Hellblade: Senua's Sacrifice - Test

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Aidn
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Re: Hellblade: Senua's Sacrifice - Test

Beitrag von Aidn » 27.03.2018 14:36

Was soll denn der Sarkasmus? Ist meinte das mit dem Alter schon ernst. Ist ja für mich eher Nachtteil, als Vorteil, da ich ja
dadurch nicht so euphorisch im Kreis rumhüpfen kann wenn Nolan seinen nächsten Wunderfilm abliefert.
Ich beneide eigentlich alle, für die das Leben und all die modernen geistigen Errungenschaften so sehr Droge sind.
Ich habe dich aufgrund Deines Alters nicht degradieren wollen. Aber wieso solltest Du denn eigentlich Recht haben.
Hat die "Masse" recht? Werde ich nicht umgekehrt genauso beleidigt und als Vollpfosten gesehen, weil ich die Dinge
anders wahrnehme? Ich empfinde die Platinbewertung eines zu Unrecht überbewerten Spieles doch auch als Beleidigung meines Intellekts. ;) Wohlgemerkt gäbe ich Senua eine 75-80er Bewertung. Das ist doch fair für ein unfertiges Spiel.
Übrigens Respekt. Für einen 11 jährigen schreibst Du echt sehr gut.

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Usul
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Re: Hellblade: Senua's Sacrifice - Test

Beitrag von Usul » 27.03.2018 14:48

Aidn hat geschrieben:
27.03.2018 14:36
Was soll denn der Sarkasmus? Ist meinte das mit dem Alter schon ernst.
Da du das Ernst meinst, kann ich leider nur in Ironie flüchten... denn es gibt nix Sinnloseres als das Altersargument - vor allem in der Anonymität eines Internetforums, wo man gar nicht weiß, wie die Altersstruktur tatsächlich ist... geschweige denn überhaupt irgendeine Aussage darüber machen kann, ob und wie das Alter der Leute sich auf ihre Einstellungen zu den unterschiedlichen Dingen auswirken. Daher meine Ironie. Solange du das Alter als ernsthafte Diskussionsgrundlage für die subjektive Bewertung von Unterhaltungsmaterial betrachtest, gibt es auch nix zu diskutieren.

ronny_83
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Re: Hellblade: Senua's Sacrifice - Test

Beitrag von ronny_83 » 27.03.2018 15:08

Hab Hellblade gestern wieder weitergespielt. Ich glaub, ich bin kurz vor´m Ende. Hab dieses Mal das erste Mal auch Kopfhörer benutzt. Der Sound ist schon ziemlich gut abgemischt und erzeugt eine eingängigere Atmosphäre als nur mit Lautsprechern. Den Unterschied merkt man deutlich. Die Geräuschkulisse ist wirklich gut.

Mittlerweile kamen auch ein paar gute Passagen, die eindringlicher und einprägsamer waren als die Wald- und Ruinenpassagen, von denen ich immer denke, dass die aus einer der Tech-Demos der Engine stammen. Mag diese realistischen Renderingstile auch nicht besonders. Weil die meist auch diejenigen sind, die am Ende zu den statischsten Kulissen führen.
Diese dummen Runenrätsel und das Durchqueren von Toren stören mich sehr und verhindern, dass mir das Spielen und Durchlaufen der Szenarien auch wirklich Spaß macht. Ich denke mir jedes Mal "Oh bitte nicht schon wieder". Der Aufbau ist mir zu stupide und eintönig. Und das man nicht mal ne Bordsteinkante hochklettern kann, wenn es nicht gewollt ist, ist die Art Linearität, die dem Medium Spiel eher schadet als hilft.

Verblüfft bin ich weiterhin, dass ch keine Beziehung zu Senua und ihren Problemen aufbauen kann. Es ist mir fast schon egal. Ich kann nicht mal erklären, warum. Gefühlstot bin ich jedenfalls nicht, nach dem The Last Guardian kürzlich erst Eindruck bei mir hinterlassen hat.
Die Inszenierung fühlt sich für mich auch einfach nicht neu und besonders an, sondern sogar ziemlich bekannt (ich erinnere mal an das DMC-Reboot vom selben Studio; da wurde schon in ähnlicher Weise audio-visuell getrickst, aber mit weitaus prägnanterem Art Design).

Insgesamt würde ich dem Spiel ein GUT geben. Audio-visuell ist es auf hohem Niveau. Erzählerisch fand ich es gut, aber nicht wirklich herausragend. Spielerisch ist es sehr zwispältig (tolle Kämpfe, mieser Rest). Die extreme Linearität und Steifheit des Spiels ist ein weiterer Minuspunkt. Es ist eine Charakterstudie, umgesetzt in einem erweiterten Wandersimulator, dessen spielerische Elemente auf mich aber irgendwie überflüssig wirken.

Aidn
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Re: Hellblade: Senua's Sacrifice - Test

Beitrag von Aidn » 27.03.2018 15:39

Du musst auch richtig lesen. Zweifelsohne bin ich in meinem Alter schon sehr weit weg von der zentralen Spielergruppe.
Das ist so. Und ebenso zweifelsohne ziehe ich um einiges mehr Referenzen zu Spielen und Filmen heran, als jemand, der
aufgrund seines statistisch jüngeren Alters konsumieren konnte. Darum bewerte ich zwangshalber anders
war meine Vermutung. Das sogenannte Altersargument ist ein schlüssiges Argument, ob Dir das so passt, oder nicht.
Wieso sollte das vergangene Konsumieren von Inhalten keine Rolle spielen? Es geht hier nicht um mein biologisches Alter (46),
sondern um die Anzahl an medialen Inhalten die ich in ca. 35 (Spiel- und Film-)Jahren inhaliert habe.

Wenn ich verschiedene Reize halt schon mehrfach in unterschiedlichen Variationen erlebt habe, gehe ich damit auch nüchterner um. Den Reiz des neuen erlebe ich halt nicht mehr so häufig und werde darum davon (leider) genauso wenig geblendet.

Und das ändert überhaupt nichts an der faktischen Unfertigkeit dieses Spiels. Rumlaufen in einem Schlauchlevel, um Umgebungs-Schablonenrätsel zu lösen und das mehrfach? Echt jetzt? Das ist doch verarsche und ein Zeit Schinder des Entwicklers um über die
Unfertigkeit hinwegzutäuschen, insbesondere wenn man sich dann auch noch die Gesamtspielzeit anschaut.
Wenn der Psycho-Faktor nicht da wäre würden man das Spiel wegen dieser frechen Einfallslosigkeit ganz sicher abstrafen, oder
zumindest kritischer damit umgehen.
Aber wie gesagt, wenn ich nicht so ein alter Nerd wäre...

PS: Interstellar hat bei IMDB 8,6, auf Metacritic 74%
und Life of PI hat auf IMDB 7,9 und auf Metacritic 79%
Interstellar: Berechtigter Hype, oder nicht? Laut IMDB soviel besser als Life of PI??
Oh Nolan. Aber Memento und Inception waren wirklich, wirklich gut. Man kann also historisch gut erkennen wie der Anspruch sank. :wink:

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Usul
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Re: Hellblade: Senua's Sacrifice - Test

Beitrag von Usul » 27.03.2018 17:36

Aidn hat geschrieben:
27.03.2018 15:39
Du musst auch richtig lesen. Zweifelsohne bin ich in meinem Alter schon sehr weit weg von der zentralen Spielergruppe.
Das ist so. Und ebenso zweifelsohne ziehe ich um einiges mehr Referenzen zu Spielen und Filmen heran, als jemand, der
aufgrund seines statistisch jüngeren Alters konsumieren konnte. Darum bewerte ich zwangshalber anders
war meine Vermutung. Das sogenannte Altersargument ist ein schlüssiges Argument, ob Dir das so passt, oder nicht.
Wieso sollte das vergangene Konsumieren von Inhalten keine Rolle spielen? Es geht hier nicht um mein biologisches Alter (46),
sondern um die Anzahl an medialen Inhalten die ich in ca. 35 (Spiel- und Film-)Jahren inhaliert habe.
Dann verrate ich dir mal ein Geheimnis: Ich habe ebenfalls ca. 35 Spiel- und Filmjahre auf dem Buckel - d.h. in der Hinsicht unterscheiden wir uns nicht. Und dennoch halte ich Interstellar für einen der besten SciFi-Filme und Hellblade für ein einzigartig gutes Spiel. Wie willst du das mit deiner kruden Alterstheorie in Einklang bringen?

Wenn du dich in Gesellschaft von 20jährigen befindest, kannst du vielleicht mit so etwas argumentieren. Aber wenn du mit Gleichaltrigen oder Älteren diskutierst, wird das Ganze sehr schnell sehr sinnlos. Und genau das tust du hier - weil du gar nicht weißt, wer wie alt ist und wer was alles schon gespielt/gesehen/erlebt hat.

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Re: Hellblade: Senua's Sacrifice - Test

Beitrag von Aidn » 27.03.2018 18:02

Moment mal. Ich rede doch in aller erster Linie von mir. Mein Alter ist mein Argument für meine Reaktion und mein Empfinden
in Bezug auf das Spiel. Ich habe gesagt, ich vermute das ICH deswegen mit dem unfertigen Spiel nicht so klar komme.
Wenn DU die Schwächen des Spiels besser ausblenden kannst ist doch super. Ich vermute das alle anderen Spieler dieses
Spiels auch auf die 50 zugehen? Oder ist Dein Alter jetzt der Beweis für die Großartigkeit des Spiels und damit die Vernichtung meiner
Kritik an eben diesen. Wenn der Rest des Spiels mich so flashen würde wie Dich könnte ich über den Rest ja sicher auch hinwegsehen.
Du nimmst auch immer noch keinen Bezug auf meine Spielkritik und reagierst auch immer noch nicht auf meine Aussage in Bezug auf den albernen Kinderkram in Interstellar, der den Film leider sehr entwürdigt und im Niveau arg runterreißt.
Hast Du nichts von alldem bemerkt? Das lässt mich doch sehr an Deiner Beobachtungsfähigkeit zweifeln. Und das mit Deiner ungeheuren Erfahrung. :wink: Aber egal. Über Geschmack lässt sich nicht streiten, oder doch? Mich haben in jedem Fall der Film und auch das Spiel enttäuscht. Dafür kann doch nur der einzige
Grund sein, das ICH (zu?) anspruchsvoll bin. (Immerhin habe ich beiden dennoch die Schulnote "gut" verpasst, oder nicht?)
Und ich bin Sch**ße nochmal so anspruchsvoll, weil ich verd*mmt nochmal schon genug anderen Kram gesehen habe der runder und besser war. Abgesehen davon hat "Einziartigkeit" doch nicht zwangshalber eine hervorragende Note verdient?? Man muss doch immer
noch das ganze bewerten. "Was für ein großartiges neues Auto, es kann tauchen. Gut es hat keine Sitze, aber..." :roll:

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Usul
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Re: Hellblade: Senua's Sacrifice - Test

Beitrag von Usul » 27.03.2018 18:15

Aidn hat geschrieben:
27.03.2018 18:02
Oder ist Dein Alter jetzt der Beweis für die Großartigkeit des Spiels und damit die Vernichtung meiner
Kritik an eben diesen.
Jetzt wird es aber etwas absurd. DU hast doch mit dem Altersargument angefangen. Du redest doch davon, daß du so alt und erfahren und anspruchsvoll bist und dich nicht von Interstellar oder was auch immer blenden läßt. Und ich halte dir mich als Beispiel entgegen - ähnlichen Alters, ähnlicher Erfahrung, aber eben mit ganz anderem Eindruck.

Das soll nicht deine Kritik vernichten, sondern dir vor Augen führen, daß deine Alterstheorie einfach nix bringt.

Wenn dir das Spiel oder der Film oder was auch immer nicht gefällt, ist es halt so - aber tu bitte zum einen nicht so, als ob nur junge Hüpfer das anders sehen... und zum anderen nicht so, als ob alle, die anders bewerten als du, es einfach nicht drauf haben - und GENAU DAS sagt der Begriff "überbewertet" aus.

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Re: Hellblade: Senua's Sacrifice - Test

Beitrag von Aidn » 27.03.2018 18:56

und GENAU DAS sagt der Begriff "überbewertet" aus
Nein sagt er nicht. Die Dinge messen sich ja nicht (nur) an mir, sondern an anderen Dingen.
Unsere Zeit hypt einfach sehr schnell. Und nicht jeder Hype ist berechtigt, auch wenn es einer der wenigen anspruchsvollen SF-Filme ist und Mister Nolan die Regiekeule schwingt. Dazu kommen durch soziale Medien initiierte, manipulierende und meinungsbildende Bewegungen. Fügen wir noch den unbändigen Hunger nach etwas neuem hinzu. Dann wird schon mal überbewertet. Man kann einen Film durchaus faktisch bewerten und mit anderen Filmen vergleichen, oder aneinander messen. Deswegen kann man ja trotzdem auch Gefallen an z.B. Trash finden. Es bleibt aber Trash. (Nein, Interstellar ist kein Trash. Na ja, in der zweiten Hälfte, so manchmal.. :wink: )
Außerdem drehst Du meine "Erfahrungen" einfach in ein anders besetztes "erfahren" um. Das ist auch absurd und etwas abgedroschen.
Alter bedeutet ja auch nicht zwangshalber am Ende zum gleichen Schluss zu kommen. Es kann aber im (scheinbaren) Einzelfall wie bei mir den Anspruch an ein Spiel schmerzvoll erhöhen. Ich habe einfach keine Lust mehr durch ein völlig belangloses Level-Design mit peinlichen Umgebungsrätseln zu streifen. Hätte der Entwickler an der Stelle genauso viel Liebe reingetan wie in das Charakter-Design wäre das Spiel trotz fehlender vollständiger Lokalisierung super. Vermutlich gab es Abgabedruck, oder so was.
Ich will es gar nicht "drauf haben". Ich wünsche das aber den Entwicklern, die sollten "es drauf haben" und dem Tester, das er ein
nun wirklich deutlich unfertiges Spiel als solches auch entlarvt. Und wenn das von mir beschriebene Element nicht unfertig sein sollte, dann ist es einfach...schlecht. Gerade dieser Entwickler kann das doch eigentlich v i e l besser.

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Re: Hellblade: Senua's Sacrifice - Test

Beitrag von Usul » 27.03.2018 20:50

Aidn hat geschrieben:
27.03.2018 18:56
Nein sagt er nicht.
Doch, das tut er. Wenn viele Leute ein Spiel gut bewerten und ich sage, das Spiel ist überbewertet, dann sagt das:

1. Das Spiel ist nicht gut.
2. Die Leute, die das Spiel gut bewerten, irren sich.

Der erste Punkt wäre meine Meinung über das Spiel. Kann ich haben. Der zweite Punkt ist meine Meinung über die Leute, die das Spiel bewerten, und das sollte ich tunlichst vermeiden, weil ich keine Ahnung habe, wer was wie warum bewertet. Den ganzen Rest mit dem Hype oder den manipulierenden Medien kann man sich sparen - denn ich weiß schlichtweg nicht, wer sich wovon beeinflussen lässt.

Damit habe ich mich glaube ich ausreichend wiederholt in diesem Punkt. "Überbewertet" ist einfach ein ganz blöder Ausdruck und sagt so viel mehr aus.

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Re: Hellblade: Senua's Sacrifice - Test

Beitrag von Aidn » 27.03.2018 22:26

1. Das Spiel ist nicht gut.
2. Die Leute, die das Spiel gut bewerten, irren sich.
Du unterteilst in Schwarz und Weiß.
Wenn ich sage etwas ist überbewertet heißt das doch nicht dass es deswegen nicht gut ist!?
Es bedeutet lediglich und das doch recht eindeutig in der Bedeutung des Wortes das es "über" das
angemessene Maß bewertet wird.

Interstellar ist ein guter SF-Film, hat aber auch seine Schwächen und ist ganz gewiss kein Meilenstein der Filmgeschichte.
Wird aber gerne so gesehen und gefeiert. Da wird (vermutlich aus Mangel von Referenzen) mehr daraus gemacht als er ist.
Und das nenne ich überbewertet.

Der Unterschied zwischen einer guten und sehr guten (Über-)Bewertung ist ja doch eher gering.
Der Enthusiasmus macht da wohl auch den Unterschied aus. Die Leute, die das Spiel so sehr abfeiern irren sich
damit in diesem Sinne nicht wirklich. Es ist eher eben die Begeisterung, das Verzeihen gewisser Fehler im Spiel,
die sie höher bewerten lassen. Wir diskutieren hier immer noch, ob gut, oder sehr gut, nicht vergessen.

Senua ist durchaus ein gutes Spiel, wenn man den Fokus ganz klar auf den inneren Kampf, den kranken Geist der Protagonistin legt.
Blendet man aber den Kontext zur Spielfigur, also die Spielwelt realistisch mit ein, sehe ich keine Berechtigung für Platin.
Es ist ein gutes Spiel, sicher. Aber kein Platin aus meinem Sichtwinkel.
Darum nenne ich das überbewertet und darum war ich mit meiner zugegeben hohen Erwartung auch enttäuscht worden.
Ich hatte bei DIESEM Entwickler echt noch 'ne Schippe mehr erwartet. Ja, ich hätte Platin erwartet. :(
Hätten die noch ein Jahr weiter geschraubt. Wer weiß.
manipulierenden Medien kann man sich sparen - denn ich weiß schlichtweg nicht, wer sich wovon beeinflussen lässt.
:roll: Äh, ja. Genau. Wo soll ich denn da jetzt anfangen.

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Re: Hellblade: Senua's Sacrifice - Test

Beitrag von Usul » 27.03.2018 22:36

Aidn hat geschrieben:
27.03.2018 22:26
Du unterteilst in Schwarz und Weiß.
Wenn ich sage etwas ist überbewertet heißt das doch nicht dass es deswegen nicht gut ist!?
Es bedeutet lediglich und das doch recht eindeutig in der Bedeutung des Wortes das es "über" das
angemessene Maß bewertet wird.

Interstellar ist ein guter SF-Film, hat aber auch seine Schwächen und ist ganz gewiss kein Meilenstein der Filmgeschichte.
Wird aber gerne so gesehen und gefeiert. Da wird (vermutlich aus Mangel von Referenzen) mehr daraus gemacht als er ist.
Und das nenne ich überbewertet.
Der erste Punkt ("nicht gut") war nur ein Beispiel und ist überhaupt nicht das, worüber ich mich die ganze Zeit auslasse. Sondern der zweite Punkt... die Anmaßung, dir ein Bild von anderen zu machen, ohne sie auch nur im Ansatz zu kennen. Wie kommst du z.B. darauf, daß Interstellar (vermutlich) aus Mangel an Referenzen so gut bewertet wird? Da du nicht weißt, wer welche Referenzen hat, ist das eine Vermutung, die nicht tragbar ist.
Und du findest das eben überbewertet, weil du ja so viele Referenzen in dem Punkt hast? Fällt dir denn nicht auf, wie eingebildet das klingt? Im Sinne von: "Ja, ihr kennt halt nix Besseres, daher findet ihr Spiel/Film XYZ so toll. Aber ich, ja, ich... ich kenne so viel Besseres, daher finde ich das nicht so toll."

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Re: Hellblade: Senua's Sacrifice - Test

Beitrag von Aidn » 28.03.2018 01:04

Immer noch schwarz/weiß. Nein, genaugenommen kenne ich gar nicht etwas "besseres" in diesem Fall, aber deswegen
kann ich es trotzdem als nicht sehr guten Film, sondern "nur" guten Film einschätzen. Vieles lässt sich ja mit ähnlichen Filmen vergleichen.
Außerdem sind in dem Film einige Dinge, die ganz unabhängig von anderen Filmen einfach
dämlich sind. Das er bei mir und auch anderen trotzdem noch gut dabei wegkommt liegt an dem dafür
ziemlich ansehnlichen Rest, Der Soundtrack ist darüber hinaus auch ganz nett.
Abgesehen davon berechtigt Seltenheit, wie bereits gesagt nicht automatisch zu einer höheren Wertung.
Und nur nochmal gespiegelt. Die Aussage, dass dieser Film ein Meilenstein des SF-Kinos sein soll finde ich ehrlich
gesagt ebenso anmaßend, weil ich in meiner Meinung dadurch ja indirekt auch in Frage gestellt werde,
auch wenn keine böse Absicht dahinter steckt. Ich bin dann auch geistiger Kollateralschaden.
Ich bin vermutlich ein einsamer, hoffnungsloser Fall, der zu anspruchsvoll ist, das mag sein.
Ich bin aber gar nicht so eitel, wie Du meinst. Ich bin nur sehr kritisch manchmal..hm..oft und natürlich frech. Warum auch nicht.
Man kann ja dann gut diskutieren. Und außerdem stehe ich jetzt ja als arroganter S*ck da und die Gerechtigkeit ist
doch wieder hergestellt, oder?
Und falls Du Dich beleidigt fühlen solltest. Sorry, aber ich habe Dich letztlich nicht persönlich angegriffen.
Ich habe bei Interstellar die Masse angegriffen, ein anonymes Wesen. Ich wusste ja nicht das Du dazu gehörst. :wink:
Aber auch Nolan arbeitet ganz sicher Zielgruppen-orientiert. Diese Filme sind ja teuer, müssen auch was einbringen.
Ich finde übrigens jeden einzelnen Schauspieler in Interstellar großartig, bis hin zur mehr als gelungenen Synchronisation.
Die Schwäche liegt hier eher im Plot und das obwohl, oder gerade weil ich ein großer Fan von Zeitspielerei-Filmen, Fantasy
und Science Fiction bin. Vermutlich wirkt der Film für mich dadurch an manchen Stellen doch etwas naiv. Breiteres Publikum halt.
Reduziert auf das audio/visuelle Erlebnis ist der Film aber schon großartig, keine Frage. Nette Effekte halt. :wink:

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Re: Hellblade: Senua's Sacrifice - Test

Beitrag von Usul » 28.03.2018 14:40

Aidn hat geschrieben:
28.03.2018 01:04
Immer noch schwarz/weiß. Nein, genaugenommen kenne ich gar nicht etwas "besseres" in diesem Fall, aber deswegen
kann ich es trotzdem als nicht sehr guten Film, sondern "nur" guten Film einschätzen. Vieles lässt sich ja mit ähnlichen Filmen vergleichen.
Wir reden offenbar weiterhin aneinander vorbei. Du kannst den Film doch gut, schlecht, perfekt, sehr gut, durchschnittlich oder was auch immer finden. Das habe ich ja auch schon mehrfach gesagt, bzw. es steht mir gar nicht zu, dir das zu "erlauben", weil sich das von selbst versteht.
Mir geht es NUR um das Urteil der anderen "Bewertenden", wenn man "überbewertet" sagt. Dieses steht niemandem wirklich zu, wie ich finde.
Und nur nochmal gespiegelt. Die Aussage, dass dieser Film ein Meilenstein des SF-Kinos sein soll finde ich ehrlich
gesagt ebenso anmaßend, weil ich in meiner Meinung dadurch ja indirekt auch in Frage gestellt werde,
auch wenn keine böse Absicht dahinter steckt. Ich bin dann auch geistiger Kollateralschaden.
Wieso trifft es dich denn geistig, wenn ICH sage, daß ICH den Film für einen Meilenstein halte (was ich so nicht gesagt, aber ich unterschreibe das gerne)? Das ist doch der Unterschied, von dem ich die ganze Zeit rede: Ich beurteile den Film aus meiner Sicht. Aber ich sage nicht "überbewertet" - denn damit würde ich auch alle anderen Leute beurteilen, die den Film ebenfalls bewerten.
Und falls Du Dich beleidigt fühlen solltest. Sorry, aber ich habe Dich letztlich nicht persönlich angegriffen.
Ich habe bei Interstellar die Masse angegriffen, ein anonymes Wesen. Ich wusste ja nicht das Du dazu gehörst. :wink:
Ich bin nicht beleidigt, ich finde diese Unart einfach nicht gut, Dinge als überbewertet zu bezeichnen, die einem persönlich nicht gefallen. Mein Standardbeispiel ist hier die Souls-Reihe oder gar Gothic 1&2: Alles Spiele, die ich nicht gerade prickelnd finde. Aber nenne ich sie deswegen überbewertet? Nein, denn damit würde ich mich quasi über all jene Leute stellen, die die Spiele als fantastisch bewerten.


Und ich betone noch einmal: Ich habe noch gar nicht angefangen, auf die Gründe einzugehen, aus denen du den Film nicht als so genial erachtest. Oder Hellblade etwa. Bei dieser inhaltlichen Diskussion sind wir noch gar nicht. Folglich habe ich auch noch gar nichts über mein Anspruchsdenken, über meine Wünsche hinsichtlich Spiel/Film, über meine Referenzen usw. gesprochen. Ich finde, man tut sich keinen Gefallen, wenn man sich als über- oder unterdurchschnittlich betrachtet, denn statistisch gesehen ist man eben doch eher Durchschnitt. (Von den Gebieten mal abgesehen, in denen man besonders bewandert ist, weil man das beruflich macht oder sich besonders hartnäckig damit beschäftigt oder sowas.)

Aidn
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Re: Hellblade: Senua's Sacrifice - Test

Beitrag von Aidn » 28.03.2018 16:26

persönlich nicht gefallen. Mein Standardbeispiel ist hier die Souls-Reihe oder gar Gothic 1&2: Alles Spiele, die ich nicht gerade prickelnd finde. Aber nenne ich sie deswegen überbewertet? Nein, denn damit würde ich mich quasi über all jene Leute stellen, die die Spiele als fantastisch bewerten.
Aber das ist es doch gerade. Die Souls-Spiele (und alle ihre Gelegenheitsspieler-feindlichen Bastarde quer durch das aktuelle Spielangebot) und auch Gothic 1 + 2 weisen trotz unterschiedlichem Geschmack, der ja jedem zusteht, keine inhaltlichen Lücken auf, oder wirken unfertig. Senua wirkt aber an den von mir beschriebenen Stellen schon ungar/unfertig.
Man kann es ja dennoch toll finden, aber diese "Lücken" doch nicht bis zur bloßen Nicht-Existenz ausblenden. Ich meine neben
unserer (berechtigt) subjektiven Wahrnehmung gibt es doch trotzdem objektiv bewertbare Bestandteile, oder nicht?
Und da sehe ich im wahrsten Sinne eine "Über-Bewertung" (Platin). Das ist nicht fair gegenüber anderen Spielen, die nicht so
innovativ sind und eben dann Abzüge wegen z.B. ihrer nicht fertiggestellten Inhalte bekommen.
Ich finde einen solchen Umgang mit Spielen, aber eben auch Filmen zu unkritisch.
Und jedes Feedback hat letztlich auch wieder Auswirkung auf das nächste Projekt des Entwicklers. Das ist nicht unwesentlich.
Und wenn eine ganze Masse Konsumenten an den Lippen Guru-gleicher Kritiker hängt und multipliziert, potenziert sich das Desaster.
Ok, ich übertreibe mal wieder etwas. Entschuldigung.
Auf dieser Seite ist es nun mal auch schwer eine vernüftige Bewertung zu bekommen.
Hier wird pädagogisch bewusst positiv zensiert, oder aber durch vollkommen unrealistische Wertungen abgestraft.
In diesem Fall war ich aber eben echt an**p*sst, weil die Bewertung nicht das widerspiegelt, was ich erlebt habe.
Und ich bin voll im Thema drin, Nordische/keltische Mythologie, ruhiger Spielverlauf, geniales Charakter-Design, etc.
Das ist eigentlich alles meins. Darum meine Enttäuschung, die ich schon ausreichend begründet habe.

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ChrisJumper
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Re: Hellblade: Senua's Sacrifice - Test

Beitrag von ChrisJumper » 28.03.2018 19:43

ronny_83 hat geschrieben:
27.03.2018 15:08
Hab Hellblade gestern wieder weitergespielt.
....
Diese dummen Runenrätsel und das Durchqueren von Toren stören mich sehr und verhindern, dass mir das Spielen und Durchlaufen der Szenarien auch wirklich Spaß macht. Ich denke mir jedes Mal "Oh bitte nicht schon wieder".
...

Verblüfft bin ich weiterhin, dass ch keine Beziehung zu Senua und ihren Problemen aufbauen kann. Es ist mir fast schon egal. Ich kann nicht mal erklären, warum.
Ja deswegen hab ich es auch nicht weitergespielt muss ich leider sagen. Senua, zündet bei mir nicht. Die Ganze Story ist mir zu Mythisch und - ich hab in den von dir beschriebenen Wald/Ruinen aufgehört wo ich gerade bei dem Feuergott bin oder war.

Das Spiel hat keine wirkliche Story.. es gibt nichts zu entdecken das ich als Rätselhaft empfinde.. es wirkt nicht mal wie eine alte Ruinen Stadt dessen Geheimnis ich lüften will. Auch das mit den "Prüfungen" nehme ich dem Spiel nicht ab..

Hatte irgendwie auf Prüfungen alla Tomb Raider (1 - ca. 1990?) gehofft oder kleine einfache Rätseln wie in Uncharted. Aber selbst die Umgebung hat weniger Flair als ein Tomb Raider Reboot (die Japanische Insel).

Wenn es wenigstens Menschen oder Tiere wären. So lässt mich das irgendwie kalt.

Dabei fand ich das Entwickler-Tagebuch noch richtig gut und die Schauspielerin in den MC Takes auch noch sympathisch. Aber Es springt nicht über.

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