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Blood-Beryl
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Beitrag von Blood-Beryl » 21.10.2017 02:11

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Das pendelt sich (bisher) ganz nett zwischen dem Grimdark-Ton von Martin und dem Feel Good-Ton von Tolkien ein.

Die Guten sind hier zwar schon recht eindeutig gut, kriegen aber zuweilen ordentlich aufs Maul und die Bösen sind zumindest mitunter etwas tiefsinniger/vielschichtiger als pöhöööse Orks, wodurch immer wieder Spannung aufkommt.

Das Worldbuilding ist auch angenehm atmosphärisch, meist ohne zu ausschweifend zu sein.

Die Charaktere finde ich okay bis gut. Bisher kein wirklich schlecht geschriebener dabei, aber bisher finde ich bis auf Josua auch keinen richtig interessant. Simon klebt mir zu sehr auf der Heldenreise-Schablone.

So weit gebe ich mal ein vorsichtiges "Gut" mit Potential nach oben~

Andreas Fröhlich liest übrigens angenehm und mit der richtigen Dosis Stimmenverstellung vor.
Most Wanted: Dragon Quest XI


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mr archer
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Beitrag von mr archer » 30.10.2017 10:35

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Stephen King "Es"

Nach dem gelungenen Film hatte es mich gepackt, und ich habe den Ziegelstein nach 25 Jahren zum zweiten Mal durchgelesen. Das Buch hat wirklich seine Längen, keine Frage. Ein etwas strengerer Lektor hätte da an die 200 Seiten mit Fragezeichen versehen, und es hätte der Sache eher gut getan. Trotzdem hat mich die Gruppendynamik und die enger werdende Freundschaft der Kinder wieder genauso reingezogen, wie damals in der Pubertät. Als Erwachsener weiß man darüber hinaus die wehmütigeren Passagen um das Vergessen der Kindheit und ihrer Magie zum Ende hin viel besser zu würdigen und zu beschniefen. Für mich die bleibenden Werte dieses mitunter etwas undisziplinierten Wälzers.

Schon schade, dass für den Film die ganze Mythologie gekappt werden musste.
Kószdy kozow swoju brodu chwali.
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Blood-Beryl
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Beitrag von Blood-Beryl » 16.11.2017 19:04

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Über weite Strecken eine sehr schön ruhige und damit recht authentisch wirkende Coming of Age Geschichte über eine Teenagerin im ländlichen Amerika, die den Tod ihrer Eltern und ihre (gar nicht gern gesehene und sie in ein "Heilcamp" verfrachtende) Homosexualität aufarbeiten muss.

Sie selbst wirkt dabei glaubwürdig und sympathisch, allerdings verliert sich leider einiges an spannenden Handlungsfäden gegen Ende des Buches im Sand bzw. wird recht kurz abgefrühstückt und am Schluss steht bloß eine imho etwas faule Symboltat, die zwar "Closure" gibt, aber sich eben davor drückt, interessante Aspekte zu Ende zu erzählen (eine richtige Romanze sollte man übrigens nicht erwarten).

So lässt das Buch im letzten Viertel stark nach.
Schade drum. Trotzdem freue ich mich auf die Verfilmung mit Chloe Grace Moretz.
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Blood-Beryl
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Beitrag von Blood-Beryl » 29.01.2018 21:14

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Ebenso kurzweilig geschrieben wie die beiden Kurgeschichten-Bände (dieser sehr flotte, dialoggeprägte und oft schon sehr umgangssprachliche Schreibstil erscheint mir im Fantasy-Genre wirklich recht originell und angenehm unverschwurbelt) und mit dem selben rauhen Charme (irgendwo zwischen schrullig und Grimdark).

Hat mir zwar insgesamt etwas weniger gefallen als besagte Vorgänger, weil etwas weniger passiert und recht viel erzählt und unterrichtet wird, aber das nehme ich als Einleitung für die Folgebände gerne hin, zumal es meist auch interessant war.
Es grenzt allerdings an ein Kapitalverbrechen, dass man bei all dem Palaver von Königreichen, Städten und anderen Schauplätzen keine Karte in das Buch gedruckt hat.

Was mich am meisten stört, sind Geralts Frauengeschichten. Zwar fand ich hier Yennefer erfreulicherweise deutlich sympathischer als in den Vorgängerbänden, aber mich nervt, dass Geralt mit jeder zweiten halbwegs handlungsrelevanten Frau ins Bett hüpft, wobei das dann zuweilen nicht einmal vertieft wird (was sollte z.B. der spontane Unsinn mit Shani?).
Wenn die zwischenmenschlichen Beziehungen da mal näher thematisiert werden würden, hätte ich da ja kein Problem mit. Aber das ist hier abseits von Yennefer einfach nicht wirklich der Fall. Zwei Seiten kurzer Vergangenheitsabriss von Triss, zwei Sätze von Shani und das muss uns dann als Leser schon reichen, um das Gevögel abzunicken.
Wirkt auf mich einfach aufgesetzt und im Bezug auf die eigentlich relativ tiefsinnige Figur Geralt unglaubwürdig. Und den Frauenfiguren tut dieser "Alle lieben...nee, alle WOLLEN Geralt"-Zirkus auch nicht wirklich gut.
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Captain Mumpitz
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Beitrag von Captain Mumpitz » 29.01.2018 23:12

Ich hab glaub ich 3 Bücher von der Hexer Reihe gelesen - und fand sie alle vom Schreibstil her furchtbar.
Ich komm mit Sapkowskis Art und Weise überhaupt nicht klar, das ist mir zu unkonventionell. Da wird zu oft zwischen Kapiteln oder teilweise auch zwischen Abschnitten zu viel übersprungen, es wirkt für mich alles so gehetzt. Es kommt keine Atmosphäre auf, es ist für mich einfach nur mühsam zu lesen.

Da bleib ich leider bei was seichtem wie Heitz ^^

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Wulgaru
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Beitrag von Wulgaru » 30.01.2018 09:18

Captain Mumpitz hat geschrieben:
29.01.2018 23:12
und fand sie alle vom Schreibstil her furchtbar.

Da bleib ich leider bei Heitz ^^
:Kratz:

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Beitrag von Captain Mumpitz » 30.01.2018 09:24

..ich finde Heitz' Schreibstil ganz anders als jenen von Sapkowski. Viel angenehmer zu lesen, er nimmt sich für alles viel mehr Zeit.

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Wulgaru
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Beitrag von Wulgaru » 30.01.2018 09:26

Captain Mumpitz hat geschrieben:
30.01.2018 09:24
..ich finde Heitz' Schreibstil ganz anders als jenen von Sapkowski. Viel angenehmer zu lesen, er nimmt sich für alles viel mehr Zeit.
Also ich mag ja beide nicht, aber Heitz...okay sowas kommt immer total arrogant rüber, aber als Fantasy-Fan der irgendwie immer noch den kleinen 12-jährigen in sich hat der will das sein Genre irgendwie gut angesehen und populär ist...da finde ich Heitz Erfolg immer unerträglich. :D

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Chigai
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Beitrag von Chigai » 30.01.2018 09:31

Gerade bei übersetzen Büchern frage ich mich manchmal, ob der Übersetzer einen Roman vermurkst hat oder ob das am Original liegt.
"Realismus ist was für Leute, die noch nix erlebt haben."

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Blood-Beryl
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Beitrag von Blood-Beryl » 12.02.2018 11:19

Chigai hat geschrieben:
30.01.2018 09:31
Gerade bei übersetzen Büchern frage ich mich manchmal, ob der Übersetzer einen Roman vermurkst hat oder ob das am Original liegt.
Jo, der Gedanke bleibt natürlich immer.
Aber ich bezweifle, dass Herr Simon sich diesen Stil rasanter Dialogabbildung von Ereignissen eigenmächtig ausgedacht hat. ; )

Da hinterfrage ich eher so Ausdrücke wie "Ojechen je!" für die ich dann schon gerne das polnische Äquivalent kennen würde. xD

@Topic

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Und hier hat Sapkowski ordentlich nachgelegt!

Nach dem eher langsam einführenden Vorgänger überschlagen sich hier echt die Ereignisse und ich war von zwei kurzen Durchhängern abgesehen bis zum Ende gespannt.

Und wirkte es bisher noch stets wie recht beschauliche Sword and Sorcery Keilerei, muss man hier nun auch etwas aufpassen, dass einen die etlichen Namen von Figuren und Orten nicht überrumpeln, die zum recht flotten Politikgestöber anwachsen...zumal einem das Buch neben der Karte auch das Glossar verweigert. ^^;

Imho definitiv der beste Teil bisher, nun ab zum nächsten. :Hüpf:
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Beitrag von Blood-Beryl » 04.03.2018 14:45

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Wieder auf gutem, meist flottem Niveau, diesmal mit schönem "Gefährten"-Feeling dabei.
Aber teils auch wieder etwas zu viel Erklärbär, der manchen Handlungsstrang dafür hat zu kurz kommen lassen.

Im Folgeband darf sich die Handlung gerne wieder etwas mehr entfalten.

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War interessant, das Original mal nach den beiden Verfilmungen kennenzulernen.

Mehr Stoff, mehr Profil für die Figuren, mehr Magie der Kindheit, mehr Handlungsstränge....aber auch mehr Zeug von dem ich mich gefragt habe, ob man das denn echt braucht.^^;
Wie akribisch hier selbst die Vergangenheit von mäßig relevanten Nebenfiguren ausgeleuchtet wird...wow.
Und wie lang und breit manches aufgebaut wird, nur um es am Ende fast schon banal abzufrühstücken (Bevs Ehemann xD ).

Hat halt am meisten Substanz, aber auch die meisten Längen.
War echt interessant, das mal nach den Filmen zu hören (übrigens toll gesprochen von David Nathan; für den Mann war ich dann auch bereit, auf O-Ton zu verzichten).
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Beitrag von Blood-Beryl » 13.06.2018 01:43

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An sich wieder gewohnt hohes Niveau mit Spannung, kurzweilig gewürzter Action, interessanter Figurenkonstellation und ordentlich Charakterentwicklung für Ciri (die Geralt gefühlt schon als Hauptfigur ablöst).

...aber mir gefällt gaaaaaar nicht, wo man sich da jetzt zum Ende hinbewegt.
SpoilerShow
Parallelwelten? Ernsthaft?
Ciri als imba Göttin? Ernsthaft?
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Max Rockatansky
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Beitrag von Max Rockatansky » 13.06.2018 14:43

"Die fünfte Welle"-Trilogie.
Steh' ja auf Science Fiction und Apokalypse, Endzeit und so nen Krams. Den Film hab ich aufgrund der praktisch ausschließlich negativen Kritiken gar nicht erst gesehen...aber von den Büchern (die wohl auch Bestseller waren) hörte ich hier und da Gutes, also hab ich sie mal gelesen......nein...moment....ich hab sie nicht "mal gelesen" sondern ich hab mich "mal durchgequält". :evil: Fand die richtig schlecht. Oberflächlich, teilweise war der Schreibstil wie von einem Minderjährigen, Fragen blieben unbeantwortet, blödes Ende....woher krieg' ich jetzt nur die vergeudete Lebenszeit wieder? :|

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Glaub, jetzt les' ich erst mal zum 28ten Mal "Der ewige Krieg" von Joe Haldeman, um wieder runterzukommen... :wink:
"As the world fell, each of us in our own way was broken. It was hard to know who was more crazy. Me...or everyone else."

Hi, I'm Kindra!
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Beitrag von Hi, I'm Kindra! » 09.07.2018 19:02

Bei mir gib's nur alte Schinken!

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Braucht man denke ich mal nichts zu sagen ... davon hab ich in irgendeinem Laden eine echt sehr schön gestaltete, wohl neue deutsche Übersetzung gesehen, aber 30€ (gegen diese 5€) wollte ich dann auch nicht ausgeben :ugly:
Vor rund 2 Monaten oder so, habe ich auch einige seiner Kurzgeschichten gelesen, die sich meiner Meinung nach kaum vor seinem größeren Werk verstecken müssen.

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Ein Meisterwerk unter den Spukhaus-Geschichten, das grandios in der Psyche der sympathischen Charaktere den Horror entstehen lässt und wie kaum ein anderes das menschliche Unbehagen gegenüber falscher Winkel darstellt. Da muss ich mir noch die anscheinend sehr gelungene Verfilmung aus den 60gern anschauen!

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Eine schöne, sich sehr zurückhaltende Geistergeschichte! Nach heutigen Maßstäben mag da einem zu wenig drin passieren, aber mir gefällt's noch immer. Vor allem das Interpretationsspielchen, ob's nun wirkliche Geistererscheinungen sind oder nicht, unterhält mich ungemein. Das Ende ist auch nett!

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Wird heutzutage glaube ich oft im Schatten von Edgar Allan Poe vergessen, steht ihm aber in nicht viel nach! Seine Kurzgeschichten sind klasse und so manch lakonischer Bericht eines Erzählers - zu gut!
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T-Sam
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Beitrag von T-Sam » 13.07.2018 23:01

Ich spiel auch mal mit :Häschen:

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Was ein geiles Buch. Hat mich streckenweise an "Ende"´s "Der Spiegel im Spiegel" erinnert... hat aber doch eine etwas andere Geschichte.
Wie (bisher) alles von Murakami: Lesen!

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Ichweißichweißichweiß... :Häschen:

Ne, aber jetzt mal ernsthaft... Die "VorReden des Zarathustra" (Teil dieses Buchs) ist so ziemlich das Beeindruckendste, das ich bisher gelesen hab. Der ganze Schnodder der danach noch kommt... viel Spaß dabei.. meins isset nich :Blauesauge:
Aber die ersten (?)80 Seiten dieses Werks... lebensverändernd.

Seit ich 14 :Blauesauge: bin und versuche das alles zu verstehen, fand ich in jedem Moment, den ichs dann wieder gelesen habe, eine neue Sicht auf die Welt. Wenn ich dann mal "alt" bin, werd ich vielleicht auch den "Schnodder" lesen und womöglich "verstehn" :Blauesauge:

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Das Buch der Bücher. Oh gott, was liebe ich diese Zeilen, und mit jedem Mal ein bißchen mehr, wenn ich sie "lese"... diese Buchstabenaneinanderreihungen... :twisted:

Besonders witzig in diesem Zusammenhang... es gibt mittlerweile bestimmt ein Dutzend Editionen, die jedes Mal aufs Neue versuchen die Ordnung zu definieren... alles Bullshit... einfach irgendwo aufschlagen und lesen.

Als Einstimmung wäre es jedoch empfehlenswert sich mit den Beatniks ein bissi auseinanderzusetzen. Kerouac und Ginsberg sind das Minimum um zu verstehen, wie es dazu kommen konnte :Blauesauge:
Ah so... Und eine Spur Dadaismus sollte auch im RAM abgespeichert sein. :wink:

Der Film "NakedLunch" ist natürlich auch sehrsehr gut... hat allerdings das Problem (fast) keine Interpretationsfläche mehr übrig zu lassen... sprich: der Fokus lag dort sehr auf der DrogenPsychose. Und das macht ihn dennoch auch zu einem sehrsehr guten Film... das Buch hat jedoch noch viel mehr zu bieten.
Der Leguan beißt jeden, der keine Träume hat...

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