Legend of Zelda - Breath of the Wild (Switch Spoiler-Edition)

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Krulemuk
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Re: Legend of Zelda - Breath of the Wild (Switch Spoiler-Edition)

Beitrag von Krulemuk » 03.03.2019 15:17

Für mich ist BotW auch zwei Jahre später noch das vielleicht beste Spiel dieser Generation (Immer noch ein Zweikampf mit Super Mario Odyssey - je nach Tagesform gewinnt bei mir mal der ein, mal der andere Titel). Ich hatte bei meiner Rückkehr nach Hyrule letztes Jahr genauso viel Spaß wie 2017. Ich entdecke immer noch neue & überraschende Sachen in dem Spiel. Die spielerische Freiheit ist unerreicht und ein angenehmer Kontrapunkt zu den ganzen anderen narrativen Open Worlds, die in dieser Gen wie am Fließband produziert werden.

Gerade RDR2 hat ja letztes Jahr gezeigt, wie wenig Freiheit einem in einer offenen Welt mit Missionskorsett erwarten kann. Hier werden Missionen vom Spiel abgebrochen, weil man sich 3 cm abseits des Punktes befindet, wo das Skript einen haben möchte (sei es dadurch, dass man Gegner lootet oder dadurch, dass man so verrückt ist, Missionen mit einem eigenen alternativen Lösungsweg anzugehen, z.b. als Scharfschütze aus der Deckung..etc). In Botw hat jeder Spieler seine ganz eigene Geschichte geschrieben und mithilfe der Physikengine eigene Lösungswege entwickelt...
Es gibt sicher auch tolle narrative Open Worlds (in Abgrenzung zu Rockstar z.B. Horizon Zero Dawn oder The Witcher 3) aber gerade dieser freiheitliche Ansatz von BotW ist auch heute noch einzigartig.

Für einen etwaigen Nachfolger wünsche ich mir die Rückkehr atmosphärischer Themendungeons und bitte kein BotW 2.0. Zelda lebt von Veränderung. Sicherlich kann man sich stark an BotW orientieren, aber die Zeldaspiele sollten mMn alle eine gewisse Eigenständigkeit behalten. Um nicht allzu nah an BotW zu sein wünsche ich mir diesmal wieder ein Szenario außerhalb des klassischen Hyrules, also z.B. sowas wie die Wasserwelt in Windwaker.

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Chibiterasu
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Re: Legend of Zelda - Breath of the Wild (Switch Spoiler-Edition)

Beitrag von Chibiterasu » 03.03.2019 15:47

Für mich gerne eine große Insel (vielleicht zu nahe an A Link's Awakening). Gegen ein Boot mit dem man auf umliegende kleinere Inseln kommt, hätte ich auch nix.

Also ja, andere Welt ist natürlich ganz wichtig. Gerne auch andere Ideen bei den Runen usw. aber eben kein totaler Bruch beim Grafikstil, Audiodesign und Grundkonzept (physikbasierte Welt mit eigener, nachvollziehbarer Logik).

Ich liebe das entspannte Erkunden bei BotW. Diese Ruhe, fast nur Naturgeräusche, ab und zu ein bisserl Klaviergeklimper. Dann stechen die richtigen Lieder nochmal besser hervor.
Manchen gingen diese klassischen Melodien verschiedener Gebiete ja ab. Für mich wäre es ein riesiger Fehler dahin zurückzugehen.
Wenn ich 3 Stunden ein Gebiet entdecke, möchte ich nicht immer das gleiche Gedudel laufen haben.


Und ja, RDR 2 ist wahnsinnig unfrei im Vergleich zu BotW. Ich mag es wirklich auch sehr gerne und bin teilweise weggeblasen, wie gut es aussieht und sauge die Atmosphäre in manchen Gebieten gerne auf.
Aber vom reinen Gameplay her habe ich in BotW bei einem Lager-Überfall mit rollenden Steinen, Magnesis-Kisten-Geschleudere und Brandpfeil-Pulverfass Action schon mehr Gameplay-Spaß als bei RDR 2 insgesamt....
Schon irgendwie traurig.

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Der Chris
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Re: Legend of Zelda - Breath of the Wild (Switch Spoiler-Edition)

Beitrag von Der Chris » 03.03.2019 16:39

Wenn ich ganz ehrlich bin...für mich ist BotW wahrscheinlich das beste Spiel das ich überhaupt gespielt habe. Und das sage ich für mich völlig ohne Übertreibung. Ich bin mir auch nicht sicher ob ich danach jetzt überhaupt RDR2 spielen kann. In BotW habe ich definitiv MEINE Geschichte geschrieben und nicht irgendeinen vorgeskripteten Kram nachgespielt...und das sorgt auch einfach dafür, dass das Spiel unfassbar stark in meiner Erinnerung bleibt und dass es mich überhaupt auch so in seinen Bann ziehen konnte.

Die Schattenseite für mich ist, dass ich es leider nicht mehr zum ersten Mal erleben kann. Ich hab mir mal einen neuen Spielstand aufgemacht und einmal von vorne angefangen und einfach gemerkt wie abgeklärt ich da dann doch da durchgehe mit all dem Wissen das ich in meinem ersten Durchgang gesammelt hab. In meinem ersten Spielstand hatte es für mich schon fast etwas Darksouliges. Die Welt hat auf mich viel intensiver gewirkt, weil ich einfach die ganze Zeit gemerkt hab, dass jeder Quatsch den ich mache meinen Tod bedeuten kann. Mein erster Durchgang war von daher auch von einem großen Survival-Moment geprägt, das mich einfach unfassbar gepackt hat, weil ich auch gedanklich so in der Welt drin war, dass ich mir immer überlegt habe was ich tun kann (ohne draufzugehen) und vor allem was ich tun und entdecken will. Über weite Strecken hab ich einfach nur versucht am Leben zu bleiben, was für mich ungemein viel Spannung aufgebaut hat. Das sind leider Sachen die sich für mich nicht mehr so richtig reproduzieren lassen, weil ich mit den Spielmechaniken jetzt gut vertraut bin und die meisten Gebiete halt auch kenne. Im ersten Durchgang hat sich für mich ungemein viel Spannung aufgebaut wenn ich in ein Gebiet gegangen bin, dessen Karte ich noch nicht hatte und das ich auch noch nicht kannte. Quasi hinter jeder Ecke konnte eine Gefahr lauern, die den unmittelbaren Tod bedeutet hätte. Und das funktioniert leider für mich alles nicht mehr zu 100% wenn ich die ganzen Gebiete und Positionierungen von Gegnern noch im Gedächtnis habe. Auch wie ich meinem ersten Leunen begegnet bin, als ich die Quest für die Elektropfeile angenommen habe (das war meine erste Titanen Quest) das war für mich definitiv einer der BotW Momente die ich nie vergessen werde.

Für einen Nachfolger würde ich mir vielleicht wünschen, dass sie auf einigen Gedanken aufsetzen, aber ein BotW 2.0 würde ich nicht haben wollen und ich glaube auch nicht, dass Nintendo so etwas macht. Man führe sich nur nochmal vor Augen mit welchem Konzept Zelda 2 auf den ersten Teil gefolgt ist. Als hätten sie sich gesagt: "Wow, die Leute lieben dieses Spiel. Super. Komm, lass uns all den Scheiß über Bord werfen." Ich weiß zwar nicht ob der Wechsel heutzutage nochmal so radikal daherkommen kann, aber ich gehe schon von deutlichen Veränderungen aus.
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Krulemuk
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Re: Legend of Zelda - Breath of the Wild (Switch Spoiler-Edition)

Beitrag von Krulemuk » 03.03.2019 18:52

Sie haben ja bereits angedeutet, dass BotW für zukünftige Ableger nun der Blueprint werden soll, der zuvor Ocarina of Time für MM, TWW, TP und SkyS war. Wenn die Ähnlichkeiten zwischen dem neuen Zelda und BotW also ungefähr so stark ausfallen wie zwischen TWW und OoT, dann kann ich gut damit leben. Letztlich findet sich OoT ja auch in BotW wieder. Die Formel wurde einfach weiterentwickelt und muss nun nicht mit jedem Ableger einen solch großen Sprung machen wie 2017.

Hoffentlich behalten sie die Physikengine. Ich liebe Portal, ich liebe BotW - irgendwie haben es mir Rätselspiele mit Physikkomponente angetan :)

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Chibiterasu
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Re: Legend of Zelda - Breath of the Wild (Switch Spoiler-Edition)

Beitrag von Chibiterasu » 03.03.2019 23:58

Geht mir auch so. Portal ist für mich auch ein großes Highlight gewesen. Ich experimentiere gerne.


Und weiter ob zu den Leunen. Mein erster war der am Ende dieses langen Grabens den man entlang von Wasser durchreiten kann und dann ins Schneegebiet nördlich von Hateno kommt. Einer mit Eispfeilen.

Ich hab gar nicht kapiert was los war. Plötzlich ist mein Gaul unter mir eingefroren und mich hat es abgeworfen. Als ich mich verwundert umgesehen habe, geht plötzlich so ne Bestie auf mich los.
Hab nicht lange gelebt...aber das war auch ein sehr schöner, intensiver Moment. :lol:

Ansonsten ist BotW für mich eben auch mein bestes Spielerlebnis gewesen. Klingt also nicht komisch ;)
Das Ersterlebnis ist nicht mehr reproduzierbar. Das merke ich jetzt auch. Aber das ist es ja generell selten bei sowas.

yopparai
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Re: Legend of Zelda - Breath of the Wild (Switch Spoiler-Edition)

Beitrag von yopparai » 04.03.2019 00:31

BotW hat mir die klassische, etablierte Open World Formel gründlich versaut. Nicht, dass ich da vorher ein riesiger Fan von war, aber so direkt nach BotW konnte das mein Interesse dann einfach überhaupt nicht mehr wecken. Das alte, ungute Gefühl, die Questmarkerputzfrau zu sein wurde nach BotW nur noch stärker.

Ich hab ziemlich kurz nach BotW versucht Horizon zu spielen und das ist komplett schiefgegangen. Inzwischen kann ich hier und da mal wieder OW spielen, wenn es noch irgendeinen anderen Twist hat, so wie Starlink. Da ist aber das rumfliegen dann das, was zieht.
Was mich am meisten stört an solchen Spielen ist der Fokus darauf, immer dem nächsten Questmarker hinterherzuhecheln. Das engt ein. Das ist nichtmal immer die Schuld des Spiels. Oft muss man sich da einfach selbst im Griff haben. Solche Spiele funktionieren daher bei mir genau dann, wenn sie mich mit genügend anderen Dingen von diesem Questmarker weglocken, weil ich sie interessant genug finde. Zelda hat das zur Meisterschaft gebracht. Zum einen hatte ich das HUD eh das komplette Spiel aus. Und zum anderen gab‘s eben eine unendliche Menge an (oft selbstgesteckten) Zielen und Möglichkeiten diese zu erreichen, so dass ich fast nie konkret eine bestimmte Quest versucht habe zu erfüllen. Das Gefühl wirklich auf mich allein gestellt zu sein und machen zu können was ich will hatte ich sonst in der Form in OW-Spielen selten.
Ein anderes Spiel was trotz sehr starkem Questfokus bei mir noch recht gut funktioniert hat war Xenoblade. Weil es mich mit zig Systemen bewarf die es zu verstehen gab und ich immer das Gefühl hatte den einen oder anderen Aspekt noch überhaupt nicht unter Kontrolle zu haben. Dadurch war da einfach immer noch irgendein Gameplaysystem vorhanden, das mich hat weiterspielen lassen, auch wenn manche davon sicher besser waren als andere. Letzten Endes mochte ich aber auch einfach Dinge wie den grandiosen Soundtrack und das Kampfsystem. Wenn auch letzteres erst nach den ersten 20-30h. Das balanciert dann die typischen OW-Quests auch etwas für mich aus.

Für nen BotW-Nachfolger wünsche ich mir - eigentlich gar nichts. Nur, dass Aonuma und sein Team mit der gleiches Grundhaltung an das Thema gehen und versuchen, das Genre weiterzuentwickeln. Das wird sicher nicht so ein Schnitt werden wie bei BotW, aber ich bin sicher, dass ihnen was einfallen wird. Und sei es nur eine saubere Optimierung des Konzepts.

Mister Blue
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Re: Legend of Zelda - Breath of the Wild (Switch Spoiler-Edition)

Beitrag von Mister Blue » 04.03.2019 07:46

Horizon fand ich gemessen am Gros der Open-World-Spiele eigentlich noch recht gut. Weil man wenigstens einmal in den Dörfern gewesen sein muss und den jeweiligen Questgeber persönlich getroffen haben musste, damit sie einem auf der Karte angezeigt werden.

Beim ersten Teilen einer neuen Spielereihe sehe ich übrigens immer etwas größzügiger darüber hinweg, wenn das Ganze noch nicht ganz so ausgereift wirkt und die Welt nur mit Platzhalterinhalten bestückt ist. Da es eben mal wieder was neues oder anderes ist, machen die Spiele mir dann dennoch einigen Spaß. Siehe Starlink oder das erste Watch Dogs. Übrigens gefiel mir bei Watch Dogs 2 das mit den Nebenquests, die sich nur per Flugdrohne aufstöbern ließen, recht gut.

The Witcher 3 hat wohl viele klassische Open-World-Elemente, die man aber genausogut links liegen lassen kann. Man findet auch so noch einiges jenseits der ganzen Fragezeichen. Wenn man z. B. die Küste von Skellige abfährt oder einige der Inseln ansteuert. Oder bei erneutem Durchspielen sind mir z. B. ein paar Zufallsquests aufgefallen. Allgemein liegen die Stärken aber eher in anderen Bereichen.

Zurück aber zu BotW. Soweit ich die einzelnen Teile gespielt habe, konnte man sie schon immer auf zwei Arten angehen, einfach nur von A nach B oder mit allen optionalen Spielinhalten. Da legt BotW noch mal eine gute Schüppe drauf. Weil das alles so weitläufig ist, weiß man meistens auch nicht mehr direkt auf Anhieb, wo alles war. Als ich es im Dezember nach gut 1,5 Jahren noch einmal gespielt hatte, war es fast wieder wie beim ersten Mal. Gibt es auch nicht so oft, dass einen ein Spiel ein zweites Mal direkt wieder derart in seinen Bann zieht. Wie bereits erwähnt, lässt das Spiel einen eben so machen, wie man will. Was einen zweiten Teil angeht, hoffe ich, dass dieser sich gerade, während wir hier schreiben, in der Entwicklung befindet und das Remake von Link's Awakening vom B-Team oder Grezzo stammt, die zuletzt häufig für so etwas auf dem 3DS eingespannt wurden.

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Krulemuk
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Re: Legend of Zelda - Breath of the Wild (Switch Spoiler-Edition)

Beitrag von Krulemuk » 04.03.2019 10:09

Ein neues 3D-Zelda befindet sich sicherlich in Entwicklung. Keine Angst ^^

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Zero7
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Re: Legend of Zelda - Breath of the Wild (Switch Spoiler-Edition)

Beitrag von Zero7 » 04.03.2019 11:17

Ich hoffe nur, dass sie nicht zu sehr auf die (oder eher manche) Fans hören beim nächsten Zelda. Es macht halt für das Spielsystem Sinn, dass die Waffen alle zerbrechen. Von mir aus kann man den Faktor um 2 erhöhen, wenn man lustig ist, aber wenn es ähnlich wie BotW aufgebaut ist, braucht es so etwas und das hat dann auch nichts -wie ich öfters gelesen habe- mit Nintendos falscher Auffassung von Realismus zu tun. Das Waffenbrechen hatte absolut nichts mit Realismus zu tun und sollte es auch nicht, na und? Leons Unfähigkeit sich auch nur einen Zentimeter beim Zielen zu bewegen in Resident Evil 4 ist bei seinen Matrixfähigkeiten auch Mumpitz, aber es gehört zum Spieldesign, alles ist drumherum entworfen.

Oder wenn die Leute nach mehr Story verlangen. Der Mangel an Story war doch so erfrischend an BotW, dass es so offen auch im Storytelling ist. Ich kritisiere auch, dass man 4x die gleiche Story erzählt, also wenn's beim nächsten Zelda wieder 4 Hauptquests mit Dungeon gibt, dann bitte diese diesmal jeweils einzigartig halten, aber ganz grundsätzlich ist die geringe Anzahl an Storycontent absolut bereichernd für das Spiel.

Oder wenn Leute nach einzigartigen Dungeonitems lächzen und nicht verstehen, dass dies die Freiheit des Spiels entscheidend beschneidet, so optional sie außerhalb eines Dungeons auch einsetzbar wären.

Oder wenn Leute völlig hirnrissig die Musik im Spiel kritisieren und nicht verstehen, dass diese Art der Musikuntermalung genau so absolut nötig war.

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Levi 
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Re: Legend of Zelda - Breath of the Wild (Switch Spoiler-Edition)

Beitrag von Levi  » 04.03.2019 11:33

Zero7 hat geschrieben:
04.03.2019 11:17
...
Eine Medaille für dich.
forever NYAN~~ |||||| Hihi
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ronny_83
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Re: Legend of Zelda - Breath of the Wild (Switch Spoiler-Edition)

Beitrag von ronny_83 » 04.03.2019 12:02

Von mir aus könnten viele Ansätze aus BotW in Folgetiteln weiter bestehen. Aber nur in präzisierter, fokussierter Form. Denn vieles in BotW hat im Nachhinein eher das Gefühl vermittelt, als sei alles irgendwie ein Testballon oder als System entwickelt, bei dem man keinen Aufwand betreiben musste, es zu detaillieren.

Optik, Musik, Physik, Charaktere und Details sind natürlich herausragend. Selbst die Welt war an vielen Stellen spannend gestaltet. Hier wünsche ich mir für ein Folgeszenario aber nicht mehr die Endzeit, sondern den Wiederaufbau bzw. erfolgten Wiederaufbau.

Die immer gleichen Hauptquests und nicht wirklich zusammenhängende Geschichte waren schon etwas enttäuschend. Die ganzen Szenen konnte man als Trailer im Vorfeld immer echt spannend und vielversprechend zusammenschneiden. Bis sich beim Spielen herausstellte, dass die Trailer tatsächlich auch fast alles gezeigt haben, was man an Geschichte so serviert bekommt.

Das Waffen- und Crafting-System in BotW war in meinen Augen echt übel. Man hat ein Craftingsystem entwickelt, bei dem die Entwickler in einer Maske irgendwelche Werte für die Objekte eingegeben und am Ende per Copy & Paste in der Welt verteilt haben ohne großen Aufwand zu betreiben, eine zielgerichtete Entwicklung des Charakters voranzutreiben. Ich kann mir richtig vorstellen, wie die im Leveleditor Waffen und Items als Pinselwerkzeug erstellt haben und dann relativ random in der Welt umhergemalt haben, um die Objekte zu verteilen, als wenn sie Texturen auf Oberflächen malen. Es hat so ziemlich der Fokus gefehlt, der nötig ist, um wirklich Spannung und Fortschritt im Spielverlauf zu erzeugen. Das das alles ziemlich random war hat ja schon gezeigt, dass man direkt zu Beginn des Spiels zu Ganondorf rennen und den umnieten konnte, wenn man wusste, wie es geht. Deswegen hatte das System für mich immer mehr gemein mit Minecraft als mit Zelda. Sandkasten und Spielplatz statt linearer Fortschritt. Das Waffen zerbrechen, kann man ok finden. Die dafür eingetragenen Werte waren aber mehr als lächerlich und unterstreiche den nicht vorhandenen Fokus im Gameplay nur mehr. Spielplatzverhalten, statt gerichtete Charakterentwicklung fördern. Man stelle sich mal vor, wie dämlich Robin Hood, König Arthur oder William Wallace hätten in ihren Schlachten ständig die Waffen verloren und sich fünf mal neue beschaffen müssen. Wie lächerlich das wohl ausgesehen hätte. Das Heroische, das einen Held ausmacht, wurde damit total ad absurdum geführt. Link wurde in BotW nicht zum Held auserkoren, sondern zur Marionette degradiert.

Selbiges gilt eigentlich auch für die Schreine. Man hat das System der Physikpuzzle entwickelt, die einheitlich durch das ganze Spiel gezogen und anstatt sich auf eine geringe Anzahl an Schreinen zu fokussieren und diese besonders zu machen, hat man im Cryengine-Baukastenprinzip 10 Dutzend in der Anzahl mit sich immer wiederholenden Abläufen zusammengewürfelt. Damit haben die Schreine relativ schnell an Relevanz und Spannung verloren in einem Spiel, das sonst schon nicht viel an Relevanz und Spannung hatte bis auf das Herumtoben in der Welt.

Das hat ja auch ziemlich gut den Entwicklern in die Hände gespielt, um mit Freiheit, Offenheit und Ausprobieren zu argumentieren. Bischen wie ein Maler der abstrakten Kunst, der Farbkleckse auf die Leinwand flatscht und dann den Betrachter die Arbeit überlässt, sich hineinzuinterpretieren, was das denn nun sein soll.

Wenn sie das Craftingsystem und die Schreine deutlich fokussieren und Besonderheiten einführen, bei denen man sich wieder freuen kann, diese erreicht zu haben, dann kann das ganze BotW-System in zukünftigen Teile auch deutlich Mehrwert bieten.

Zuerst freu ich mich aber erstmal auf das Remake von A Link between Worlds. Das kommt ja genaus richtig, um nochmal den Vergleich anzustellen, ob das moderne oder klassische System eher meinen Geschmack trifft.

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Re: Legend of Zelda - Breath of the Wild (Switch Spoiler-Edition)

Beitrag von yopparai » 04.03.2019 12:31

Levi  hat geschrieben:
04.03.2019 11:33
Zero7 hat geschrieben:
04.03.2019 11:17
...
Eine Medaille für dich.
Jepp, dem schließe ich mich an. Gerade die Geschichte mit den Waffen war für mein Erlebnis mit dem Spiel ausschlaggebend. Ich weiß, dass das viel kritisiert wurde, aber in meinem Fall war das goldrichtig. Das Master Schwert hat es für mich sogar unangenehm verwässert. Weil man das dann halt so lange benutzt hat, bis es wieder „aufgeladen“ war und den Rest der Zeit hat man wie vorher Waffen als Ressourcen betrachtet. Diesen Wechsel hab ich dann doch als unnötig empfunden.

Man kann sich vielleicht drüber unterhalten, ob man die nicht etwas länger haltbar macht, aber grundsätzlich war ich mit dem gewählten Prinzip sehr glücklich. Man musste eben damit haushalten.

Ich bin allerdings auch niemand, der sonst besonders wild auf immer neue Gegenstände mit minimal besseren Werten ist. In Spielen wie Diablo oder Borderlands nervt mich das geloote ungemein, dafür miste ich nicht dauernd mein Inventar aus. Das hab ich beides nur wegen des Koops gespielt. Wenn ich Tabellen durchklicken und Werte vergleichen will, dann starte ich Excel.

Eine neue Waffe als Belohnung zieht bei mir nicht, wenn ich eh kaum merke dass die dann stärker ist. In Zelda dagegen hab ich mich über eine starke Waffe schon eher mal gefreut, weil ich davon meist nicht viele im Inventar hatte und weil ich genau wusste, dass ich die irgendwann brauchen würde, selbst wenn meine aktuelle vielleicht gerade sogar stärker war.

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Re: Legend of Zelda - Breath of the Wild (Switch Spoiler-Edition)

Beitrag von JesusOfCool » 04.03.2019 12:35

ja sowas wie in diablo brauch ich auch echt nicht. das artet nur in itemgrinden aus und das ist mir absolut zuwider.

insgesamt kann ich mich dem auch anschließen, nur bei der musik nicht. da wäre zumindest ein bisschen mehr abwechslung drin gewesen. dafür müsste man nichtmal am minimalismus sägen.
Zuletzt geändert von JesusOfCool am 04.03.2019 13:43, insgesamt 1-mal geändert.

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Re: Legend of Zelda - Breath of the Wild (Switch Spoiler-Edition)

Beitrag von Chibiterasu » 04.03.2019 12:48

Die Haltbarkeit der Bögen war mir zu kurz. Und wenn ich eines der Minispiele spiele, sollte das Zerbrechen deaktiviert werden.

Ansonsten tut Ronny da den Entwicklern etwas Unrecht.
Ja, man merkt dem Spiel schon noch etwas seine Prototyp Baukasten Stellung an, aber dass da so viel unüberlegt Copy & Paste betrieben wurde, sehe ich nicht.

Es ist eben schwierig zu sehen, wie sich der Spieler bewegen wird, wenn man ein Spiel so offen gestaltet wie bei BotW gemacht.
Ein gutes Progressionsgefühl zu erzeugen, ist da richtig schwer.
Dafür ist Ihnen das ziemlich gut gelungen, meiner Meinung nach.

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Re: Legend of Zelda - Breath of the Wild (Switch Spoiler-Edition)

Beitrag von ronny_83 » 04.03.2019 13:55

yopparai hat geschrieben:
04.03.2019 12:31
...und den Rest der Zeit hat man wie vorher Waffen als Ressourcen betrachtet. [...]

Man musste eben damit haushalten.
In dem gewählten Endzeitszenario mit dem Überresten der Zivilisation kann ich das Lootsystem schon nachvollziehen. Aber es war eben ein Random-Lootsystem, dass keinen wirklichen Inhalt hatte, außer genau den, den man in x-beliebigen anderen Loot-Spielen auch hat. Man sammelt Kram, benutzt ihn, verliert ihn, sammelt neuen Kram. Mir ist das in einem Adventure aber normalerweise zu wider, in dem es einen Held gibt, der in der Geschichte voranschreitet. Da wäre es zumindest angebracht gewesen, dass mit dem Fortschritt auch die Besonderheiten der Sammelitems steigen.

Waffen sollen in solchen Abenteuern für mich keine Ressourcen sein, wie ein seelenloser Holzscheit oder namenloser Apfel. Waffen sind für den Helden gemacht und Teil dessen Persönlichkeit. Ich will nicht mit ihnen haushalten müssen wie mit den Mahlzeiten, die ich von Zeit zu Zeit zu mir nehmen muss. Dieses seelenlose Crafting-System hätte für mich als Teil des Spiels besser funktioniert, wenn ich im Spielverlauf bessere Alternativen bekommen hätte. Zum Glück haben die Entwickler den Bogen grad noch gekriegt, in dem sie es "irgendwie" geschafft haben, dass Masterschwert zu intergrieren. Aber nicht mal das ist unendlich haltbar. Ist ja nicht so, als ob es nicht funktionierende Dörfer gab, in denen es hätte auch einen Schmied geben können, bei dem man sich hätte bessere Waffen anfertigen lassen können.

Dem Crafting-System merkt man deutlich an, dass es sich an den oberflächlichen Vertretern der modernen Konkurrenz orientiert hat.
Chibiterasu hat geschrieben:
04.03.2019 12:48
Ja, man merkt dem Spiel schon noch etwas seine Prototyp Baukasten Stellung an, aber dass da so viel unüberlegt Copy & Paste betrieben wurde, sehe ich nicht.
Ich konnte keinen wirklichen Sinn hinter der Verteilung der Items erkennen. Und auch keine Liebe zum Detail bei der Verteilung, wo man genau gemerkt hat, dass ein Konzept dahinter stand, warum genau an diesem Ort z.B. eine Waffe zu bekommen oder warum sie dort versteckt war. Ok, beim Masterschwert war das grad noch der Fall. Beim Rest eher nicht. Für mich sieht das im Nachhinein ziemlich nach Leveleditor-Baukasten-Entwicklung aus.

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