The Outer Worlds - Test

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James Dean
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Re: The Outer Worlds - Test

Beitrag von James Dean » 30.10.2019 19:31

Ryan2k6 hat geschrieben:
30.10.2019 09:43
Vielleicht ist die Liste auch einfach Quatsch? Hast du alle Namen selbst durchprobiert?
Warum sollte ich irgendetwas in Zweifel ziehen, was jemand im Internet postet? Warum sollte jemand im Internet lügen?

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Nekropolis
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Re: The Outer Worlds - Test

Beitrag von Nekropolis » 30.10.2019 22:17

Trotz diverser (kleinerer) Fehler bin ich ziemlich begeistert von diesem Spiel. Genauer genommen ist es für mich der erste größere Titel 2019, der mich voll abholt und mir eine uneingeschränkte Weiterempfehlung abringen würde. Man merkt einfach, dass sich der Entwickler extrem viel Mühe bei "The Outer Worlds" gegeben hat und das allerbeste daran ist, dass es nicht einmal im Ansatz versucht, mir weitere Moneten aus dem Portemonnaie zu locken. Es ist oldschool und dennoch nicht altbacken. Einfach ein rundum gelungenes Rollenspiel-Erlebnis mit einem - für mich - tollen Artstyle. Die Shootermechanik funktioniert bestens, aber der eigentliche Star sind die Story mit all ihren unterhaltsamen Charakteren. Und die Dialoge bzw. das Skript allgemein sind wunderbar vielschichtig, witzig, nachdenklich - man einfach kann so viele verschiedene Wege gehen. Wie sich z.B. die Begleiter in Unterhaltungen einmischen oder selber jene beim Reisen beginnen, ist etwas, dass man nicht mehr allzu häufig in Videospielen erlebt und mich persönlich am meisten in diese Welt reinzieht.

Mein bisheriger Favorit sind Parvati (Instant Love <3) sowie der Reinungsroboter SAM, den man nach einer kleinen Quest als Begleiter mitnehmen kann. Letzterer lässt so viele hochkarätige Sprüche los, dass man gerne auch mal 15-20 Minuten einfach nur dasitzen möchte und darüber lachen will.

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GenerationX
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Re: The Outer Worlds - Test

Beitrag von GenerationX » 31.10.2019 15:35

4P|T@xtchef hat geschrieben:
30.10.2019 17:30
Den Schwierigkeitsgrad kann man zwei Stufen erhöhen - und das wirkt sich deutlich aus, wie ich im Test schrieb.
Dem kann ich nur zustimmen. Gerade der
Spoiler
Show
Roboter am Ende
ist auf einem höheren Schwierigkeitsgrad meiner Meinung nach doch eine kleine Knacknuss, ausser man hat sich schon extrem hochgefarmt, was aber ab Level 30 auch fertig ist.

Ich fand das Endgame etwas lahm, man hatte gar keine Möglichkeiten mehr die verschiedenen Seiten gegeneinander auszuspielen oder zu einem Kompromiss zu bewegen, das Ende ist vorgeschrieben und man kann einfach eines der beiden wählen. Da hat es sich in den Sidequests noch nach mehr Freiheit angefühlt, schade.

Was ich auch nicht logisch finde:
Spoiler
Show
Wenn man sich dafür entscheidet Edgewater auszulöschen, dies aber nur mit dem Hintergedanken bejaht um dann doch anders zu agieren, geht es nicht. Man kann den Professor nicht dazu befragen, man kann Edgewater nicht warnen oder vorbereiten, man kann die Roboter nicht umpolen. Nichts.....besonders an dem Punkt hätte ich mir einen Doppelangenten Twist gewünscht.
Bei einer etwaigen Fortsetzung wär es cool wenn man mehr Individualisierungen machen könnte. Mehr Auswahl bei der Crew (Anstatt 4 z.B 8 mögliche Crew Mitglieder, so dass man nach eigenem Gusto wählen kann was für eine Crew man haben möchte). Dazu sollten die Verbesserungen der Waffen und Rüstungen optisch sichtbarer werden.

Dazu wäre es sehr geil, wenn man das Schiff ausbauen oder wenigstens einrichten könnte, so als fliegende Basis. Evtl. auch sogar dass man Schiffe kaufen kann und nur klein anfängt. Space Travel wie in Elite Dangerous würde dann noch die Krönung aufsetzen, WOW, wie geil könnte das werden!

Dass die Welt nicht offen ist, finde ich zu verschmerzen. Etwas mehr Sidequests wären auch toll, man hat doch recht schnell (25 Stunden Spielzeit) die meisten Quests durch.

Alles in allem aber ein superbes kleines RPG in bester Fallout Manier. Das hat echt Potenzial. Ich würde mich extrem auf eine aufgebohrte Fortsetzung freuen, mit mehr Budget und dann eben auch mehr und besser von allem. Starte wohl noch einen zweiten Durchgang auf dem obersten Schwierigkeitsgrad, ab gehts. :twisted:
"iam not crazy, I just dont give a Fuck!(Night of the Comet - 1984)"

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Spiritflare82
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Re: The Outer Worlds - Test

Beitrag von Spiritflare82 » 31.10.2019 15:52

bin durch...24h playtime

uhhh...nee leute, das war irgendwie alles viel flacher, seichter und vor allem langweiliger als erwartet. Das Game fing echt vielversprechend an aber das hat so viele Probleme...keine Herausforderung selbst auf dem schwersten Schwierigkeitsgrad, der Kampf wird schon nach kurzer Zeit zum absoluten Witz. Viel zu viel Loot und Sachen die einem helfen.

viele langweilige Fetch Quests wie aus einem MMORPG, das writing von den Dialogen fand ich auch nicht so prickelnd wenn ich ehrlich bin. Zuwenig Konsequenzen z.B. bei Diebstahl, insgesamt zu statisch, zu rückständig. Die Gebiete auch meist öde und sehr gedrungen.

Kann null verstehen das man das in keinen Reviews gelesen hat, ich glaube hier haben viele Reviewer eher das bewertet was es hätte sein können oder sich verzweifelt einen Bethesda Style Ersatz herbeigesponnen und dabei irgendwie einiges durchgehen lassen, vielleicht auch weil man Bethesda einen reinwürgen wollte, die haben diese generation ja auch nicht geglänzt.

Ich würde dem Game eine 7/10 geben mit Auge zugedrückt weils einfach viel zu viel Probleme hat und wirkt wie von vor 10Jahren-das muss nicht immer schlecht sein aber hier hat man konsequent jede Weiterentwicklung im Gamedesign der letzten 10Jahre ignoriert und das kann ich persönlich nicht honorieren.

glaube da werden viele von enttäuscht sein am Ende, das ist bei weitem nicht so heiß wie es gegessen wird. Das Spiel lässt einen mit dem Gefühl "und nun hab ich Bock auf ein gutes neues Fallout!" zurück, also das ist mehr Appetizer als Ersatz.

Ryan2k6
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Re: The Outer Worlds - Test

Beitrag von Ryan2k6 » 31.10.2019 16:07

Spiritflare82 hat geschrieben:
31.10.2019 15:52
glaube da werden viele von enttäuscht sein am Ende, das ist bei weitem nicht so heiß wie es gegessen wird. Das Spiel lässt einen mit dem Gefühl "und nun hab ich Bock auf ein gutes neues Fallout!" zurück, also das ist mehr Appetizer als Ersatz.
Dieses Gefühl, hat die Leute doch erst zu TOW getrieben, denn Fallout 4 und 76 waren eben kein gutes neues Fallout.

Hinzu kommt, dass die meisten keineswegs am Ende enttäuscht sind. Aber von dir war nichts anderes zu erwarten. Wo jetzt die "vielen Probleme" eigentlich liegen sagst du ja auch nicht, außer dass es dir zu viel Loot gibt (Ich finde das nicht, ich stehle aber auch aus Prinzip nicht jedem das Haus leer) und die Karten "gedrungen" wirken, was auch immer das bedeuten soll.

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Civarello
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Re: The Outer Worlds - Test

Beitrag von Civarello » 31.10.2019 19:00

Für mich ist The Outer Worlds auf jeden Fall eines meiner Highlights dieses Jahr. Ich find es eher positiv dass sich Obsidian eben NICHT an den "Weiterentwicklungen" der letzten 10 Jahre bedient; welche auch immer das sein mögen. Mir würde vllt. die Weiterentwicklung des Storytellings durch ein Witcher 3 einfallen.....aber wieviele RPGs (und Spiele generell) liegen denn überhaupt auf diesem Level in diesem Bereich ? Auf RPG-"Weiterentwicklungen" wie zb. von Fallout 3/ New Vegas zu Fallout 4, von Dragon Age: Origins zu Inquisition, immer größere Welten mit NOCH mehr unnützem Füllmaterial kann ich persönlich auch im Jahre 2019 verzichten.

Natürlich ist The Outer Worlds nicht perfekt; mir würden auch ein paar Dinge einfallen die ich gerne für einen Nachfolger geändert haben würde. Aber für das was Obsidian hier erreichen wollte, einen geistigen Nachfolger zu Fallout 3/ New Vegas zu coden, haben sie wie ich finde einen tollen Job gemacht.

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Melcor
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Re: The Outer Worlds - Test

Beitrag von Melcor » 02.11.2019 02:37

20 Stunden im Spiel und ich bin kurz davor es abzubrechen. Meine Immersion ist komplett weg. Das Social Justice Writing gibt mir einfach den Rest. Jeder Charakter dem ich begegne ist der selbe Charakter. Immer eine starke, unabhängige Frau mit flotten Sprüchen. Wenn nicht das, dann socially awkward und ach so quirky. Jeder Mann hat irgendwie Dreck am Stecken oder ist ein Idiot. Catherine auf Monarch hat mir jetzt den Rest gegeben. Uff. So viel Pandering hab ich noch nicht erlebt. Es wäre ja okay wenn es in der Lore erklärt werden würde, wieso alle wichtigen Personen Frauen sind - beispielsweise ein Krieg bei dem die meisten Männer umkamen.

Ich habe echt kein Problem mit starken Frauenrollen, vor kurzem beispielsweise Alien Isolation gespielt und großartig gefunden. Aber das hier grenzt schon an Selbstparodie. Von Ort zu Ort - Edgewater bis Monarch, immer dasselbe. Ich sehe hier nur noch politische Statements, keine Spielwelt mehr. Sowas von Schade. Viele der Charaktere sind so ""bad ass"" das es auch einfach nur noch peinlich ist.

Daneben wird aus irgendeinem Grund das Questwriting auch immer banaler - wie die total 08/15 Kannibalen Quest, die ich so schon hundert mal gesehen hab. Auch hat bis jetzt Questhub meist eine optimale, objektiv gute Auflösung. Der ganze Konflikt ist so seicht. Kommt natürlich durch das satirische Konzept, aber funktioniert so einfach nicht gut für ein Rollenspiel. Holzhammer. Haha, corporate greed, get it? People are basically expendable tools. Kapiert ihr's? Wenn ich da an Fallout New Vegas zurückdenke... Wie lange ich gehadert habe und mich zwischen verschiedenen Regierungsformen entscheiden musste - alle mit Fehlern und Stärken.

Was für eine Enttäuschung. Ich gebe einfach mal den neuen Schreibern Schuld - das alte Obsidian Talen um Chris Avallone ist weg.


Achja, das Balancing ist auch kaputt. Konnte bis jetzt jedes Schloss knacken, jeden Computer hacken, jede Dialogoption wählen und bin auch noch unbesiegbar im Kampf. Keine Spezialisierung nötig, man ist Alleskönner. Auf Schwer auch viel zu leicht. Und in den höchsten Schwierigkeitsgrad will ich echt nicht wechseln, der fehlende Fast Travel dort macht das Ganze nur noch dröger.

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Re: The Outer Worlds - Test

Beitrag von adventureFAN » 02.11.2019 11:00

Jetzt wo du es sagst... du hast echt gar nicht so unrecht.
Ich bin bisher tatsächlch keinem weiblichen NPC begegnet welche tatsächlich meine Hilfe wirklich "benötigt".
Mir fällt spontan nur die Banditenanführerin in Rosewater ein. Aber auch die ist im Grunde auch dazu fähig sich selbst zu helfen. Sie ist nur in einer Patt-Situation. Die schönste Questlinie find ich die mit Parvati. Die ist etwas unbeholfen... in romantischen Dingen.

Männer dagegen brauchen echt für die dümmsten Dinge Hilfe.

Auch was das Balancing betrifft: Bin jetzt auf Monarch angekommen und kann das meiste ohne Probleme hacken, knacken, vernichten, überreden etc. Auch Geld ist kein Problem. Der Schwierigkeitsgrad "Normal" ist das neue "Easy".
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Re: The Outer Worlds - Test

Beitrag von SpookyNooky » 02.11.2019 11:00

Melcor hat geschrieben:
02.11.2019 02:37
Ich sehe hier nur noch politische Statements, keine Spielwelt mehr.
Das ist selektive Wahrnehmung. Ich habe noch keine 20 Stunden drin und mir fallen spontan genug Gegenbeispiele ein.

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Re: The Outer Worlds - Test

Beitrag von adventureFAN » 02.11.2019 15:16

Bitte nenne mal ein paar Gegenbeispiele, denn ich hab da nichts spontan parat.
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krautrüben
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Re: The Outer Worlds - Test

Beitrag von krautrüben » 02.11.2019 15:26

Bin jetzt durch. Hat mir viel Spaß gemacht, hat aber auch seine Makel. Es ist aber auf jeden Fall reichlich Potential für einen 2. Teil vorhanden. Ich empfehle, mindestens auf schwer zu spielen.

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Melcor
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Re: The Outer Worlds - Test

Beitrag von Melcor » 02.11.2019 15:40

SpookyNooky hat geschrieben:
02.11.2019 11:00
Melcor hat geschrieben:
02.11.2019 02:37
Ich sehe hier nur noch politische Statements, keine Spielwelt mehr.
Das ist selektive Wahrnehmung. Ich habe noch keine 20 Stunden drin und mir fallen spontan genug Gegenbeispiele ein.
Natürlich, sicherlich der Fall. Wollte auch erst noch einen Absatz schreiben, ob es vielleicht an den Twitter Posts der Schreiber liegt. So ist beispielsweise Parvati ein 'Self-Insert' der asexuellen Schreiberin, hauptsächlich motiviert durch die Tatsache, dass es in Videospielen zu wenig asexuelle Charaktere gibt. Der Rest bestätigt auch immer wieder das der Popkultur Feminismus von 2014 das Schreiben des Spiels stark beeinflusste.

Nur, das heißt nicht, dass es trotzdem der Fall ist. Bin dann die Liste aller wichtigen Charaktere bis jetzt durch, und fühlte mich bestätigt.

Edgewater: Kerl in der Stadt ist ein Idiot, Menschen sterben durch Mangelernährung. Frau in Kontrolle der Desertierten hat natürlich die Lösung, ist zwar verbittert, aber intelligent. Sheriff ist auch eine Frau.

Groundbreaker: Komplett Matriarchalisch - Kapitän, Offiziere, Security, Information Broker, Unterwelt Boss. Der Vertreter des Boards ist hier der einzige Mann - und schwul. Immerhin war Captain Junlei etwas erfrichend, da endlich kein 'bad ass' Charakter - natürlich aber auch schwul. Die meisten romantischen Beziehung, die im Spiel erwähnt werden, sind gleichgeschlechtlich. Auch hier, keine Kritik an der Darstellung von gleichgeschlichen Beziehung - mochte auch Gone Home. Die Balance macht es aber. Wenn plötzlich mehr Charaktere schwul als hetero sind, wirkt das immer seltsam. Oder, wenn nur schwule Charaktere über ihre Beziehungen reden.
Scheint in dieser Kolonie einen deutlich höheren Anteil an Homosexualität zu geben als auf der Erde. Ist das der Grund wieso es keine Kinder im Spiel gibt? Im Ernst, deren Fehlen stört auch und hätte wunderbar viel Potential in dieser Welt - Stichwort Kinderarbeit.

Roseway: Top Wissenschaftler ist ein Mann der einen extrem fragwürdigen Charakter hat. Freiheitskämpferin und Banditin ist wieder eine Frau - wieder vom 'bad ass, strong independent' Typ. Endlich ein Gegenbeispiel - der Security Chef ist neben Vicar Max der erste sympathische männliche Charakter im Spiel.

Monarch: Sanjar wird schnell als Feigling und unqualifiziert charakterisiert. Graham ist auch nicht so toll, aber das wären Spoiler. Zora ist eindeutig am kompetentesten. Und dann ist da natürlich Miss Mafia Boss, sehr peinlicher Charakter. Hier gibt es auch einen kleinen Fokus auf die erste nicht-gleichgeschlechtliche Liebe in einem Nebenquest.

Fällt mir mittlerweile schwer die Charaktere als solche zu sehen, und nicht als simples Vehikel um zu zeigen, dass Frauen in Führungspositionen genauso, wenn nicht qualifizierter als Männer sind. Ich will damit nicht sagen, dass ich mich dadurch angegriffen fühle, es zerstört nur meine Immersion. Ich sehe nur noch die Autoren, die sich auf die Schulter klopfen, wie sie endlich Sexismus in Videospielen besiegt haben. Charaktere wurden nicht geschrieben um interessant zu sein, sondern um eine politische Botschaft zu vermitteln - abseits der bereits durchaus politischen Satire des Spiels und deshalb doch furchtbar Fehl am Platz.

Ich denke im Endeffekt ist das nicht einmal das Problem. Das Problem ist das Writing. Man kann das Ganze auch elegant verpacken, was hier aber defintiv nicht der Fall ist, da man immer wieder den selben Charaktertypen begegnet. Hier ist wieder eine Frau mit kurzem, gefärbten Haar und Narben, die mit gezwungen tiefer Stimme spricht, total cool und bad ass ist, und übers Töten schwärmt - richtig fies und cool eben.


adventureFAN hat geschrieben:
02.11.2019 15:16
Bitte nenne mal ein paar Gegenbeispiele, denn ich hab da nichts spontan parat.
Nach 20 Stunden fallen mir nur Vicar Max und der Security Chief in Roseway ein.

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Re: The Outer Worlds - Test

Beitrag von SpookyNooky » 02.11.2019 16:18

Melcor hat geschrieben:
02.11.2019 15:40
Ich will damit nicht sagen, dass ich mich dadurch angegriffen fühle, es zerstört nur meine Immersion. Ich sehe nur noch die Autoren, die sich auf die Schulter klopfen, wie sie endlich Sexismus in Videospielen besiegt haben. Charaktere wurden nicht geschrieben um interessant zu sein, sondern um eine politische Botschaft zu vermitteln.
Du führst das so differenziert aus - insbesondere im obigen Abschnitt - dass ich nun sehr gut nachvollziehen kann, was du meinst. Die Frage ist: Fällt dir das so sehr auf, weil du in der Spielwelt die Charaktere bewusst nach diesen Gesichtspunkten durchleuchtest und diese Kategorisierung erwartest (selektive Wahrnehmung und "self fulfilling prophecy"), oder war das tatsächlich die Intention der Autoren? Rhetorische Frage. xD

Wenn ich an die Figuren des 97-er Fallouts denke, fallen mir auch viele Beispiele ein, wenn ich mit dieser Prämisse rangehe: Viele Männer (der fette Gizmo) sind schleimige feige Verbrechertypen, die sich hinter brutalen Schlägertypen verstecken (einige davon toughe Frauen). Einige Frauen sind Führungstypen (Tandi aus Vault City aus Fallout 2), die Sklavenarbeit verherrlichen (viele Sklaven sind Männer). Trotzdem denke ich nicht, dass die Autoren eine gesellschaftliche Ideologie ausdrücken wollten.

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Re: The Outer Worlds - Test

Beitrag von Melcor » 02.11.2019 18:28

SpookyNooky hat geschrieben:
02.11.2019 16:18
Du führst das so differenziert aus - insbesondere im obigen Abschnitt - dass ich nun sehr gut nachvollziehen kann, was du meinst. Die Frage ist: Fällt dir das so sehr auf, weil du in der Spielwelt die Charaktere bewusst nach diesen Gesichtspunkten durchleuchtest und diese Kategorisierung erwartest (selektive Wahrnehmung und "self fulfilling prophecy"), oder war das tatsächlich die Intention der Autoren? Rhetorische Frage. xD

Wenn ich an die Figuren des 97-er Fallouts denke, fallen mir auch viele Beispiele ein, wenn ich mit dieser Prämisse rangehe: Viele Männer (der fette Gizmo) sind schleimige feige Verbrechertypen, die sich hinter brutalen Schlägertypen verstecken (einige davon toughe Frauen). Einige Frauen sind Führungstypen (Tandi aus Vault City aus Fallout 2), die Sklavenarbeit verherrlichen (viele Sklaven sind Männer). Trotzdem denke ich nicht, dass die Autoren eine gesellschaftliche Ideologie ausdrücken wollten.
Ich denke es kommt auch auf die Balance an. TOW bombardiert einen regelrecht mit diesen Figuren, und wie bereits gesagt haben alle den selben Charaktertyp. Das hier eine Ideologie im Spiel ist, ist ja auch keine Frage: Die Schreiber erwähnen das selbst. In den ersten Fallouts wie auch in New Vegas fiel mir so etwas nie auf. Man hatte auch starke Frauencharakter - bessere als in TOW übrigens - aber auch gute männliche. Das Geschlecht fiel da nie auf, man hat den Charakter als Ganzes gesehen,ob Tandi, Rose oder Mr House.

Ich habe eben Monarch abgeschlossen und natürlich
Spoiler
Show
ist die beste Option Graham zu töten und eine Frau in der Führungsrolle zu etablieren.
Exakt dasselbe wie in Edgewater. Das meine ich mit Balance. Das Spiel hat nicht einmal die Hälfte des Umfangs von New Vegas, wiederholt sich aber bereits. Sobald ich einen Mann im Spiel treffe, bin ich bereits misstrauisch - der muss einfach Dreck am Stecken haben. Und bis jetzt war das auch wirklich jedes Mal so. Ärgtes Beispiel war die Wurstfabrik. Erst dachte ich, oh, das wird eine moralisch graue Quest - ich arbeite schließlich für die Mafia. Aber nope, man arbeitet zwar für "bad ass" Catherine, die kein Problem hat Leute zu liquidieren, aber der Typ, von dem man die Fabrik stiehlt oder den man umbringen soll, ist natürlich
Spoiler
Show
ein verrückter Kannibale, der Menschen zu Wurst verarbeitet.

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Re: The Outer Worlds - Test

Beitrag von Querscheisser » 02.11.2019 20:34

SpookyNooky hat geschrieben:
02.11.2019 11:00
Melcor hat geschrieben:
02.11.2019 02:37
Ich sehe hier nur noch politische Statements, keine Spielwelt mehr.
Das ist selektive Wahrnehmung. Ich habe noch keine 20 Stunden drin und mir fallen spontan genug Gegenbeispiele ein.
Die würden mich jetzt aber auch mal interessieren.
Gegen jeden, der es unternimmt, diese Ordnung zu beseitigen, haben alle Deutschen das Recht zum Widerstand, wenn andere Abhilfe nicht möglich ist.

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