameplay-Konzept. Dynamisch mitlevelnde Gegner vermiesen einem den ganzen Spielspass. Wozu soll ich denn noch meinen Char aufbauen, wenn ich selbst mit einstelliger Chararkterstufe die Hauptquest abschliessen kann? Wo ist die Motivation, sich erst mit kleinen Nebenquests die notwendige Erfahrung für das Töten des Drachens und das Looten des Drachenhortes zu holen, wenn irgendwann jeder Strassendieb mächtige Zauberwaffen dropt?

4Players ist bei diesem Test (ebenso wie nahezu alle anderen) nur auf die phänomenale Graphik hereingefallen. Jeder RPG-Spieler mit auch nur etwas Erfahrung hat sich nach nur wenigen Stunden angewidert von Oblivion abgewendet oder mit Hilfe von Fan-Mods das dynamische Leveln abgeschaltet. Dieser Test ist wahrlich kein Ruhmesblatt und zeigt deutlich, dass man auch hier nicht vor Wertungsfehlern und Falscheinschätzungen verschont bleibt.
Stimme ich überhaupt nicht zu. Das ist nur deine persönliche meinung weil du wie in Morrowind irgendwann IMBA durch die gegend rennen willst. Das ist mehr dein Persönliches Problem. Für mich sind das eher punkte das ein Spiel dafurch vordernd bleibt. Morrowind war am schluss schwachsinnig. es konnte dir keiner was anhaben, nach 3 schlägen war der stärkste gegner tot. Das führte bei mir zu schnellerem Spielespass verlusst als Oblivion.
Ich betrachte das keines wegs als Kritikpunkt. Es ist ein Teil der spielewelt die so gedacht ist.
Zudem ist das nicht neu, mehrere Spiele haben das schon so gemacht.
Es ist nur so das du bei Oblivion verdammt ausgewogen leveln musst. Sonst hast du ab lvl 20 ein Prob. wenn du als ritter 5 lvl ups hattest in dem du illusion gesteigert hast.

Endlich war es so das man drauf schauen muss was man steigert um entsprechend stark zu werden, bei Morrowind waren all die sachen egal.
Konntest nachholen wann du wolltest.
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andreasg
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Beitrag von andreasg »

Kajetan hat geschrieben:
Zc-Y hat geschrieben: Die Oblivion Wertung ist aber absolut gerechtfertigt, Oblivion ist eindeutig DAS RPG des Jahres.
Oblivion ist kein Rollenspiel. Oblivion ist nur süße Zuckerwatte um ein erbärmliches Gameplay-Konzept. Dynamisch mitlevelnde Gegner vermiesen einem den ganzen Spielspass. Wozu soll ich denn noch meinen Char aufbauen, wenn ich selbst mit einstelliger Chararkterstufe die Hauptquest abschliessen kann? Wo ist die Motivation, sich erst mit kleinen Nebenquests die notwendige Erfahrung für das Töten des Drachens und das Looten des Drachenhortes zu holen, wenn irgendwann jeder Strassendieb mächtige Zauberwaffen dropt?

4Players ist bei diesem Test (ebenso wie nahezu alle anderen) nur auf die phänomenale Graphik hereingefallen. Jeder RPG-Spieler mit auch nur etwas Erfahrung hat sich nach nur wenigen Stunden angewidert von Oblivion abgewendet oder mit Hilfe von Fan-Mods das dynamische Leveln abgeschaltet. Dieser Test ist wahrlich kein Ruhmesblatt und zeigt deutlich, dass man auch hier nicht vor Wertungsfehlern und Falscheinschätzungen verschont bleibt.
Ultima 9 war kein gutes Rollenspiel, aber wenigstens ein prima Adventure mit den all den Dungeons voller Rätsel.

Auch Oblivion ist kein richtiges Rollenspiel:
Produzent Ashley Chang hat gesagt, dass Level Scaling hat man deshalb eingesetzt, damit man spielen kann, ohne sich jemals um Stats kümmern zu müssen.
Das Problem: Oblivion hat kaum Rätsel, es ist also auch kein gutes Adventure.
Es ist natürlich auch kein gutes Actionspiel wie Dark Messiah.
Oblivion ist ein Händchenhalter Spiel (Fast Travel, Quest Compass). Was bleibt sind die im Gegensatz zum Vörganger besser umgesetzten Nebenquests. - Naja.

Man hat hier schon das Gefühl, dass auch kritischere Journalisten von der Next - Gen Nahdistanz Grafik geblendet wurden. :wink:
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Kajetan
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Beitrag von Kajetan »

Eisregen121 hat geschrieben:Das ist nur deine persönliche meinung weil du wie in Morrowind irgendwann IMBA durch die gegend rennen willst.
Morrowind war auch ziemlich dämlich auf Grund des Bethesda-typischen Fertigkeiten-Systems. Miese Athletik-Werte? Kein Problem, Sprungtaste festklemmen, schlafen gehen, den Rechner laufen lassen und am nächsten Morgen DEN Superheld schlechthin zu haben ;)

Toll, ganz toll!
Ich betrachte das keines wegs als Kritikpunkt. Es ist ein Teil der spielewelt die so gedacht ist.
Gerade DAS ist ja mein Kritikpunkt. Wo ist denn die Motivation irgendeinen Dungeon auszukundschaften oder ein Tal zu erforschen, wenn sich die Monster alle nach meinem Level richten? Es ist ein heftiger Motivationskiller, wenn Dir irgendwann beim Spazierengehen auf der Hauptstrasse kleine Banditen entgegenkommen, die Zauberwaffen und seltene Rüstungen droppen. Wtf? Was soll die Scheisse?
Zudem ist das nicht neu, mehrere Spiele haben das schon so gemacht.
Das macht dynamisches Leveln nicht besser. Es zeigt nur, dass auch andere Entwickler versucht haben eine Idee, die in der Theorie gut klingt, in die Realität umzusetzen.
Es ist nur so das du bei Oblivion verdammt ausgewogen leveln musst. Sonst hast du ab lvl 20 ein Prob. wenn du als ritter 5 lvl ups hattest in dem du illusion gesteigert hast.
Ich hatte ein Problem mit der Hauptquest, die ich erst so ab Level 15 angegangen bin. Denn plötzlich waren da vor Kvatch und auf der anderen Seite des Portales Monster, die mich und die Wachmanschaft innert Sekunden plattgemacht haben. Denn dei Wachmannschaft ist NICHT mitgelevelt und hat so ihre Aufgabe, mich beim Sturm auf das Portal zu unterstützen, nicht erledigen können. Großartig Sinn, umzudrehen und den Char weiteraufzuleveln hat ja nicht gemacht, da die neuen Monster dank Dyn. Mitleveln noch immer stärker wurden. Fertig, Ofen aus, Hauptquest (kaum begonnen) nicht mehr zu schaffen. Ein schönes Beispiel, wie freie Spielweltt und dynamisches Mitleveln ruckzuck zu Sackgassen und Plotstoppern führen können.

Ich habe dann erst eine Weile später Oblivion erneut mit Mods gespielt, die dieses Mitleveln abschwächen und ausschalten. ENDLICH ist das ein vernünftiges Gameplay geworden. SO macht mir Oblivion dann auch Spass!

Übrigens, würden sich nicht verdammt viele Leute wegen des dynamischen Mitlevelns so aufregen, wäre Oscuros Oblivion Mod nicht einer der am häufigsten eingesetzen Mods.
johndoe-freename-79054
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Beitrag von johndoe-freename-79054 »

Jo, das Mitleveln ist maximaler Bullshit, der viel an dem Spiel kaputtmacht. Das Gleiche gilt für die gefundenen Items. Da kann man wie ein blöder Dungeons ausräumen. Wenn man z.B. ein L5-Char ist, wird man anschließend einen ganzen LKW voll mit billigstem Plunder haben. Kaum ordentliche Sachen dabei. Die erscheinen ja erst, ab höherenLevel-Stufen. Wie eigentlich? Hat jeder Dungeon am Eingang einen Fähigkeiten-Scanner installiert, der dann an die Wachmannschaft einen Alarm weitergibt, damit die die Truhen mit levelangepasstem Kram füllen?
Selten so einen idiotischen Scheiß in einem Spiel gehabt. Das hätte man ganz locker anders lösen können, z.B indem man einfach diverse Charakterwerte als Grundvoraussetzung für das Benutzen nimmt, oder - um mal spielerisch etwas kreativer zu werden - bestimmte Voraussetzungen für das Erreichen der entsprechenden Truhen einführt, die z.B. ein gewisses Maß an Athletik etc. beinhalten.

Letztendlich ist es ja der Sinn bei einem RPG stärker zu werden und am Ende zu rul0rn. Bestes Beispiel ist hier wohl Gothic. Am Anfang kriegt man von jedem Huhn auf den Sack, am Ende regelt man die Gegner korrekt untern Tisch.
Diverse Schwellen ab denen das Spiel dann zum Witz verkommt, sind natürlich vorhanden, aber die werden auch nur von Hardcore-Zockern erreicht, die jeden Stein einzeln umdrehen müssen und das Spiel bis in seine tiefsten Tiefen ausloten.

Oblivion hat mich zutiefst enttäuscht. Anfangs war ich auch von der Grafik und der Objektphysik geflasht. Aber dann ging es immer weiter bergab. Diverse recht nett gestaltete Nebenquests konnten mich einige Zeit bei der Stange halten, aber dann machte sich Ernüchterung breit . Immer gleich aussehende Dungeons, ein Levelsystem ohne spürbaren Effekt, angepasstes Item-Dropping, welches den ganzen Spaß am Dungeon-Erkunden zunichte macht, wenn man schon vorher weiß, was man finden wird etc. Dazu kam dann noch eine sehr seltsam gestaltete Welt, in der früher anscheinend eine Festung neben der anderen gestanden hat und Großteile des Landes unterhählt sind, eine miserable technische Umsetzung (massive Landschaft-Popups, hochfrequente Nachladeruckler, permanente Ladebildschirme in Städten und sogar Häusern (inkl. teleportierender NPCs, was wirklich unglaublich bescheuert aussieht, dann schon lieber keine Türen wie in Gothic)) und nicht zuletzt der Umstand, dass das Spiel auf meiner 360 ständig eingefroren ist.

Nee, ich bin schon so manches Mal von einem Spiel enttäuscht worden. Aber selten war die Enttäuschung so groß wie bei Oblivion. Ich halte das Spiel deswegen nicht für schlecht. Im Gegenteil würde ich es jedem, der ein ordentliches RPG auf der 360 sucht, sofort empfehlen. Aber der Ultrahammer, als der es in den Wertungen so dargestellt wird, ist das Spiel beileibe nicht. Da dürfen sich auch mal die ultrakritischen Jungs von 4P an die Nase fassen, die ja sonst immer ganz gut darin sind, die Haare in der Suppe zu finden.
andreasg
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Beitrag von andreasg »

Das ist bekannt, du wirst für Auflevelen in Oblivion bestraft. So hab ich gespielt:
Erstmal Mainquest auf Level 2 gelöst. - Lächerlich.
Dann bekommst du als Cyrodil - Meister einen fetten Sympathiebonus, so dass dir die Npcs in den Nebenquests jeden Wunsch von den Augen ablesen. - Wie aufregend.

Mal was zur hässlichen Distanz Grafik mit ihren POPUPS, Pappbäumchen und Nintendo 64 Texturen.
Da hätte man ohne Probleme anständige Texturen verwenden können und mehr Polygone.
Aber wenn man eben in jeden Fels abertausende Polygone sinnlos verbrät, langts eben für ordentliche LOD Grafiken nicht mehr.

Wenn ich das weis was ich heute weis, hätte ich mir nicht für 60 Euros die Collector Edition gekauft.
Nach Morrowind hab ich mir gesagt nie mehr ein Spiel von Bethesda, so sehr nervten mich die NPCs, die bloß rumstanden und die Nebenquests zum einschlafen.

Aber dann kam der Oblivion Presse Hype auf den ich reingefallen bin. Nächstes mal bin ich schlauer (hoffentlich).
the_wretched
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Beitrag von the_wretched »

Es ist gut, dass solche Themen mal offen angesprochen werden, nur ob sich dadurch etwas ändert ist mehr als fraglich. Vor allem da ein ausprechen allein nicht reicht, da müsste eine offene Diskussion und Klimawandel in unserer Gesellschaft her.

Es ist ja nicht etwa so, als ob dieses Phänomen nur in der Spielebranche existiert. Wenn ich mich in der Wirtschaft so umschaue, egal wo, dann sind doch Mauscheleien an der Tagesordnung. Wenn ich mich in meinem Bekanntenkreis so umhöre wird mir manchmal echt ganz anders. Überall wird mit kleinen Gefälligkeiten, Schleimereien und "Geschenken" versucht, sich die Gunst und das Wohlwollen des anderen zu sichern. Vitamin B ist sowieso das wichtigste, ohne das geht gar nichts. Von Geschäftsethik und Moral hält doch in kaum einer Branche noch jemand etwas. Zumindest werden all diese, inzwischen alltäglichen Dinge, nicht offen hinterfragt. Im Gegenteil, da wirst du doch ausgelacht und wenn du nicht mitmachst, wirst eben übergangen und der nächste profitiert davon. Kein Wunder, dass nach einer Weile jeder wegschaut und sich die Vorteile sichert, wo er nur kann. Wir leben eben auch in einer durch und durch egoistischen Gesellschaft.

Im Falle der Presse, die eigentlich ja eine regulierende Wirkung haben sollte, kommt auch immer mehr der wirtschaftliche Druck dazu. Schliesslich finanziert man sich fast ausschlisslich durch Anzeigen. Und Anzeigen bringen nur Geld, wenn man entsprechend viele Leser hat. Und Leser kommen nur durch gute und/oder exklusive Inhalte. Und wer liefert die? Die Publisher und Entwickler, die selben, die 90% der Werbung schalten. Kreis geschlossen. Beide Seiten hängen zu einem nicht unerheblichen Grad voneinander ab, gerade in der Spielebranche. Einiziger Ausweg wäre da wohl eine unabhängige "Stiftung Spieletests", aber das ist wohl Utopie...

Was die 4P Wertungen angeht, die sind nunmal subjektiv und sicher auch hier und da indirekt mal beeinflusst. Was anderes zu behaupten ist völliger Quatsch, man kann gar nicht in dieser Branche arbeiten und nicht hier und da mal einen Sympathiepunkt mehr oder weniger geben. Ist zumindest meine Meinung. Erschwerend kommt noch dazu, dass es ja auch Spiele gibt, bei denen man erst nach längerer Zeit feststellt, wie gut oder schlecht sie wirklich sind. Solche nämlich, die von der Langzeitmotivation leben, wie Sport- und Rennspiele, MMOs oder Multiplayer-Shooter z.B. Wenn man aber vor, zum oder kurz nach dem Release einen testbericht mit Wertung haben muss, ist es fast unmöglich eine wirklich ausgereifte Meinung zu präsentieren. Da kann man als Tester nur sein bestes tun und hoffen die richtige Anhnung gehabt zu haben. Oft machen solche Spiele eine Weile Spass, und verflachen dann extrem schnell. Nur wenige halten über Jahre ihre Spieler bei der Stange.

Bei solchen fanlastigen Reihen wie TES oder Gothic ist es auch nicht gerade leicht es allen recht zu machen. Man will dem breiten Publikum gerecht werden, aber auch dem individuellen kritischen Anspruch und persönlichen Geschmack nicht aussen vor lassen. In der Hinsicht finde ich Wertungssysteme gut, die mehrere Stimmen und Meinungen zu präsentieren. Das fehlt mir persönlich leider bei 4Players etwas. Auf die Weise kommen dann stark subjektiv angehauchte Wertungsreihen zustande, die von jemand mit nur leicht anderem Geschmack und mehr oder weniger Tolleranz für diverse Mängel, nicht mehr nachzuvollziehen sind.

Aber wofür gibt es viele verschiedene Websites, mit verschiedenen Meinungen. Es ist ja nicht so, als ob es keine Alternativen gäbe. Und irgendwo in der Mitte liegt die Wahrheit...
DanVanDyk
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Beitrag von DanVanDyk »

die seite 4 players verfällt so langsam zu nen werbetafelmarkt.was soll auf jeder seite die ich öffne dieses dumme need for speed movie `???? das ist sowas von kacke.
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Kajetan
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Beitrag von Kajetan »

DanVanDyk hat geschrieben:die seite 4 players verfällt so langsam zu nen werbetafelmarkt.was soll auf jeder seite die ich öffne dieses dumme need for speed movie `???? das ist sowas von kacke.
Verwende den Firefox-Browser und das Adblock-Plugin

http://www.mozilla-europe.org/de/
https://addons.mozilla.org/firefox/1865/

Seitdem ist Ruhe und ich kann wieder unbeschwert surfen. Geholt habe ich mir das Teil übrigens auch erst, als eine meiner regelmäßig besuchten Seiten eines Tages angefangen hat, mich mit lärmenden, blinkenden Flash-Bannern zu nerven. Schlimm wurde es dann mit Flash-Overlays, die einem jeden Blick auf den eigentlichen Inhalt versperrt haben und wo ich erstmal ewig nach dem winzigen Schliessen-Button suchen musste.

Lieber Jörg, wenn Du Dich also schon für ein transparenteres Verhältnis zwischen den Spannungspunkten Presse und Publisher einsetzen willst, dann wäre es auch gut, wenn Du etwas bei Eurer Anzeigenabteilung insistieren könntest, dass hier weniger nervige Werbung geschaltet wird.

Denn wenn immer mehr Leute komplett werbefrei surfen, weil bei ihnen eines Tages die Schmerzgrenze erreicht wurde ... das kann nicht in Eurem Sinne sein, wenn dann die Werbekunden merken, dass wie beim Fernsehen Werbung immer mehr rausgeschmissenes Geld ist, weil keiner zusieht.
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