Echo Bazaar - Das letzte Rollenspiel

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crewmate
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Echo Bazaar - Das letzte Rollenspiel

Beitrag von crewmate » 12.01.2012 16:26

Das du das hier liest heißt wohl, das die Überschrift reißerisch genug ist.
Seit Juni letzten Jahres spiele ich nun schon dieses kleine Rollenspiel.
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Welt und Einleitung
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Im 19. Jahrhundert wurde London von unbekannten Kräften in die Unterwelt gesogen. Die Erde brach auf, der totale Kataklysmus. Nur ohne Orks. Mehrere Meilen unter der Erde scheint kein Sonnenlicht mehr auf die in Trümmer liegende Stadt. Und trotzdem leben die Menschen weiter. Ohne Tageslicht boomt der Handel mit Laternen und Kerzen. Frisches Essen ist teuer, Edelsteine liegen quasi auf der Straße und sind nichts wert. Wein wird aus Pilzen gewonnen. Abstieg nach "Fallen London" und der Aufstieg an die Oberfläche sind gleich beschwerlich. Und neue Zeitgenossen finden sich im ehemaligen Zentrum GroßBritannien.

Untote, Dämonen und Teufel beziehen diverse Quartiere und sie sind nicht alle feindlich gesinnt.
Die Grab-Kolonien sind gesittet und die Teufel angenehme Handelspartner.
Die Mächtigsten und wahren Herrscher Londons sind die Meister des Basaars.
Sie herrschen über das neue wirtschaftliche und gesellschaftliche Zentrum der Stadt, der Bazaar.
Jeder Wirtschaftszweig wird von ihnen kontrolliert. London droht ins Chaos zu stürzen.
Die 15 verschiedenen Fraktionen drohen mit der gegenseitigen Auslöschung.

Es bleibt anfangs erstmal im Dunkeln, warum ihr in die Unterwelt absteigt.
Das Spiel rollt euch erst nach und nach die Möglichkeiten auf.
Seit ihr auf der Flucht, oder sucht ihr selbst jemanden.
Ist es ein Rivale, ein überlebendes Opfer, eure Vergangenheit, eine alte Liebe?
Alles ist miteinander verwoben, alles scheint in ein großes Ganzes zu ergeben.

Das Spiel lässt euch eine große Handlungsfreiheit, mit der sich mMn kein anderes modernes Rollenspiel messen kann. Ob Auftragskiller, Dieb, Sherlock Holmes artiger Wissenschaftler/Ermittler, notgeiler Chauvi oder politischer Integrant.

Gameplay mäßig teilt sich das Spiel in die Qualitäten aufgeteilt, die Attribute des Spiels.
"Dangerous" - Kraft, Gewaltbereitschaft, Martial Arts, Zielgenauigkeit
"Watchful" - Intelligenz, Auffassungsvermögen, Beobachtungsgabe
"Persuasive" - Charme, Rhetorik, Poesie
"Shadowy" - Schleichen, Heimtücke, List
]Dazu kommen kleinere Qualitäten, die euren Charakter weiter definieren und sich in Quests auswirken.
Stadtteile
Spoiler
Show
Die einzelnen Stadtteile lassen sich den Fähigkeiten zuordnen. Vailgarden, das ehemalige Soho ist das Viertel der Künstler und billigen Huren. Hier finden sich dementsprechend gesellschaftliche Quests für die "PERSUASIVE" Fähigkeit. In der Hafen und Flussgegend von Watchmarkers Hill und den Docks sind hingegen Schlägerein mit betrunkenen Matrosen an der Tagesordnung. Ergo "Dangerous". uws. Dabei verweben die Quests die unterschiedlichen Qualitäten miteinander. Und sogut wie immer gibt es mehrere Auswahlmöglichkeiten für alle Spielertypen. Für höhere Level öffnen sich später weitere Gebiete. So können wissenschaftliche Interlektuelle später zur Universität von London.
Um Selbstüberschätzung durch zu schwere Quests abzustrafen, gibt es die negativen Attribute.
Dazu gehören Wunden, Albträume, Skandal und Verdacht. Übertreibe ich es komme ich in den Knast, ins Krankenhaus oder bei schweren Albträumen in die Klappsmühle. Ein schwerer Skandallevel zwingt mich ins Exil. Einen zu hohen Level verhindere ich, in dem ich in der Kirche Bürgertum heuchle und damit meinen Skandal abmildere. Daheim meine Wunden versorge, Beamte besteche oder mich von meinen faszinierenden Albträumen und inneren Dämonen mit Hedonismus durch Sex, Alkohol und Fressgelagen ablenke.

Ich spiele ein charmanten politischen Integranten mit Langfingerambitionen. Dementsprechend konzentriere ich mich auf "Shadowy" und "Persuasive". Die Geschichte, die sich vor mir entfaltete, zog mich in ihren Bann, wie kein Rollenspiel zuvor. Sie fühlte sich auf mich persönlich zugeschnitten. Nachdem meine Herkunft und Identität geklärt war und ich alle Fesseln der Oberwelt gelöst hatte war ich ein Bürger des Gefallenen Londons.

Mein erstes großes Abenteuer erwartete mich
Spoiler
Show
Mit einem Mentor machte ich mich auf, den größten Kunstschatz Londons zu stehlen. Nach spannenden Plottwists und kleveren Finten beging ich Blutrache für eine Ballettänzerin, deren Gesicht mit einem Vorschlaghammer zertrümmert wurde. Das Blut floß Hektoliterweise, ergoss sich über die Decke und Treppenstufen. Und ich bin noch nicht fertig. Nebenbei bin ich für die Erbin einer Käserei als Dieb und Auftragskiller tätig. Hier gehts nur ums Geld.
Spoiler
Show
Unter den Fraktionen haben es mir die Grabkolonisten und die Anarchisten angetan. Die Anarchisten wollen die Meister des Bazaars stürzen und enttarnen, womit ich mich identifizieren kann. Ich habe schon sebst Sprengstoffattentate auf Warenlager verübt und beim Drucken von Flugblättern geholfen. Auf der anderen Seite stehe ich mit den Handlangern der Meister in Kontakt. Über die Grabkolonien sage ich nichts. Diese geheimnissvolle Gesellschaft zu erforschen solltet ihr selbst erleben.
Beim Housing gibt es eine wachsende Auswahl an Bleibeng. Derzeit wohne ich in einem ehemaligen Observatorium. Meilen unter der Erde lassen sich schließlich keine Sterne beobachten. darüber hinaus habe ich einige weitere Wohnungen. Eine über einem alten Bücherladen, in dessen Kellerräumen sich Rituale abspielen. Aber ich finde keinen Weg hinein. Bis vor kurzem bewohnte ich auch den Tower of Knives. Ein zwilichtiger Ort voller Spione und Auftragskiller. Meine Art.

Echo Bazaar bietet die Freiheit eines Pen & Paper Rollenspiels.
Spoiler
Show
Ehrlich gesagt ist es das auch. Alles was ich oben schildere passiert in einem BrowserRPG in Text und Tabellen. So müssen sich früher P&P Rollenspiele wie Call of Cthullu oder Shadowrun gespielt haben.
Was es kostet - Fate
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Show
Bis vor kurzem beschränkte Echo Bazaar die pro Tag verfügbaren Aktionen. Nach 40 war Schluss. Diese Barriere ist nun gefallen. Wer mehr will muss mit der Elitewährung "Fate" zum "exeptional Friend" werden. Für 5 Euro erhaltet ihr einen Monat lang eine zweite Kerze und dürft bis zu 100 Aktionen ausführen. "Exeptional Friends" können zudem das "House of Chimes" besuchen in der exklusive Quests warten. In einzelnen Quests könnt ihr mit Fate euch zudem eine "Mary Sue" Lösung kaufen, die eine Situation einfach löst. Habe ich selten nötig gehabt Mal bisher gemacht.
Seit Juni 2011 habe ich gerade mal 8 Euro in das Free 2 Play Browserspiel gesteckt. Ich bin dem F2P Prinzip durchaus aufgeschlossen, aber ich weiß wie oft das ausgenutzt wird. Über den 25 Euro SUV von APBr habe ich gelacht, Drakensang Online guck ich nicht mal mit dem Arsch an. Ich bin durchaus vorsichtig, was Abzocke angeht. Echo Bazaars Bezahlanreize empfinde ich nicht als Abzocke. Zumal das Spiel keinen Itemshop gegen Geld hat. Jedes Kleidungsstück und jede Waffe werden teuer erarbeitet. Es gibt nichtmal die Möglichkeit Fate gegen Gegenstand. Fate richtet sich nur an die Geschichten. Das wars mir wert. Was mir Echo Bazaar an Eindrücken und Geschichten geliefert hat, haben nur wenige Bücher, Filme, Musikalben und Filme geschafft.
Ich mache mir Stimmung, lege Jazz der Marke Bohren und der Club of Gore auf und schenke mir am Wochenende etwas Whiskey ein. Pur ohne Eis. Und dann bin ich kurz weg. Eskapismus. Derzeit ist es Möglich, alle Qualitäten bis lvl 120 zu spielen, bevor die Quests knapp werden. Inzwischen bin ich auf lvl 77 bis 58 mit meinen Qualitäten.


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Ich hoffe, das ich dem einen oder anderen Appetit gemacht habe und ein anderes Licht auf das Schmuddelkind Free 2 Play geworfen habe. Besonders die verkalkten P&P Zocker könnten mit Echo Bazaar eine Ersatzbeschäftigung finden, wenn die Runden beim heutigen Berufsleben nicht mehr zustande kommen. :D
Mein Profil, mein Charakter:
http://echobazaar.failbettergames.com/Profile/Baldur
Startseite:
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Es gab bis vor kurzem noch eine Trial, bei der man das Startgebiet ohne Anmeldung abschließen konnte, bevor man sich einen Account besorgte. Ich habe eine Anfrage im offiziellen Forum gestellt. Leider haben sie es wegen technischer Schwierigkeiten wohl vorerst entfernt. Seit dem neusten Update kann man sich aber auch per Email anmelden.
http://community.failbettergames.com/to ... trial.aspx
Zuletzt geändert von crewmate am 26.03.2012 14:49, insgesamt 1-mal geändert.
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Genkis
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Re: Echo Bazaar - Das letzte Rollenspiel

Beitrag von Genkis » 01.03.2012 12:52

Ich muss dir nochmal danken für diesen Beitrag :D

nachdem ich das Spiel einige Male interessiert und begeistert angespielt habe,
bin ich in den letzten Tagen in seinen Bann geraten und spiele es wirklich gern.
Allerdings mache ich glaube ich immer noch viele Fehler, habe auch noch nie
Pen&Paper RPG gespielt.
Aber das reinfinden in die Spielwelt ist toll. Am Anfang scheint es ein nutzloses
rumgeklicke zu sein, aber so bald man über die ersten Geschichtchen hinaus ist
möchte man mehr. :D und man wartet nur so darauf, das wieder ein paar Aktions-
punkte zu verfügung stehen.

Tolles Spiel
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Terralufio
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Re: Echo Bazaar - Das letzte Rollenspiel

Beitrag von Terralufio » 13.03.2012 10:09

Hört sich interessant an, werds gleich mal ausprobieren

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Re: Echo Bazaar - Das letzte Rollenspiel

Beitrag von crewmate » 26.03.2012 14:47

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Echo Bazaar wurde nun in "Fallen London" umbenannt. Ich find die Umbenennung nicht so prickelnd, aber das Spiel bleibt das gleiche.

- Anmeldung per Email ist nun möglich.


Spoilerfrei:
Ich folge gerade der "Broken Toys" Geschichte. Erinnert an Steven King und scheint wieder mal weite Ausläufe zu haben. Meine Hauptquest um den großen Schatz ist auch noch nicht vorbei, aber in Teilen gab es schon ein kleines Happy End für eine der Nebenfiguren.

Wer dem "Eater of Chains" begegnet kann ich nur raten: Das wird viel Zeit in Anspruch nehmen. Ihr werdet hier zwangsläufig mal den faden verlieren.
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Re: Echo Bazaar - Das letzte Rollenspiel

Beitrag von DasGraueAuge » 10.05.2012 17:09

Habe es jetzt auch in der Mittagspause angeschaut. Interessantes Setting, auch wenn ich momentan etwas überfordert bin. Schon die ersten kleinen Storyschnipsel sind recht interessant, mal sehen, was noch so kommt.
Da crewmate hier wohl der Fachmann ist: Was habe ich von der Verknüpfung über Twitter/FB mit anderen Spielern? Sehe da momentan nur ein verstecktes Marketing-Ding dahinter. Oder hat das aktiven Einfluss auf Stories im Spiel?
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Re: Echo Bazaar - Das letzte Rollenspiel

Beitrag von crewmate » 15.05.2012 12:03

In die Welt hinein zu finden, war für mich das beste. Anfangs habe ich die ganzen Zusammenhänge und Konflikte zwischen den Fraktionen nicht verstanden. Oder die Regeln und Naturgesetze der Welt. Das wird erst nach und nach deutlich und nicht durch Erklärungen, sondern durch Ereignisse. Sowas hatte ich zuletzt bei Fallout 3 und Planscape Torment.


Twitter/Facebook ist tatsächlich vor allem fürs Marketing. Eine Email Anmeldung reicht vollkommen aus. Du bekommst keinen Bonus. Wie alle Spiele in diesem Format wollen die versuchen neue Spieler anzulocken. Es gibt einige (wirklich wenige) Quests, in denen du jemanden von der "Oberfläche" (also jemanden der das Spiel nicht spielt) zu dir holen kannst. Das ist wirklich nichts weiter, als eine schön geschriebene Freundeseinladung. Dann bekommst du pro 5 eingeladene Freunde ein Geschenk. Ich mache bei sowas nicht mit. Mich nerven auch Spieleeinladungen auf Facebook.

Für MEINE Mainquest war das bisher zum Glück nicht von Bedeutung. "Light Fingers" ist derzeit auf 36. Wird es hoffentlich auch nicht.


Ich habe Genkis jetzt aber eine Einladung für eine Koop Quest geschickt. Wir profitieren beide davon.
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Re: Echo Bazaar - Das letzte Rollenspiel

Beitrag von Genkis » 24.05.2012 19:23

^^ jo, ich hab mich irgendwie komplett verspielt und habe irgendwie so stark den faden verloren, gerade weil
ich am anfang irgendwann einfach komplett von der hauptquest weg bin... hatte nicht aufgepasst oder so. auf jeden
fall hab ich inzwischen so viele möglichkeiten, bei den meisten weiss ich aber einfach garnicht wie ich dazu gekommen
bin.
das ganze hat mich ziemlich frustriert und so hab ich jetz mal wieder ne ziemlich lange pause drin...
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Re: Echo Bazaar - Das letzte Rollenspiel

Beitrag von crewmate » 26.05.2012 12:01

Deine Hauptquest ist deine Ambition.
Die findest du im Reiter "Myself". Du kannst nur eine Abition haben.
Unter Story sind die Sidequests und da kann sich wirklich einiges anhäufen.

Es ist mir lieber, als 3D RPGs das heute machen, aber als Spieler muss man den Fokus bewahren. Du hast einfach eine größere Auswahl. Auch weil viele Geschichten nur über Opportunity Karten weitererzählt werden und die kommen nach Zufall. Andere Geschichten wie die des "Eater of Chains" (H.P Lovecraft wäre stolz) werden begonnen und gezwungen wieder abgebrochen. Das ist Teil des Spannungsaufbaus.
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Re: Echo Bazaar - Das letzte Rollenspiel

Beitrag von crewmate » 14.08.2013 16:36

http://sunlessseagame.com

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Die Entwickler bringen nun einen 2D Ableger, der die Schiffsfahrten abdeckt.
Das ganze soll ein Kickstarter werden. Kein Free2Play. Bezahlen, runterladen, spielen.
Navigate, survive, explore! Roam a vast underground ocean in a customised steamship. Trade with strange new lands. Battle sea monsters. Smuggle souls. Seduce your crew. Go mad and hallucinate lizards.
Ich weiß, das die das können. Zumindest in digitaler Pen & Paper Form.
Ob die das mit richtiger Grafik können, müssen die jetzt beweisen.

Das Hauptspiel habe ich jetzt doch eine Weile nicht mehr angerührt.
Es fängt jetzt schon an, sich stark in der Main Quest zu strecken.
Abermals nicht, um mir Geld aus der Tasche zu ziehen.
Die Ressource, die ich für die Quest benötige (Kerzen),
können nicht mit Echtgeld gekauft werden.
Sie müssen ergrindet werden. Das kann ich mit echtgeld beschleunigen,
durch mehr Aktionen pro Tag.

Der Rest franst immer weiter aus. Die Sidequests, die ich habe, sind schwerer zu verfolgen,
da viele nun von einer Lokation zur nächsten springen.
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