Judgment - Test

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NewRaven
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Re: Judgment - Test

Beitrag von NewRaven » 21.06.2019 13:44

In einem Satz schreiben, dass Judgment doch bitte ein moderneres Frauenbild aufzeigen könnte... nur um im nächsten Satz ein "ABER ER IST 16 JAHRE ÄLTER ALS SIE"-Pseudodrama anzuhängen. Genau mein Humor... Man kann sicher sowohl die eine als auch die andere Richtung kritisieren, je nach persönlichem Empfinden, aber in diesem Fall beißt es sich inhaltlich ziemlich, beides gleichzeitig zu kritisieren - selbst wenn man die dahinterstehende Kultur sogar völlig außen vor lässt. Da müsste man sich schon entscheiden, ob man es lieber modern oder lieber sehr konservativ haben möchte.

Mal davon ab, ist der Test auch meiner Meinung nach ein ziemlicher Verriss - und das liegt nicht an der Prozentzahl am Ende, sondern am Inhalt. Liest sich im Kern eben kurzgefasst wie "alles der selbe alte Kram - und das was Neu ist, ist nicht wirklich richtig gut". Ich kann Benjamin das aber nicht wirklich übel nehmen... wenn man eine Serie so lange begleitet, nutzt sie sich halt ab, wenn sie nicht wirkliche Neuerungen bringt. Und Neuerungen sind jetzt nett formuliert nicht unbedingt das, wofür die Serie berühmt ist. Und wenn die Luft dann eben einmal raus ist (und nach Lesen der Tests von Zero, Kiwami 1 und Kiwami 2 hab ich den Eindruck, sie ist beim Tester ziemlich raus) dann ist das eben so. Ich glaube jetzt nicht, dass die Reihe jemals so viele Neuerungen bekommen wird, dass das ausreicht um sie für einen solchen Spieler wieder richtig interessant zu machen - insbesondere, weil es die Fans, die noch nicht so übersättigt sind, ziemlich vor den Kopf stoßen würde, aber bei einem solchen Ableger hätte man sich vielleicht letztlich doch schon ein bisschen mehr trauen können, als man sich offenbar hat.

Allerdings find ich es auch schade, dass auf einige Punkte so gar nicht eingegangen wird... mich als Yakuza-Fan hätte zum Beispiel interessiert, ob es in der Story (beispielsweise in Bezug auf Charaktere oder die geschichtlichen Ereignisse) Bezugspunkte, vielleicht sogar Spoiler zu den Yakuza-Games gibt (ist ja eigentlich kaum zu vermeiden), mich würde interessieren, in wie weit sich Kamurocho "weiter entwickelt" bzw. verändert hat, mich würden Details zum Kampfsystem interessieren (gibt es verschiedene Stile oder ähnliches, um etwas Abwechslung zu haben? Wie sieht es mit Waffen aus? Und so weiter...) oder auch Details zur Charakterentwicklung. Ich denke, wenn man den Test schon mit so einem starken Yakuza-Bezug schreibt (eben weils offenbar im Kern ein Yakuza-Spiel ist), dann braucht es eben auch die Infos, was sich - zumindest im groben Detail - zu den letzten Yakuza-Games verändert hat und insbesondere eben auch, was genau die Fans jener Serie, die wohl die primäre Zielgruppe von Judgment sein dürfen, erwarten können. Nicht nur Infos darüber, was sich eben zum Leidwesen des Testers nicht verändert hat und was ganz neu ist.
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4P|Benjamin
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Re: Judgment - Test

Beitrag von 4P|Benjamin » 21.06.2019 14:38

NewRaven hat geschrieben:
21.06.2019 13:44
In einem Satz schreiben, dass Judgment doch bitte ein moderneres Frauenbild aufzeigen könnte... nur um im nächsten Satz ein "ABER ER IST 16 JAHRE ÄLTER ALS SIE"-Pseudodrama anzuhängen. [...] Da müsste man sich schon entscheiden, ob man es lieber modern oder lieber sehr konservativ haben möchte.
Die beiden Sachen haben doch gar nichts miteinander zu tun. Es geht darum, dass hier suggeriert wird eine Mehrheit junger Frauen würde alte Männer toll finden, sodass diese ihnen nur noch Geschenke machen und ein bisschen Honig ums Maul schmieren müssten, um die Beute abzugreifen. Beides ist in dieser Ausprägung einfach albern. Mal ganz davon abgesehen, dass es wie im Text geschrieben nicht nur um Frauen-, sondern auch um Geschlechterrollen geht, denn umgekehrt steht nicht jeder Mann auf sehr viel jüngere Frauen.

Ein großer Kritikpunkt dreht sich ohnehin um die rein spielerische Umsetzung: Dass man in einem modernen Spiel nicht einmal die Wahl hat, sondern diese Subquest einfach hinnehmen und gewinnen muss, obwohl man währenddessen sogar viele Dialogoptionen vorgesetzt, ist einfach nicht gut. Von mir aus können Menschen nun wirklich mit so Vielen zusammen tun, was immer sie gerne möchten, so lange das auf Gegenseitigkeit beruht. Nur geht's darum hier ja nicht. :)
Ich kann Benjamin das aber nicht wirklich übel nehmen... wenn man eine Serie so lange begleitet, nutzt sie sich halt ab, wenn sie nicht wirkliche Neuerungen bringt. [...] Und Neuerungen sind jetzt nett formuliert nicht unbedingt das, wofür die Serie berühmt ist. Und wenn die Luft dann eben einmal raus ist (und nach Lesen der Tests von Zero, Kiwami 1 und Kiwami 2 hab ich den Eindruck, sie ist beim Tester sowas von raus) dann ist das eben so.
Njaaaa... dass sie - noch dazu im superflotten Jahresrhythmus - minimal iterieren, anstatt die Serie nach einer wohl verdienten Pause mal im großen Stil voranzubringen, finde ich tatsächlich enttäuschend und das wird über die Jahre auch nicht besser. ;) Interessanterweise hat das aber gar nicht mal was mit "Luft raus" zu tun. Hast du neben den anderen auch den Test zu Yakuza 6 gelesen? Das fand ich echt klasse.

mich als Yakuza-Fan hätte zum Beispiel interessiert, ob es in der Story (beispielsweise in Bezug auf Charaktere oder die Ereignisse) Bezugspunkte
Ganz wenige. Ich vermute, Sega ist wirklich sehr darum bemüht Judgment als eigenständiges Ding zu etablieren. Auf jeden Fall stehen das Spiel und seine Geschichte im Grunde für sich selbst.

mich würde interessieren, in wie weit sich Kamurocho "weiter entwickelt" bzw. verändert hat
Praktisch gar nicht, deshalb steht dazu auch nichts weiter im Text. Bzw. sind mir inhaltliche Veränderungen weitaus wichtiger als Grundrisse. Abgesehen davon steht Kamurocho Hills jetzt - ist aber kein Teil der normal begehbaren Welt. Und klar: Die Renovierungen im Champion District sind abgeschlossen ;), verändert hat sich da aber auch nichts. Little Asia sieht aus wie in Yakuza 6, allerdings ist das jetzt nur ein verlassener Platz. Wenn ich mich recht entsinne, gibt es ein, zwei mehr Lücken zwischen zwei Häusern, durch die man sich durchzwängen kann, aber mit solchen Kleinigkeiten erschöpft sich das auch schon.

mich würden Details zum Kampfsystem interessieren (gibt es verschiedene Stile oder ähnliches, um etwas Abwechslung zu haben? Wie sieht es mit Waffen aus? Und so weiter...)
Usw.? Es steht schon einiges dazu im Text. ;) Ja, man kann zwischen zwei Stilen wechseln, die unterscheiden sich aber nicht so sehr wie die meisten früheren voneinander und es spielt auch kaum eine Rolle, welchen man verwendet, auf dem höchsten Schwierigkeitsgrad jedenfalls nicht. Waffen kann man mal wieder aufheben, aber nicht einstecken.

oder auch Details zur Charakterentwicklung. Ich denke, wenn man den Test schon mit so einem starken Yakuza-Bezug schreibt (eben weils offenbar im Kern ein Yakuza-Spiel ist), dann braucht es eben auch die Infos, was sich - zumindest im groben Detail - zu den letzten Yakuza-Games verändert hat
Tatsächlich stehen sogar ziemlich viele Vergleiche drin. Ich denke aber ohnehin nicht, dass jedes Detail bis ins Letzte erwähnt werden muss. Dass man durch Erfahrungspunkte z.B. nach und nach Fähigkeiten freischaltet, ist ein dermaßen rudimentäres Spielelement, dass mir eine Erwähnung ähnlich dringend erscheint wie das Hervorheben unterschiedlicher Laufgeschwindigkeiten.

Eine Kritik ist keine Wiki! Sie sollte klarmachen, warum zentrale Elemente aus Sicht der kritisierenden Person gut oder schlecht funktionieren.

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Serious Lee
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Re: Judgment - Test

Beitrag von Serious Lee » 21.06.2019 15:27

Yakuza spielt mit den Klischees eines Milieus. Um Realismus geht's da nicht. Jemanden den Schädel mit einem Fahrrad einzuhauen ist noch deutlich weiter hergeholt als die Geschenke-Nummer mit den Mädels ;)

Klar zielt das alles auf die niederen Instinkte ab, aber ist dabei nicht so zynisch und düster wie viele westliche 18+ Games und nimmt sich auch deutlich weniger ernst. Gore & Splatter, Scharfschützen-Ästhetik, Kriegsverherrlichung, Nazi-Symbole... das sind so die Dinge, die ich fragwürdig finde. Das Gekloppe und die Blödel-Erotik sind der reinste Klamauk dagegen, aber da muss man dann plötzlich moralisch werden. Seltsame Konditionierung finde ich. Und damit meine ich dich nicht als Tester persönlich, sondern die sozialen Normen, die zu solchen Bewertungen führen.
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Rabidgames
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Re: Judgment - Test

Beitrag von Rabidgames » 21.06.2019 15:54

Mal so zum Verständnis - sind diese Dating-Spielchen Teil der Main Quest oder nur optional? Wenn sie optional sind, kann man sie ja dann problemlos nicht machen und alles ist gut.

Abgesehen davon sind solche Hostess-Clubs nun mal ein Bestandteil der japanischen Kultur. Kann man gerne befremdlich finden, aber die Alternative wäre, solche Sachen aus der westlichen Version rauszuschneiden - und das wäre ja bei Weitem nicht besser.

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NewRaven
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Re: Judgment - Test

Beitrag von NewRaven » 21.06.2019 16:07

4P|Benjamin hat geschrieben:
21.06.2019 14:38
Die beiden Sachen haben doch gar nichts miteinander zu tun. Es geht darum, dass hier suggeriert wird eine Mehrheit junger Frauen würde alte Männer toll finden, sodass diese ihnen nur noch Geschenke machen und ein bisschen Honig ums Maul schmieren müssten, um die Beute abzugreifen. Beides ist in dieser Ausprägung einfach albern. Mal ganz davon abgesehen, dass es wie im Text geschrieben nicht nur um Frauen-, sondern auch um Geschlechterrollen geht, denn umgekehrt steht nicht jeder Mann auf sehr viel jüngere Frauen.

Ein großer Kritikpunkt dreht sich ohnehin um die rein spielerische Umsetzung: Dass man in einem modernen Spiel nicht einmal die Wahl hat, sondern diese Subquest einfach hinnehmen und gewinnen muss, obwohl man währenddessen sogar viele Dialogoptionen vorgesetzt, ist einfach nicht gut. Von mir aus können Menschen nun wirklich mit so Vielen zusammen tun, was immer sie gerne möchten, so lange das auf Gegenseitigkeit beruht. Nur geht's darum hier ja nicht. :)
Wenn das so im Spiel suggeriert wird, geht das aber nicht aus dem Test hervor, denn da gehts meinem Leseverständnis nach ja um eine spezifische Frau und - zumindest für Yakuza-Verhältnisse - "ernste" Absichten. Man kann zweifelsfrei die Rolle der Frau in der Serie und in eigentlich den meisten Titeln mit modernem Fernost-Setting anprangern, erst recht aus westlicher Perspektive - aber gerade Dinge wie ein Altersunterschied sollte, sofern hier alle volljährig sind und wissen, was sie tun, aus "moderner" Sicht eigentlich kein großes Thema mehr sein. Das die Annäherungsversuche, die Flirts - widerrum serientypisch - für uns hier flach und oberflächlich, um nicht zu sagen primitiv wirken, ist sicher durchaus ein berechtigter Kritikpunkt und auch, dass Frauen in der Serie meistens nicht über eine Rolle als damsel in distress hinaus kommen, aber Altersunterschiede? Ich weiß nicht... Natürlich ist das vermutlich auch alles sehr subjektiv, ich kann mir zumindest nicht vorstellen, dass irgendein Serienteil- oder Serienableger für mich in dieser Hinsicht den Telefonclub in Zero oder das Fotoshooting in Kiwami 2 unterbieten würde, denn da hatte ich ungefähr das Gefühl in der Magengegend, was du hier gehabt zu haben scheinst, während anderen genau dieser Kram gefällt - aber ich akzeptiere diese Dinge eben duchaus als Teil der Serie, gerade weil es im nachgestellten Kulturkreis eben auch so existiert. Würde Yakuza alles entfernen, was aus meiner westeuropäischen Alltagssicht irgendwie "seltsam" wirkt - dann würde da eigentlich nichts mehr übrig bleiben. Dieser Kram ist es letztlich, warum die Leute hier diese Games überhaupt spielen - trotz des ein oder anderen Fremdschäm- oder Kopfschüttel-Moment für den ein oder anderen Spieler.
4P|Benjamin hat geschrieben:
21.06.2019 14:38
Njaaaa... dass sie - noch dazu im superflotten Jahresrhythmus - minimal iterieren, anstatt die Serie nach einer wohl verdienten Pause mal im großen Stil voranzubringen, finde ich tatsächlich enttäuschend und das wird über die Jahre auch nicht besser. ;) Interessanterweise hat das aber gar nicht mal was mit "Luft raus" zu tun. Hast du neben den anderen auch den Test zu Yakuza 6 gelesen? Das fand ich echt klasse.
Nein, hab ich nicht. Als PC-Spieler konnte ich mich bisher nur mit wenigen der neueren Titeln beschäftigen. Ich bin zwar mit der Serie eingestiegen, hab also sowohl Teil 1 als auch Teil 2 damals gespielt, allerdings hab ich danach nie wieder selbst eine Konsole besessen - kenne also abseits von den Klassikern nur deren Neuauflagen plus Zero genauer. Mit Yakuza 5 und Yakuza 6 hab ich mich bisher nur ein paar wenige Stunden leihweise beschäftigt und wollte mich nicht durch irgendwelche Reviews großartig spoilern, an Yakuza 3 und 4 hab ich meine Finger noch gar nicht bekommen. Leider.
4P|Benjamin hat geschrieben:
21.06.2019 14:38
Ganz wenige. Ich vermute, Sega ist wirklich sehr darum bemüht Judgment als eigenständiges Ding zu etablieren. Auf jeden Fall stehen das Spiel und seine Geschichte im Grunde für sich selbst.
Das verwundert mich jetzt fast ein wenig, aber durchaus im positiven Sinne. Ich hoffe aber dennoch ein bisschen, dass es zumindest soweit verwebt ist, dass man sich nicht fühlt wie in einem Kamurocho aus einer Paraleldimension :D
4P|Benjamin hat geschrieben:
21.06.2019 14:38
Praktisch gar nicht, deshalb steht dazu auch nichts weiter im Text. Bzw. sind mir inhaltliche Veränderungen weitaus wichtiger als Grundrisse. Abgesehen davon steht Kamurocho Hills jetzt - ist aber kein Teil der normal begehbaren Welt. Und klar: Die Renovierungen im Champion District sind abgeschlossen ;), verändert hat sich da aber auch nichts. Little Asia sieht aus wie in Yakuza 6, allerdings ist das jetzt nur ein verlassener Platz. Wenn ich mich recht entsinne, gibt es ein, zwei mehr Lücken zwischen zwei Häusern, durch die man sich durchzwängen kann, aber mit solchen Kleinigkeiten erschöpft sich das auch schon.
Merci :) Und nein, ich hatte da nicht so extreme Kleinigkeiten wie eine neue Gasse im Kopf, sondern eher ein möglicherweise neuer Bezirk oder ein umfassender Umbau. Letztlich war es ja so, dass die Yakuza-Teile da immer durchaus Variationen rein brachten... entweder durch weitere Orte neben Kamurocho oder eben durch mal größere mal kleinere "Umbauten". Das man hier quasi 1:1 Kamurocho aus Yakuza 6 genommen hat ist gerade für ein Spin-Off eine seltsame Entscheidung.
4P|Benjamin hat geschrieben:
21.06.2019 14:38
Usw.? Es steht schon einiges dazu im Text. ;) Ja, man kann zwischen zwei Stilen wechseln, die unterscheiden sich aber nicht so sehr wie die meisten früheren voneinander und es spielt auch kaum eine Rolle, welchen man verwendet, auf dem höchsten Schwierigkeitsgrad jedenfalls nicht. Waffen kann man mal wieder aufheben, aber nicht einstecken.
Das ist ein bisschen schade, ehrlich gesagt. Wirkt ein bisschen, als hätte man beim Kampf gerade die jeweils schwächsten Teile aus der Vergangenheit kombiniert. Auf der anderen Seite muss man halt auch sagen: ich hab nie dauerhaft wirklich Spaß aus den Prügeleien gezogen... nach einigen Stunden wirkten die in jedem Yakuza-Teil für mich eher wie eine recht monotone Pflichtübung. Insofern mach ich mich da nun auch nicht verrückt.
4P|Benjamin hat geschrieben:
21.06.2019 14:38
Tatsächlich stehen sogar ziemlich viele Vergleiche drin. Ich denke aber ohnehin nicht, dass jedes Detail bis ins Letzte erwähnt werden muss. Dass man durch Erfahrungspunkte z.B. nach und nach Fähigkeiten freischaltet, ist ein dermaßen rudimentäres Spielelement, dass mir eine Erwähnung ähnlich dringend erscheint wie das Hervorheben unterschiedlicher Laufgeschwindigkeiten.

Eine Kritik ist keine Wiki! Sie sollte klarmachen, warum zentrale Elemente aus Sicht der kritisierenden Person gut oder schlecht funktionieren.
Naja, das kommt eben auch ein bisschen darauf an, an wen der Test sich richtet. Da er in diesem Fall ja Yakuza, wie schon gesagt aus nachvollziehbaren Gründen, oft als Bezugspunkt nimmt, kann man da vielleicht schon etwas mehr ins Detail gehen - insbesondere eben, wenn es ansonsten ja nicht wirklich viel Neues zu berichten gibt. Erwartet ja niemand, dass du hier eine Vergleichstabelle einführst - aber da du ja durchaus die geteilten Probleme von Judgment mit Yakuza herausgearbeitet hast und ebenso die kompletten Neuerungen, wären ein paar Worte zu den Veränderungen meiner Meinung nach nur folgerichtig und kommen - wieder meiner Meinung nach - hier einfach ein wenig zu kurz. Richtet sich der Test aber primär an die Spieler, die noch nie etwas von Yakuza gehört haben, dann sollten da vielleicht durchaus auch grundlegende Dinge, wie eben das man durch XP seinen Charakter aufwerten kann, mit drin stehen, weils ja durchaus nicht ganz unwichtig ist. Und dann sollte man vielleicht auch nicht den "Abnutzungserscheinungen" einen solch breiten Rahmen gewähren ;)
Zuletzt geändert von NewRaven am 22.06.2019 14:16, insgesamt 2-mal geändert.
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whitejacketace
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Re: Judgment - Test

Beitrag von whitejacketace » 21.06.2019 22:20

Unglaublich!
Ohne hier den Dr.Prof. Spielekenner auszupacken, ist einfach wieder mal unglaublich wie hier 4P einfach ne durchschnittliche Wertung abgibt.
Die ganze Welt feiert dieses Spiel, mir inklusive, wegen seinem Charme, die coole Story und das coole Setting, geschweige denn von der absoluten geilen Grafik!
Aber der Herr von 4P ist wieder spezialisiert Schwachstellen zu finden.
Gegen den Strom zu schwimmen, ist vielliecht nicht immer der richtige Weg. Anstatt einfach mal zu gönnen, schadet ihr nur. Schon mehrfach bekannt von euch.
Liebe Grüsse

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Re: Judgment - Test

Beitrag von hydro skunk 420 » 21.06.2019 22:46

whitejacketace hat geschrieben:
21.06.2019 22:20
Unglaublich!
Ohne hier den Dr.Prof. Spielekenner auszupacken, ist einfach wieder mal unglaublich wie hier 4P einfach ne durchschnittliche Wertung abgibt.
Die ganze Welt feiert dieses Spiel, mir inklusive, wegen seinem Charme, die coole Story und das coole Setting, geschweige denn von der absoluten geilen Grafik!
Aber der Herr von 4P ist wieder spezialisiert Schwachstellen zu finden.
Gegen den Strom zu schwimmen, ist vielliecht nicht immer der richtige Weg. Anstatt einfach mal zu gönnen, schadet ihr nur. Schon mehrfach bekannt von euch.
Liebe Grüsse
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DitDit
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Re: Judgment - Test

Beitrag von DitDit » 22.06.2019 09:19

NewRaven hat geschrieben:
21.06.2019 16:07

4P|Benjamin hat geschrieben:
21.06.2019 14:38
Ganz wenige. Ich vermute, Sega ist wirklich sehr darum bemüht Judgment als eigenständiges Ding zu etablieren. Auf jeden Fall stehen das Spiel und seine Geschichte im Grunde für sich selbst.
Das verwundert mich jetzt fast ein wenig, aber durchaus im positiven Sinne. Ich hoffe aber dennoch ein bisschen, dass es zumindest soweit verwebt ist, dass man sich nicht fühlt wie in einem Kamurocho aus einer Paraleldimension :D
Ich hab wo anders gelesen das es wohl wirklich eine Paralleldimension ist. Das einzige was sich die Spiele teilen ist das Setting also Kamurocho oder das der Tohou Clan existiert. Ansonsten keine Hinweise auf Yakuza. Keine Charaktere nix.
Finde ich ehrlich gesagt echt schade. Da haben sie mit der Yakuza Serie schon ein Universum geschaffen und schmeißen das weg.

Ich sehe kein Problem damit das Judgement seine eigene Story hat und sein eigenes Ding dreht, ist ja ohne Probleme machbar.
Aber wie sehr hätte ich als Fan der Reihe ein wenig Fanservice gefeiert.
Stell dir vor du Spazierst die Straße lang und du siehst in einer Seitengasse wie Kiryu sich mit einer Horde Yakuza Prügelt und dein Charakter sagt nur "Oh Kiryu mal wieder. Am besten nicht einmischen" und sucht das weite.
Oder in einem der Minigames musst du dich plötzlich mit Majima duellieren.

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NewRaven
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Re: Judgment - Test

Beitrag von NewRaven » 22.06.2019 14:15

DitDit hat geschrieben:
22.06.2019 09:19
Ich hab wo anders gelesen das es wohl wirklich eine Paralleldimension ist. Das einzige was sich die Spiele teilen ist das Setting also Kamurocho oder das der Tohou Clan existiert. Ansonsten keine Hinweise auf Yakuza. Keine Charaktere nix.
Finde ich ehrlich gesagt echt schade. Da haben sie mit der Yakuza Serie schon ein Universum geschaffen und schmeißen das weg.

Ich sehe kein Problem damit das Judgement seine eigene Story hat und sein eigenes Ding dreht, ist ja ohne Probleme machbar.
Aber wie sehr hätte ich als Fan der Reihe ein wenig Fanservice gefeiert.
Stell dir vor du Spazierst die Straße lang und du siehst in einer Seitengasse wie Kiryu sich mit einer Horde Yakuza Prügelt und dein Charakter sagt nur "Oh Kiryu mal wieder. Am besten nicht einmischen" und sucht das weite.
Oder in einem der Minigames musst du dich plötzlich mit Majima duellieren.
Echt? In dem Fall hätte man dann aber wirkich Nägel mit Köpfen machen sollen und das Ganze wirklich woanders spielen lassen sollen. Ich mein, okay, Kamurocho ist ja doch recht überschaubar, die Yakuza-Serie hat quasi alle möglichen Zeitabschnitte abgedeckt und somit ist es vielleicht tatsächlich etwas schwer, da eine vollständig separate Geschichte zu erzählen - aber quasi die gesamte Geschichte einfach ausradieren und bei 0 anfangen. Ja, das ist in der Tat schade... eigentlich sogar eine völlige Verschwendung. (solche Infos hätte ich übrigens auch im Test erwartet ;) )

Ja, eben an genau solche Dinge hatte ich gedacht. Wobei Kiryu, Majima und Co ja nicht einmal persönlich auftauchen müssten, es würde fast schon ein seltenes Name-Dropping wo es gerade passt reichen. Man könnte seine eigene Geschichte erzählen ohne dieses "alles was hier bisher passiert ist, ist nie passiert"-Gefühl. Falls das wirklich so ist, hat man da nicht nur viel Potential liegen lassen, sondern letztlich auch der "Glaubwürdigkeit" geschadet. Das wäre in der Tat ziemlich schade.

Abseits davon: ich hab mir jetzt mal ein bisschen Videomaterial angesehen und... also "langsam" dürfte Sega bitte den PC-Release ankündigen. Und wenn ich sage langsam, meine ich "ein Release nächste Woche wäre nett" :Hüpf: :D
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Melcor
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Re: Judgment - Test

Beitrag von Melcor » 22.06.2019 18:54

4P|Benjamin hat geschrieben:
21.06.2019 14:38

Die beiden Sachen haben doch gar nichts miteinander zu tun. Es geht darum, dass hier suggeriert wird eine Mehrheit junger Frauen würde alte Männer toll finden, sodass diese ihnen nur noch Geschenke machen und ein bisschen Honig ums Maul schmieren müssten, um die Beute abzugreifen. Beides ist in dieser Ausprägung einfach albern. Mal ganz davon abgesehen, dass es wie im Text geschrieben nicht nur um Frauen-, sondern auch um Geschlechterrollen geht, denn umgekehrt steht nicht jeder Mann auf sehr viel jüngere Frauen.
Sicher, dass du hier nicht irgendwelche eigenen Erfahrungen projezierst? Junge Frauen finden "ältere" Männer (35 ist ja noch nicht einmal middle age) durchaus toll, das ist auch viel dokumentierter Fakt. Besonders wenn die Männer so attraktiv wie Takuya Kimura sind, der in Japan ja ein absolutes Idol ist. Nicht unbedingt eine Basis für eine erfolgreiche Beziehung, aber doch alles andere als seltsam.

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Serious Lee
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Re: Judgment - Test

Beitrag von Serious Lee » 22.06.2019 20:35

Unabhängig davon, ob das nun so ist oder nicht - Judgement ist ein Unterhaltungsprodukt und ich finde es übertrieben ernsthaft überhaupt so eine Kritik aufzufahren. Es wäre doch heuchlerisch zu behaupten, dass es kein angenehmer Eskapismus ist sich in ein Szenario hineinzuversetzen in dem man böse Typen vermöbelt und von jungen Frauen angehimmelt wird ;)

Wir müssen halt irgendwann mal zu einem Punkt kommen an dem wir uns einig darüber werden welchen Maßstab wir an Videospiele ansetzen wollen: Wenn wir davon ausgehen, dass das Medium und die Realität wechselwirken, dann müssen wir die Kritik überall ansetzen und nicht per Cherry-Picking den einen Inhalt kritisieren, den anderen aber nicht. Oder wir empfinden Spiele als Katharsis und akzeptieren Sex und Gewalt als Bestandteil unserer Existenz, die auf so einem Weg zivil, humorvoll und schadlos ein Ventil finden.
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Re: Judgment - Test

Beitrag von Melcor » 22.06.2019 21:59

Serious Lee hat geschrieben:
22.06.2019 20:35
Unabhängig davon, ob das nun so ist oder nicht - Judgement ist ein Unterhaltungsprodukt und ich finde es übertrieben ernsthaft überhaupt so eine Kritik aufzufahren. Es wäre doch heuchlerisch zu behaupten, dass es kein angenehmer Eskapismus ist sich in ein Szenario hineinzuversetzen in dem man böse Typen vermöbelt und von jungen Frauen angehimmelt wird ;)

Wir müssen halt irgendwann mal zu einem Punkt kommen an dem wir uns einig darüber werden welchen Maßstab wir an Videospiele ansetzen wollen: Wenn wir davon ausgehen, dass das Medium und die Realität wechselwirken, dann müssen wir die Kritik überall ansetzen und nicht per Cherry-Picking den einen Inhalt kritisieren, den anderen aber nicht. Oder wir empfinden Spiele als Katharsis und akzeptieren Sex und Gewalt als Bestandteil unserer Existenz, die auf so einem Weg zivil, humorvoll und schadlos ein Ventil finden.
Hört hört!

Es ist ja irgendwie absurd, dass wir von der leidigen Diskussion über Gewalt in Videospielen, mit der ich ja beinah aufgewachsen bin - welche auch nur der Diskussion von Gewalt in Filmen, Comics und Sex in Musik gefolgt ist - direkt in die nächste Diskussion über Sexismus und Repräsentation gerutscht sind. Mittlerweile scheint dies auch Dreh- und Angelpunkt jeder einzelner Diskussion zu sein. Jeder kotzt sich darüber aus, von allen Seiten. Es wird mehr über "problematische Darstellungen" und "Agendas" gestritten, als über sonst einen Aspekt. Und während im Höhepunkt der Killerspieldebatte die Seiten klar definiert waren und Spieler und Spieljournalisten sich zusammen gegen die Politik und Medien gerichtet haben, sind die Gräben hier nun tief, obwohl die Positionen die gleichen sind: Entweder wir zwingen Produzenten und Künstler sich an neue Richtlinien zu halten, verbieten alles was dagegen verstößt - oder wir lassen Leute sich frei ausdrücken. Kompromisse sind wie bei der Killerspieldebatte heuchlerisch. Ein bisschen Gewalt ist okay, aber "Gewaltverherrlichung" geht zu weit - das war ja oft ein Standpunkt den ich vor mehr als 10 Jahren oft gehört habe. Und heute ist vieles, was damals als Gewaltverherrlichung galt absolut zahm. Ein Hatred hat die Gemüte erregt, war aber tatsächlich kaum bissiger als Postal von 1997, erschreckend zahm rückblickend betrachtet. Illusions RapeLay hat die Leute zur Weißglut gebracht, war letztendlich nüchternd betrachtet nur ein klappriges und lahmes Eroge.

Es scheint kein Jahrzehnt zu vergehen, indem wir nicht eine Form von Medien für irgendein Übel des Gesellschaft verantwortlich machen und versuchen, Dinge zu verbieten oder zu zensieren. Nur um diese dann ein Jahrzehnt später wieder zu erlauben und zu sehen, hoppla, war ja alles gar nicht so schlimm. Denn obwohl wir heute mehr Gewalt, Sex, und sonstiges in den Medien sehen, fallen Verbrechensraten, sinkt soziale Ungleichheit, und den Menschen geht es besser als je zuvor. Und das obwohl Doom nicht mehr auf dem Index steht und der Hays Code für Hollywood nicht mehr gilt

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Re: Judgment - Test

Beitrag von Swar » 22.06.2019 23:13

Ich hab's heute knapp 3 Stunden gespielt.

Die Aufmachung und Erzählweise gefallen mir bisher richtig gut, die Steuerung funktioniert auch und quasi in jeder Straßenecke gibt es irgendwelche Straßenschläger, die Yakuza DNA ist deutlich spürbar.

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Re: Judgment - Test

Beitrag von Serious Lee » 23.06.2019 00:35

Sehr schön :) Meins hätte heute auch kommen sollen, aber ist dann leider irgendwo hängengeblieben. Montag Abend geht's dann los :D
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Re: Judgment - Test

Beitrag von UAZ-469 » 23.06.2019 10:51

DitDit hat geschrieben:
22.06.2019 09:19
Ich hab wo anders gelesen das es wohl wirklich eine Paralleldimension ist. Das einzige was sich die Spiele teilen ist das Setting also Kamurocho oder das der Tohou Clan existiert. Ansonsten keine Hinweise auf Yakuza. Keine Charaktere nix.
Finde ich ehrlich gesagt echt schade. Da haben sie mit der Yakuza Serie schon ein Universum geschaffen und schmeißen das weg.
Echt jetzt?
Oh Mann, was für eine Enttäuschung. Da hätte man wirklich so viel daraus machen können, ohne es wie einen Fremdkörper im Yakuza-Canon wirken zu lassen. Sei es, indem man es etwa eine gewisse Zeit nach Yakuza 6 ansiedelt, klammheimlich mit einem bislang bestehenden Teil verwebt oder eine gänzlich andere Ortschaft dafür verwendet, wobei man dabei die Geschehnisse der Serienteile höchstens am Rande mitbekommt.

Aber so?

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