Liebe in Videospielen - Verknallt in ein Pixelwesen

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Wildtec
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Re: Liebe in Videospielen - Verknallt in ein Pixelwesen

Beitrag von Wildtec » 10.12.2013 14:37

Kommt ganz drauf an, wie es präsentiert wird. Über mir wurden ja schon Mass Effect und der ganze Kram von Bioware erwähnt. Diese Spiele haben genaus das Phänomen von NWN2, dass ich gerade wieder Spiele. 90% der Spiele haben folgendes Szenario:

Oh, morgen ist die letzte Schlacht gegen (den Schattenfürsten, die Reaper, den Erzdämon, was dir gerade so einfallt). Was tun wir denn nun? Wir könnten uns unsere Kräfte sparen und versuchen zu schlafen vor dieser epischen Schlacht. Unsinn, wir vögeln lieber die ganze Nacht durch und retten danach die Welt! Na schön, trotzdem noch besser als Geralt.... wo dann wochenlang irgendwelche guides im Internet auftauchten: "Wie bekommst du sie alle ins Bett?"

Ja, wie nur?

P.S An Harvest Moon erinnere ich mich auch noch. Das war knuffig, mit dem Kind das niemals erwachsen wurde. Und ich wartete und wartete damals, bis mir jemand sagte, dass das Balg nicht mehr wächst. :lol:
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Guffi McGuffinstein
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Re: Liebe in Videospielen - Verknallt in ein Pixelwesen

Beitrag von Guffi McGuffinstein » 06.02.2014 19:17

Mein Post ist ja nun schon ein bisschen her:

Ich zähle jetzt einmal Elizabeth aus Bioshock Infinite neu dazu, wobei das aus meiner Sicht, allein schon wegen des Alters nicht "Liebe" in dem Sinne ist, wie es im Topic gemeint ist. Aber als Beschützer hab' ich mich noch nie vorher so zu einem weiblichen Spielcharakter "hingezogen" gefühlt. Wobei sie ja spätestens nachdem sie sich den Zopf abgeschnitten hat sehr viel erwachsener rüberkommt als sie laut Story ist. Nimmt einem glücklicherweise etwas das mulmige Gefühl irgendwie pädophil zu sein.

Als Liebesgeschichte hat mich aber Gone Home am meisten fasziniert. Da wo Dear Esther von der Erzählweise aufgehört hat fängt Gone Home erst richtig an. Ein interaktiver Roman der einen die Geschichte selber erforschen lässt und dazu diese tollen Erzählungen der jüngeren Schwester bei der man (bzw. ich wurde es jedenfalls) emotional richtig hinein gezogen wird lassen einen einfach nicht mehr los. Da hab' ich mich zwar nicht selber verliebt aber ich wollte unbedingt ein Happy End dieser Geschichte erleben.
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Heinz-Peter
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Re: Liebe in Videospielen - Verknallt in ein Pixelwesen

Beitrag von Heinz-Peter » 09.06.2014 20:49

Es soll ja übermäßig viele Autisten geben die eine starke Affinität zu Sonic haben. Durch das Spielen der Figur und der ausgeführten Hand-Augen-Koordination kann dabei eine Verbindung hergestellt werden ohne dass die Person sozialen Ängsten oder Zweifeln ausgesetzt wird; eine Zurückweisung hat der Spielende nicht zu erwarten. Gerade beim Spielen und der verbundenen Gratifikation die der Rezipient erhält, könnte man vermuten, dass Menschen, welche weniger Gratifikation und Anerkennung bei der Interaktion mit echten Menschen erhalten, sich durch diese Bindung zu gewissen Attributen einer Figur hingezogen fühlen.
Dabei verkörpert im Beispiel der anthropomorphe Igel bestimmte Eigenschaften, die weniger sexueller Natur sind und trotzallem ein "Verliebtsein" hervorrufen. Verkörperte Ideale entsprechen in diesem Fall nicht einem Individuum per se sondern haben ihren Ursprung in der eigenen Gedankenwelt. Rezenzeffekte sind nicht auszuschließen, allerdings sollte man nicht von den Urtrieben eines Spierlers ausgehen, welcher beim Anblick von Brüsten sich in die Steinzeit zurückversetzt fühlt und auf die Brust trommelt.

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Guffi McGuffinstein
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Re: Liebe in Videospielen - Verknallt in ein Pixelwesen

Beitrag von Guffi McGuffinstein » 27.06.2014 19:10

Heinz-Peter hat geschrieben:...haben ihren Ursprung in der eigenen Gedankenwelt.
Auch wenn ich mich etwas schwertue deinem hochgreifenden psychologisch medizinischen Ansatz zu folgen (etwas weniger Fachbegriffe wären zur allgemeinen Kommunikation doch hilfreich ;)) ist gerade der Verweis zur Gedankenwelt sicher entscheidend. Dass Menschen mit weniger Bezug zur Außenwelt eventuell (nicht zwangsläufig meiner Meinung nach) mehr, oder zumindest schneller, eine Bindung zu einer virtuellen Figur entwickeln kann sehr gut möglich sein. Dort findet keine Zurückweisung statt womit wir bei deinem Hinweis auf Autisten wären. Das ist tatsächlich interessant. Ist das jetzt speziell bei Sonic so oder hat man diejenigen kein anderes vergleichbares Spiel spielen lassen?
Rezenzeffekte sind nicht auszuschließen, allerdings sollte man nicht von den Urtrieben eines Spierlers ausgehen, welcher beim Anblick von Brüsten sich in die Steinzeit zurückversetzt fühlt und auf die Brust trommelt.
Womit wir meines Erachtens eben bei jener Gedankenwelt wären. Fantasie wäre dann vielleicht sogar noch das bessere Wort. Es ist doch sowieso viel interessanter eben nicht genau zu wissen wie es unter der virtuellen Kleidung aussieht anstatt plump irgendwelche nackten Körper vorgesetzt zu bekommen. Zumal in dem Bereich das Uncanny Valley noch nicht durchschritten ist und das ganze daher meistens eher lachhaft denn "interessant" anmutet.
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