The Technomancer - Test

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CafeSan
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Re: The Technomancer - Test

Beitrag von CafeSan » 03.07.2016 23:22

Hab jetzt 26 Stunden auf dem Tacho. Imo steigert sich das Spiel ab Kapitel 2 noch weiter. Es wird offener, neue Locations kommen hinzu, die Charaktere kommen mehr zur Entfaltung, ebenso die Story. Würde fast soweit gehen hier einen Geheimtipp ala Alpha Protocol, Deadly Premonition und Co vorliegen zu haben. Defizite springen einen nur so an, aber es versprüht einen Charme, dem ich mich nicht entziehen kann.

Edit: und ich möchte anmerken, dass die ps4 version jederzeit rund läuft, Ladezeiten halten sich ebenfalls im Grenzen und bugs hatte ich bislang erst einen. Außerdem kein seasonpass-Irrsinn. Heute alles keine Selbstverständlichkeit mehr. Glitches von npcs kommen allerdings öfter mal vor.
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3nfant 7errible
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Re: The Technomancer - Test

Beitrag von 3nfant 7errible » 03.07.2016 23:51

Also ich bin auch einer von denen, den das Spiel gut gefällt, bzw von Spielstunde zu Spielstunde immer besser.
Ich würd sagen, vergesst die Wertungen einfach. Keine Ahnung was da los war. Ich schätze mal das ist der altbekannte Fluch von Midrange-Titeln, die sich einerseits an AAA-Titeln messen lassen müssen, obwohl diese ein vielfaches an Budget haben, aber andererseits bekommt man auch nicht diesen "Auge zudrück/Mitleids"-Bonus von Indie-Titeln, bei den gerne über Budget bedingte Mängel hinweggesehen wird.
Wobei ich allerdings betonen möchte, dass das Spiel auch keine techn. Katastrophe ist, es ist im Gegenteil sehr solide, es fehlt halt nur hier und da die Kirsche auf dem Sahnehäubchen.

Dafür glänzt es aber in Bereichen, die mir pers. sowieso wichtiger sind, allem voran das Kampfsystem, das unter den Action-RPGs eindeutig zu den besseren gehört und sich im wesentlichen nur den Souls-Spielen geschlagen geben muss.
Das Grinden oder Crafting trifft imo genau die richtige Mitte, nicht zu viel und nicht zu wenig. Und gut ist auch, dass man nicht alle naselang wieder zu seiner Truhe zurückkehren muss, weil man überladen ist. Die Dialoge sind etwas schwächer als beim Witcher, dafür ganz klar besser als zb bei Fallout4. Die Story fand ich zu Anfang etwas undurchsichtig, weil es gleich von Beginn an soviele unterschiedliche Fraktionen mit unterschiedlichen Interessen gibt, und man kaum einschätzen kann wer "die guten" und wer "die bösen" sind, zumal es da auch jede Menge Grauzonen zu geben scheint. Aber wenn man dann einen gewissen Überblick hat, dann wird es im weiteren Verlauf nur noch spannender und ich will jetzt gerne wissen wie es weitergeht. Es gibt auch viele Entscheidungen, von denen einige gleich zu überraschenden Konsequenzen führen, inklusive Karma-System zu den jeweiligen Fraktionen und einzelnen Individuen.

Was mir auch imponiert hat war, dass sie kein Blatt vor den Mund nehmen und einen vor richtig asoziale Situationen stellen, zb....
Spoiler
Show
.... die Stelle, als man die Mutanten wieder zur Arbeit bewegen sollte, und man hatte entweder die Wahl sie gleich anzugreifen oder ihnen zu drohen ihre Kinder, die Familien, die alten und schwachen abzuschlachten. Das Problem ist auch, dass es für viele der Mutanten, die die Arbeit wieder aufnehmen würden, ebenfalls der sichere Tod bedeuten würde, weil sie der Strahlung der Sonne ausgesetzt werden.
Das hatte schon was von nem Nazi-Arbeitslager und hat mir ein mulmiges Gefühl beschert. Ich konnte nicht glauben, dass die mir keine andere Option anbieten. Ich denke solch einen Schritt würde man bei Bioware zb nicht gehen, da soll sich ja bloss keiner offended fühlen :roll:

Apropos Bioware..... im Gegensatz zu denen hat man es auch geschafft einen Schwulen zu integrieren, ohne es vorher an die grosse Glocke zu hängen und damit Werbung zu machen >.>
Achja, und die Menge der Entscheidungen bei den Techtrees möchte ich auch nochmal positiv hervorheben.
Ich glaub, wenn ein Publisher diesen Entwicklern ein grösseres Budget, mehr Zeit und mehr Vertrauen geben würde, dann könnten die richtig geile RPGs hervorbringen, und dann auch mit jeder Menge Sahnehäubchen und Kirschen obendrauf :)

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superboss
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Re: The Technomancer - Test

Beitrag von superboss » 04.07.2016 20:03

ich hab irgendwie auch total Bock auf das Spiel und eure positiven Berichte mindern das Gefühl nicht gerade.....
erwarte da so ein ungeschliffenes Mass Effect mit durchaus hoher Spielzeit( was ja bei ihren vorigen Titel nicht so war) aber vielleicht ohne diese ganz magischen Momente und Atmo (auch wenn Hydro sie lobt).

Aber wie gesagt bald kommt deusex und meine Aufmerksamkeitsspanne gleicht momentan eher einer Fliege (tschuldigung). Ich ertappe mich schon mal dabei, dass ich beim Uncharted "Spielen" plötzlich anfange auf dem Wiiu Gamepad im Internet zu surfen oder sonst irgendwas anderes mache....
Ich glaub ein Open World Racer wie Forza Horizon 2 wäre das passendere Spiel nach Uncharted....... :Hüpf:

Aber ok wenn ich Uncharted so langsam weiterspiel, dauert das eh noch ein paar Wochen.......... :?
momentan spiele ich....
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Saikou
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Re: The Technomancer - Test

Beitrag von Saikou » 07.07.2016 09:09

Hab das Spiel fast durch und bin mir den Reviews im Internet echt nicht einverstanden.

Hat es ein Kampfsystem wie Batman? - Nö. Eine dichte, atmosphärische Welt wie Witcher 3? Auch nicht. Sieht es so gut aus wie Tomb Raider? Bestimmt nicht. Aber muss man jetzt jedes Spiel an Produktionen mit dreistelligem Millionenbudget messen? Wenn ja, dann hätten wir demnächst gar nichts mehr zu spielen außer die jährlichen Neuauflagen von Ubisoft.

Mit dem Produktionsbudget und der kurzen Zeit hat das Studio meiner Meinung nach ein unglaublich gutes Spiel rausgeholt.

Die Charaktere werden im Laufe der Zeit aufgebaut. Quatschen während der Missionen - wie aus z.B. Dragonage bekannt - fröhlich vor sich her und unterhalten sich miteinander. Der Protagonist ist tatsächlich etwas generisch, aber ist das was schlimmes?
Die Story als ganzes ist kreativ, hat etliche Wendungen und nen Spannungsbogen. Die unzähligen kleinen Nebensquests sind sehr abwechslungsreich. Was man leider etwas vermisst, sind Konsequenzen aus Entscheidungen. Scheint nicht so, als hätten die einen Einfluss später im Spiel.
Das Kampfsystem ist nicht ganz so flüssig wie ein Batman, Witcher oder Shadow of Mordor, aber die Kämpfe sehen echt gut aus, machen Spaß und sind vor allem nicht zu einfach. Auch spät im Spiel muss man noch wirklich aufpassen. Andererseits ist es auch nicht brutal unfair wie bei Dark Souls, so dass kein Frust aufkommen sollte.

Insgesamt eins der besseres Spiele (von AAA Titeln mal abgesehen) in diesem Quartal. Kein Grund, drauf rumzutrampeln, nur weil man von den Blockbusterproduktionen, die ein mal im Jahr erscheinen, total verwöhnt ist.

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Sir Richfield
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Re: The Technomancer - Test

Beitrag von Sir Richfield » 07.07.2016 10:54

Moment, verstehe ich das richtig?
Ihr seid alle mit der Wertung "Ist nicht so gut wie AAA Spiele" nicht einverstanden, während ihr einräumt, dass das Spiel nicht so gut ist wie AAA Spiele?
Almost expecting this, your Mantis calmly responds to the trap. | Posting around at the speed of diagonal. | 3-2-1, eure Meinung ist nicht meins. | There's a problem on the horizon. ... There is no horizon.

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Re: The Technomancer - Test

Beitrag von hydro skunk 420 » 12.10.2016 22:14

Besser spät als nie: Ich habe The Technomancer abgeschlossen.

Ein Spiel, bei dem man an jeder Ecke und Kante merkt, dass das Budget verdammt knapp gewesen sein muss.

Und dennoch war nicht alles schlecht. Teilweise brachte es sogar Tugenden mit sich, die mir bei anderen AAA-Rollenspielen von heute fehlen.

Ich gebe dem Spiel 64%.

Trotz dieser niedrigen Wertung wäre ich bereit, einen Nachfolger zu spielen.

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Ryo Hazuki
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Re: The Technomancer - Test

Beitrag von Ryo Hazuki » 31.05.2017 11:19

*abstaub*

das Spiel gab es im Sale bei Gold für 16€ - wird was für die warmen Sommertage :). Hatte ich für die PS4 habe es aber mit verkauft.
Zur Zeit stehen noch Rime, Mafia 3 und TWD Season 3 an.

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Sierra-320
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Re: The Technomancer - Test

Beitrag von Sierra-320 » 23.08.2019 06:47

Da Spiders' nächste Etappe mit Namen "Greedfall" vor der Tür steht und das Spiel mein Interesse geweckt hat, wollte ich das Studio näher kennenlernen... mit "The Technomancer". Die angesprochenen Defizite hinsichtlich der Animationen von Gestik und Mimik kann ich hier und da nachvollziehen, diese sind im besten Fall durchschnitt, sahen bzw. sehen anno 2019 in einigen AAA-RPG-Spielen (stellenweise) ähnlich oder gar schlechter aus. Zu einigen Kritikpunkten bezüglich dem Art-Style muss ich hinzufügen, dass diese sehr subjektiv sind. Ich für meinen Teil hab in Technomancer einen Narren an diesen schmutzig-metallenen Rüstungen á la Blade Runner gefressen: Jedes Rüstungsteil und jede Waffe schreit nur so nach Zweckmäßigkeit und passt, aufgrund der begrenzten Rohstoffe auf dem Mars welche in The Technomancer Erwähnung finden, hervorragend in dieses, von Minimalismus geprägte, Cyberpunk-Szenario hinein. Stilistisch orientiert sich The Technomancer am Cyperpunk der 80er bzw. 90er Jahre und zeichnet eine entsprechend dystopische Welt mit Extremen. Aus rein immersiver Sicht gelingt dies wie ich finde sehr gut. Kein anderes RPG Spiel hat bisher in mir den klassischen Bioware-Flare der 00er Jahre geweckt wie "The Technomancer". Wer Mass Effects Rollenspiel und die damit verbundene Entscheidungsfreiheit gemocht hat, wird The Technomancer lieben, denn hier haben die Entscheidungen ein Stück weit mehr Gewicht und sind viel unmittelbarer/direkter mit viel extremeren Konsequenzen.
Das Spiel ist kein Meisterwerk aber es bietet unter der rauen Oberfläche ein individuelles Spielerlebnis welches sehr einzigartig ist und sich vom breiten Mainstream der Gegenwart, aber auch von den standard Indie-RPGs abhebt.

Wertungstechnisch wäre es bei mir im Bereich zwischen 70-75% anzuordnen, zumal es definitiv eine Steigerung zu den vorherigen zwei Spielen des selben Studios sind. Als Riesenfan des Cyberpunk der 80er- und 90er Jahre würde meine subjektive Wertung eventuell leicht höher ausfallen.

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