Re: Yooka-Laylee OT - Teil 2, überaschend gut oO
Verfasst: 01.03.2021 14:50
So, ich habe mal meine kleine Kurzreview vom Oktober 2019 rausgesucht.
Krulemuk hat geschrieben: Yooka-Laylee and the Impossible Lair: Für mich trotz einiger Ecken und Kanten eine riesige Überraschung und bisher mein Spiel des Jahres!
Das Gameplay und das generelle Spielgefühl innerhalb der Level sind sehr gut gelungen aber nicht ganz auf Augenhöhe mit DKC: Tropical Freeze oder Rayman Legends. Das Leveldesign ist extrem abwechslungsreich, wenn man auch hin und wieder merkt, wie sehr sich Playtonic an den Vorbildern bedient hat. Für einen etwaigen Nachfolger wünsche ich mir aber noch unterschiedlichere Levelstrukturen, also mehr Bosskämpfe, oder Reittier-, Shmup- bzw. Lorelevel, um im Beispiel Rayman/DKC zu bleiben (In YLatIL gibt es quasi nur reine JnR-Level, diese sind dafür aber sehr abwechslungsreich). Was das Spiel aber wirklich auszeichnet und einzigartig macht, ist die fantastische Oberwelt, die mich tatsächlich an Mario 64 erinnert. Die Oberwelt macht mit ihren Erkundungsanreizen und Rätseln soviel Sinn, das ich mich frage, warum man das in 2D-JnRs nicht schon häufiger gesehen hat. Zugegeben, die Rätsel sind etwas zu einfach und die Erkundung könnte auch anspruchsvoller sein, trotzdem ist das einfach ein unfassbar bereicherndes Element, was dem Spiel etwas Einzigartiges verleiht.
Es gibt ja von jedem JnR-Level 2 verschiedene Versionen (z.B. eine normale Version und eine mit extrem starken Wind, je nachdem welches Rätsel man auf der Oberwelt gelöst hat). Ursprünglich hatte ich gedacht, dass zwei Versionen des gleichen Levels eine eher suboptimale Lösung sind und man lieber komplett unterschiedliche Level hätte designen sollen. Aber auch hier bin ich mittlerweile der Meinung, dass das so, wie Playtonic das gemacht hat, genau richtig ist. Ich weiß gar nicht warum ich das so spaßig finde - eigentlich ist das ja Level Recycling - aber irgendwie unterstützt das halt wunderbar die Rätsel der Oberwelt und erhöht damit die Tiefe der Spielwelt für mich. Außerdem unterscheiden sich die verschiedenen Versionen dann doch stärker als angenommen...
Und dann gibt es da noch das "unmögliche Versteck" - das letzte Level des Spiels, was man ähnlich wie in Breath of the Wild gleich zu Beginn betreten kann, wenn man möchte, es sich dann allerdings absurd schwer macht. An dem Level scheiden sich die Geister. Das Level besteht aus 4 Bosskämpfen in 3 bzw 4 längeren JnR-Abschnitten, die man alle ohne Checkpoints schaffen muss. Das bedeutet etwa 30 Minuten konzentriertes Platforming am Stück und wenn man stirbt, darf man wieder von Vorne beginnen. Der Schwierigkeitsgrad des Verstecks ist auch am Ende unter Zuhilfenahme aller Bienen so abstrus schwer, dass ich insgesamt fast 5 Stunden in 15 Versuchen daran gesessen habe. Mir sind da echt graue Haare gewachsen. Auf der PS4 ist laut Trophäenangaben das Schaffen des Verstecks die seltenste Trophäe im Spiel. Nach aktuellem Stand haben nur 1,8% der Spieler diesen Erfolg erreicht - normalerweise ist das wohl eine Zahl, die für Platintrophäen reserviert ist. Da das Restspiel zwar auch angemessen herausfordernd aber nicht so absurd schwer ist (etwa DKC-Niveau), trifft der Schwierigkeitsgrad des letzten Levels die meisten Spieler auch ziemlich unvorbereitet. Eigentlich sollte ein solches Level optional sein.
Das Level hat mich zwar teilweise extrem frustriert, aber irgendwie war es auch ein geiler Kampf gegen mich selbst. Es ist zumindest etwas Besonderes, dieses Spiel durchgespielt zu haben. Trotzdem übertreiben es die Entwickler hier definitiv etwas mit dem Schwierigkeitsgrad.
Summa Summarum hat mich Yooka-Laylee and the Impossible Lair aber über >20 Stunden extrem begeistert und mit seiner Oberwelt und Levelvariation interessante Elemente eingeführt. Es befindet sich daher für mich auf GotY-Kurs. Ein wirklich fantastisches, eigenständiges, kleines JnR.![]()