ReRoll: Entwicklung eingestellt, keine Rückerstattungen für Unterstützer

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Kajetan
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Re: ReRoll: Entwicklung eingestellt, keine Rückerstattungen für Unterstützer

Beitrag von Kajetan » 22.06.2016 10:16

Nuracus hat geschrieben: Es geht um eine Befürchtung, ein Gefühl, eine Ahnung. Ich male gerade einfach nur einen Teufel an eine Wand.
Schon klar. Darfst Du ja gerne tun. Wäre es aber zuviel verlangt, wenn da ein wenig mehr Substanz dahintersteckt?

Weil ... selbst ein Implodieren von Star Citizen wäre nicht das Ende von Crowdfunding bei Spielen oder Crowdfunding im Allgemeinen. Weil deutlich mehr Projekte erfolgreich umgesetzt werden als sie scheitern. Deine Befürchtung, um sie Dir ganz einfach zu nehmen ;), hat schlichtweg keine Grundlage.
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Nuracus
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Re: ReRoll: Entwicklung eingestellt, keine Rückerstattungen für Unterstützer

Beitrag von Nuracus » 22.06.2016 14:14

The_Outlaw hat geschrieben:War das erste mal, dass ich mich bei einem Crowfunding-Projekt beteiligt habe und ich kann mit absoluter Sicherheit sagen, dass es auch das letzte mal war.
Solche Aussagen sind meine Grundlage. Die werden sich natürlich mit der Zeit ansammeln. Immer mehr enttäuschte Leute, immer mehr Misstrauen. Ein großer Knall, ein zweiter großer Knall.
Bis die Leute irgendwann sagen "Ne ... Crowdfunding ist einfach zu unsicher".

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Re: ReRoll: Entwicklung eingestellt, keine Rückerstattungen für Unterstützer

Beitrag von Kajetan » 22.06.2016 14:45

Nuracus hat geschrieben:
The_Outlaw hat geschrieben:War das erste mal, dass ich mich bei einem Crowfunding-Projekt beteiligt habe und ich kann mit absoluter Sicherheit sagen, dass es auch das letzte mal war.
Solche Aussagen sind meine Grundlage. Die werden sich natürlich mit der Zeit ansammeln. Immer mehr enttäuschte Leute, immer mehr Misstrauen. Ein großer Knall, ein zweiter großer Knall.
Bis die Leute irgendwann sagen "Ne ... Crowdfunding ist einfach zu unsicher".
Der Punkt ist aber ... Crowdfunding gibt es schon seit vielen Jahren und nicht erst seit Tim Schafer vor die Kamera getreten ist. In dieser Zeit gibt es genug Projekte, die gescheitert sind. Hat das einige davon abgehalten jemals wieder auch nur einen Cent in ein Crowdfunding-Projekt zu stecken? Mit Sicherheit! Haben diese gescheiterten Projekte aber GRUNDSÄTZLICH (!) für ein Abflauen des Interesses gesorgt? Nein, natürlich nicht. Weil die Vorteile die Risiken mehr als nur aufwiegen. Weil es genug Projekte gibt, die funktioniert haben. Weil Menschen dazu lernen und nicht jedem Versprechen willenlos Geld nachwerfen, sondern sich vorher genau informieren, wer hier eigentlich was tun möchte.

Deine Sorge ist ja durchaus eine Überlegung wert, so ist das nicht. Aber die Erfahrung zeigt .. Crowdfunding ist ziemlich robust. Solange jemand glaubt, es könne sich rentieren ein paar Euro abzudrücken, solange werden auch Spiele gecrowdfunded. Ich mein ... investiert wird auch immer noch, obwohl genug Investoren sich von ihrer Kohle verabschieden mussten. Und da geht es nicht um 50 Euro, sondern um ein paar Dezimalstellen vor dem Komma mehr.
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Re: ReRoll: Entwicklung eingestellt, keine Rückerstattungen für Unterstützer

Beitrag von Nuracus » 22.06.2016 15:21

Wir erleben ja, dass Crowdfunding in verschiedenen Variationen (Kickstarter, Greenlight, Early Access ...) immer größer wird, und somit zieht es immer mehr schwarze Schafe an, die glauben, ohne vernünftiges Konzept oder ohne einen Plan Geld machen zu können.

Grob gesagt ist nichts anderes damals beim Videospiel-Crash passiert.
Jeder Hinz und Kunz hat seinen Mist veröffentlicht, die Kunden verloren Übersicht und Vertrauen, keiner wollte mehr Geld ausgeben.

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Re: ReRoll: Entwicklung eingestellt, keine Rückerstattungen für Unterstützer

Beitrag von Kajetan » 22.06.2016 16:03

Nuracus hat geschrieben:Wir erleben ja, dass Crowdfunding in verschiedenen Variationen (Kickstarter, Greenlight, Early Access ...) immer größer wird, und somit zieht es immer mehr schwarze Schafe an, die glauben, ohne vernünftiges Konzept oder ohne einen Plan Geld machen zu können.
Und schon lange nicht mehr die Goldgräberstimmung abschöpfen können, die noch vor einigen Jahren geherrscht hat. Heute muss man sich schon deutlich mehr anstrengen. Man muss schon ein überzeugendes Konzept mit etlichen Beispielinhalten vorlegen können. Was bedeutet, dass die potentiellen Backer gelernt haben nicht mehr jedem Deppen das Geld hinterherzuwerfen. Man backed bewusster und überlegter.
Grob gesagt ist nichts anderes damals beim Videospiel-Crash passiert.
Jeder Hinz und Kunz hat seinen Mist veröffentlicht, die Kunden verloren Übersicht und Vertrauen, keiner wollte mehr Geld ausgeben.
Das war nur eine temporäre Krise des US-Marktes und kein grundsätzlicher Interesseverlust an Videospielen. Sonst wäre Nintendo ja immer noch ein kleiner Anbieter auf dem rein japanischen Markt. Das kannst Du nicht vergleichen.

Wie gesagt ... die Überlegung, die Du hier anstellst, ist durchaus berechtigt. Die Erfahrung aus vielen Jahren Crowdfunding zeigt aber, dass Deine Befürchtung nicht eintrifft. Crowdfunding ist robuster als man denkt und die Backer sind klüger als man annimmt. Die meisten begreifen sehr wohl, dass Crowdfunding kein "Spiele kaufen" ist, sondern ein Investment auf eigenes Risiko. Welches manchmal schiefgehen kann, aber viel öfter eben auch klappt :)
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Re: ReRoll: Entwicklung eingestellt, keine Rückerstattungen für Unterstützer

Beitrag von moimoi » 22.06.2016 16:03

Kajetan hat geschrieben:Als Schafer zur Kickstarter-Kampagne aufgerufen hatte, gab es noch KEIN Konzept. Gar nichts. Nur er und seine Absicht ein Adventure zu machen und diese Produktion via Dokumentarfilm festzuhalten. Erst NACH der Kickstarter-Kampagne hat sich Schafer hingesetzt und sich überlegt, was für eine Art Adventure er überhaupt machen will. Dann wurden tolle Settings und Art Designs entworfen, während das grundlegende Konzept ... IMMER NOCH NICHT fertig war. Das wurde erst fertiggestellt, als man bei Double Fine schon voll im Produktionsmodus werkelte. Es ist daher kein Wunder, dass sich am Ende des Geldes der Kickstarter-Kampagne kein fertiges Spiel befand.

Es gibt in der Doku eine schöne Szene, die perfekt beschreibt, was da passiert ist und dass Schafer sehr wohl wusste, dass er Bockmist gebaut hat. Er lässt sein altes Auto reparieren. Der Mechaniker gibt ihm eine Schätzung von Kosten und Zeitraum. Schafer will dann das Auto abholen. Auto ist nicht fertig und die Kosten explodieren, weil der Mechaniker noch mehr Schäden am Fahrzeug entdeckt hat. Schafer grinst schief in die Kamera und murmelt etwas von schicksalhafter Gerechtigkeit.
Ah, gut. Nun, die Spiellänge und allgemeine Qualität lassen den Titel trotzdem sehr kostspielig erscheinen - liegt aber wohl auch an den Portierungen für Konsolen und der (unnötigen) Sprecherprominenz. Andererseits ist das Leben in San Francisco mit Sicherheit nicht kostengünstig und das Team ist für einen Independent Entwickler ziemlich groß.

Das es aber im Grunde nur die Idee eines Adventures gab, war mir bereits zu Beginn bewusst. Es waren $400.000 (?) ursprünglich angesetzt, draus wurden gut $3.3 Mio. und dann kamen noch die Slacker Backer per Spiele-Website. Man muss sich an so einem Punkt auch fragen, ob man diese Kosten wieder einspielen kann, wenn man z.B. schon dem $15-Tier eine kostenfreie PC-Kopie zusagt (Ich bekam für gut $20 die Steam-Version, die GOG-Version UND die Ouya-Version; die PS4-Version habe ich mir in einem Sale für gut 18€ nachgekauft).

Im letzten Jahr gab es einen Bericht auf GamesIndustry, dass es Schwierigkeiten hat den Break Even Point zu erreichen und das trotz der breiten Masse an Geräten (iOS, Android, PS4, PS3, PSVita, Ouya, Windows, Mac & Linux). Bei Studios wie Double Fine sorge ich mich um deren Bestehen, da ich die meisten Projekte doch sehr zu schätzen weiß und es kaum vergleichbarer Entwickler gibt.
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Re: ReRoll: Entwicklung eingestellt, keine Rückerstattungen für Unterstützer

Beitrag von Kajetan » 22.06.2016 16:24

bvrst hat geschrieben: Ah, gut. Nun, die Spiellänge und allgemeine Qualität lassen den Titel trotzdem sehr kostspielig erscheinen - liegt aber wohl auch an den Portierungen für Konsolen und der (unnötigen) Sprecherprominenz. Andererseits ist das Leben in San Francisco mit Sicherheit nicht kostengünstig und das Team ist für einen Independent Entwickler ziemlich groß.
Letzteres ist der Grund für die hohen Kosten. Gerade weil Schafer nicht zu Potte kam, sind zu viele Leute zu lange mit unproduktivem Herumgewürge beschäftigt gewesen. Am ersten großen Rätselbereich in den Wolken hat man viele, VIELE Monate gearbeitet, ohne richtig voran zu kommen, weil niemand so recht wusste, in welche Richtung sich das Spiel jetzt bewegen soll. Man merkt das manchen Szenen an, wo Mitarbeiter in Besprechungen dezent ihrem Frust Lauf lassen.

Wer die Doku noch nicht gesehen hat ...

https://www.youtube.com/playlist?list=P ... igiI-WKk3D

Einzigartiger Einblick in die Produktion von Videospielen. Das sind alles keine Entwicklerlegenden, sondern auch nur ganz normale Menschen aus Fleisch und Blut :)
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Re: ReRoll: Entwicklung eingestellt, keine Rückerstattungen für Unterstützer

Beitrag von moimoi » 22.06.2016 16:32

Kajetan hat geschrieben:Letzteres ist der Grund für die hohen Kosten. Gerade weil Schafer nicht zu Potte kam, sind zu viele Leute zu lange mit unproduktivem Herumgewürge beschäftigt gewesen. Am ersten großen Rätselbereich in den Wolken hat man viele, VIELE Monate gearbeitet, ohne richtig voran zu kommen, weil niemand so recht wusste, in welche Richtung sich das Spiel jetzt bewegen soll. Man merkt das manchen Szenen an, wo Mitarbeiter in Besprechungen dezent ihrem Frust Lauf lassen.

Wer die Doku noch nicht gesehen hat ...

https://www.youtube.com/playlist?list=P ... igiI-WKk3D

Einzigartiger Einblick in die Produktion von Videospielen. Das sind alles keine Entwicklerlegenden, sondern auch nur ganz normale Menschen aus Fleisch und Blut :)
Sehr gut, dann schaue ich mir die Dokumentation mal über die nächsten Wochen/Monate an.

Und zu deinem letzten Absatz: Ja, mit Glorifizierung kann ich recht wenig anfangen. Es sind Menschen und diese machen auch Fehler. Den Kult um einige Designer kann ich heute nur noch bedingt verstehen, denn diese prägen vielleicht die Ausrichtung, sind am Ende aber nur ein kleines Teil von einem solchen Projekt.

Zuletzt gesehen mit Death Stranding (?): Bis auf den Trailer steht noch gar nichts und alle denken es ist der Untergang von Konami... Als ob Kojima die MGS-Spiele alleine programmiert hätte... :roll:
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Re: ReRoll: Entwicklung eingestellt, keine Rückerstattungen für Unterstützer

Beitrag von Kajetan » 22.06.2016 16:34

bvrst hat geschrieben: Zuletzt gesehen mit Death Stranding (?): Bis auf den Trailer steht noch gar nichts und alle denken es ist der Untergang von Konami... Als ob Kojima die MGS-Spiele alleine programmiert hätte... :roll:
Wie? Hatter nich?

:D
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Re: ReRoll: Entwicklung eingestellt, keine Rückerstattungen für Unterstützer

Beitrag von moimoi » 22.06.2016 16:56

Kajetan hat geschrieben:
bvrst hat geschrieben: Zuletzt gesehen mit Death Stranding (?): Bis auf den Trailer steht noch gar nichts und alle denken es ist der Untergang von Konami... Als ob Kojima die MGS-Spiele alleine programmiert hätte... :roll:
Wie? Hatter nich?

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