Sind wir weichgespült worden?

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Armin
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Re: Sind wir weichgespült worden?

Beitrag von Armin » 22.12.2012 23:04

Ok das trifft dann auf Euch zu, aber es gibt ja heute auch noch Schueler, und die zocken das selbe wie Ihr. Weil sie weichgespuelt sind.

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Serious Lee
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Re: Sind wir weichgespült worden?

Beitrag von Serious Lee » 22.12.2012 23:09

Armin hat geschrieben:Wenn Ihr also den ganzen Tag Zeit haettet, wuerdet Ihr komplizierte Strategiespiele und Wisims spielen, und keine shooter mehr? Faellt mir schwer zu glauben.
Nein. Wozu auch? Als junger Mensch hat mich sowas fasziniert, weil es mir einen spielerischen Einblick in eine erwachsene, verantwortungsvolle Rolle bot. Heutzutage plane ich beruflich Events und schieb genug Zahlen und Statistiken durch die Gegend, so dass ich froh bin, wenn ich am Abend eine gemütliche Runde Pro Evolution Soccer zocken kann, bevor ich ins Bett gehe. Für attraktive, aber zeitfressende Titel wie Hitman Absolution muss ich mir auch mal Zeit freischaufeln. Das ist als Selbstständiger mit Dauerverfügbarkeit durch Handy und Internet, sowie in einer Beziehung nicht immer so leicht. Man denkt im fortschreitenden Alter einfach rationaler und zielstrebiger und kann sich nicht mehr so leicht in einem Spiel fallen lassen.
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the curie-ous
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Re: Sind wir weichgespült worden?

Beitrag von the curie-ous » 23.12.2012 03:16

Stimmt. Wenn ich weiß wann ich wie lange mal Urlaub habe und was darin noch alles zu erledigen ist, dann werde ich mir Spiele zulegen, welche komplexer und zeitfressender sind und diese dann im Urlaubszeitraum zocken. Der Wille ist halt da. Die Zeit aber nicht.

Ich freu mich schon auf Rente ......................... so in rund 30 Jahren .
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Exedus
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Re: Sind wir weichgespült worden?

Beitrag von Exedus » 23.12.2012 06:19

Ich sehe das anders, grad weil ich nicht immer viel zeit oder Lust zum zocken habe möchte ich die zeit nicht mit irgend ein Spiel "verschwenden" Selbst wenn es nur eine stunde ist.

DerUserDenKeinerMag
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Re: Sind wir weichgespült worden?

Beitrag von DerUserDenKeinerMag » 23.12.2012 06:29

Armin hat geschrieben:Ach Hitman 2 war also ein schwer zugängliches und in die länge gezogenes Softwaremonster, womit man sich heute nicht mehr herumschlagen kann?
"Will", nicht "kann". Wobei ich "Softwaremonster" gar nicht böse meine. Wo du allerdings hernimmst dass ich mich auf Hitman 2 beziehe ist mir ein blankes Rätsel.
Nein, das ist kein Trollaccount.

Armin
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Re: Sind wir weichgespült worden?

Beitrag von Armin » 23.12.2012 08:49

Ja Hitman 2 war halt der Threadaufmacher.

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Guffi McGuffinstein
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Re: Sind wir weichgespült worden?

Beitrag von Guffi McGuffinstein » 23.12.2012 17:40

Ich hab' Hitman 2 deswegen genannt, weil ich zu der Serie den engsten Bezug habe und am besten Vergleiche herstellen kann.

Der Zeitfaktor und Älterwerden ist sicher auch ein Punkt, der es für frühere Hardcore Zocker (bitte nicht mit dem "Casual" und "Core" Vergleich verwechseln) schwierig macht, sich heute noch in dem Maße wie früher sich derart intensiv mit einem Spiel zu befassen. Ich hab' allerdings ein schönes Video im Netz gefunden, das zum Thema ganz gut passt:

If Quake was done today

Traurig aber wahr.
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Fiddlejam
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Re: Sind wir weichgespült worden?

Beitrag von Fiddlejam » 28.12.2012 12:37

Armin hat geschrieben:Ok das trifft dann auf Euch zu, aber es gibt ja heute auch noch Schueler, und die zocken das selbe wie Ihr. Weil sie weichgespuelt sind.
Nicht zwangsläufig. Ich habe beispielsweise mit Age of Empires II Lesen gelernt, aber im Laufe der Jahre wurde das Genre der Strategiespiele irgendwie uninteressanter für mich, keine Ahnung, warum.
Ich habe mich zwar auch danach noch an einigen Siedler-Titeln versucht, habe aber keinen wirklich durchbekommen.
(Wobei ich dank Steam Xmas Sale aktuell auch wieder an Empire: Total War sitze.)
Danach bin ich auf MMORPGs, aber auch Offline-RPGs umgestiegen und seit ca. ein, zwei Jahren dann Online-Shooter und Action. Wie gesagt, ich habe es eigentlich nicht als Absinken des Niveaus empfunden sondern eher als Wechsel der Interessengebiete.
Was mir allerdings aufgefallen ist: Die generelle Cheat-Kultur hat sich in den letzten Jahren ziemlich verändert (im Single-Player). Für alte Spiele gibt es weit mehr Trainer, Cheats und Co als für neue - was man natürlich als "neue Spiele sind so leicht, dass man keine Cheats braucht" interpretieren kann, für mich aber eher ein Zeichen ist, dass "früher waren die Spiele anspruchsvoller" nicht automatisch bedeutet, dass sich auch jeder an diesen Schwierigkeitsgrad anpasst...

Klar, die ganzen Kinder, die jetzt mit Ponyhofsimulatoren und Co aufwachsen haben schon gewisse andere, niedrigere Ansprüche bezüglich des Schwierigkeitsgrades. Wobei ich mich sowieso wundere, was mal aus den ganzen Ponyhof-Gamern, vor allem den Mädchen, werden soll...

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Tiggo
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Re: Sind wir weichgespült worden?

Beitrag von Tiggo » 08.01.2013 14:14

Sind wir weichgespült worden?
definitiv: ja.
Das kann man an ganz simplen Dingen festmachen: Anfang/ Mitte der 90er war jedes "Leben" wertvoll und ein Fehler führte meist dazu dass man das Level direkt von vorne beginnen musste. Und wenn nicht, dann war es ein schmerzhafter Verlust.
Und heute? Solche Spiele sind rar geworden. Im Prinzip bekommt man es in jedem Spiel hin relativ früh in einen Godmode zu kommen. Beispiel: Dantes Inferno.
Wer hier klug seine "Holy Punkte" investierte, der war durch automatische Selbstheilung sehr früh an einem Punkt wo man sich vor garnichtsmehr fürchten musste. Starke Attacken die einen auch noch gut selbstheilen...Danke! Castlevania LoS ist das selbe, GTA ist auch viel leichter geworden, World of Warcraft ist ebenfalls ein Musterbeispiel, usw. usw.
Zum Glück gibt es noch Gegenbeispiele wie z.B. Ninja Gaiden.
Gears of War wurde gefühlt auch mit jedem Teil leichter... Painkiller? Anyone?

Natürlich muss man auch den Faktor mit einberechnen dass wir alle älter werden. Keiner von uns spielt heute noch auf dem Niveau wie vor 10/15/20 Jahren, jedoch muss ich mir inzwischen immer öfter in Spielen eine Herausforderung "suchen", sprich: Spiele bewusst im allerschwersten Modus starten UND Erfolge machen damit ich überhaupt noch eine Aufgabe habe (Halo 4).

Wer mal ehrlich ist, der findet bei keinem größeren Spiel eine wirkliche Herausforderung. CoD, AC usw. usw. sind natürlich unterhaltsam, aber keine schwere Aufgabe.
"DEAL WITH IT!!"

johndoe831977
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Re: Sind wir weichgespült worden?

Beitrag von johndoe831977 » 09.01.2013 22:29

t1gg0 hat geschrieben:Wer mal ehrlich ist, der findet bei keinem größeren Spiel eine wirkliche Herausforderung. CoD, AC usw. usw. sind natürlich unterhaltsam, aber keine schwere Aufgabe.
Das wollen sie auch nicht sein. ^^

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greenelve
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Re: Sind wir weichgespült worden?

Beitrag von greenelve » 09.01.2013 22:51

t1gg0 hat geschrieben:
Sind wir weichgespült worden?
definitiv: ja.
Das kann man an ganz simplen Dingen festmachen: Anfang/ Mitte der 90er war jedes "Leben" wertvoll und ein Fehler führte meist dazu dass man das Level direkt von vorne beginnen musste. Und wenn nicht, dann war es ein schmerzhafter Verlust.
Und heute? Solche Spiele sind rar geworden. Im Prinzip bekommt man es in jedem Spiel hin relativ früh in einen Godmode zu kommen. Beispiel: Dantes Inferno.
Wer hier klug seine "Holy Punkte" investierte, der war durch automatische Selbstheilung sehr früh an einem Punkt wo man sich vor garnichtsmehr fürchten musste. Starke Attacken die einen auch noch gut selbstheilen...Danke! Castlevania LoS ist das selbe, GTA ist auch viel leichter geworden, World of Warcraft ist ebenfalls ein Musterbeispiel, usw. usw.
Zum Glück gibt es noch Gegenbeispiele wie z.B. Ninja Gaiden.
Gears of War wurde gefühlt auch mit jedem Teil leichter... Painkiller? Anyone?

Natürlich muss man auch den Faktor mit einberechnen dass wir alle älter werden. Keiner von uns spielt heute noch auf dem Niveau wie vor 10/15/20 Jahren, jedoch muss ich mir inzwischen immer öfter in Spielen eine Herausforderung "suchen", sprich: Spiele bewusst im allerschwersten Modus starten UND Erfolge machen damit ich überhaupt noch eine Aufgabe habe (Halo 4).

Wer mal ehrlich ist, der findet bei keinem größeren Spiel eine wirkliche Herausforderung. CoD, AC usw. usw. sind natürlich unterhaltsam, aber keine schwere Aufgabe.
Nicht zu vergessen, die Automatenvergangenheit. Gerade in der von dir genannten Zeit waren viele Spiele Automatenumsetzungen oder orientieren sich an ihnen. Spiele hatten entweder schwere Passagen, um zum einwerfen einer weiteren Münze zu animieren und als Verstärkung diesen Effektes war bereits 1 Treffer tödlich. Und oder waren sie kurz und wurden entsprechend schwer gemacht, damit Spieler länger beschäftigt sind.

Der erste große Punkt der zum weichspülen beigetragen hat, waren Spielstände, die Möglichkeit seinen Spielstand zu sicher und jederzeit an der Stelle fortfahren zu können. Leben waren plötzlich weniger wert, kann man nun nach Tod einfach seinen Spielstand laden und weitermachen, ohne komplett von vorne anzufangen.

@Topic: (bin mir grad gar nich sicher ob ich nicht schon gepostet hab :oops: ) Automatismen in Spielen, welche sich durch alle Schwierigkeitsgrade schleppen und es wenig Unterschied macht, ob ich bei Spiel XY Leicht, Mittel oder Schwer wähle. Wieder "mehr Spiel" und ein besseres Nutzen des Schwierigkeitsgrades. Theoretisch könnte man auch anpassbare Stufen anbieten: Gegner HP -Leicht-Mittel-Schwer und dazu KI -Leicht-Mittel-Schwer sowie Gegnervorkommen -Leicht-Mittel-Schwer. Stattdessen wird sich, wohl aus Faulheit :/ , dem Einfachstem vorgekommen und lediglich Werte hochgeschraubt, ohne an der Spielmechanik zu schrauben, was zu Exemplaren führt, wodurch mittels "Bugs" in der Spielmechanik sich Schwer nur minimal anders als Leicht spielt. Trifft natürlich nicht auf alle zu, soll nur dieses Gefühl bei diversen aktuellen Spielen beschreiben.
Gelangweilt? Unterfordert? Masochistisch veranlagt? -> http://www.4players.de/4players.php/dow ... 47903.html Jetzt auch auf Steam: http://store.steampowered.com/app/752490/
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Schmelzkäse
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Re: Sind wir weichgespült worden?

Beitrag von Schmelzkäse » 11.01.2013 11:00

Früher als Kind hat man sich mit einem Videospiel halt lange über mehrere Wochen beschäftigt. Man hatt ja noch nicht diese große Auswahl.

Viele meiner Generation(30+), haben heute beruflich bedingt nicht mehr die Zeit Monate über einem einzelnen Spiel zu verweilen. Das haben auch die Entwickler gemerkt und die Produkte auf unsere Alterklasse optimiert. Wir waren ja quasi die erste Generation echter Videopsiel-Zocker.
Die erstem, die mit deisem Medium wirklich aufgewachsne sind.

Finde es vernünftig, dass Entwickler sich mit dme absteigenden Schwierigkeitsgrad an unsere jetztges Leben angepasst haben.

Und außerdem gibts ja imme rnoch genügend knackige Ausnahmen( Super Meat Boy, Dark Souls etc. )
Tritt eine Idee in einen hohlen Kopf, so füllt sie ihn völlig aus,
weil keine andere da ist, die ihr den Rang streitig machen könnte.
(Motesquieu)

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mindfaQ
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Re: Sind wir weichgespült worden?

Beitrag von mindfaQ » 11.01.2013 11:27

Betrifft mich nicht, ich spiele seit Jahren hauptsächlich DotA/Dota 2.

Früher war auch nicht alles schwieriger. Manchmal war man selber auch einfach nur schlechter.
DotA > all

Armin
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Re: Sind wir weichgespült worden?

Beitrag von Armin » 11.01.2013 11:40

Das stimmt mindfaq, ich hab viele Spiele aus meiner Kindheit jetzt nochmal durchgezockt, und manche waren echt extrem einfach, und viele hab ich auch einfach als Kind nicht richtig verstanden. Ich verstehe ueberhaupt nicht, wie viele immer sagen,dass man im Alter nicht mehr so komplizierte oder schwierige Sachen spielen kann. Bei mir ists genau andersherum.

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Zappes
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Re: Sind wir weichgespült worden?

Beitrag von Zappes » 11.01.2013 12:14

Armin hat geschrieben:Ich verstehe ueberhaupt nicht, wie viele immer sagen,dass man im Alter nicht mehr so komplizierte oder schwierige Sachen spielen kann.
Dass man es im "Alter" nicht mehr kann, behaupten nur die Kids, die ihr Ego polieren wollen. :) Tatsache ist nur, dass man als kurz vor der Rente stehender, gebrechlicher, alter Mann von 38 Jahren nicht mehr ganz so oft Bock auf Frust hat und bisweilen einfach mal berieselt werden will ...

Ich muss allerdings sagen, dass es irgendwann auch zu viel des einfachen wird. Ich habe zuletzt Borderlands 2, Halo 4, Assassin's Creed 3 und Battlefield 3 gespielt. Irgendwo gegen Ende von AC3 ging mir das seichte Buttonmashen echt auf den Sender, und Battlefield 3 hätte ich dann fast nicht beendet, weil es mich endlos angeödet hat. Aus lauter Verzweiflung habe ich dann mal wieder GTA4 in die Konsole geschoben, 800 Points in "The Lost and Damned" investiert und wow ... ich bin schon lange nicht mehr so oft gestorben und habe auch schon lange nicht mehr so sehr geflucht. Befriedigend war's allerdings, und ich glaube, dass ich dann demnächst auch noch mal die Ballade vom schwulen Tony konsumieren muss, bevor ich mich dann wieder zur Abwechslung von irgendeinem frustfreien Titel berieseln lasse.

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