Video: USK Prüfer testet 10000 Spiele

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ludacriskill
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Video: USK Prüfer testet 10000 Spiele

Beitrag von ludacriskill » 12.11.2013 08:33

Hier mal ein langes Interview mit DEM USK-Tester, oder "Sichter", wie sie sich selbst nennen. Sehr Interessant wie ich finde. Zwar nervige Kameraführung des Interviews ^^ aber dennoch recht aufschlussreiche Einblicke.

http://www.youtube.com/watch?v=vaBIHLxt5Co#t=372
Quelle: http://www.games.de

Hätte nicht gedacht, dass die da sooo professionell rann gehen, von wegen "viele Hakenkreuze", "man muss ein guter Spieler sein", 150 Bewerbungen usw. Dachte immer da sitzen Anzugsträger, die nach einem Trailer grob entscheiden, welches Siegel auf die Verpackung geklebt wird.

Die bedenken sogar die Kamera-Perspektive und ob schlechtes Tun im Spiel belohnt wird 8O

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Worrelix
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Re: Video: USK Prüfer testet 10000 Spiele

Beitrag von Worrelix » 12.11.2013 09:09

ludacriskill hat geschrieben: Dachte immer da sitzen Anzugsträger, die nach einem Trailer grob entscheiden, welches Siegel auf die Verpackung geklebt wird.
Ernsthaft? 8O

Natürlich muß da irgendjemand bei denen /für die die Titel durch- oder wenigstens gründlich anspielen.
Sonst können die doch gar nicht beurteilen, ob zB diese Folterszene in GTA in den Gesamtzusammenhang passt oder pure Gewaltverherrlichung ist.

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greenelve
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Re: Video: USK Prüfer testet 10000 Spiele

Beitrag von greenelve » 12.11.2013 09:55

Worrelix hat geschrieben:
ludacriskill hat geschrieben: Dachte immer da sitzen Anzugsträger, die nach einem Trailer grob entscheiden, welches Siegel auf die Verpackung geklebt wird.
Ernsthaft? 8O

Natürlich muß da irgendjemand bei denen /für die die Titel durch- oder wenigstens gründlich anspielen.
Sonst können die doch gar nicht beurteilen, ob zB diese Folterszene in GTA in den Gesamtzusammenhang passt oder pure Gewaltverherrlichung ist.
Und deswegen finde ich das Interview auch so gut, und wichtig. :Hüpf:
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mr.digge
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Re: Video: USK Prüfer testet 10000 Spiele

Beitrag von mr.digge » 12.11.2013 12:12

Ich versteh jetzt nicht so ganz, warum der Mann auf die Indizierung von Lucius so überraschend reagiert. Die USK hat schließlich dem Spiel eine Altersfreigabe verweigert. Und ich kann mir jetzt nicht vorstellen, dass die Bpjm bei den Prüfungsrichtlinien einen wesentlich anderen Kurs fährt.

Ansonsten sehr interessantes Video.
Sein oder nicht'n gaage

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greenelve
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Re: Video: USK Prüfer testet 10000 Spiele

Beitrag von greenelve » 12.11.2013 12:18

Ist aber auch schon passiert. Zum Beispiel God of War. Dürfte auch andere Titel geben. Man erfährt nunmal nicht immer alles, meistens nur die Endresultate...
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Wulgaru
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Re: Video: USK Prüfer testet 10000 Spiele

Beitrag von Wulgaru » 14.11.2013 10:33

Ich habe in den letzten Jahren schon so einige Interviews und Reportagen über die USK und auch die FSK gelesen und gesehen und ich finde die Arbeitsweise stets sehr sympathisch und durchdacht. Es ist relativ bitter das sie auf Klischees reduziert werden, weil Gamer im Grunde ein Problem mit Altersfreigaben an sich haben...da können die Prüfstellen es gar keinem recht machen

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CoD ist ein gutes Spiel
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Re: Video: USK Prüfer testet 10000 Spiele

Beitrag von CoD ist ein gutes Spiel » 14.11.2013 17:51

Haha wie er über Survival Insitnct herzieht. :D Eine Indizierung wäre bei der Abzocke wohl doch noch das beste für die Jugend gewesen. Und Erwachsene.
Hier stand mal was, steht aber nichts mehr da

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Re: Video: USK Prüfer testet 10000 Spiele

Beitrag von Almalexian » 16.11.2013 03:36

Wulgaru hat geschrieben:Ich habe in den letzten Jahren schon so einige Interviews und Reportagen über die USK und auch die FSK gelesen und gesehen und ich finde die Arbeitsweise stets sehr sympathisch und durchdacht. Es ist relativ bitter das sie auf Klischees reduziert werden, weil Gamer im Grunde ein Problem mit Altersfreigaben an sich haben...da können die Prüfstellen es gar keinem recht machen
Mein Problem ist, dass es in Deutschland immer noch dazu kommt dass bestimmte Medien ohne gewisse Schnitte keine Plakette bekommen, der BPjM in die Hände fallen, indiziert werden, damit nicht in den freien Handel gelangen dürfen und somit praktisch in Deutschland auch für mündige Bürger nicht zu erstehen sind. Mein Problem ist, dass die USK 18-Plakette mit dieser Vorgehensweise im Übrigen auch nicht mehr als ein Treppenwitz ist. Mein Problem ist, dass es zwischen den Altersgruppen 6 und 12 sowie 12 und 16 eklatante Entwicklungsunterschiede gibt, die bei der Plakettierung komplett unter den Teppich gekehrt werden. Mein Problem ist, dass immer noch Leute die keinerlei Ahnung und/oder Anspruch auf Beteiligung bei Entscheidungsprozessen bei Entscheidungsprozessen in diesen Prüfstellen miteinbezogen werden (die Kirche z.B.). Mein Problem ist, dass man indizierte Spiele nach einer gewissen Zeit vom Index nimmt, weil..., wieso eigentlich, das Spiel ist doch dasselbe geblieben; wenn man ein Spiel für so problematisch hält, dass es nicht in den freien Handel darf, wieso revidiert man dann systematisch seine Entscheidungen nach einigen Jahren wieder, quasi als Beweis für systematische Fehlentscheidungen? Mein Problem ist, dass Computerspiele nach wie vor nicht als Kunstform anerkannt sind was zu einer Verkrüppelung derselben führt. Wo da welche Stelle etwas verbockt hat ist im Endeffekt egal. Es ist ja auch nicht so, als würden einzelne Stellen teilweise ihren Aufgaben nicht gerecht werden. Dieses System ist politisch so gewollt, seine Schlechtigkeit ist geplant. Es ist von Grund auf kompletter Mist und sollte nur als solcher behandelt werden.
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Lord Hesketh-Fortescue
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Re: Video: USK Prüfer testet 10000 Spiele

Beitrag von Lord Hesketh-Fortescue » 16.11.2013 13:25

Das Problem ist vor allem die BPJM, die spätestens seit der Jugendschutz-Reform von 2003 obsolet geworden ist (vorher hat die USK nicht alle Titel ausnahmslos geprüft, die BPJM war so eine Art zweiter Auffang-Filter). Das Instrument der Indizierung ist ein anachronistisches Relikt einer verklemmten und überkommenen "Unter-der-Ladentheke"-Moralität. Für den angestrebten Zweck der Rechtsfolgen der Indizierung (öffentliches Werbe- und Ausstellungsverbot) gäbe es längst mildere und ähnlich wirksame Mittel, als solch ein schwerer Einschnitt in die künstlerische und unternehmerische Freiheit (wie etwa der simple Verkauf "unter Glas" in Geschäften, Altersabfrage bzw. -nachweis im Netz etc). Was hier betrieben wird, ist Erwachsenengängelung im Namen des Jugendschutzes, und die Indizierung ist das überflüssige Schreckgespenst in den Köpfen der Entwickler, wenn sie aus Angst vor wirtschaftlichen Konsequenzen sich präventiv selbst zensieren.

Mein "Wunschmodell" sähe daher so aus, dass die USK weiterhin alles testet, und Spielen mit erwachsenen Inhalten einen ab-18-Stempel gibt, die dann in verbindlicher Weise, soweit das im digitalen Zeitalter eben möglich ist, auch weiterhin NUR an solche verkauft werden dürfen. [Sicherlich könnte man jetzt diskutieren, ob nicht bereits eine Altersstaffelung durch die USK eine übermäßige Zensur darstellt - für mich ist das angesichts eines berechtigten Elterninteresses jedoch absolut vertretbar, solange die USK nachvollziehbar und transparent urteilt.] Die Indizierung wird gestrichen, ebenso die Liste B. Denn falls mal wirklich der Verdacht einer Strafrechtsverletzung besteht, kann ebenso gut die USK das an die Staatsanwaltschaft weitergeben. Es läuft, wie eingangs geschrieben, bei mir auf eine Obsoleszenz der BPJM hinaus.

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greenelve
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Re: Video: USK Prüfer testet 10000 Spiele

Beitrag von greenelve » 16.11.2013 14:10

[quote="Almalexian"Mein Problem ist, dass man indizierte Spiele nach einer gewissen Zeit vom Index nimmt, weil..., wieso eigentlich, das Spiel ist doch dasselbe geblieben; wenn man ein Spiel für so problematisch hält, dass es nicht in den freien Handel darf, wieso revidiert man dann systematisch seine Entscheidungen nach einigen Jahren wieder, quasi als Beweis für systematische Fehlentscheidungen? [/quote]
Weil sich die Gesellschaft verändert. Die Grenze verschiebt sich. Wo früher der Bauchnabel nicht gezeigt werden durfte, ist er heute vollkommen normal. Oder "die" Szene von Ursula Andress im ersten James Bond Film....was genau ist daran besonders sexy und anrüchig, dass sie als solcher Mythos in Erinnerung geblieben ist? Bei Spielen kommt die optische Veralterung hinzu. In Half Life 2 sahen die Menschen unglaublich realistisch aus....als das Spiel rauskam. Im Jahr 2013 sind die Figuren sehr kantig. Die Immersion ging verloren, schlicht durch die technische Weiterentwicklung.

Es gibt aber auch Spiele die nicht einfach so runtergenommen werden. Ein Eingeständniss einer systematischen Fehlentscheidung liegt also nicht vor. Lediglich der Grund der damaligen Entscheidung ist nicht mehr vorhanden. Oder bestehst du darauf das Edgar Wallace Filme auch heute noch Gruselfilme und ab 16 sind? Oder Doom 1 mit seiner realistischen Grafik? :Blauesauge:


Das ist womit ich ein Problem hab: Mangelndes Informieren und/oder Ignorieren um dann von Fehlentscheidungen zu sprechen. :(


@Lord Hesketh-Fortescue:
Wie stellst du dir eine verbindliche USK Einstufung vor? Laut Gesetz sind Händler beim Verkauf bereits an die Einstufungen gebunden. :/
Und die BPJM übernimmt doch noch eine Stufe, die du wieder rausnehmen willst. Bei dir gibt es entweder USK Einstufung oder gar nichts, während bei der BPJM noch eine Zwischenstufe möglich ist, wonach etwas nicht sofort illegal wird, wenn es keine Plakette bekommt.

Erst durch die Indizierung sind die Händler doch gezwungen ihre Ware in abgetrennten Räumen, gegen Kontrolle des Alters, zur Verfügung zu stellen. Beworben darf Indiziertes auch, solang die Werbung nicht mit Minderjährigen in Kontakt kommt.
Wirtschaftlich gesehen braucht es - wie auch immer man es nennt - eine Vorschrift, die Händler einschränkt. Ansonsten machen sie alles was gut fürs Geschäft ist. (Deswegen gibt es immer wieder Klagen von beiden Seiten - Hersteller und Verbraucher - über jene Rechte und Pflichten)

Interssant ist auch wie die Industrie, die am stärksten betroffen ist, irgendwie gelassen bleibt mit USK und BPJM: Die Pornoindustrie. :o (und sie schafft es auch wirtschaftlich mehr als nur zu überleben 8O )
Zuletzt geändert von greenelve am 16.11.2013 14:19, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Video: USK Prüfer testet 10000 Spiele

Beitrag von Almalexian » 16.11.2013 14:19

Weil sich die Gesellschaft verändert.
Das ist es doch. Die USK und Indizierungen gibt es offiziell wegen dem Jugendschutz, dennoch wird über diese Schiene versucht, Zensur und moralischer Impetus in die Spiele einzubauen, damit sie den vermeintlichen derzeitigen gesellschaftlichen Konventionen entsprechen. Wenn das also die Begründung dafür ist, haben wir den Beweis, dass es nicht allein um den Jugendschutz geht sondern (Überraschung!) die Politik auch versucht an dieser Stelle auch seinen mündigen Bürgern eine Doktrin einzuimpfen, was in Ordnung ist und was nicht. Im künstlerischen Sinne ist dies absolut verwerflich.
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Re: Video: USK Prüfer testet 10000 Spiele

Beitrag von Lord Hesketh-Fortescue » 16.11.2013 15:19

greenelve hat geschrieben:Wie stellst du dir eine verbindliche USK Einstufung vor? Laut Gesetz sind Händler beim Verkauf bereits an die Einstufungen gebunden. :/
Genau, deswegen schrieb ich auch "weiterhin". Ich stelle mir das in der Tat so vor, dass alles, was sich dezidiert an Erwachsene richtet, nicht reale Gewalt oder reale pornographische Inhalte abbildet und NICHT gegen Strafrechtsnormen verstößt, gefälligst eine stinknormale ab-18-Plakette zu bekommen hat und in Geschäften ganz normal und ohne nennenswerte Hürden erworben werden kann. Als "Interessensausgleich" für den kompletten Wegfall der Indizierung dann die Idee, generell alle ab 18-Titel z.B. in einer Glasvitrine zu verkaufen, die die Mitarbeiter dann auf Nachfrage eben aufschließen und bei sich bei Zweifeln am Alter den Ausweis zeigen lassen. Einfach um sozusagen den "direkten Kontakt" von Kindern mit solch pösen Medien zu erschweren (dass die nicht ständig an der Packung rumgriffeln und sie aufgrund von krass geilem Splatter vollsabern :Blauesauge: ). Ist meiner Meinung nach absolut zumutbar und fordert nicht unbedingt ein Instrument wie die Indizierung, die uns außer als Drohmittel für präventive Schnitte nicht viel bringt. Dies ist kein Wunschkonzert, aber ich könnte auf die Indizierung - zumindest bei Spielen und Musik - ohne Gewissensbisse vollständig verzichten.

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greenelve
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Re: Video: USK Prüfer testet 10000 Spiele

Beitrag von greenelve » 16.11.2013 17:37

@Almalexian
Die erstellen die Regeln nicht, sondern richten sich nach der Gesellschaft. Es gibt keine Verschwörung, die Politik würde vorschreiben, nach welchen moralischen und ethischen Regeln wir uns verhalten.

@Lord Hesketh-Fortescue
Anstatt eine Vitrine zu haben, die ein Mitarbeiter für jeden Kunden aufschließen muss, gibt es aktuel einen Extraraum, zu dem nur Volljährigen Zugang haben. Beides ist umständlich. Bei dem derzeitigen Verbot der Werbung für Indizierten könnte man auch argumentieren das Minderjährige einfach ins Internet gehen und sich selber informieren und letztlich an das nicht für sie geeignete Material gelangen. Wenn du verstehst was ich damit meine.

Ein Drohmittel für präventive Schnitte gibt es aber auch bei regulärer USK Einstufung. Hinter den Spielen stecken nunmal knallharte Firmen. Da wird die Idee des Entwicklers ignoriert und Quicktimeevents/Deckungssystem eingebaut, damit sich das Spiel an eine größere Zielgruppe verkauft. Genauso ist dann auch ein Ab16 besser als Ab18. Es gibt auch einen relativ aktuellen Actionfilm - Name weiß ist leider nicht mehr- der eigentlich Ab18 wäre, aber vom Hollywoodstudio Marktgerecht zusammengeschnitten auf.... Ab12....damit er mehr Leute erreicht. oO

Wie schon gesagt, die Pornoindustrie wird fast durchgehend indiziert oder ab 18. Im normalen Laden findet man nahezu nichts von denen. Dennoch geht es der Industrie blendend. Das Spiele geschnitten werden, präventiv, hängt mit dem Zwang zusammen Millionenfach verkaufen zu müssen. Besonders bei Horrorspielen ist es doch ein Qualitätsmerkmal wenn es Ab18/indiziert ist. Nur funktioniert es bei den aufgeblassenen Budgets nicht mehr zur Refinanzierung. Ohne Einstufung gäbe es weniger Schnitte, das ist richtig, andererseits würde es ohne die riesigen Budgets auch gehen.
Und was noch hinzu kommt: die über stärkere Gewaltdarstellung. Killzone 3 und Gegner töten in dem man mit den Daumen die Augäpfel eindrückt? Gewalt wird schlicht auch zu stark rein der Gewalt wegen gefeiert.

Insgesamt kommt auch die persönliche Verantwortung dazu. Ich überlege mir selbst geschriebene Geschichten in Netz auf entsprechenden Foren zu veröffentlichen. Bin mir aber bewusst das ich bei Gewaltdarstellung nicht in die Vollen gehen kann, wie ich es möchte. Und das Genre es vorsieht. Weil es auf Foren keinen wirklichen Jugendschutz gibt. Das ist schade, aber damit arrangier ich mich. Ich will ja auch gar nicht das 12jährige meine kranken Fantasien lesen, in denen Menschen in okkulten Ritualen abgeschlachtet werden.
Und genauso haben auch die Entwickler von großen Firmen bei ihren Spielen diese Verantwortung. Ebenso wie die Verantwortung das du oder ich mit den Kindern auf der Straße den Jugendschutz einhalten.

Wirklich schwierig wird es, wenn Verkäufer den Jugendschutz in seiner angedachten Form nicht umsetzen. Ob Wollen oder Können. Steam zum Beispiel. Wenn sie eine Personalausweisabfrage hätten, würde das Thema auch deutlich kühler gekocht. Das ist dann auch oftmals der Grund - weil Spiele in Deutschland aufgrund der Hürden nicht erscheinen - wütende und manche sachliche Threadbeiträge in Foren entstehen.


ps: Sorry wenn es länger wurde. Aber ich wollte sichergehen möglichst verständlich und umfassend meine Sicht zu erklären. Es ist ein sehr breites Thema, in dem sehr viel reinfällt. :(

Und ich bin manchmal ZU lehrerhaft. Daran muss ich unbedingt arbeiten. :oops:
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Re: Video: USK Prüfer testet 10000 Spiele

Beitrag von Lord Hesketh-Fortescue » 16.11.2013 19:29

greenelve hat geschrieben:Anstatt eine Vitrine zu haben, die ein Mitarbeiter für jeden Kunden aufschließen muss, gibt es aktuel einen Extraraum, zu dem nur Volljährigen Zugang haben.
Ich picke mir mal diesen Aspekt raus, denn wenn ich den ganzen Beitrag ausführlich beantworte, wächst mir ein langer weißer Bart :Hase:
Dieser Extraraum steht dem Einzelhandel leider in den seltensten Fällen zur Verfügung, und die Einrichtung eines solchen zu verlangen wäre mit Sicherheit unverhältnismäßig. Stünde solch ein Raum zur Verfügung, könnte man natürlich ohne Probleme indizierte Titel verkaufen. Da dem aber nicht so ist, werden indizierte Titel gar nicht erst bestellt, sie sind für den Einzelhandel quasi nicht existent. Das könnte man umgehen, indem man Erwachsenentitel generell ab 18 setzt und neben den "normalen" Titeln verkauft. Das mit dem Glasschrank war nur eine Idee, wie man sie ja aus zahlreichen Läden bereits kennt. Saturn hat diese roten, dickeren Plastikhüllen, die es imho auch tun.

Bei Pornofilmen besteht der Unterschied, dass dort bereits auf dem Cover reale Pornographie abgebildet ist. Und ein durch Saturn schlenderndes Kind muss nicht unbedingt kilometertief in die schleimigen Untiefen eines weit aufgerissenen weiblichen Geschlechtsteils gucken können :Blauesauge: . Da macht eine räumliche Separierung absolut Sinn. Dieses Problem haben Videospiele in dem Maße aber nicht. Bei dem typischen "Gewaltspiel" sind zu 99% kantige Soldaten mit dicken Wummen (! :wink: ) abgebildet. Das ist meist nichts, was man nicht ähnlich von typischem Kinderspielzeug für Jungs kennt, oder auf jedem verfluchten Cover einer x-beliebigen Spielezeitschrift sieht.

Ich finde daher, da muss man nicht so einen riesen Larry drum machen. Sowas kann man auch ganz normal im Einzelhandel anbieten. Wie gesagt: Es gibt die verbindliche Alterseinstufung (die Kids dürfen sich das doch eh nicht kaufen!), und man kann solche Spiele mit relativ leichtem Aufwand nochmal gesondert kennzeichnen bzw. bei der Ausstellung auch minimal separieren. Alles darüber hinaus ist aus meiner Sicht gut gemeinter Alamismus.

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Re: Video: USK Prüfer testet 10000 Spiele

Beitrag von Almalexian » 16.11.2013 19:59

Die erstellen die Regeln nicht, sondern richten sich nach der Gesellschaft. Es gibt keine Verschwörung, die Politik würde vorschreiben, nach welchen moralischen und ethischen Regeln wir uns verhalten.
Wieso Verschwörung, das wird doch ganz offen praktiziert. Es gibt bestimmte Dinge die politisch gewollt, korrekt sind, und es gibt Dinge die dies nicht sind. Als die BPjM noch BPjS hieß war das zum Beispiel jede Form von Gewalt, bei denen Pixel-Menschen zu Schaden kommen, weswegen es in Klassikern wie Turok Dinosaur Hunter auch Roboter statt Menschen gibt. Heutzutage sieht das die Politik immer gelassener, daher wird nach anderen Kriterien beurteilt, aber es ist immer noch dasselbe Spiel: Jugendgefährdende Inhalte bekommen ein 18er-Prädikat, unerwünschte Inhalte werden indiziert und damit de facto im normalen Handel auf Eis gelegt. Und ob das nun politisch oder gesellschaftlich oder wie auch immer gewollt ist, ist scheißegal: Es geht darum, anderen Leuten seine Werte aufdrücken zu wollen denn was für Kinder erträglich ist und was nicht verändert sich nicht im Laufe der Zeit mit der Gesellschaft.

PS: Dass ein Spiel das USK-18er Label bekommen soll ist eine durchaus gängige Werbestrategie. Die Publisher wissen, dass es letztlich doch auch vielfach in Kinderhänden landen wird und das können sie noch dadurch verstärken, wenn sie mit dem roten Zeichen ein "Geil, Gewalt!" einbauen.
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