Electronic Arts: EA-Studios-Chefin über Frauen in Battlefield: "Niemand hat uns gebeten, das wieder zu ändern"

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VaniKa
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Re: Electronic Arts: EA-Studios-Chefin über Frauen in Battlefield: "Niemand hat uns gebeten, das wieder zu ändern"

Beitrag von VaniKa » 05.11.2018 17:00

@Peter_Piper: Also ich möchte hier jetzt keine allgemeine Quotendiskussion führen. Und ich rede auch nicht von einer Brechstange. Aber wie du selbst gerade festgestellt hast, sind Frauen und Männer unterschiedlich und gerade deshalb spielt das Geschlecht in Spielen auch eine Rolle, wenn es auch in vielen Spielen eine reine Kopfsache ist, weil spielmechanisch keine Unterschiede bestehen. Aber die eigene Spielfigur macht eben auch einen großen Teil der Atmosphäre aus. Als eine Heather Mason erlebe ich Silent Hill ganz anders als ein Alex Shepherd.

Ansonsten zeigst du sehr gut, wie unterschiedlich da der Fokus sein kann. Die einen sagen, die Figur, wie sie von den Entwicklern vorgegeben wird, steht im Vordergrund. Du siehst es als feststehendes Kunstwerk, das du "as is" bestaunen kannst. Das ist in etwa wie bei einem Film zuzusehen. Kann ich also durchaus nachvollziehen. Für andere ist hingegen das eigene Erlebnis zentral. Je mehr ich mich mit der Figur (die ich im Idealfall auch selbst erstellt habe und die "mich" darstellt) identifizieren kann, desto tiefer tauche *ich* in die Fantasiewelt ein und verbinde mich mit ihr emotionaler. Für mich ist ein Spiel eher ein Vehikel für bestimmte Stimmungen und Erlebnisse. Kann mir ein Spiel das nicht nach meinem Geschmack bieten, spiele ich es nicht. Ich sehe da die Spieleentwickler eher als Dienstleister, die es schaffen müssen, ein Publikum zu überzeugen und mich als Kundin zu bedienen.

Na ja, und den Grund, warum du lieber Frauen spielst, den nennen wohl viele Männer. Nur ist die Motivation von den meisten Frauen wohl eher anders gelagert. Wie gesagt, es geht darum, eine Spielfigur zu haben, mit der man sich identifizieren kann und die man selbst auch interessant findet. Für mich sind Männer ziemlich fremd und einen zu spielen würde sich sehr oberflächlich für mich anfühlen. Ich hätte als Mann auch irgendwie gar kein Ziel außer eben "Mission erfüllen". Die emotionale Dimension entfaltet sich für mich da einfach nicht und vor allem nicht in der Tiefe. Kann natürlich sein, dass manchen Spielern diese emotionale Dimension völlig egal ist und sie ihre Figur tatsächlich nur als Skill-Tabelle und Waffenständer betrachten.

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Serious Lee
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Re: Electronic Arts: EA-Studios-Chefin über Frauen in Battlefield: "Niemand hat uns gebeten, das wieder zu ändern"

Beitrag von Serious Lee » 05.11.2018 17:12

In Sachen Immersion gebe ich dir vollkommen recht und ich finde es schön, dass du das aus der Perspektive einbringst. Sonst geht's ja oft ums Prinzip, um die Quote ... was weiß ich.

Spiele die ganz klar um eine weibliche Figur herum aufgebaut sind, stören mich nicht im geringsten. Life Is Strange war bspw. ein hervorragendes Spiel. Was mich nur extrem abturnt ist das was du im Endeffekt auch kritisierst - dieses seelenlose zusammenschustern um es jedem recht zu machen.
Stay calm and kick ass

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Peter__Piper
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Re: Electronic Arts: EA-Studios-Chefin über Frauen in Battlefield: "Niemand hat uns gebeten, das wieder zu ändern"

Beitrag von Peter__Piper » 05.11.2018 17:53

VaniKa hat geschrieben:
05.11.2018 17:00
@Peter_Piper: Also ich möchte hier jetzt keine allgemeine Quotendiskussion führen. Und ich rede auch nicht von einer Brechstange. Aber wie du selbst gerade festgestellt hast, sind Frauen und Männer unterschiedlich und gerade deshalb spielt das Geschlecht in Spielen auch eine Rolle, wenn es auch in vielen Spielen eine reine Kopfsache ist, weil spielmechanisch keine Unterschiede bestehen. Aber die eigene Spielfigur macht eben auch einen großen Teil der Atmosphäre aus. Als eine Heather Mason erlebe ich Silent Hill ganz anders als ein Alex Shepherd.

Ansonsten zeigst du sehr gut, wie unterschiedlich da der Fokus sein kann. Die einen sagen, die Figur, wie sie von den Entwicklern vorgegeben wird, steht im Vordergrund. Du siehst es als feststehendes Kunstwerk, das du "as is" bestaunen kannst. Das ist in etwa wie bei einem Film zuzusehen. Kann ich also durchaus nachvollziehen. Für andere ist hingegen das eigene Erlebnis zentral. Je mehr ich mich mit der Figur (die ich im Idealfall auch selbst erstellt habe und die "mich" darstellt) identifizieren kann, desto tiefer tauche *ich* in die Fantasiewelt ein und verbinde mich mit ihr emotionaler. Für mich ist ein Spiel eher ein Vehikel für bestimmte Stimmungen und Erlebnisse. Kann mir ein Spiel das nicht nach meinem Geschmack bieten, spiele ich es nicht. Ich sehe da die Spieleentwickler eher als Dienstleister, die es schaffen müssen, ein Publikum zu überzeugen und mich als Kundin zu bedienen.

Na ja, und den Grund, warum du lieber Frauen spielst, den nennen wohl viele Männer. Nur ist die Motivation von den meisten Frauen wohl eher anders gelagert. Wie gesagt, es geht darum, eine Spielfigur zu haben, mit der man sich identifizieren kann und die man selbst auch interessant findet. Für mich sind Männer ziemlich fremd und einen zu spielen würde sich sehr oberflächlich für mich anfühlen. Ich hätte als Mann auch irgendwie gar kein Ziel außer eben "Mission erfüllen". Die emotionale Dimension entfaltet sich für mich da einfach nicht und vor allem nicht in der Tiefe. Kann natürlich sein, dass manchen Spielern diese emotionale Dimension völlig egal ist und sie ihre Figur tatsächlich nur als Skill-Tabelle und Waffenständer betrachten.
Wirklich nette denkansätze die du da bietest.
Ich werd da morgen mal ausführlicher drauf eingehen, da ich inmoment nur über Handy schreiben kann und das ein wenig mühselig ist 😅

Aber danke schon mal für die nette Konversation!
Wird hier leider immer seltener sowas...

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zappaisticated
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Re: Electronic Arts: EA-Studios-Chefin über Frauen in Battlefield: "Niemand hat uns gebeten, das wieder zu ändern"

Beitrag von zappaisticated » 05.11.2018 18:42

Peter__Piper hat geschrieben:
05.11.2018 16:39
...
Ich konnt auch H:ZD (um mal bei dem Beispiel zu bleiben) gut zocken.. so ist nicht.
Aber den letzte Schritt, in der Charakter-Identifikation, konnt' ich halt nicht mitgehn.

Wäre das neue Spider-Man-Spiel ein Spider-Gwen-Spiel gewesen...
Das würde bei mir auch nicht ziehn. Wenns gut gemacht ist.. Klar! Nur her damit!
Aber enttäuscht wäre ich schon... will ich doch.. Spider-...Man... :( ...sein.

Sollte auch kein "Vorwurf" sein. :wink:

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DEMDEM
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Re: Electronic Arts: EA-Studios-Chefin über Frauen in Battlefield: "Niemand hat uns gebeten, das wieder zu ändern"

Beitrag von DEMDEM » 05.11.2018 19:18

VaniKa hat geschrieben:
05.11.2018 17:00
@Peter_Piper: Also ich möchte hier jetzt keine allgemeine Quotendiskussion führen. Und ich rede auch nicht von einer Brechstange. Aber wie du selbst gerade festgestellt hast, sind Frauen und Männer unterschiedlich und gerade deshalb spielt das Geschlecht in Spielen auch eine Rolle, wenn es auch in vielen Spielen eine reine Kopfsache ist, weil spielmechanisch keine Unterschiede bestehen. Aber die eigene Spielfigur macht eben auch einen großen Teil der Atmosphäre aus. Als eine Heather Mason erlebe ich Silent Hill ganz anders als ein Alex Shepherd.
Dein Argument von Atmosphäre und vorher noch Immersion ist auch gleichzeitig das passende Gegenargument. Wenn du für dich dieses Argument gültig machen möchtest, muss du auch das Argument der eigentlichen Zielgruppe, zufälligerweise hauptächlich männlich, zulassen, dass Frauen auf dem 2.WK-Schlachtfeld deren Immersion und Atmosphäre stört. Oder anders ausgedrückt: warum sollte dein Wunsch nach Immersion und Atmosphäre den Wunsch nach Immersion und Atmosphäre der anderen Spieler überwiegen? Am Ende wird der Kunde entscheiden, ob die Entscheidungen von Dice einen Mehrwert gebracht haben, oder eher störend war. Im Falle von Battlefield 5 wissen wir schon, dass die Vorverkaufszahlen katastrophal sind und das Spiel PR-mäßig gefloppt ist.

Das Problem mit dir ist, dass du das Thema politisierst und dann auch noch klischeehaft mit einer Frauenquote um die Ecke kommst. Das ist so, als ob ich in Frauenboutiquen laufen und mich beschweren würde, dass dort keine Herrenmode angeboten wird und das das eine Benachteiligung sei. Jeder normaldenkender Mensch wird natürlich sagen, nö, das ist keine Benachteiligung. Wenn ich Herrenmode will, muss ich in den entsprechenden Laden gehen.

Dir kann ich nur empfehlen, dir mal die Statistiken über weibliche Spieler näher anzugucken, was und vorallem wie sie es spielen. Es gibt eklatante Unterschiede. Nicht nur von Genre zu Genre, sondern auch innerhalb des Genres. Frauen stellen bei Shootern schon eine Minderheit dar, auf PC verschiebt sich das Verhätlniss noch weiter in Richtung der Männer und im Online-Bereich sogar noch weiter.

Wenn es für Frauen ein Markt im AAA-Segment geben würde, dann würden die Entwickler auch entsprechend liefern. Offensichtlich gibt es den nicht. Und Dice/EA bezahlt aktuell sehr teuer für den Versuch.

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Re: Electronic Arts: EA-Studios-Chefin über Frauen in Battlefield: "Niemand hat uns gebeten, das wieder zu ändern"

Beitrag von DEMDEM » 05.11.2018 19:22

T-Sam hat geschrieben:
05.11.2018 18:42
Peter__Piper hat geschrieben:
05.11.2018 16:39
...
Ich konnt auch H:ZD (um mal bei dem Beispiel zu bleiben) gut zocken.. so ist nicht.
Aber den letzte Schritt, in der Charakter-Identifikation, konnt' ich halt nicht mitgehn.

Wäre das neue Spider-Man-Spiel ein Spider-Gwen-Spiel gewesen...
Das würde bei mir auch nicht ziehn. Wenns gut gemacht ist.. Klar! Nur her damit!
Aber enttäuscht wäre ich schon... will ich doch.. Spider-...Man... :( ...sein.

Sollte auch kein "Vorwurf" sein. :wink:

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Gerade im Comic-Bereich haben wir ja eine ganze Reihe an Flopps in den USA erlebt. Auch in diesem Bereich wurde nach Comics für Frauen, Homosexuelle und Schwarze gefordert, so wie hier im Thread nach mehr Frauen in Videospielen gefordert wird. Die Moral der Geschichte: die sind allesamt gefloppt.

Am Ende sind diese ganzen SJWs doch eine viel zu kleine Zielgruppe, als dass es sich wirtschaftlich lohnen würde.

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Re: Electronic Arts: EA-Studios-Chefin über Frauen in Battlefield: "Niemand hat uns gebeten, das wieder zu ändern"

Beitrag von ronny_83 » 05.11.2018 19:37

Gefloppt sind die wohl meistens, weil sie einfach schlecht herausgearbeitet waren. Comics wie Black Panther samt Verfilmung zeigen ja auch, dass es anders geht.

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Re: Electronic Arts: EA-Studios-Chefin über Frauen in Battlefield: "Niemand hat uns gebeten, das wieder zu ändern"

Beitrag von billy coen 80 » 05.11.2018 19:39

VaniKa hat geschrieben:
05.11.2018 17:00
Für mich sind Männer ziemlich fremd und einen zu spielen würde sich sehr oberflächlich für mich anfühlen.
Sorry für die Zitatpickerei, aber meines Erachtens steckt in diesem Satz mehr drin, als es zunächst erscheint. Denn die von dir angesprochene Fremdheit hat oft auch damit zu tun, dass man sich wenig damit auseinandersetzt. Daraus resultieren dann schnell offen kontrafaktische Sichtweisen von ausschließlich gegen Frauen gerichtete Unterdrückungen. Auch historisch gesehen ist das Kappes. Es gab soziale Bereiche, in denen wurden Frauen benachteiligt, in anderen hatten Männer die Arschkarte. Die Darstellung von privilegierten Männern und unterdrückten Opferfrauen ist schlicht Blödsinn.

Da kann man dir aber nicht mal einen konkreten, individuellen Vorwurf machen, denn das vollkommene Desinteresse an männlichen Lebenswirklichkeiten prägt ganz erheblich die "Geschlechterdebatte". Das mündet in schon geradezu entmenschlichende Empathieverweigerungen, wie das Posten von den allseits beliebten "Male-Tears-Memes", sobald sich Männer erdreisten, mal über spezifische Probleme zu reden, die weit über das hinausgehen, was man gerne so als Männerprobleme zu kennen meint, also dass Mänenr keine Röcke tragen und nicht weinen "dürfen".

Oder diese Desinformationspolitik führt zu Kommentaren wie diesen:
Kajetan hat geschrieben:Klar, mit Opferzahlen des 2.WK die damals existierende gesellschaftliche Benachteiligung von Frauen negieren. Net schlecht :)
Die Feststellung, dass Millionen von Männern zum Kriegsdienst gezwungen wurden, einfach weil sie Männer waren, das soll angeblich bloß zur Negierung sozialer Benachteiligungen von Frauen genutzt werden? Was für eine dreiste Umkehr der Tatsachen. In Wahrheit wird doch beständig durch das exklusive Thematisieren von spezifischen Problemen der Frauen faktisch jede Thematisierung von Männeranliegen unterbunden. Wann hat es neben dem Gejammer über Unterrepräsentanzen von Frauen in wirtschaftlichen oder politischen Machtstellungen, die auch 99,99 % der Männer nie erreichen werden, denn das letzte Mal im Bundestag Debatten darüber gegeben, warum sich so viel mehr Männer umbringen, alkoholkrank oder drogensüchtig werden, arbeits- oder obdachlos sind und welche Maßnahmen man da ergreifen könnte?

Ich persönlich habe im Übrigen noch nie ein Problem mit einem weiblichen Charakter in Spielen wie auch in Filmen gehabt. Liegt vielleicht daran, dass ich mich in erster Linie als Mensch sehe und mich in andere Menschen einfühlen kann. Männer und Frauen sind in vielen Teilen durchaus unterschiedlich, was auch oft die ach so furchtbaren "Unterrepräsentanzen" in einigen Bereichen eher erklärt, als die Behauptung von "Unterdrückung". Aber sie sind bei weitem nicht so unterschiedlich, dass sie in vollkommen anderen Wirklichkeiten leben. Viele Dinge erleben Männer und Frauen gleich oder zumindest sehr ähnlich. Sie reagieren nur oft sehr unterschiedlich darauf. Die viel wesentlicheren Unterschiede im Erleben der Welt werden von sozialen Schichten geprägt. Daneben sind Geschlechterunterschiede in der Regel Fliegenschiss. Ich hoffe, dass auch die gesellschaftlichen Debatten irgendwann auch mal wieder zu dieser Erkenntnis zurückfinden und sich nicht weiter beständig in albernen, antiintellektuellen Nebenkriegsschauplätzen zerreiben.

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Re: Electronic Arts: EA-Studios-Chefin über Frauen in Battlefield: "Niemand hat uns gebeten, das wieder zu ändern"

Beitrag von zappaisticated » 05.11.2018 19:40

DEMDEM hat geschrieben:
05.11.2018 19:22
...
Mir fällts ehrlich gesagt schwer "SjW" als Zielgruppe zu identifizieren. Also ich weiß schon, was damit gemeint ist.
Aber das ist ja eher ein politisches "Kampfwort".

Bei SjW muss ich immer an diese Szene vom CollegeCampus (in Washington?) denken, wo dieser junge Mensch den PhilosophieProfessor angekreischt hat. :lol:

Aber ja... die Comic-Industrie ist mit dieser Anbiederung an die "PC-Principals" :Blauesauge: ziemlich auf die Schnauze gefallen.

@Ronny_83
Warum BP so ein Erfolg ist, ist wiederum ein anderes Thema. Diese Zielgruppe könnte ich zB auch etwas exakter identifizieren. :wink:
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Re: Electronic Arts: EA-Studios-Chefin über Frauen in Battlefield: "Niemand hat uns gebeten, das wieder zu ändern"

Beitrag von Peter__Piper » 05.11.2018 19:48

billy coen 80 hat geschrieben:
05.11.2018 19:39
VaniKa hat geschrieben:
05.11.2018 17:00
Für mich sind Männer ziemlich fremd und einen zu spielen würde sich sehr oberflächlich für mich anfühlen.
Sorry für die Zitatpickerei, aber meines Erachtens steckt in diesem Satz mehr drin, als es zunächst erscheint. Denn die von dir angesprochene Fremdheit hat oft auch damit zu tun, dass man sich wenig damit auseinandersetzt. Daraus resultieren dann schnell offen kontrafaktische Sichtweisen von ausschließlich gegen Frauen gerichtete Unterdrückungen. Auch historisch gesehen ist das Kappes. Es gab soziale Bereiche, in denen wurden Frauen benachteiligt, in anderen hatten Männer die Arschkarte. Die Darstellung von privilegierten Männern und unterdrückten Opferfrauen ist schlicht Blödsinn.

Da kann man dir aber nicht mal einen konkreten, individuellen Vorwurf machen, denn das vollkommene Desinteresse an männlichen Lebenswirklichkeiten prägt ganz erheblich die "Geschlechterdebatte". Das mündet in schon geradezu entmenschlichende Empathieverweigerungen, wie das Posten von den allseits beliebten "Male-Tears-Memes", sobald sich Männer erdreisten, mal über spezifische Probleme zu reden, die weit über das hinausgehen, was man gerne so als Männerprobleme zu kennen meint, also dass Mänenr keine Röcke tragen und nicht weinen "dürfen".

Oder diese Desinformationspolitik führt zu Kommentaren wie diesen:
Kajetan hat geschrieben:Klar, mit Opferzahlen des 2.WK die damals existierende gesellschaftliche Benachteiligung von Frauen negieren. Net schlecht :)
Die Feststellung, dass Millionen von Männern zum Kriegsdienst gezwungen wurden, einfach weil sie Männer waren, das soll angeblich bloß zur Negierung sozialer Benachteiligungen von Frauen genutzt werden? Was für eine dreiste Umkehr der Tatsachen. In Wahrheit wird doch beständig durch das exklusive Thematisieren von spezifischen Problemen der Frauen faktisch jede Thematisierung von Männeranliegen unterbunden. Wann hat es neben dem Gejammer über Unterrepräsentanzen von Frauen in wirtschaftlichen oder politischen Machtstellungen, die auch 99,99 % der Männer nie erreichen werden, denn das letzte Mal im Bundestag Debatten darüber gegeben, warum sich so viel mehr Männer umbringen, alkoholkrank oder drogensüchtig werden, arbeits- oder obdachlos sind und welche Maßnahmen man da ergreifen könnte?

Ich persönlich habe im Übrigen noch nie ein Problem mit einem weiblichen Charakter in Spielen wie auch in Filmen gehabt. Liegt vielleicht daran, dass ich mich in erster Linie als Mensch sehe und mich in andere Menschen einfühlen kann. Männer und Frauen sind in vielen Teilen durchaus unterschiedlich, was auch oft die ach so furchtbaren "Unterrepräsentanzen" in einigen Bereichen eher erklärt, als die Behauptung von "Unterdrückung". Aber sie sind bei weitem nicht so unterschiedlich, dass sie in vollkommen anderen Wirklichkeiten leben. Viele Dinge erleben Männer und Frauen gleich oder zumindest sehr ähnlich. Sie reagieren nur oft sehr unterschiedlich darauf. Die viel wesentlicheren Unterschiede im Erleben der Welt werden von sozialen Schichten geprägt. Daneben sind Geschlechterunterschiede in der Regel Fliegenschiss. Ich hoffe, dass auch die gesellschaftlichen Debatten irgendwann auch mal wieder zu dieser Erkenntnis zurückfinden und sich nicht weiter beständig in albernen, antiintellektuellen Nebenkriegsschauplätzen zerreiben.
Gerade dein letzter Absatz drückt genau das aus, was mir auch noch unter den Nägeln brannte :Daumenrechts:

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Re: Electronic Arts: EA-Studios-Chefin über Frauen in Battlefield: "Niemand hat uns gebeten, das wieder zu ändern"

Beitrag von Kajetan » 05.11.2018 19:53

billy coen 80 hat geschrieben:
05.11.2018 19:39
Die Feststellung, dass Millionen von Männern zum Kriegsdienst gezwungen wurden, einfach weil sie Männer waren, das soll angeblich bloß zur Negierung sozialer Benachteiligungen von Frauen genutzt werden?
So habe ich seinen Kommentar verstanden. Kein Grund sich deswegen aufzuregen.
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Re: Electronic Arts: EA-Studios-Chefin über Frauen in Battlefield: "Niemand hat uns gebeten, das wieder zu ändern"

Beitrag von Bachstail » 05.11.2018 19:59

T-Sam hat geschrieben:
05.11.2018 19:40
Mir fällts ehrlich gesagt schwer "SjW" als Zielgruppe zu identifizieren.
Weil man das nicht kann, heute ist ja alles, was nicht der eigenen Meinung entspricht, ein SJW, genauso wie alles irgendwie auch immer gleich rechts oder gar ein Nazi ist.

Man kann schwer etwas als Gruppierung identifizieren, wenn jegliche Begriffe zur Identifizierung so unfassbar inflationär gebraucht werden, dass man bei manchen Kampfbegriffen schon gar keine Lust mehr hat, zu diskutieren.

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Re: Electronic Arts: EA-Studios-Chefin über Frauen in Battlefield: "Niemand hat uns gebeten, das wieder zu ändern"

Beitrag von zappaisticated » 05.11.2018 20:09

Bachstail hat geschrieben:
05.11.2018 19:59
...
Aye. ... ZustimmungsZitat :Hüpf:
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Re: Electronic Arts: EA-Studios-Chefin über Frauen in Battlefield: "Niemand hat uns gebeten, das wieder zu ändern"

Beitrag von sabienchen » 05.11.2018 20:15

Ein Spiel wird kein besseres Spiel, nur weil ich mein eigenes Geschlecht spielen kann.
Ein Spiel ist meist dann ein gutes Spiel wenn es mich in irgendeiner Form reizt bzw. bewegt bzw. zum Spielen motiviert.
Und da war es für mich bisher nie wirklich entscheidend ob die Spielfigur männlich oder weiblich ist...

In einem RE 2 kann ich sowohl die Kampagne von Claire als auch Leon genießen, und es hat mich zum x-mal Spielen verleitet.
Nicht wegen dem Protagonisten, sondern weil es einfach ein spaßiges Spiel ist.
Ein RE3 ist aber nicht [deswegen] schlechter, weil ich dort (beinahe) nur Jill Spiele, und das gilt für ein RE4 umgekehrt ebenfalls.

KA.. für mich war das immer normal so und ich kann ein "ich würde gerne IMMER als Geschlecht xy spielen können" nicht nachvollziehen.

Iwer erwähnte es würde ihn etwas stören wenn in nem Spiderman Spiel.. nicht [hauptsächlich] Spiderman gespielt würde.. You don't say..
In nem "Spider-Girl" Spiel würd ich auch blöd guggn wenn ich ausschließlich Spiderman spielen würde. :wink:
Zuletzt geändert von sabienchen am 05.11.2018 20:20, insgesamt 2-mal geändert.
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Re: Electronic Arts: EA-Studios-Chefin über Frauen in Battlefield: "Niemand hat uns gebeten, das wieder zu ändern"

Beitrag von zappaisticated » 05.11.2018 20:17

Spitzfindigkeiten :Häschen:
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