Blazing Chrome - Test

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sabienchen
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Re: Blazing Chrome - Test

Beitrag von sabienchen » 24.07.2019 23:00

physischer Insta-Kauf..^.^''
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HellToKitty
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Re: Blazing Chrome - Test

Beitrag von HellToKitty » 25.07.2019 17:00

4P|Mathias hat geschrieben:
18.07.2019 16:40
Ich brauch echt Urlaub
Lieber Mathias, den Test hättest du dir so echt schenken können. Ich habe irritiert nach der nicht vorhandenen zweiten Seite geguckt, weil ich dachte, dass es doch langsam mal um die spielerischen Inhalte gehen sollte ;) Na ja, geschenkt...

Ich habe gestern die komplette Nacht zusammen mit einem Freund das Spiel gezockt und mir jetzt eine Meinung gebildet. Am Anfang musste man, genau so wie es sein soll, erst mal seine Augen sortieren um im Explosionswahnsinn den Überblick zu bewahren. Das Artwork erinnert an eine alternative Realität, wo Sega den 16-Bit Krieg klar gewonnen hat und das Mega Drive durch den Verzehr der sterblichen Überreste des Super Nintendos, dessen Kräfte absorbieren konnte, um uns nun Spiele zu präsentieren, die es in unserer Realität niemals gab.

Blazing Chrome ist recht fordernd, aber nicht irrsinnig schwer oder unfair. Auf "normal" kommt der geübte Run'n'Gunner mit etwas Ehrgeiz gut an einem Abend durch. Danach wird der "hardcore" Modus freigeschaltet, der die Checkpoints zurücksetzt und die Leben und Continues beschränkt. Das abwechslungsreiche Leveldesign ist mit vielen wünschenswerten Klischees gespickt und lädt bei genügend Routine zu Zero-Hit-Speedruns ein. An manchen Stellen kann man zeitweise in Mechs steigen, die genau so wie die einsammelbaren Extrawaffen eher für spezielle Situationen nützlich sind und dessen Meisterung etwas Übung benötigt. Die anfänglich überflüssig wirkende Dodgeroll wird bei manchen Endgegnern, die allesamt hervorragend designt sind zur Lebensversicherung und lässt schnell vergessen, dass man sich nicht wie von Contra/Probotector gewohnt auf untere Plattformen fallen lassen kann, was man sich aufgrund des Levelaufbaus ohnehin nur selten wünscht aber erst einmal etwas ungewohnt wirkt. Etwas störend ist mir aufgefallen, dass die Respawns beim Ableben gerade beim 2 Player Modus unübersichtlich ausfallen und ich mir einen klareren Wiedereinstieg gewünscht hätte. Da wäre ein besserer optischer oder auch akkustischer Hinweis der ansonsten stimmigen Soundkulisse sicherlich von Vorteil gewesen. Der Soundtrack ist zwar immer gut kommt jedoch leider niemals an die Genrequalitäten der echten Klassiker ran, was aber angesichts der Vorlage auch einen fast schon vermessenen Wunsch darstellen würde. Das klassische Run and Gun wird auch mal durch eine faire Version von einer an Battletoads erinnernden Speedbike-Sequenz aufgelockert und ein kompletter Level spielt sich ähnlich wie Space Harrier. Beide Gameplayverängderungen fügen sich perfekt ins Spiel ein und sind eine willkommene Abwechslung. Grade beim letzte Endgegner wird nochmal tief in die Trickkiste der Kreativität gegriffen und das gesamte Spiel hat mit seinen sechs Leveln eine angenehme Länge. Wer Blazing Chrome erfolgreich beendet, bekommt neben dem Boss Rush Modus noch einen Mirror Mode spendiert und kann jetzt das Gelernte seiner beiden Hirnhälften miteinander austauschen, um den ganzen Spaß nochmal von rechts nach links laufend, in gespiegelten Levels zu erleben.

Das alles wäre eigentlich ein Grund, Blazing Chrome für Genrefans uneingeschränkt zu empfehlen. Damit aber nicht genug! Wer das Spiel erfolgreich beendet bekommt auch noch zwei neue Charaktere freigeschaltet, die das Gameplay komplett verändern. Die beiden Neuen sind sehr agile Nahkämpfe mit beschränktem Angriffsradius, die durch die Luft dodgen und ihre fernen Gegner nur mit aufgeladener Nahkampfattacke treffen können. Was schnell zu einem gut gemeinten, aber unausgereiften Gimmik hätte werden können, verwandelt Blazing Chrome zu einem völlig neuen Spielerlebnis das plötzlich eher an Ninja Gaiden erinnert und sich signifikant anders spielt. Am Ende war es 4 Uhr morgens und ich habe durch meinen gewaltsamen Hand-Augen-Koordinations-Missbrauch und der dadurch hervorgerufenen neuralen Pixelexplosionen echt beschissen geschlafen. So wie es sein muss, wenn man solchen Quatsch viel länger spielt, als es einem die Vernunft empfiehlt. Fazit: Knaller!

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