Spieleerinnerungen damals und heute?

Hier geht es um Spieldesign oder Game Studies, Philosophie oder Genres!

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Wulgaru
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Re: Spieleerinnerungen damals und heute?

Beitrag von Wulgaru » 23.11.2014 13:56

Horror Kid hat geschrieben:Gut, dann geht es uns halt teilweise um unterschiedliche DInge.

Ich meine durchaus diesen Aha Effekt, wenn man zb zum ersten Mal ein Portal über eine gegnerische MG-Drohne platziert und dann über dem Ding auftaucht und es umschmeißt. Das hat mich fasziniert, auch wenn es ne einfache Sache ist (irgendwie klingt das nämlich ein wenig so als wäre ich geistig etwas eingeschränkt und ich käme leicht ins Staunen...).
Nene, genau sowas sind ja Magic Moments...so wie bei Metroid Prime wenn man ein Reagenzglas mit nem Metroid zerschießt und die Viecher auf die Piraten losgehen.

Das sind aber wie gesagt meistens Sachen, zumindest bei mir, die nichts mit der Mechanik zu tun haben sondern eben mit netten Scripts oder Levelideen der Entwickler, manchmal vielleicht auch gar nicht reproduzierbar wenn man zum Beispiel von tollen Strategiepartien redet, wo plötzlich Sachen auftreten die sonst nicht passieren. Das sind dann ja vollkommen individuelle Erlebnisse.

EntenBoss
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Re: Spieleerinnerungen damals und heute?

Beitrag von EntenBoss » 29.11.2014 17:30

Als Kind ist die Welt voller Magie - je älter man wird, desto weniger nimmt man diese Magie wahr.Das gilt auch im Falle von Videospielen.Man füllt die Leere, die in Videospielen herrscht(Bezüglich Hintergrund etc.) mit Fantasie, und was dabei herauskommt ist großartig.Dazu kommt noch, dass Videospiele immer mehr zu einer Industrie geworden sind, was zwangsläufig mit Standardisierung eingeht.Es wird mehr Geld in Spiele gepumpt, um sie zu richtigen Blockbustern zu machen, aber auch dabei geht Magie verloren, familiarität, Liebe.Am Ende ist es wohl eine Kombination dieser Dinge, die dein Problem ausmachen könnten.

wolf1.0
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Re: Spieleerinnerungen damals und heute?

Beitrag von wolf1.0 » 09.12.2014 12:21

Hauptproblem ist einfach, dass die Erinnerung die tatsächlich stattgefundenen Ereignisse schönt, man nur das Positive sieht, aber die Schattenseiten von damals vergisst. Ich selbst zocke seit 19 Jahren und gerade als Kind denkt man über Dinge wie Gameplay, Grafik und Spieldesign nicht nach. Mein erstes Spiel war Die Schlümpfe reisen um die Welt. (Gameboy) Ich war damals so fasziniert, gerade Jump and Runs hab ich verschlungen. Erwartungen an ein Spiel waren quasi auch nicht vorhanden. Es war einfach die Freude da, überhaupt zocken zu können.

Heute wird man von Triple A Titeln überschwemmt, das Marketing nimmt immer größeren Stellenwert ein. Sicher, die Welten werden opulenter, der Detailgrad nimmt zu. Gleichzeitig ist man aber auch übersättigt. Alles ist Fast Food. Mit die Siedler II hab ich so unendlich viele Stunden verbracht, eine meiner frühesten Berührungen mit Strategiespielen, aktuell verliert sich allzu oft die Faszination.

Die erste Berührung mit einem Medium prägt halt. Und da solche Erlebnisse zwangsweise verblassen, bleiben die special moments. Zu viel zu grübeln, warum und ob Spiele früher besser waren oder nicht, sind nicht zielführend. Entscheidend ist der Umgang und die Herangehensweise an jedes einzelne Spiel und die Einordnung in die jeweilige Epoche, bzw. den Zeitgeist. Shooter waren immer beliebt, gerade bei Jump and Runs ist aber Dürre angesagt.

Die Geschichte rund um die Faszination Retro ist sowieso wieder eine ganz andere Geschichte.

Heinz-Fiction
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Re: Spieleerinnerungen damals und heute?

Beitrag von Heinz-Fiction » 27.12.2014 05:22

Bei mir ist die Faszination beinahe genauso stark wie zu Anfangszeiten. Die Routine wirkt sich mMn kaum aus. Wenn ich Spiele aus meiner Jugendzeit wieder rauskrame, machen die mir genauso viel Spaß wie früher. Nostalgie spielt sicherlich eine große Rolle, aber meistens ist es so, dass es selbst Jahre oder gar Jahrzehnte keine vergleichbaren Produkte gibt. Mein absolutes Lieblingsspiel aus der Jugend ist das relativ unbekannte Body Harvest. Kennt jemand ein Spiel mit einer Alieninvasion zur Grundlage, in der es möglich ist, durch mehrere Zeitalter zu reisen, dadurch abwechslungsreiche Spielwelten zu erleben und Vehikel aus diesen Zeiten zu steuern? Ich nicht. Oder Landstalker für den Mega Drive; ich habe danach nie wieder etwas gespielt, was sich ansatzweise ähnlich angefühlt hat. Von Baldurs Gate muss ich wohl kaum anfangen, kein Wasteland oder Divinity kommt da ran ... ich muss widersprechen, dass man nur schöne Erinnerungen festhält von alten Spielen. Ich kann mich sehr genau an unschöne Aspekte erinnern, nur stören die mich heute genauso wenig wie damals. Na gut, vielleicht nicht ganz, als Kind hat man sicherlich weniger Ansprüche. Trotzdem bewerte ich Spiele nicht als weniger erheblich als zu Jugendzeiten, vorausgesetzt, man hat immernoch dasselbe Interesse an virtuellen Welten.

Die veränderte Spielbranche trägt einen erheblichen Teil zu dem Denken, dass heutige Spiele nicht mehr so faszinieren, bei. Thief etwa konnte ich nicht länger als ein, zwei Stunden spielen. Thief 3 dagegen habe geliebt; die Atmosphäre, das Schleich-Gameplay ... heute wirft man Steine oder Flaschen und mogelt sich so an ganzen Gegnergruppen vorbei. Das funktionierte vorher schlicht und einfach nicht. Zugänglichkeiz ist im Prinzip was schönes, vereinfacht Spiele aber dermaßen, dass sie mir mangels wirklicher Herausforderung keinen Spaß mehr bereiten. Ich kenne kein Spiel, dass zugänglicher wurde und trotzdem seinen Anspruch behält. Negativ-Beispiele dafür gibts reichlich, The Elder Scrolls etwa, die X-Reihe, Dragon Age ... ich will nicht sagen, dass die Spiele schlecht sind, doch sie entsprechen einfach nicht mehr meinem, ähm ... Profil.

Dennoch gibts auch heute noch Spiele, die mich von Grund auf faszinieren. Faster than light, Left4Dead (wo bleibt Teil 3?), Red Orchestra, Terraria, nahezu alle Paradox-Titel ... ich für meinen Teil habe also nach wie vor mehr als genug Freude an neuartigen Spielen. Auffällig ist höchstens, dass das heute meist Nischenprodukte sind, was früher anders war.

Amoklaufspielspieler
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Re: Spieleerinnerungen damals und heute?

Beitrag von Amoklaufspielspieler » 01.02.2015 03:10

d20Barde hat geschrieben:Ein weiterer Punkt ist vermutlich auch das Internet. Früher gab es keine Lösung auf Mausklick. Wollte man alle Geheimnisse eines Spiels wissen, kaufte man sich Magazine oder Lösungsbücher. Magazine waren überhaupt was exklusiveres als das frei verfügbare Wissen des Internets. Wissen das immer und überall da ist. Damals geierte man noch auf die neusten Ausgaben der N-Zone, der Game Star und wie sie alle heißen um mit den neusten Informationen versorgt zu sein.
Diese Informationen wurden auch nicht bei Facebook mit einem "wie geil xD" geteilt, sondern am nächsten Tag in der Schule. Man hat sich ganz anders ausgetauscht.
Ich erinnere mich noch, wie ich in der Schule mit nem Kumpel ewig über Final Fantasy 8 fachsimpelte.
Ich hab mir später dann von ner Klassenkameradin ihre Komplettlösung geliehen und durch den Kopierer der Schulbibliothek gezogen - 5 cent pro Seite. :lol:

Ich muss auch sagen, ich habe als Kind oder auch später als Jugendlicher Spiele anders wahrgenommen.
Wenn ich früher die 120 Mark für ein Zelda: Ocarina Of Time vom gesparten Taschengeld bezahlt hatte, dann habe ich dieses Spiel im Bus nach Hause wie einen kleinen Schatz in den Händen gehalten. Die letzten paar Meter von der Bushaltestelle bis zur Haustür waren unvergleichlich, in mir stiegen Glücksgefühle hoch, dass ich teilweise kurz nach Luft schnappen musste.

Man beachte: In diesem Augenblick WUSSTE ich garnicht, ob das Spiel was taugt, konnte aufgrund meines Alters und meiner mangelhaften Erfahrung auch während des Spielens nicht objektiv beurteilen, was für Qualitäten dieses Spiel wirklich hatte.

Im späteren Leben hatte ich solche intensiven Glücksgefühle nie wieder bei Videospielen. :cry:
Die stellten sich dann bei so unwichtigen und überflüssigen Dingen ein wie dem ersten Kuss oder dem ersten mit Freunden besuchten Musikfestival... pfft, soziale Kontakte... :Häschen:

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Hokurn
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Re: Spieleerinnerungen damals und heute?

Beitrag von Hokurn » 02.02.2015 12:30

Ich glaube nicht, dass es an schlechteren Spielen heutzutage liegt...
Ich denke man konsumiert einfach ganz anders.

Früher hatte ich nur einen Gameboy Color und habe 1-2mal im Jahr ein Spiel dafür bekommen. Zusätzlich konnte ich mir ab und zu alte Spiele für wenige Mark auf dem Flohmarkt kaufen. Manchmal auch wenn ich lange gespart habe und das Geburtstagsgeld investieren wollte auch einen Vollpreistitel.
Das bedeutet für mich ich habe sehr lange überlegt welches Spiel ich haben wollte. Ich hätte damals nie im Leben einfach mal ein Weihnachtsgeschenk "geopfert" um mal zu schauen ob es mir gefällt. oder mehr als 10 Mark auf dem Flohmarkt ausgegeben wenn nicht klar war das ich das wirklich lange spielen mag. Klar waren auch Fehlkäufe dabei aber das waren geringe Verluste auf dem Flohmarkt.
Heute seh ich "oh das Spiel könnte mir gefallen und kostet 20€ kann man ja mal kaufen". Und schon hockt man da mit nem lahmen Titel und löscht ihn nach 3 Monaten wieder. (inFamous: First Light)

Ich habe Wario Land 2, Pokemon Blau/Rot/Gelb, Zelda: Links Awakening, Zelda: Oracle of Seasons, Irgendein NBA 2K, Soccer, Dragon Ball Z Legendäre Superkämpfer und einfach über Monate/Jahre gespielt.
Wenn ich jetzt an meine PS3-Zeit zurück denke habe ich ähnliche gute Erinnerungen an Uncharted 2-3, BF Bad Company 2, BF3, Top Spin 4, NBA 2K13, Fifa, GTA 5 usw.
Der Unterschied ist einfach, dass ich diese Spiele nicht bis zum Erbrechen spielen musste sondern gleich zu nächsten Titel greifen konnte. Natürlich war da dann auch viel Mist bei.
Wenn ich mich Heute nicht Hypen lassen würde und so genau wie Früher informieren würde, dann hätte ich warscheinlich genauso viele Spiele wie Früher gespielt und der ganze Rotz zwischen durch würde wegfallen. Das würde erstens die Meinung über aktuelle Spiele natürlich steigern, weil man ja nur Spiele spielt wo man kein Risiko eingeht, dass es einem nicht gefällt, aber zweitens hätte man viele Spiele nicht gespielt, die einen ohne offensichtliche Erklärung doch gefallen.
Natürlich sitzt Heute auch das Geld lockerer als wie oben beschrieben. Oft ist eher die Zeit das Problem. Deshalb wird viel auch nicht wirklich mehr als angespielt...
Da versuch ich mir schon länger das Verhalten aus der Kindheit wieder anzueignen. Das spart einerseits Geld und man hat nicht so viel "Arbeit" vor sich. Man findet auch einzelne Spiele irgendwie spannender wenn man nicht noch 10 Titel in der Hinterhand hat, die auch schon seit Monaten rum liegen und man überall bereits den Storyfaden verloren hat.
Meine Altlasten müsste ich auch durchs durchspielen und/oder verkaufen so gut wie abgebaut haben.
PS+ schmeißt mich natürlich immer fleißig zu aber aktuell habe ich neben Spielen, die man "immer mal wieder spielt und eh lange behalten will ohne sie zu verkaufen"(Shooter(einen), Sport-, Renn-, Spiele aus der Kindheit), nur 3 Spiele liegen. Eines davon zock ich mit nem Kollegen im Couch-Koop (das liegt eh so lange bis man sich so oft getroffen hat bis es durch ist) und die anderen beiden spiel ich noch alleine durch. Also praktisch zwei Spiele zum "abarbeiten". Und diesen Monat kommen noch zwei interessante, die aber auch erstmal warten können bzw der Kauf auch noch nicht wirklich sicher ist. ;)

Also wenn man seinen Konsum ein wenig senkt und bedachter einkauft sieht man so manche Konsolen Generation viel positiver. Früher war man gezwungen bedachter auszuwählen. Heute muss man sich vllt manchmal zwingen. ;)

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Agitari
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Re: Spieleerinnerungen damals und heute?

Beitrag von Agitari » 02.02.2015 13:35

Ich spiele selber auch schon seitdem ich zirka 8 oder so bin. Heute mit 32 nimmt man die Welt einfach anders wahr. Und obwohl Spiele heutzutage ja fantastisch aussehen und super inszeniert sind (Uncharted, Call of Duty, Far Cry, Skyrim, GTA 5), fehlt mir mittlerweile auch dieser "Wow!"-Effekt.

Das liegt natürlich daran, dass einfach das "Neue" fehlt. Wenn ich heute Wing Commander III einlege, ist es so wie bei der ersten großen Liebe. Es ist toll, es sieht gut aus, es fühlt sich gut an. Aber dieses "wow" ist nicht mehr da, weil man gewissermaßen abgestumpft ist.

Zum anderen liegt es natürlich daran, dass Spiele heute so mainstreamig, glattgebügelt und alles andere als innovativ sind.

Meine Frau fragt mich: Warum spielst Du nicht Herr der Ringe: Schatten von Mordor? Oder warum hast DU kein Far Cry 4?
- Es ist immer dasselbe. Insbesondere bei Ubisoft. Quicktime-Event, kletter den Turm hoch etc.. Wenn ich erst letztens Far Cry 3 gespielt habe, brauch ich erstmal von Teil 4 meine Ruhe. Und Schatten von Mordor ist ja wie Arkham Asylum/City oder Assassins Creed.

Ein Spiel, bei dem mir sozusagen die Kinnlade runterfiel war...Star Citizen. Da merkt man, dass Chris Roberts Eier in der Hose hat und viel Liebe hinter dem Spiel steckt.

Mir fehlt die Leidenschaft der Spiele!

Klar ist Bioshock toll, aber System Shock 2 war irgendwie besser!

Amoklaufspielspieler
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Re: Spieleerinnerungen damals und heute?

Beitrag von Amoklaufspielspieler » 06.02.2015 15:22

Hokurn hat geschrieben:Heute seh ich "oh das Spiel könnte mir gefallen und kostet 20€ kann man ja mal kaufen". Und schon hockt man da mit nem lahmen Titel und löscht ihn nach 3 Monaten wieder. (inFamous: First Light)
Wenn es doch nur 20 Euro wären...
Die habe ich beim letzten Steam Wintersale vielleicht insgesamt ausgegeben und hatte am Ende knapp 10 Spiele am Hals. Wenn ich jetzt sehe, dass ich davon bisher kaum was gespielt hab (höchstens im Spielmenü laufen ließ, bis alle Sammelkarten ausgeschüttet wurden), aber trotzdem vor ein paar Tagen wieder 20 Euro in 7 Spiele investiert habe, wird mir doch etwas anders... Ich glaube, ich habe ein Problem. :cry:

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schockbock
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Re: Spieleerinnerungen damals und heute?

Beitrag von schockbock » 06.02.2015 19:00

Agitari hat geschrieben:
Klar ist Bioshock toll, aber System Shock 2 war irgendwie besser!
Find ich wiederum überhaupt nicht. Nachdem ich's zu Release (aufgrund mangelnden Alters) nicht spielen konnte, hab ich's vor einer Weile nachgeholt, gehypet vom geilen Setting einerseits und andererseits von den Superlativen, in denen wertgeschätzte Zockkollegen von dem Spiel sprachen. Ich wollte es wirklich mögen.
Aber nach 2 oder 3 Stunden hab ich, genervt vom eigenartigen Pace und dem noch eigenartigeren Leveldesign, die Flinte in's Korn geschmissen.
Das mag in geringem Umfang an der etwas angestaubten Optik liegen, allerdings hab ich schon ganz andere, bockhässliche Spiele gesuchtet, ohne dass die den Nostalgiebonus innehatten.

Bioshock hingegen war... naja... f***ing epic.

Leidenschaft ist einfach kein qualifiziertes Argument in der Diskussion- sofern es die überhaupt gibt, denn im Prinzip läuft's immer darauf hinaus, eigene Erfahrungen auszutauschen.
Amoklaufspielspieler hat geschrieben:... Ich glaube, ich habe ein Problem. :cry:
Typischer Fall von Saleritis. Lösung: Paypal-Account löschen, Kreditkarten verbrennen und- ganz wichtig- sich mal wieder ein bisschen Zeit nehmen und sie dem Spiel geben.
Ich schreibe da aus leidvoller Erfahrung: meine Pile of Shame ist dabei die Stratosphäre zu durchdringen. :Vaterschlumpf:
" Thinking positive got me where I am." - " About to die in a brick factory? 'Cause I'm about to do that too, and I gotta complain about shit the whole time."

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Chibiterasu
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Re: Spieleerinnerungen damals und heute?

Beitrag von Chibiterasu » 06.02.2015 19:15

Naja, die Bioshock Story und die Twists sind nach System Shock einfach nicht mehr so wuchtig. Ich persönlich fand "the many" in System Shock auch irgendwie geiler und das Gameplay interessanter.
Es liegt aber definitiv am Alter. Thief (gleiche Engine) wirkt leider heute auch recht veraltet.

Nach 2 bis 3 Stunden hast du halt auch noch nicht viel vom Spiel gesehen - speziell was die Story angeht.
Aber hilft ja nichts wenn es keinen Spaß macht.

Die Release-Chronologie der Spiele ist aber durchaus wichtig wenn es darum geht die Relevanz der Spiele zu bewerten.
Da halte ich System Shock (eigentlich ja eher sogar den 1er) für wesentlich wichtiger als Bioshock. Kannte halt kaum wer...

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Hokurn
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Re: Spieleerinnerungen damals und heute?

Beitrag von Hokurn » 11.02.2015 14:25

Amoklaufspielspieler hat geschrieben:
Hokurn hat geschrieben:Heute seh ich "oh das Spiel könnte mir gefallen und kostet 20€ kann man ja mal kaufen". Und schon hockt man da mit nem lahmen Titel und löscht ihn nach 3 Monaten wieder. (inFamous: First Light)
Wenn es doch nur 20 Euro wären...
Die habe ich beim letzten Steam Wintersale vielleicht insgesamt ausgegeben und hatte am Ende knapp 10 Spiele am Hals. Wenn ich jetzt sehe, dass ich davon bisher kaum was gespielt hab (höchstens im Spielmenü laufen ließ, bis alle Sammelkarten ausgeschüttet wurden), aber trotzdem vor ein paar Tagen wieder 20 Euro in 7 Spiele investiert habe, wird mir doch etwas anders... Ich glaube, ich habe ein Problem. :cry:
Gut das ist halt so ein klassisches Steamproblem welches man ab und zu mal hört...
Klar werde ich als PS4 und 2DS-User nicht so zu geballert wie ein Steamuser. Aber ich würde einfach nur noch kaufen worüber ich mich wirklich informiert habe bzw. wo ich schon gute Erfahrungen mit der Marke habe.

Ich kenn das ja auch, dass man vieles was man spontan so sieht auch sofort haben will. Aber ich für meinen Teil will Nachfolger von meinen persönlichen Highlights blind kaufen solange mir die Marke gefällt und ansonsten informiere ich mich ausgiebig über ein Spiel. Ich habe keine Lust mehr auf Spiele auf der Festplatte, die ich monatelang nicht anfasse um sie dann nochmal ne halbe Stunde zu spielen bevor sie dann wieder monatelang ungespielt bleiben.
Klar ist natürlich, dass der ein oder andere Griff ins Klo nicht ausbleibt...

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ChrisJumper
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Re: Spieleerinnerungen damals und heute?

Beitrag von ChrisJumper » 21.02.2015 21:27

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Hauptproblem ist einfach, dass die Erinnerung die tatsächlich stattgefundenen Ereignisse schönt, man nur das Positive sieht, aber die Schattenseiten von damals vergisst. Ich selbst zocke seit 19 Jahren und gerade als Kind denkt man über Dinge wie Gameplay, Grafik und Spieldesign nicht nach.
Was würde ich sagen... es "schönt" die Erinnerungen nicht. Sie waren und sind Native. Damals wie heute. Es liegt an uns. Wenn wir eintausend ein-tau-send Dinge erleben, gibt es natürlich Abstufungen und beim zweiten und dritten mal ist das Erlebnis nicht mehr so intensiv. Ich denke das ändert nichts daran das die Erinnerungen beim ersten mal intensiv waren.

Die Bilder verwöhnen. Wir vernetzten sie nicht so sehr und hinterfragen sie nicht so sehr mit neuen Eindrücken. Wir verknüpfen sie je älter wir werden mit bekannten Eindrücken und Gefühlen. Nehmen uns immer weniger Zeit für Oberfläche, ist sie rau? Glatt? Sandig? Klebt sie an den Fingerspitzen?

Wir blenden aus und nehmen nicht mehr wahr. Das Gehirn lässt nicht mehr so viele Gefühle und Informationen zu uns durch. Es wird träge. Nur nicht die Reaktion.

Es ist das selbe mit dem Spieldesign, nur das wir vieeel weniger Zeit verbringen. Mit dem Kunstwerk, dem Künstler und der Momentaufnahme während wir spielen. Ein Gemälde an der Wand. Der Künstler braucht Stunden, Tage, Wochen.. bis es fertig ist. Wir würdigem ihm selten länger die Aufmerksamkeit als drei Sekunden. Das ist nicht normal! Unser leben zu schnell. Das selbe ist es mit den Spielen.

Nicht das Spiel ist entscheidend! Sondern wie es uns berührt. Wie es uns berührt, liegt daran wie wir uns öffnen. Zumindest sind beide beteiligt. Ist ein Spiel scheiße. Liegt es oft auch an den Spielern.

Der Grund warum ich ausschließliche Multiplayer Spiele so hasse. Die sind Getrieben vom Zeitgeist. Ich fühle mich verpflichtet, will niemanden warten lassen. Schnell vorbei und gut daneben.

Ich denke als Kind denkt man nicht über die Grafik oder Spieldesign nach, weil es nun wirklich keine Rolle spielt. Die Erwartungshaltung ist nicht so groß und wir haben mehr Zeit die kleinen Dinge zu entdecken.

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TP-Skeletor
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Re: Spieleerinnerungen damals und heute?

Beitrag von TP-Skeletor » 22.02.2015 05:13

Ich spiele gerade wieder vermehrt den ersten Doom Teil und es macht hoellischen Spaß. Natuerlich ist es durch die verfuegbaren Sourceports wie Doomsday oder GZDoom ein bisschen an die heutige Zeit angepasst. Die Spielerfahrung ist aber prinzipiell noch die gleiche. Und die ist genial wie damals. Im Gegensatz zu heutigen Shootern hatte Doom echtes Leveldesign, statt einfach nur moeglichst schoene Kulissen im absolut strikten Levelschlauch. Die Level in Doom sind weit davon entfernt realistisch zu sein, man kann da schon von abstrakt sprechen. Dadurch hat man neben dem Action Aspekt auch immer die fordernde Komponente, das Level-Ziel ueberhaupt erstmal zu finden. Auf dem Weg dahin findet man dann auch noch unzaehlige Secrets, wenn man will. Es wirkt alles einfach nicht so strikt und vorbestimmt wie heute.

In Sachen Gameplay- und Leveldesign haben viele Shooter schlicht und ergreifend einen massiven Rueckschritt erlitten. Das kann man nicht leugnen, wenn man sich Shooter wie Doom 1 & 2 oder Quake 1 & 2 ansieht. Dementsprechend ist das Gefuehl, mich wirklich wie damals auf einen neuen Shooter zu freuen natuerlich weg. Ich weiß ja schon vorher genau, was mich erwarten wird: Schlauchlevels, Cutscenes, immer noch genauso schlechte KI wie vor 14 Jahren, aber immerhin top Grafik. Yay. Nur schade, dass die wirklich essenziellen Elemente zugunsten von "Realismus" und moeglichst hoher Zugaenglichkeit wegrationalisiert werden.

Anders sieht es fuer mich wiederum mit dem Jump 'n' Run Genre aus. Da die Spiele mal abgesehen von oft zeitgemaeßer Grafik mit sehr klassischem Gameplay und knackigem Schwierigkeitsgrad daherkommen, kann ich diese Spiele immer noch genauso feiern wie damals Super Mario oder Mega Man 3.

Heinz-Fiction
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Re: Spieleerinnerungen damals und heute?

Beitrag von Heinz-Fiction » 27.02.2015 15:32

Mal ganz ehrlich, wer außer beinharten Nostalgikern spielt denn heute noch die ersten Doom-Teile? Ich meine, bei spielen wie dem kürzlich erschienenen Homeworlds Remaster kann ich das nachvollziehen, da es kein Spiel gab, dass es jemals übertroffen hat. Oder so ein Grim Fandango, weil das ganze Spiel an sich symphatisch ist. Doom hingegen hat für mich irgendwie nur die Basics, die ein Shooter haben sollte und die sind bei neueren Spielen deutlich besser meiner Meinung nach. Ich habs zwar nie selbst gespielt aber einige Lets Plays gesehen und ich find die Architektur ziemlich langweilig :? Und auch bei den anderen von dir angesprochenen Punkten sehe ich nicht wirklich, was Doom besser macht. Ein Max Payne 3 fand ich mit seinen vielen Cutscenes, Schlauchleveln, blöder KI und guter Grafik jedenfalls sehr viel interessanter.

Bei den Jump n Runs kann ich auch nicht unbedingt zustimmen. Ich hab Rayman Origins mit einem Freund im Coop gezockt und die volle Punktzahl zu erreichen hat nur selten mehr als ein paar Anläufe erfordert, die älteren Jump n Runs kamen mir schwieriger vor. Allerdings bezieh ich mein Wissen hier aus Kindheitserinnerungen :idea:

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oppenheimer
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Re: Spieleerinnerungen damals und heute?

Beitrag von oppenheimer » 27.02.2015 20:52

TP-Skeletor hat geschrieben:In Sachen Gameplay- und Leveldesign haben viele Shooter schlicht und ergreifend einen massiven Rueckschritt erlitten. Das kann man nicht leugnen, wenn man sich Shooter wie Doom 1 & 2 oder Quake 1 & 2 ansieht.
So isses. Auch das gesamte gamedesign hat sich zurückentwickelt. Gerade Doom ist DAS Beispiel für ein bis zur Perfektion poliertes game.
Besonders beeindruckend finde ich nach wie vor, wieviel Gedanken sich bei id software über sorgfältigstes balancing gemacht wurden. Vom Schwierigkeitsgrad abhängige Gegner-, Munitions- und Medkit-Platzierungen und -Mengen... WTF??? Heute zückt man zu 99% die brute force-balancing-Keule namens "autoheal", auch weil in heutigen shootern die Gegner für gewöhnlich nicht mehr danebenschießen, da man zu faul ist, sie entsprechend zu programmieren. Ja, die Gegner in Doom konnten danebenschießen und, ja, das ist eine Leistung.
Auch merkt man den ersten beiden Dooms deutlich an, dass die designer ihre eigenen maps rauf und runter gespielt und getweaked haben, bis alles saß. Hier hatten Leute eindeutig höllischen Spaß an ihrem eigenen Produkt.
@heinz: Beinharter Nostalgiker bin ich sicher nicht. Beispielsweise Ultima 8, das ich damals vergöttert habe, kann ich heute nicht mal mehr mit der Kneifzange anfassen. So geht es mir mit vielen Ex-Favoriten. Aber Doom ist für mich Perfektion.

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