Konami demontiert sich

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Sharkie
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Re: Konami demontiert sich

Beitrag von Sharkie » 09.03.2018 22:21

4P|T@xtchef hat geschrieben: Insbesondere wenn man seine Wurzeln vergisst und sich zu tief vor dem westlichen Geschmack oder potenziellen Gewinnen verbeugt, kann es so richtig schief gehen.
Letzteres scheint man andernorts interessanterweiser anders, bzw. exakt umgekehrt zu sehen. Dort erklärt man Konamis "Selbstdemontage" (Zustimmung!) nicht etwa als Produkt einer Anbiederung an den Westen, sondern zur Folge einer japanozentrischen Firmen- und Designpolitik.

In der Tat könnte man sicher debattieren, ob Survivalelemente oder auch Ingame-Käufe jetzt etwas "typisch westliches" sind, das eine ihrerseits sicherlich nicht "porentief reine" (immerhin verweist Jörg ja exemplarisch auf den Irrsinn der Pachinko-Kultur), aber unter gewissen Gesichtspunkten dann eben doch als distinkt überlegen wahrgenommene japanische Spielekultur beschmutzt. Oder aber, ob man mit dieser Argumentation nicht vielmehr am Rande eines eher fragwürdigen spielkulturellen Essenzialismus entlangbalanciert.

Der Designaspekt ist hier eine Sache - diesbezüglich würde ich schon sagen, dass gewisse "ur-japanische Tugenden" recht klar identifizierbar sind, wobei reichlich Beispiele existieren, bei denen ein gegebener westlicher Einfluss sich alles in allem eher negativ denn positiv ausgewirkt hat (Beispiele geglückter westlicher Designeinflüsse gibt es indes ebenfalls vielfach, man bedenke nur Dark Souls).

Hinsichtlich der Gewinn-Gier aber würde ich versuchen, eher nicht in irgendwelchen angeblich kulturspezifischen Kategorien zu denken: Ich zumindest tue mich (als riesiger Fan japanischer Spiele vieler Couleur) recht schwer damit, das Anknüpfen einer japanischen Traditionsfirma an moderne spieleindustrielle Unsitten - unbestritten westlichen Ursprungs - sowie eine damit einhergehende spielkulturelle Verarmung als eigentlich wesensfremde Kapitulation vor einem verführerisch-schädlichen, aus Fernwest importierten Gewinnstreben zu deuten; bzw. ich sehe da durchaus ein gewisses Maß an die japanische Industrie romantisierender Verklärung bei. Wer sich die DLC-Auswahl und -Preise diverser japanischer Steamveröffentlichen (The Phantom Pain, Street Fighter, Tekken, die Tales of...-Reihe) ansieht, der wird feststellen, dass derlei Mist in der japanischen Industrie mittlerweile in ähnlichem Umfang gang und gäbe ist, wie in der westlichen (preislich geht es bei den Japanern oftmals sogar noch schamloser zu). Immerhin wäre zu loben, dass japanische DLCs mehrheitlich tatsächlich nicht-essenzieller, kosmetischer Natur sind und es darüber hinaus viele japanische Spiele wie etwa Valkyria Chronicles oder Final Fantasy XV gibt, deren DLCs zumindest in der PC-Version mit dem Hauptspiel frei Haus kommen.

Natürlich verblasst all dies klar gegenüber Konamis grenzdreister Chuzpe, für schnöde Charakter-Slots zur Kasse zu bitten. Was dies betrifft, empfinde ich den verlinkten Gamestar-Artikel als viel zu relativistisch und abwiegelnd, und schließe mich Jörgs Credo "Ein Kommentar darf nicht verharmlosen, sondern muss zuspitzen" vollumfänglich an. Oder anders gesagt: Wer Scheiße veröffentlicht, darf nicht erwarten, dass diese mit Samthandschuhen weggeputzt wird. Insofern: Gib's ihnen, Textchef!

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Pioneer82
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Re: Konami demontiert sich

Beitrag von Pioneer82 » 09.03.2018 22:48

Konami ist ein einziges Trauerspiel geworden. Wenn die nicht soviele gute IPs hätten, könnte es ja einem egal sein.

Gaspedal
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Re: Konami demontiert sich

Beitrag von Gaspedal » 10.03.2018 08:55

Werden eigentlich noch Spielautomaten wie in den 90‘er hergestellt von Konami, Capcom, Sega und Namco?

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4P|T@xtchef
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Re: Konami demontiert sich

Beitrag von 4P|T@xtchef » 10.03.2018 12:00

@Sharkie: Man könnte da natürlich noch kulturspezifischer analysieren. Und da wird man dann noch einige andere Widersprüche finden, die meine Sicht auf dieses Land eben doch als Klischee entlarven. Meine Wahrnehmung auf Japan ist - abgesehen von den kurzen Besuchen - natürlich beschränkt auf das, was an "Spielkultur" hier ankommt; und das ist nur ein kleiner Teil dieses riesigen exotischen Marktes.

Aber wenn man hinzu nimmt, wieviel Raum Spiele wie Zelda, Metroid, Metal Gear, Silent Hill, dann in den letzten Jahren vor allem Shadow of the Colossus und nahezu ständig Dark Souls auch auf Entwicklerkonferenzen als positive Beispiele einnehmen, bei kleinen sowie renommierten Studios von Epic über Bethesda bis Naughty Dog oder CD Project RED, und wie erfolgreich diese (für Japaner vielleicht eher "westlichen" Spiele) sind, wird der große Einfluss auf das Design deutlich. Was ich sagen will: Konami war mal ein kreativer Impulsgeber und Inspirierer - auch mit PES übrigens! Da erkannte man eine andere Philosophie und Leidenschaft. Daher ist der spielkulturelle Verfall zur Umsatzmaschine ein herber Verlust.

Man darf Japan natürlich nicht alleine betrachten. Und dass der westliche Weg nicht falsch sein muss, zeigt ja Nintendo mit dem aktuellen Zelda: Das ist klasse, weil es sich en detail markant abheben kann, aber es ist natürlich von vielen etablierten Open-World-Mechaniken sowie The Witcher inspiriert. Unterm Strich gab es schon immer einen Kreislauf der gegenseitigen Befruchtung zwischen West und Ost, wobei vor allem die britischen Indie-Studios der 80er und später die amerikanischen Studios der 90er zu nennen sind: Als From Software sein King's Quest konzipierte, war Ultima Underworld das Vorbild - vielleicht verdanken wir also Paul Neurath von Looking Glass die Soulsreihe. Moment, falsch: Fumito Ueda hat sie quasi erst ermöglicht, denn Hidetaka Miyazaki betonte mal in einem Interview, dass er wegen seiner Spiele überhaupt erst Designer wurde.;)

Mögen diese beiden japanischen Großmeister des Spieldesigns noch lange entwickeln und andere Kreativköpfe in aller Welt inspirieren.
Jörg Luibl
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Gesichtselfmeter
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Re: Konami demontiert sich

Beitrag von Gesichtselfmeter » 10.03.2018 14:23

@Sharkie: Danke für den Link. Ich beteuere aber, dass ich sonst nie auf Gamestar unterwegs bin, liebes 4 players team :wink:
Der Artikel ist in der Tat sehr interessant für mich, weil er sich mit meiner Wahrnehmung deckt.

Alles eine Sache der Rhetorik: die meisten Fanreaktionen zu diesem Spiel sprechen eine eindeutige Sprache: "Scheiss Konami zerstört unser Heiligtum Metal Gear" und so werden schlechte Reviews mit einer gewissen Genugtuung aufgenommen. Ich wette, dass es den meisten Youtube Kommentatoren unter Videos wie "Metal Gear Survive...yeah, it's shit" schon allein der Titel des Videos ausgereicht hat um einen Kommentar unter das Video zu posten ohne eine Minute des Videos zu schauen.

Natürlich ist das eine rein subjektive Wahrnehmung - "schlechte" Spiele, die der ein oder andere vielleicht doch sehr gemocht hat, gab es schon immer, ja. Aber ein Grabbeltisch-Spiel wie Life of Tiger hat auch nicht den zusätzlichen Ballast einer emotionalisierten Fangemeinschaft, die ohne Hintergrundwissen Partei für einen Urheber ergreift oder im Zuge der Anti-Stimmung gegenüber der ganzen Monetisierung in Videospielen hier ein leichtes Ziel findet.

Ich gebe es zu: ich habe ebenfalls irgendwann mal ein "FuckKonami" gepostet, habe aber, als der Staub sich gelegt hat, mich dann "erwachsener" mit der Materie befasst und bin zu dem Entschluss gekommen, dass wir es hier mit der guten alten Laier zu tun haben:
Kein Großunternehmen auf diesem Planeten macht Business um mir, Dir, uns einen "kulturellen Mehrwert" zu schaffen. Am Ende des Tages zählt nur allein das Plus. Wenn Firmen sich Kundenorientierung auf die Fahne schreiben, ist das schön, vor allem, wenn man dies zählbar erkennen kann, aber hier sollte man definitiv die Erwartungshaltung ein wenig runterschrauben. Ich sehe das brutal nüchtern - wenn z.B. ein AG sich um "gesunde" Arbeitsverhältnisse der Arbeitnehmer bemüht, erwarte ich nicht etwa Fürsorge oder echte Empathie, sondern dass der AG schlau genug ist die einfache Rechnung zu begreifen, dass ihn ein Arbeitnehmer mit 6 Wochen "gelb" womöglich teurer zu stehen kommt, als wenn er vorweg die Arbeitsverhältnisse annehmbar gestaltet.

Die Brücke zu Konami-Kojima: Hier geisterten irgendwo 80 Millionen Produktionskosten für TPP rum. Bedenkt man die Entwicklungszeit und Japan als Entwicklungsstandort kommt das wohl irgendwo ziemlich nah. Was dabei natürlich keiner bedenkt, ist die Tatsache, dass keine Firma, kein Investor und kein Unternehmen nur in dem Rahmen Startpunkt-Zielpunkt (kostet so viel - wird vielleicht so viel einbringen) eines Projetks denkt. Für den Videospiel-Fan sieht das natürlich so aus, als wäre MGSV mit 5-6 Millionen verkauften Einheiten ein Mega-Geschäft, er blendet dabei komplett die 7 Jahre Entwicklungszeit mit all ihren Risiken aus. Nur mal als Vergleich: wenn ich ein Haus baue, dass ich dann gewinnbringend weitervermieten will, mach ich am Anfang des Projekts ebenfalls meine Kalkulation. Nur macht der Mensch gerne auch mal Fehler und das "Unberechenbare" ist und bleibt immer eine unbekannte Variable in dieser Kalkulation.

Um mich jetzt aber kurz zu fassen - warum also erwatet jeder von einer Firma wie Konami, dass man mit Kojima in Frieden hätte weiter an dem Franchise basteln sollen, wenn 7 Jahre Entwicklungszeit völlig unüberschaubare Risiken mit sich bringen:
a) Kojima könnte was zustossen
b) Trends können sich ändern (zwischen MGS4 und MGSV lag die Ära COD und MP)
c) generelle Strukturänderungen des Marktes können eintreten
usw. und so fort.

Mal die Art und Weise, wie Konami hier vorgegangen ist, völlig ausgeblendet: dass es zum Zerwürfnis zwischen Kojima und Konami kam, ist für mich absolut nachvollziehbar, denn Kojima ist weder Michelangelo noch sind Konami die Medici. Die Serie Metal Gear wird glaube ich im Rahmen all der von mir genannten Punkte ein wenig ihre Zugkraft den aktuellen Markt betreffend überschätzt -man sollte dabei den aktuellen Stellenwert des Stealth-Genres ebenfalls bedenken. Zudem sollte auch einer Firma wie Konami bewusst sein, dass man von einem Menschen keine kreative Rampe nach oben zwingend erwarten kann.

Viele Worte kurzes Fazit: 80 Millionen waren es Konami in meinen Augen einfach nicht wert die nachvollziehbaren Risiken bei steigenden Entwicklungskosten erneut einzugehen. Dass die jetzt Pachinkos statt MG-Spiele machen, ist natürlich traurig, aber bei Trauer sollte es bleiben, blinde Wut ist hier völlig unangebracht. Ich bleibe vor Allem dabei: nichts was die Mikrotransaktionen in MGS angeht, ist auf fundamentaler Ebene, dass heisst, wenn man sich mal für eine Moment komplett von der Videospielewelt distanziert, so unhaltbar, wie es die Reaktionen teilweise vermuten lassen. Fragt doch mal Mutti, was bescheuerter ist: 10€ für nen "Speicherstand" oder 10€ für ein virtuelles Kostüm. Bevor ihr darauf eingeht und mir entgegnet: das siehst Du vielleicht so, aber etwas muss hier getan werden.
Richtig, aber Konami demontiert sich doch, richtig? Sie vermitteln den Eindruck, dass sie die Spielelandschafft, wenn nicht jetzt schon, zukünftig gar nicht mitgestalten werden. In meinen Augen ist das das falsche Ziel für solche Bemühungen, wenn GaaS und Gamepass viel größere Schatten vorauswerfen.

Eispfogel
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Re: Konami demontiert sich

Beitrag von Eispfogel » 10.03.2018 15:08

Mir geht diese Demontage nicht schnell genug. Konami(und leider auch einige andere Firmen) legen ein Geschäftsgebaren an den Tag, welches mir ziemlich sauer aufstösst und erinnert eher an Mafia-Methoden.

Schaut doch bitte mal dieses Video von YongYea an:
https://www.youtube.com/watch?v=pJawlLSkj7E

Was macht man denn, wenn man in so einer Firma Arbeitet und sich dann bewusst wird, dass wenn man hier kündigt, man nur sehr sehr schwer wieder auf die Beine kommt, weil die Firma alles daran setzt ehemalige Mitarbeiter fertigzumachen.

Leider hat Konami wohl die Mittel um noch lange weitermachen zu können :/

Gesichtselfmeter
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Re: Konami demontiert sich

Beitrag von Gesichtselfmeter » 10.03.2018 15:39

Eispfogel hat geschrieben:
10.03.2018 15:08
Mir geht diese Demontage nicht schnell genug. Konami(und leider auch einige andere Firmen) legen ein Geschäftsgebaren an den Tag, welches mir ziemlich sauer aufstösst und erinnert eher an Mafia-Methoden.

Schaut doch bitte mal dieses Video von YongYea an:
https://www.youtube.com/watch?v=pJawlLSkj7E

Was macht man denn, wenn man in so einer Firma Arbeitet und sich dann bewusst wird, dass wenn man hier kündigt, man nur sehr sehr schwer wieder auf die Beine kommt, weil die Firma alles daran setzt ehemalige Mitarbeiter fertigzumachen.

Leider hat Konami wohl die Mittel um noch lange weitermachen zu können :/
Ich möchte hier echt nicht den Eindruck vermitteln des Teufels Advokat spielen zu wollen, aber für einen Sachverhalt ohne Hintergrundinformationen und gesicherte Quellen jetzt ein Youtube Video heranzuziehen, wo völlig un-akademisch Stellen eines Textstücks ohne Gesamtkontext markiert und kommentiert werden, halte ich für sehr bedenklich. Mach so was an der Uni, sofort ne 6. Vor allem wenn solche Videos dann auch noch weiterverbreitet werden. Auch für die Mafia gilt: im Zweifel für den Angeklagten.

YongYea war mir schon vorher ein Begriff, daher meine skeptische Haltung. Macht auf clever und journalistisch, versagt aber bei den Basics. Der ist von professioneller Berichterstattung genauso weit entfernt wie ein Alex Jones :lol:

Ahahah, schön auch Mintue 1:40 nur mal so...ich zitiere hier (sofern die Übersetzung legit ist) den Maestro selbst:
"For me, just for me Metal Gear is political fiction with espionage. Right? There is no way zombies would appear in that"
Ich mag den Mann und sein Lebenswerk, aber hier labert er sich mal so richtig fein einen aus dem Allerwertesten zusammen - es sei denn, er hat seine eigenen Spiele nicht gespielt. Und das zeigt mir auch, dass man bei der ganzen Posse Vorsicht walten lassen sollte. Anmerkung speziell zu diesem Beispiel: Verschwiegenheitsklauseln haben fast alle Firmen, news at 10
Zuletzt geändert von Gesichtselfmeter am 10.03.2018 16:22, insgesamt 1-mal geändert.

Eispfogel
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Re: Konami demontiert sich

Beitrag von Eispfogel » 10.03.2018 15:46

Puh Meiner! Gleich die Alex Jones Keule? Mr. Jones ist ein Geisteskranker, der sich mit seinen hanebüchenen Verschwörungstheorien dumm und dämlich verdient.

Ich habe nicht genug Videos von YongYea gesehen, um ihn genauer einschätzen zu können, aber er fasst ja auch nur einige Geschehnisse zusammen - und die sind eben genau so passiert. Klingt alles eher glaubwürdig, wenn man sieht, wie Konami mit Kojima umgegangen ist.

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Re: Konami demontiert sich

Beitrag von Gesichtselfmeter » 10.03.2018 15:54

Eispfogel hat geschrieben:
10.03.2018 15:46
Puh Meiner! Gleich die Alex Jones Keule? Mr. Jones ist ein Geisteskranker, der sich mit seinen hanebüchenen Verschwörungstheorien dumm und dämlich verdient.

Ich habe nicht genug Videos von YongYea gesehen, um ihn genauer einschätzen zu können, aber er fasst ja auch nur einige Geschehnisse zusammen - und die sind eben genau so passiert. Klingt alles eher glaubwürdig, wenn man sieht, wie Konami mit Kojima umgegangen ist.
Ist das so?

Keine Ahnung, wo Du Deinen Anspruch hier setzt, aber damit so eine Zusammenfassung von Geschehnissen in irgendeiner Weise Einfluss auf mein Urteil haben könnte, würde ich gerne mehr über die Gesetzeslage in Japan erfahren, den tatsächlichen Hintergrund und warum besagte Mitarbeiter anonym bleiben und nicht vor Gericht ziehen. Und wenn die japanische Regierung angebliche mafiöse Strukturen duldet und unterstützt (Stichwort Krankenkassenversicherungsverweigerung) dann ist nicht Konami das Hauptproblem.

Die Alex Jones Keule war aber mit Lachsmile versehen, ich hoffe, Du hast das nicht auf Dich bezogen. Wenn ja, sorry, war nicht so gemeint.

Solidus Snake
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Re: Konami demontiert sich

Beitrag von Solidus Snake » 11.03.2018 10:35

Bin ich hier eigentlich der Einzige, der Silent Hill Downpour garnicht mal so schlecht findet? Mag vielleicht auch daran liegen das ich nur 2 Silent Hills gezockt habe. Nämlich Downpour und Shattered Memories (auf der Wii). Die Grundhandlung von den 2 Silent Hills waren doch an sich gut. Und den ersten Silent Hill Film fand ich ebenfalls ganz solide.
Meiner Meinung nach sollte Konami die Heimkonsolen/Videospielmarke lizensieren oder besser gleich verkaufen. Ich denke sie sind sich deren potenzial ihrer alten Marken schon bewusst, haben aber selbst keinen Bock mehr risikieren einzugehen bzw. dort mehr Aufwand zu investieren. Also könnte man das ganze extern regeln lassen. Oder man verkauft gleich das ganze an Sony, Namco, SE, Atlus...
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Re: Konami demontiert sich

Beitrag von Todesglubsch » 11.03.2018 17:27

Solidus Snake hat geschrieben:
11.03.2018 10:35
Bin ich hier eigentlich der Einzige, der Silent Hill Downpour garnicht mal so schlecht findet? Mag vielleicht auch daran liegen das ich nur 2 Silent Hills gezockt habe. Nämlich Downpour und Shattered Memories (auf der Wii). Die Grundhandlung von den 2 Silent Hills waren doch an sich gut. Und den ersten Silent Hill Film fand ich ebenfalls ganz solide.
Downpour war technisch nicht ganz sauber und die Story und die Gegner hatten nicht die Genialität wie aus nem japanishcen Silent Hill. Aber als SH-Titel war es deutlich besser als der Vorgänger Homecoming, dessen Entwickler wohl einmal den Film gesehen haben und dachten, sie wüssten nun alles um ein Spiel zu dieser Reihe zu produzieren.

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Re: Konami demontiert sich

Beitrag von casanoffi » 11.03.2018 18:24

Eigentlich hasse ich es, wenn ich nichts sinnvolles beizutragen habe und besser die Klappe halten sollte, aber...
Guillermo del Toro hat gerade einen Oscar für Shape of Water gewonnen. War das nicht der Mexikaner, der zusammen mit Kojima san das viel versprechende Silent Hills für euch entwickeln wollte, aber nicht mehr durfte?
#fuckkonami
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- J. W. v. Goethe

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Re: Konami demontiert sich

Beitrag von Stalkingwolf » 12.03.2018 15:42

Was mir die Oscars in den letzten Jahr klar gezeigt hat. Wir haben andere Auffassungen von guten Filmen.
he who fights with monsters might take care lest he thereby become a monster

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Re: Konami demontiert sich

Beitrag von Sharkie » 14.03.2018 19:07

4P|T@xtchef hat geschrieben:
10.03.2018 12:00
Man darf Japan natürlich nicht alleine betrachten. Und dass der westliche Weg nicht falsch sein muss, zeigt ja Nintendo mit dem aktuellen Zelda: Das ist klasse, weil es sich en detail markant abheben kann, aber es ist natürlich von vielen etablierten Open-World-Mechaniken sowie The Witcher inspiriert. Unterm Strich gab es schon immer einen Kreislauf der gegenseitigen Befruchtung zwischen West und Ost, wobei vor allem die britischen Indie-Studios der 80er und später die amerikanischen Studios der 90er zu nennen sind: Als From Software sein King's Quest konzipierte, war Ultima Underworld das Vorbild - vielleicht verdanken wir also Paul Neurath von Looking Glass die Soulsreihe. Moment, falsch: Fumito Ueda hat sie quasi erst ermöglicht, denn Hidetaka Miyazaki betonte mal in einem Interview, dass er wegen seiner Spiele überhaupt erst Designer wurde.;)

Mögen diese beiden japanischen Großmeister des Spieldesigns noch lange entwickeln und andere Kreativköpfe in aller Welt inspirieren.
Schöne Worte. Speziell die Sache mit dem Spieldesign-bezogenen interkulturellen Austausch unterschreibe ich vollends: Einerseits gibt es sicherlich eine spezifische japanische "Seele" im Spieldesign, die wir alle spüren und lieben, andererseits ist gegenseitige Inspiration und Befruchtung grundsätzlich wünschenswert, trägt sie doch zur Vielfalt der Spielelandschaft bei. Warren Spector hat vor einiger Zeit mal einen Artikel veröffentlicht, in dem er den Einfluss des JRPGs Suikoden auf sein Werk in höchsten Tönen pries, gleichzeitig (so habe ich zumindest mal gelesen, ich glaube in der Rollenspiel-Historie "Drachenväter" war's) standen Richard Garriotts erste Ultimas in vielerlei, aber eher subtiler Hinsicht Pate für frühe JRPGs.

Dann wieder gibt es Spiele und Spieleserien, die so archetypisch für eine Spielekultur stehen, dass man sie gar nicht mit stark abweichenden Einflüssen verwässert sehen möchte. Glücklicherweise ist das aber keine Frage von "Entweder-oder", wird es doch immer Spiele reinsten japanischen Wassers geben, woran auch zahlreiche Hybride (und Konami schonmal gar nicht) nie etwas ändern werden.

Übrigens ging es mir gar nicht darum, Deinen Beitrag irgendwie als "klischeehaft" zu benörgeln. Finde halt nur, dass spielerfeindliches Geschäftsgebaren und spielefeindliche Gewinngier nicht per se etwas mit einem Kulturraum zu tun haben (Spieldesign dagegen eben sehr wohl).

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Re: Konami demontiert sich

Beitrag von 4P|T@xtchef » 15.03.2018 09:42

Jep, das ist definitiv nichts typisch Japanisches. Das Geld ist und bleibt der größte Gleichmacher - im positiven wie im negativen.
Jörg Luibl
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