johndoe-freename-2392 hat geschrieben: ↑21.09.2021 12:39
ich finde das spiel schwer zu bewerten. Wenn man mit der franchise nicht viel am hut hat bzw. einfach nur mal die filme geguckt hat, dann denke ich sind wir wirklich bei ca. 70%.
Wer aber echter alien fan ist, wird hier so unglaublich gut abgeholt. Musik, Stimmung, Sound Effekte, Story (im Rahmen eines solchen coop shooters), Ausrüstung, Waffenhandling, lore und und und. Das past einfach perfekt.
Das Gameplay gewinnt sicher keinen innovationspreis, funktioniert aber tadellos und macht eben als fan viel spaß. Da kann man locker nochmal 10% auf die wertung drauflegen.
Dann kommt es noch drauf an ob man alleine bzw. mit randoms oder eben 2 freunden spielt. Spielt man von anfang bis ende in einer feste gruppe und spricht sich mit klassen und taktik ab, dann ist es wesentlich besser als alleine. Somit kann man hier auch nochmal locker 10% punkte drauf legen.
Womit sich wohl am ende eine spanne von 70-90% ergibt. Finde den test deshalb etwas "problematisch" weil wieder jemand ran gelassen wurde, der die stärken des spiels nicht richtig zu schätzen weis. Glaube, dass jeder auf den ersten blick sehen kann warum es im spiel geht und wer mit der franchise nix anfangen kann, der sieht nach 2 minuten gameplay dass das spiel nix für ihn ist (haben hier ja schon mehrere leute geschrieben). Somit ist ein solcher test verschwendete zeit. ein test der aber auf den fan service und die ganzen kleinen details eingeht hätte eine echte dahseinberechtigung und mehrwert für interessierte leser.
Ich muss gestehen das ich nach meinen Erfahrungen der letzten Monaten Prozent-Bewertungen von Spielen mittlerweile nur noch blödsinnig finde und dieses runterbrechen auf eine Zahl (und die unsinnigen Streitereien darüber) absolut unsinnig und überholt ist.
Ich hab seit Anfang des Jahres den Game Pass und schaue mir jetzt einfach viel mehr kleine und große Spiele an, die ich früher nicht gekauft hätte, darunter auch viele Indie Games und Nischenprodukte. Das ist teilweise alles nur noch extrem schwer vergleichbar (Äpfel und Birnen und so). Du hast kleine narrative Indie Games, die vielleicht nur drei bis sechs Stunden dauern, von einem kleinen Team entwickelt wurden, aber vielleicht mir einer interessanten neuen Gameplay-Idee oder einem sympathischen Artstyle daherkommen. Dann gibt es die großen Rollenspiele, in die du manchmal 60 bis 100 Stunden stecken kannst, danach kommen Online Games wie MMOs oder PvP-Online Shooter, Mobas, Battle Royales - wo du noch mehr Zeit reinversenken kannst. Und dann wieder auf hochglanzpolierte Story-Shooter die mit Grafik-Kulisse, Explosionen und filmreifer Action überzeugen wollen. Dann noch Sachen wie Arcade-Shooter, VR, Card Games, Rogue-Likes, Survival Games, etc. pp.
Und die Spieler als Gruppe sind schon lange nicht mehr so homogen wie noch Anfang der 2000er Jahre, erst hat es sich ja in Konsolen- und PC-Gamer aufgesplittert, aber selbst da gibt so viele unterschiedliche Spielertypen und Interessen und Games die spezielle Nischen bedienen, es ist einfach zu speziell geworden um alles über einen Kamm brechen zu können.
Vor 10 Jahren konnte man noch fast objektiv das Spiel in ein Genre packen und Spielumfang (Länge, Spieldauer, Größe der Spielwelt) mit dem Preis vergleichen und dann noch schauen ob die Technik stimmt (Grafikqualität, Bugs, Stabilität, Performance) - geht meines Erachtens heutzutage nicht mehr.
Und 4players hat da ja schon den richtigen Schritt gemacht und die Subjektivität in den Vordergrund gestellt, leider ist man nicht den Schritt gegangen und hat auf die Wertungen vollständig verzichtet und die Tests lesen sich viel zu oft noch wie eine Kaufberatung (wo die Auflistung der Inhalte und Features des Spiels runtergerattert werden) und viel zu selten als ein persönliches Erlebnis des Testers mit Analyse.
Auch so Top 10 Listen (z.B.
https://www.4players.de/4players.php/to ... index.html) geben den falschen Eindruck von Vergleichbarkeit. Die Genre-Begriffe wie Shooter, Plattformen oder Rollenspiel sind auch viel zu weit gefasst und die Spiele in den Kategorien sind schon wieder Teile von größeren Subgenres (z.B. CRPG, JRPG, MMORPGs, ARPG, etc.), das ist wie bei der Musik wo es Techno und Metal als Oberbegriffe gibt, aber darunter sich wieder so viele Subgenres gibt, das man eine Powermetal Band nicht einfach mit einer Deathmetal oder Progressive Metal Band vergleichen sollte und teils ganz ein anderes Publikum anspricht.
Ich sehe nach Jahren der Wertungs- und Zahlenfixiertheit in allen Bereichen (auch bei Filmen) gerade langsam wieder einen Trend zur Rückkehr zu klassischen Kritiken (meist in Form von Podcasts oder Videos) die eher subjektiven Erfahrungsberichten und ausgiebigen Analysen des Mediums entsprechen, als schnöder Kaufberatung mit Wertung, wie man es z.B. bei Stiftung Warentest finden kann. Und das finde ich gut so, ein Spiel ist keine Kaffeemaschine.