Vielleicht sollte man hier auch unterscheiden zwischen Kunst und Kunsthandwerk, ein "echter" Kunstschaffender hat gar keine Wahl, er ist immer seinem Talent oder seinem Willen sich auszudrücken verpflichtet, wenn es sich finanziell auszahlt - gut, wenn nicht, kann er nicht einfach die Branche wechseln und statt Romanen Möbel zuzammenzimmern oder Kühlschränke reparieren. Und wenn ich in diesem Zusammenhang von materialistisch orientiertem Recht spreche, dann meine ich damit, daß wir ja die Künstler mit jedem anderen Handwerksberuf versuchen gleichzusetzen.nexttothemoon hat geschrieben: Denn wenn sich die ganze Schose nicht mehr lohnt, als Lebensmodell nicht mehr infrage kommt, dann wird es halt auch weniger Künstler geben.
Als Folge davon haben wir im Bereich der Kunst die gleiche Trennung wie in allen Bereichen unseres Zusammenlebens. Auf der einen Seite haben wir eine gewisse Elite, die sich auf ihrem einmal erreichten Status der gesellschaftlichen Akzeptanz ausruhen darf, auf der anderen Seite eine grosse Masse an Kunstschaffenden, die aus reinem Idealismus tut was sie tut, während sich sich mit Gelegenheitsjobs oder Sozialhilfe über Wasser halten muß. Den Glauben, daß die Qualität der geschaffenen Kunst hier den Unterschied zwischen den Gruppen ausmacht, teile ich dabei nicht. Wenn, dann höchstens andersherum, daß Kunst, die zum Zwecke materieller Verwertung geschaffen wurde, immer als korrumpiert anzusehen sei.
