Deutsches Hosenscheißerland

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rocketer
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Beitrag von rocketer » 23.11.2005 13:16

Also erstmal ein Lob du sprichst die Dinge genau richtig an.

Was manche Politiker sich denken, erinnert schon an gewisse Buchverbrennungen damals vor nicht allzu langer Zeit (auch wenn die Motive andere waren). Was „uns“ nicht gefällt wird halt verboten.
Die Reden von Sachen, von denen sie keine Ahnung haben. Keiner, absolut keiner von denen hat sich doch jemals kritisch und eingehend mit Computerspielen befasst. Die sind wahrscheinlich froh wenn sie in Excel eine Formel eingeben können.
Spiele als kulturelles Erlebnis, als Kunst, zu sehen würde diesen Subjekten nie einfallen. Es sind Killerspiele und jeder der Killerspiele spielt ist ein potentieller Attentäter der dringend Hilfe braucht.

Ich unterstütze aber auch Ansätze der Politiker, gewisse Spiele sollten für Kinder nicht zugänglich sein und auch nicht gemacht werden. Aber das ist nicht die Aufgabe der Spieleindustrie oder der Politik, sondern die der Eltern, Großeltern und Geschwister.

Das die Politiker den Eltern jetzt helfen will solche Sachen zu kontrollieren, indem sie solche Spiele einfach verbietet ist der falsche Weg und hat faschistische Züge.

Es gibt einen Artikel im Grundgesetzt, ich glaube es ist der zweite(ist er es?), den sollten sich unsere selbsternannten Retter mal genau durchlesen.

MfG

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stormgamer
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Beitrag von stormgamer » 23.11.2005 14:22

da floriert ein markt und da will die alte deutsche generation sich da raushalten...welche leider in der überzahl sind.sehr wahre kolumne jörg wie immer.

johndoe-freename-84270
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Und was können wir tun?

Beitrag von johndoe-freename-84270 » 23.11.2005 14:32

Jörg spricht mir aus der Seele aber irgendwie weiss hier niemand was wir dagegen tun können oder habe ich etwas überlesen?

Wir können uns hier den Frust von der Seele tippen aber bringen wirds eh nix.

Was können wir tuuuuuuunnn?

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Notarzt2007
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Beitrag von Notarzt2007 » 23.11.2005 15:34

Ich muss mich mal outen ...

... kein Gewinnspiel, keine Kommentare, keine Umfrage, kein Newsletter, kein Forenthread – gar nichts. Ich war bisher so passiv wie nur irgend möglich.
Ich lese nun schon seid Jahren 4players und besuche die Seite mehrmals täglich, aber ich habe mich niemals registriert oder sonstige Aktivitäten auch nur im Mindesten wahrgenommen.

Aber bei der letzten ihrer bisher erstklassigen Kolumnen ist mir so dermaßen der Kragen geplatzt, das ich jahrelange Gewohnheit über Bord geworfen und tatsächlich mal auf den Registrieren Button geklickt habe. Und es gab viele Kolumnen und Beiträge, die eine Antwort mehr wert gewesen wären als diese.

Jetzt schreibe ich aus der Hüfte 2 Postings im Abstand eines Tages und sofort Antwortet mir der Chef persönlich – also ich gebe ehrlich zu das ich etwas geschmeichelt bin.

Gleichzeitig bin ich jedoch auch enttäuscht. Man muss bei ihrem Tenor nicht zwischen den Zeilen lesen, es ist offensichtlich, das er in der Art nicht gewollt, sondern von mir stumpf provoziert wurde.
Dafür möchte ich mich ausdrücklich entschuldigen. Provokation ist wahrscheinlich der sinnfreiste Weg, einen Dialog zu beginnen. Es war eher mein Ziel, den Sumpf von Ja-Sagern ein wenig aufzumischen.

Es geht mir auch nicht im geringsten darum, eine gute, redaktionelle Arbeit runter zu machen, dennoch stimmte ich nach wie vor nur bedingt mit dem Resümee überein.
Das jetzige Problem ist, wie so vieles in Deutschland, ein hausgemachtes. Die Engstirnigkeit, Ignoranz und schiere Gleichgültigkeit, die seid Jahren auf beiden Seiten herrscht, ist verheerend.

Welche Eltern will man denn aufhetzen ? Die Ahnungslosen, die Unwissenden oder die, denen es sowieso gleichgültig ist ?
Die Eltern, die von diesem Verbot schon Wind bekommen haben, kennen ich und viele sonst leider nicht. Sonst müssten sie sich als Vormund und verantwortliche Personen damit auseinander setzen, wie man es mit anderen aktuellen, politischen Entwicklungen tun sollte.

Dabei liegt mir das Interesse der Eltern sehr am Herzen, denn meine Eltern waren damals und sind bis heute wohl die absoluten Musterbeispiele in Sachen Unwissenheit und Gleichgültigkeit – und auch bei ihnen habe ich nach Jahren schlichtweg aufgegeben.

Die Angebote, sich doch mal daneben zu setzen, ein bisschen mitzuspielen oder wenigstens zuschauen, Fragen stellen, Interesse zeigen – all das ist mittlerweile nun 13 Jahre völlig wirkungslos an ihnen vorbeigezogen.
Aber woran liegt es: sind es Hürden beim Verständnis, dem technischen Wissen oder einfach nur am mangelnden Interesse ?
Was die neuen Medien angeht, ist es doch so, das nicht mehr die Eltern den Kindern zeigen, wie die Welt funktioniert – es ist genau anders herum.
Ich glaube, die Eltern haben in unsere heutigen Gesellschaft selbst genug – oder besser gesagt zuviel um die Ohren.
Es ist eine Krankheit, das Eltern ihre Defizite grundsätzlich auf anderen Medien abwälzen. Videospiele haben die Gewaltfilme mittlerweile abgelöst – nicht ganz, aber weitestgehend. Ein Sündenbock ist immer schnell gefunden, aber wirklich angemessene, kollektive Prophylaxe ist von keiner Seite jemals betrieben worden.
Genau so die Politiker, die völlig ahnungslos von der Materie irgendwelche Verbote fordern. Nur der Staat, der glaubt, die vermeintliche Lage erkannt zu haben, schlägt um sich.

Aber was ich für nötig halte, sind konkrete Richtlinien, keine Individualentscheidungen, wie es die Indizierungen ohne gesetzliche Altersfreigabe vor Erfurt waren.
Die Neuregelung nach dem traurigen Zwischenfall waren ein sehr guter Schritt in die richtige Richtung, den jeder volljährige Spieler aufs äußerte verteidigen muss. In der Realität tun das jedoch die wenigsten, ausweinen ist bisweilen immer noch beliebter.
Der Jugendschutz für Erwachsene wird von der breiten Masse ganz offensichtlich gebilligt. Das bereits in der Kolumne angesprochene Aussitzen des Problems ist der Regelfall. Daher auch Lob und Anerkennung, das der Mund hier aufgemacht wird.

Das mit dem Missstände aufdecken ist lobenswert, hab ich damals auch mal versucht. Damit habe ich in einer kleinen Anti-Zensur Community nur für Spiele selbst mal angefangen.
Das Stichwort hieß Front machen – Gegenwind bei engstirnigen Politikern und sonstigen vermeintlichen und total maroden Kompetenzzentren für Videospiele.

Gleichzeitig Aufklärung, nicht um den Leuten letztlich die Kaufentscheidung abzunehmen, sondern ihnen einen guten Rat anvertrauen, gewissen Versionen nicht zu kaufen.
Was wir erreicht haben, liegt irgendwo zwischen Null und nichts. Das ist bitter, wenn man sich für eine Sache einsetzt, sowohl als Person, als auch als Spieler.

Der Gestank steht wirklich in der Luft, aber den atmen wir schon seid jahrzehnten ein, ohne das sich wirklich etwas getan hat, geschweige denn das es ernsthafte Bemühungen gegeben hat, dem entgegen zu treten.

Appell ? – Nein, aber gleichzeitig eine Bestandsaufnahme die ich nicht teile.
Die Positivwende im Jahr 2003, die zwar den Gestank nicht fortgeblasen, aber doch angenehm gelichtet hat.
Appelle verhallen, gestern, heute und auch morgen werden sie verhallen, bei Eltern, Jugendschützern und auch bei Spielern. Solange ich denken kann rühren sie alle in der gleichen Suppe, ohne das sich jemand traut, mal einen Schluck zu kosten.

Gleichzeitig müssen sich aber Spieler und Industrie dem Vorwurf stellen, Gewaltverherrlichung auf Unterhaltungsniveau zu degradieren.
Auch Spiele, wie das indizierte Generals, die ihr Weltbild aus einer aktuellen politischen Lage beziehen, müssen sich die Kritik gefallen lassen, wenn sie dieses Weltbild verzerrt und einseitig wiedergeben.

Aber im Gegensatz zu anderen Ländern, stellt man sich in Deutschland diesen Fragen nicht. Es ist genau wie Arbeit und Wirtschaft, alle reden sie um den heißen Breit, ohne die Brocken anzufassen.
Wenn dieses Verbot nicht durchkommen sollte, wird sich das Karussell in wenigen Jahren wieder von vorn anfangen zu drehen. Vielleicht sogar beschleunigt durch einen weiteren Zwischenfall.

Weiter bei Teil 2 ...

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Notarzt2007
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Beitrag von Notarzt2007 » 23.11.2005 15:35

... Die miese, falsche und hinterfotzige Hetzpropaganda der übrigen Medien sind da ein deutliches Zeichen, hier dringend entgegen zu wirken.
Spieler als Gore Junkys oder potentielle Massenmörder zu pauschalisieren, ist mindestens genau so falsch.

Aber was muss ich beim ZDF Interviews und weiteren Stellungnahmen eines anderen großen deutschen Nachrichten Magazins lesen ?
Noch nie zuvor hätte die ZDF-Redaktion zu einem Beitrag eine Welle mit derartig obszönen, anmaßenden, hasserfüllten und gewalttätigen Kommentaren erreicht.
Wenn sich einfältige, pubertäre Spieler zusammenschließen und ihren gebündelten Straßenjargon, der ihnen vom bildungskulturelle und sozialpolitische Abschaum der ostpreußischen Aggro Fraktion eingetrichtert wurde, auf die Opposition loslassen, bringt das die Mauer der Vorurteile nicht zum Einsturz.

Mit derartige Totalausfälle werden die vermeintlich im Recht befindlichen Hetzorgien der Medien auch noch bestätigt. Gleichzeitig verlieren sich Aufklärungskampagnen im Wind und zahnlose Interessenverbände der Spieler plänkeln nur rum, statt Initiative zu ergreifen.

Manchmal frage ich mich, wieso sich nicht auch mal die Spieler fragen, woher all der Müll eigentlich kommt, den uns die Berliner Experten jetzt servieren wollen.

Der Karren ist nicht nur festgefahren, die Schichten von mehreren Schlammschlachten haben sich schon verkrustet. Aber alle heben sie den Finger – jedes mal, nach jedem Beitrag, jedem Kommentar und jedem Hetzfilm bei Frontal 21 & Co.

Wo ich Galle kriege, ist nicht das was uns als Spielern möglicherweise bevorsteht, sondern das, was zu der heutigen Situation geführt hat. Ignoranz und Gleichgültigkeit der übelsten Sorte und das auf beiden Seiten.
Und genau das macht mich so verbittert. Es ist auch mir nach jahrelangem lamentieren und bereden einfach egal, was die andern machen. Ich weiß, wo ich meine Sache für die Sammlung günstig herbekomme.

In all den Jahren habe ich so vieles über Hiobsbotschaften, vermeintliche Neuregelungen und angebliche Verbote gehört – nie ist etwas passiert. Im Gegenteil, es musste erst zu einem Blutbad an einer Schule kommen, bevor sich beide Lager in Bewegung setzten, weil man gemerkt hat, das etwas nicht stimmt. Leider nicht im Dialog, sondern mit stumpfen Vorurteilen, von denen niemand bemüht ist, sie medienwirksam abzubauen.
Falsch noch, mit gegenseitigen Anschuldigen will man sich gegenseitig den schwarzen Peter zuschieben. Es geht zu wie zwischen Arbeitgebern und Gewerkschaft und das kotzt mich wahnsinnig an.

Im Grunde mache ich jetzt nichts anderes: Ich rege mich über Sache auf, von der ich weiß, das ich ihr, egal wie übel die Verbote kommen mögen, entspannt ausweichen kann.
Ich schreibe auf, was mir nicht gefällt, aber statt überall nur die Tränen abzudrücken, sollte man die Sache im Kollektiv angehen. Die scheinheiligen, nutzlosen Angebote der Industrieverbände zur Zusammenarbeit verhallen doch. Unverbindliche Angebote reichen seid Jahren nicht mehr, es bestand schon vor Erfurt akuter Handlungsbedarf.
Ich als einzelner habe, wie jeder andere auch, weder genügend Wissen, geschweige denn ausreichend Ideen, hier den besagten Stein ins Rollen zu bringen.

Aber bittere Ergebnisse zu ziehen und sich dann gegenseitig die Hände zu reichen, halte ich für einen unzureichenden Lösungsansatz. Nehmt lieber alle die Hände aus der Tasche und fangt an Steine zu rollen um der Hexen Jagt langsam ein Ende zu setzen.
Spieler nach einem Spielverbot befragen – da kann man auch den Tischlermeister um die Ecke fragen, wie er über ein Totalverbot für Holzimporte denkt. Wenn es gegen die eigenen Interessen geht, ist die Antwort überall die gleiche.
Petitionen, Treffen oder Aktionen mit und unter sämtlichen deutschen Magazinen würde ich sehr begrüßen. Statt alleine zu köcheln, sollten auch die Spieler, ihre Magazine und Vereine eine Koalition gemeinsam in Angriff nehmen. Die Politik muss den Druck der Masse zu spüren bekommen, aber das taktisch klug und passend dosiert und gut gezielt.
Blitzaktionen wie die Sammlung schriftlicher, deutscher Subkultur in der ZDF-Redaktion sind Gift für unser in der Öffentlichkeit extrem angeschlagenes Image. Und solange nur der Begriff Killerspiele im Raum steht, weiß niemand wie er dran ist.

Was die Page Impressions angeht: Auch hier ist es bedauerlich, wenn Spieler mehr Interesse am nächsten WoW Patch und der xten Lizenzgurken Demo zeigen, als an der Entwicklung einer aktuellen, akuten politischen Lage, die uns alle als Spieler direkt betrifft und etwas angeht.

Aber so lange sich nicht das geringste tut, ist der Einzelne machtlos und ich habe ganz einfach die Lust verloren, ständig die Leute, denen es scheinbar sowieso egal ist, um Hilfe anzubetteln. Ich habe meinen Weg, mit der aktuellen Lage als volljähriger Spieler in Deutschland sehr sehr gut klar zu kommen, schon lange gefunden. Und das habe ich glaub auch deutlich gemacht.

In sofern zeigt diese Kolumne, das man nicht allein ist – das ist in der Tat sehr wichtig für den gemeinsamen Konsens – mehr jedoch nicht. Was die Spieler brauchen, sind Kolumnen, welche nicht schon wieder die Solidarität miteinander aufwärmen, sondern Handlungsbereitschaft symbolisieren. Ersteres stand nämlich sowieso schon immer außer Frage, aber an letzterem mangelt es in höchstem Maße. Aus der Sicht fehlen mir definitiv die Appelle, was einen Teil meiner Kritik hier nicht ganz rechtfertigt. Aber ich will keine Kritik an gewissen Teilen der Situation hören, an denen wir als Spieler meiner Meinung nach eine nicht unerhebliche Mitschuld tragen.

Und nein, ich habe von Page Impressions nicht den Hauch einer Ahnung. Wie sollte ich auch, Insiderwissen, das jeder kennt, ist kein Insiderwissen mehr. Ich fürchte jedoch, das mir dieses gefährliche Halbwissen nicht erspart bleibt. Und da die Hits im Einzelnen niemand öffentlich ausplaudert, wird mir das wohl leider auch niemand abnehmen. Ich persönlich habe mich der Klickgier jedoch gebeugt.

Und macht bitte die Sperre für die Textmenge raus, ihr behindert damit meine kreative und rhetorische Entfaltung ;)
So, und nun gebe ich wieder ab an das Smoothbleiben, denn mein neustes Musterbeispiel abartigster Gewaltverherrlichung wartet darauf, endlich von mir durchgespielt zu werden.

MfG

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kotsch
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*gulb*

Beitrag von kotsch » 23.11.2005 16:06

hm... starker tobak... respekt... wundert mich nicht, daß jetzt alle so ruhig werden... (oder sie lesen einfach nur langsam ;)

Evin
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Beitrag von Evin » 23.11.2005 16:24

Na, es gibt ein Problem... Demokratie funktioniert nicht.

Man kann kritisieren dass nicht alls Gamer auf die Straßen laufen um was zu ändern; vielleicht zeugt das Ganze aber von Vernunft.

Im Endeffekt wird das Verbot jetzt von den Spielern und Magazinen künstlich hochgepuscht. Das Vebot von Killerspielen ist im Koalitionsvertrag drinnen, damit es drinnen steht... ich kann mir einfach nciht vorstellen dass DIES jetzt der erklärte Dreh- und Angelpunkt der zukünftigen Koalitionspolitik, geschweige denn der kleinste gemeinsame Nenner beider Partein ist.

Es gibt einfach viel schwerwiegendere Probleme die es zu lösen gilt, als den popeligen Jugendschutz.

Klar, die große Gefahr besteht darin dass ein fixer Gesetzesentwurf zusammengepfuscht wird, pauschal die Verbotskeule ausgepackt wird und das Gesetz durchgebacht wird. Und wenn die Kritik an der lahmarschigen Regierung wächst, präsentieren sie den Supi-Dupi-Jugendschutz als totalen Erfolg.

Wenn die Sonne tief steht werfen auch Zwerge lange Schatten.


Mir als Österreicher kann das ja generell egal sein (;)), aber ich bin froh dass nicht jedes unterbelichtete CS-Kiddy eine Hassmail in den buntesten Farben an die Politiker schickt. Ich brauch mir nur die Beiträge diverser Forenteilnehmer ansehen um zu wissen, dass das ganz schnell in einem Totalverbot für alle Unterhaltungsmedien enden könnte.

Ach ja.
Vielleicht kommt euch noch die EU zu Hilfe, weil ein Publisher auf Verletzung des freien Wettbewerbs klagt. Who knows?
-gone-

johndoe-freename-79787
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Beitrag von johndoe-freename-79787 » 23.11.2005 17:40

Schöne Kolumne, wirklich, vor allem vorletzte Satz ;)

Den Vergleich mit Tschechien habe ich nicht ganz verstanden, halte ihn aber für etwas unglücklich, wenn er das meint was ich denke. Gesetze müssen bei der Genetik schon sein, wie gesagt, kann auch sein, dass ich es falsch verstanden habe.....

TheExorzist
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Beitrag von TheExorzist » 23.11.2005 18:52

@evin:

Deine Meinung bezüglich dem Rauchen ist schon verdammt arrogant. Du regst dich auf, weil du für Leute die Lungenkrebs haben zahlen musst? OK, aber weiten wir die Sichtweise mal ein wenig aus: Für wieviel Leute, die besoffen nach ner Fete nach Hause fahren und dann n Unfall bauen zahlst du? Ich sags dir gern: XXX mal mehr! Mal ganz von den Krankheiten die Alkoholkonsum mit sich zieht....

Und was nun? Willst du nun Alkohol verbieten? Oder Autos verbieten (die geben ja auch Schadstoffe, die wir einatmen, ab)?

Die dummen Sprüche bezüglich der Raucher spar dir bitte in Zukunft, k?

mr_madman
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Beitrag von mr_madman » 23.11.2005 21:43

Alles gut und schön, nur eine kurze Frage, hat der Autor sich die Inhalte der SZ Seite auch durchgelesen? Objektiver und distanzierter kann ein Zeitungsbericht kaum ausfallen, vorallem gab es ein ganze Serie dazu. Der springe Punkt ist, das viele Computerspieler und auhc Redaktuere, schließt sich ja nicht aus, irgendwie in keinsterweise kompromissbereit und schon garnicht objektiv rangehen. Ich merke es bei mir in Diskussionen auch manchmal. Ich finde jedenfalls, dass man die SZ in diesem Zusammenhang auf keinen Fall verteufeln sollte, auch wenn dieses Bild etwas daneben war!

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4P|T@xtchef
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Beitrag von 4P|T@xtchef » 23.11.2005 23:31

BladeKnight hat geschrieben: Ich lese nun schon seid Jahren 4players und besuche die Seite mehrmals täglich, aber ich habe mich niemals registriert oder sonstige Aktivitäten auch nur im Mindesten wahrgenommen.
Genau so ein Lesertyp bin ich auch. :wink: Aber auch 90% der 4P-Leser konsumieren, ohne in irgendeiner Form aktiv zu sein. Der geringste Teil ist hier im Forum unterwegs.
BladeKnight hat geschrieben:Provokation ist wahrscheinlich der sinnfreiste Weg, einen Dialog zu beginnen.
Provokation kann auch der Anfang eines Austauschs sein - wie jetzt gerade.
BladeKnight hat geschrieben: Die Engstirnigkeit, Ignoranz und schiere Gleichgültigkeit, die seid Jahren auf beiden Seiten herrscht, ist verheerend.
Mmh. Ich kann gerade das mit den beiden Seiten nicht unterschreiben, weil ich eher die restriktive Aktion der Politik und die Reaktion der Spieler sehe - die mittlerweile vom polemischem Forenbeitrag über giftige Kolumnen bis hin zu Pressemitteilungen des esb oder anderer Verbände reichen, die der Politik ja bereits runde Tische oder die Organisation von Kursen in Medienkompetenz anbieten.

Ich beobachte gerade kein gegenseitiges Provozieren, so dass am Ende vielleicht zwei Parteien ihre Fehler einsehen und sich die Hand reichen könnten. Ich beobachte eher eine immer reifer und organisierter werdende Spielewelt, die Weltmeisterschaften organisiert, intelligente Magazine rausbringt, Studiengänge bietet und den ganzen kulturellen Wert des Spiels bereits in all seinen Facetten lebt.

Andererseits beobachte ich eine Politik und einige Medien, die dem Kulturgut Spiel mit unverschämter Einseitigkeit und Ignoranz begegnen. Es gibt ein konservatives Establishment, das unser Hobby kriminalisiert.
BladeKnight hat geschrieben:Welche Eltern will man denn aufhetzen ? Die Ahnungslosen, die Unwissenden oder die, denen es sowieso gleichgültig ist ?
Genau die. Und das sind nicht wenige, wie eine Kamerafahrt durch den Musikantenstadl immer wieder in schrecklicher Klarheit zeigt.
BladeKnight hat geschrieben:die Politiker, die völlig ahnungslos von der Materie irgendwelche Verbote fordern.
Dabei gibt es ja so viele jüngere Politiker, die selbst darüber den Kopf schütteln - nur haben die noch keine Hausmacht. Vielleicht muss es einfach einen Generationenwechsel geben.
BladeKnight hat geschrieben:Die Positivwende im Jahr 2003, die zwar den Gestank nicht fortgeblasen, aber doch angenehm gelichtet hat.
Mich macht die Erinnerung an den Herbst 2004, wo von SZ über Frontal21 bis hin zu Kerner aufs Blödeste über Killerspiele fabuliert wurde, und die diesjährige Steigerung, in der sich tatsächlich eine politische Stoßrichtung abzeichnet, eher skeptisch. Ich befürchte fast eine Negativwende.
BladeKnight hat geschrieben:Was die Spieler brauchen, sind Kolumnen, welche nicht schon wieder die Solidarität miteinander aufwärmen, sondern Handlungsbereitschaft symbolisieren.
Also zur politischen Arbeit gegen die große Koalition auffordern? Oder Unterschriften sammeln? Oder sachliche Pressemitteilungen an die Bundesregierung schicken, wie der esb?

Ich kann den Ansatz ja verstehen, dass da aus dem Unmut auch etwas Konstruktives wachsen sollte. Aber unser, zugegebener Maßen bescheidender und in letzter Zeit vernachlässigter, Anteil an Gegenlobby besteht seit dem heißen Frontal21-Herbst 2004 darin, im Bereich der Spielkultur eben jene Leute ins Rampenlicht zu bringen, die das Bild vom grenzdebilen Shooter-Proll ad absurdum führen: junge Wissenschaftler, Autoren, Zocker, die sich für all die Aspekte unseres Hobbys interessieren, die angesichts der einseitigen Gewaltdebatte untergehen.
BladeKnight hat geschrieben:Aber ich will keine Kritik an gewissen Teilen der Situation hören, an denen wir als Spieler meiner Meinung nach eine nicht unerhebliche Mitschuld tragen.
Okay. Aber da bin ich anderer Meinung: Ich sehe keine erhebliche Schuld in Spielerkreisen. :wink:
Jörg Luibl
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Beitrag von 4P|T@xtchef » 23.11.2005 23:36

mr_madman hat geschrieben:Alles gut und schön, nur eine kurze Frage, hat der Autor sich die Inhalte der SZ Seite auch durchgelesen?
Ja, hat er. Aber es ging mir um die Bildpropaganda.
mr_madman hat geschrieben:Ich finde jedenfalls, dass man die SZ in diesem Zusammenhang auf keinen Fall verteufeln sollte, auch wenn dieses Bild etwas daneben war!
Ja, die SZ hat im Vergleich zum Herbst 2004 bereits eine andere Richtung eingeschlagen. War ja auch nötig, wenn man nicht immer mit Frontal21 in einem Satz genannt werden will. Allerdings hatte das Bild peinlichen Hetzcharakter und war einer großen deutschen Tageszeitung nicht würdig. Man stelle sich so einen Fauxpas im Politikbereich vor...
Jörg Luibl
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Mo-2
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Beitrag von Mo-2 » 24.11.2005 08:29

Ich stimme Jörg zu. Ich erinne mich noch an den peinlichen Doom-Artikel im Feuliton.

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Beitrag von Evin » 24.11.2005 08:58

TheExorzist hat geschrieben:@evin:

Deine Meinung bezüglich dem Rauchen ist schon verdammt arrogant. Du regst dich auf, weil du für Leute die Lungenkrebs haben zahlen musst? OK, aber weiten wir die Sichtweise mal ein wenig aus: Für wieviel Leute, die besoffen nach ner Fete nach Hause fahren und dann n Unfall bauen zahlst du? Ich sags dir gern: XXX mal mehr! Mal ganz von den Krankheiten die Alkoholkonsum mit sich zieht....

Und was nun? Willst du nun Alkohol verbieten? Oder Autos verbieten (die geben ja auch Schadstoffe, die wir einatmen, ab)?

Die dummen Sprüche bezüglich der Raucher spar dir bitte in Zukunft, k?
Ich "bezahl" für die besoffenen Autofahrer mehr als du denkst... ich zieh ihre Körper nämlich mit gewisser Regelmäßigkeit aus ihren Wracks, verarzte sie, und bringe sie in die Krankenhäuser; bin nämlich Sani. ;)
Alk deswegen Verbieten?
Nein.
Alk am Steuer verbieten?
Ja.
Rauchen verbieten?
Nein.
Rauchen in der Öffentlichkeit verbieten?
Ja.

Du erkennst ein gewisses Schema? ;)

Ich wäre ja dafür Raucher höhere Versicherungsbeiträge zahlen zu lassen... ebenso Leute die betrunken einen Unfall verursacht haben... Leute die Risikosportarten ausüben bezahlen ja auch Sonderprämien.

Aber das ist OT und würde zu weit führen.

BTW: Das sind leider keine dummen Sprüche...
-gone-

johndoe-freename-29676
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Beitrag von johndoe-freename-29676 » 24.11.2005 09:11

Sehr gute Kolumne!!! Armes Deutschland...

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