Kommentar: Auf der Suche nach Heldinnen - und warum Anita Sarkeesian nie meine sein wird

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xH0RUSx
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Re: Kommentar: Auf der Suche nach Heldinnen - und warum Anit

Beitrag von xH0RUSx » 17.11.2014 09:33

Liegt das Problem nicht eher bei der japanischen Spieleindustrie? Das genannte Beispiel mit der Kamerafixierung auf das Gesäß einer 15jährigen oder die Brüstephysik in Dead or Alive sind sicherlich keine faire Darstellung einer Frau und hier von Sexobjekten zu sprechen ist durchaus angebracht.

Ich verstehe aber nicht, warum Lara Croft noch als Beispiel genannt wird. Im neusten Ableger wird sie doch in keinsterweise auf ihre weiblichen Atrribute reduziert, die Klammotten sind voller Blut und Dreck und kaum körperbetont. Und ganz ehrlich, tough und sexy verkauft sich einfach besser als ängstlich und hässlich und da die Käufer dieser "richtigen" Spiele sicherlich nicht zu 50% Frauen sind (sonst würde man eine andere Vermarktungsstrategie wählen oder aber, die meisten Frauen kümmert es nicht), ist es nachvollziehbar, dass zu Werbezwecken auch sexuelle Reize genutzt werden, es ist schließlich kein unatürlicher Trieb.

Ansonsten sehe ich aber nicht, wieso es in Videospielen mehr Gewalt gegen Frauen geben soll. Die meisten Gegnerhorden durch die man sich schnetzelt, ballert und prügelt sind doch Männer. Objekte, mit denen man nicht interagieren kann und die nur dafür erstellt wurden, um vom Spieler umgebracht zu werden. Wenn man von Gleichberechtigung spricht, sollte es also viel mehr Gewalt gegen Frauen in Videospielen geben (Bitte zitiert diesen Satz nicht ohne Kontext). Allerdings habe ich noch nie gehört, dass sich Männer beklagen, dass sie häufig als charakterlose Tötungsobjekte dargestellt werden, oder das die gezeigten Helden zu mutig und muskulös sind. Letztlich spielen wir Videospiele ja auch nicht, um in die reale Welt einzutauchen, sondern um uns aus dieser zu flüchten.

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Chwanzus Longus
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Re: Kommentar: Auf der Suche nach Heldinnen - und warum Anita Sarkeesian nie meine sein wird

Beitrag von Chwanzus Longus » 08.11.2015 14:47

Was fuern Quatsch ueber Videospielfiguren nen Klagebrief zu schreiben. Dann lieber ueber Kinofilme und Werbung, da sind dann auch echte Menschen, die zureckgeschminkt und vorher Diaeten hinter bringend bei guenstigem Licht und mit Hilfe von Computern perfekt werden. Stoert das nicht? Deshalb spiele ich doch Spiele, damit ich keine beschissenen Vorspiele und Ausgehabende hinter mich bringen muss, um mit ner Frau nem Schatz hinterherzujagen, irgendwo in Suedamerika. Mal das machen kann, was ich sonst nicht kann. Wer Spiel und Realitaet nicht auseinanderhalten kann, der tut mir leid. Mir ist doch scheissegal, ob Chris Redfield dicke Arme hat, wenn ich die moechte, geh ich trainieren und wenn ich nen schlanken Bauch moechte, dann fress ich mich nicht auf ner Couch voll, sondern beweg mich. Ich bin ich, darauf kommts an. Dann macht Videospiele von Frauen fuer Frauen, Maenner scheinen das so gut zu finden. Mich stoerts nicht, und ich hab auch noch nie nen Mann deshalb aufschreien hoeren.

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Veldrin
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Re: Kommentar: Auf der Suche nach Heldinnen - und warum Anita Sarkeesian nie meine sein wird

Beitrag von Veldrin » 19.01.2018 03:55

Naja es gibt subtiles sexy und es gibt dieses plumpe und aufdringliche sexy. Es kommt auf die Situation drauf an. Meistens passt eben dieses häufig plumpe nicht. Aber wie so manche AAA-Entwickler jetzt nur noch Frauen mit Glatzen und möglicht hässlciher Kleidung die möglichts körperunbetont ist, also das ist ein anderes Extrem. Man gucke sich nur mal Destiny 2 an. Es gibt weder bei Männern noch bei Frauen wirklich viele Einstellungsmöglichkeiten und nur ein paar Gesichter die nach was aussehen. Die Kleidung ist insgesamt potthässlich ohne Ausnahmen.

Das andere Extrem (man schaue sich einfach mal ein x-beliebiges japanisches oder koreanisches MMORPG an:

Männer -> Rüstung in Vollmontur
Frauen -> Halbnackt mit Andeutungen einer Rüstung

bei asiatischen MMORPGs kommt noch folgendes hinzu
Männer -> Justin-Bieber-Milchgesicht, Teenagerfrisur und völlig affige Posen die schreien "seht her wie obergeil ich bin"
Frauen -> entweder Gesicht wie ein Topmodel, eine Barbiepuppe oder ein 12-Jähriges Mädchen, Riesentitten und eine Pose als hätten sie mehrere Gehfehler gleichzeitig.

Folglich wirken die Frauen wie nicht ernstzunehmen. Die Männer gleichzeitig wie Weicheier, da sie sich im Unterschied zu Frauen nur mit Vollmontur in den Kampf trauen.

Wenn man schon die Charaktere halbnackt macht, dann auch die Männer, denn sonst wirken die nur wie Waschlappen. Dass diese Diskrepanz den Entwicklern nicht auffällt…


TLOU und ME sind aber wirklich gute Beispiele. Auch BGE fand ich prima dahingehend. Es muss nicht überall übersexualisiert werden. Der neue Tomb Raider z.B. Die Lara Croft sieht heiß aus. Aber gleichzeig nimmt man sie auch ernst, da sie eben ordentlich gekleidet ist für die Aufgabe die sie gerade tut. Mit Stil, ja aber sie hat was an! Und ich glaube in die Richtung wird es immer mehr gehen. Asiatische Spiele sind da noch weiter weg. Da sind die westlichen Spieleentwickler schon viel weiter und das ist doch ne freudige Entwicklung. Auch die Männerdarstellung wird diverser. Früher hatte man entweder den toughen Muskelprotz mit Glatze oder eben den Komplettloser. Gut, es gab Ausnahmen wie einen Gordon Freeman. Ein Nicht-Vollmuskelbepackter, dennoch gut genug in Form, Brillenträger mit nem Kampfanzug oder Alan Wake usw usf. Gibt auch bei den Männern Positivbeispiele.
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ronny_83
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Re: Kommentar: Auf der Suche nach Heldinnen - und warum Anit

Beitrag von ronny_83 » 30.01.2018 09:55

Wildtec hat geschrieben:
02.09.2014 14:55
Wenn es nicht jeder so zum Thema machen würde, hätte doch kaum jemand von der Frau gehört. Ich zumindest nicht. Jetzt ist es natürlich schon zu spät, aber ihr Plan scheint voll aufgegangen zu sein.
Sie ist überall Thema.
Ist das nicht auch richtig so? Welchen Sinn macht es denn, alles totzuschweigen und wegzuignorieren? Die Frau ist nicht vom IS und verbreitet irgendwelche fanatischen und menschenverachtenden Ansichten. Sie hat ne Ansicht über Frauendarstellungen in Medien, die sie vielleicht nicht besonders gekonnt und sachlich vermittelt. Na und? Nichts, worüber man nicht auch diskutieren darf oder warum sie in irgendweiner Grotte verschwinden muss.

Wenn das Thema so weitreichend diskutiert wird und sie dabei oft im Mittelpunkt steht, sollte man sich selbst auch hinterfragen (abseits der eigenen Meinung), warum das wohl so ist.
Chwanzus Longus hat geschrieben:
08.11.2015 14:47
Was fuern Quatsch ueber Videospielfiguren nen Klagebrief zu schreiben. Dann lieber ueber Kinofilme und Werbung, da sind dann auch echte Menschen, die zureckgeschminkt und vorher Diaeten hinter bringend bei guenstigem Licht und mit Hilfe von Computern perfekt werden.
Das sind oft auch nur fiktive Figuren, die dem Zuschauer ein idealisiertes Bild vermitteln sollen, was es so in Realität oft nicht gibt. Genau wie das oft bei Spielfiguren der Fall ist. Ob der Mensch jetzt künstlich gemacht oder die künstliche Spielfigu menschlich, spielt doch dabei eine untergeordnete Rolle.

@Alice
Schöner Text, danke dafür.

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ChrisJumper
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Re: Kommentar: Auf der Suche nach Heldinnen - und warum Anit

Beitrag von ChrisJumper » 03.02.2018 00:30

ronny_83 hat geschrieben:
30.01.2018 09:55
Ob der Mensch jetzt künstlich gemacht oder die künstliche Spielfigur menschlich, spielt doch dabei eine untergeordnete Rolle.
Ein wirklich interessanter Punkt. Aber ich halte die Geschlechterebene, völlig unabhängig von der Homosexuellen oder Transgenderebene wirklich für absolut irrelevant. Es ist schade das man sich mit dem Kleinkram auf hält.

Wie viele Homosexuelle oder Transgender Storys gibt es eigentlich bei Metoo? Ist das Quotengerecht verteilt? Nein? Hmm liegt vielleicht darin das der Betrachter von sexualisierten Signalen welche seiner eigenen Zielgruppe nicht entsprechen, eben als unwichtig verwirft. Das ist kein Skandal, sondern ganz natürliches Verhalten. Selbiges macht natürlich auch Anita, die* sich eben nicht für die unterbesetzte Rolle von den Männlich, schwulen, Charakteren in Videospielen einsetzt. Da ist die Wahrnehmung auch nicht so sonderlich toll.

Am Ende läuft es leider darauf hinaus das jede sexuelle Orientierung, es gibt ja aktuell 64 Möglichkeiten wie unsere Beziehungen zusammen passen.** Davon sind leider immer noch die meisten Unterrepräsentiert. Künstliche Intelligenzen und Aliens sind da noch gar nicht mit einbezogen. Letztlich gib es leider immer Gruppen die unterrepräsentiert sind.

*Bekommen wir für Transgender oder Homosexuelle eigentlich auch ein neues Bezugswort in der Sprache, langfristig wird das wohl so sein!?
**Ja das vereinfacht die Partnersuche natürlich nicht...

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