So, ich hab das Spiel jetzt gekauft und schon ungefähr 1,5 Stunden gespielt, da dachte ich mir ich schreib mal ein kleines Fazit zu dem, was man bis jetzt sagen kann:
Als erstes: Glaubt der Box wenn sie euch sagt "Um in den vollen Genuss dieses Spiels zu kommen, sind Lesekenntnisse erforderlich".
Denn das stimmt einhunderprozentig, es gibt viiiiiiiel zu lesen und leider keine Vertonung.
Wie störend das ist hängt ganz von euch ab, ich hab Planescape Torment mindestens 4 mal durchgespielt ich bin da abgehärtet.
Ein großer Kritikpunkt ist es allerdings schon, und es muss jedem klar sein, dass Another Code R ein ruhiges und entspannendes Spiel ist.
Es beschreibt sich nicht zu Unrecht als interaktiven Roman.
Dazu trägt auch die Musik bei. Wie bei vielen Adventures (zumindest meiner Erfahrung nach) beginnt einem die Hintergrundmusik mit der Zeit etwas auf die Nerven zu gehen, so angenehm sie auch sein mag. Durch die fehlende Vertonung kann man immerhin dafür jederzeit andere Musik hören und wird nichts verpassen.
Da wir gerade davon sprechen: Nach ungefähr einer Stunde Spielzeit bekommt man einen MP3 Player geschenkt.
Meine Augen leuchteten kurz auf und ich dachte "Ist es denn möglich?"
Nein, ist es nicht. Kein eigener Musik Support.
Dafür kann man sich alle bisher gehörten Stücke nochmal anhören, kehrt man zum Spiel zurück wird aber wieder die Standart Hintergrund Musik gespielt. Schade
Das aus dem Vorgänger bekannte DAS kehrt zurück und dient wieder als Kamera und kommunikationsgerät. Außerdem kann man die bisherige Handlung nachlesen und es gibt eine ziemlich praktische Personenbeschreibung, in der man nicht nur Infos über bekannte Personen findet, sondern auch sieht wie dieses zueinander stehen.
Wenn euch das DAS (oder Duales Another System) nichts sagt habt ihr vermutlich den Vorgänger nicht gespielt, kann ich Entwarnung geben. Zumindest fast.
Die Handlung des ersten Teils wird zwar nach gut einer Stunde erklärt, aber wirklich nur die wichtigesten Stellen, was zumindest dahingehend gut ist falls man den ersten Teil noch spielen möchte.
Bei einigen Personen weiß man als Neueinsteiger nicht wer sie sind, aber meistens wird die Person kurz darauf durch einen kleinen Monolog von Hauptperson Ashley vorgestellt.
Kommen wir zu Ashely: Die wurde wirklich sehr gut getroffen, hat einen durch und durch glaubwürdigen Character und dürfte vielleicht sogar einige an sich selbst erinnern. Das Spiel verbringt viel Zeit damit dem Spieler zu verdeutlichen was Ashley fühlt, meistens durch besagte Monologe.
Die Story ist bisher noch nicht richtig in Fahrt gekommen aber zumindest schweben schon einige Fragezeichen über Lake Juilette, dem Schauplatz des Spiels.
Ich möchte an dieser Stelle nochmals die Grafik loben, denn die ist wirklich wunderschön.
Aus Lust und Laune werde ich mir auch mal ein paar der 4P Minuspunkte vornehmen:
viel Text, keine Sprachausgabe
Stimmt
...Erkundung auf Schienen
Auch das ist richtig, wobei ich die Kritik daran nicht verstehen kann. Wenn man in Räumen oder gewissen Arealen ist hat man die Möglichkeit die Kamera jeweils 90° zu drehen, nur die Wege zu diesen Arealen spielen sich auf Schienen.
Soll heißen: Ich betrete ein Zimmer und kann mich immer jeweils um 90° drehen um mir alles anzusehen.
Verlasse ich den Raum wechselt das Spiel in eine 2D Ansicht und ich kann dem Weg folgen, bis ich zu einer Abzweigung komme oder zum nächsten Ort.
Ob ich jetzt aber auf einen Pfeil drücke um vorwärts zu kommen oder normal laufe macht mMn wenig Unterschied
...langatmige & redundante Dialoge
Langatmig? Ja
Redundant? Naja. Man erfährt durch die Dialoge eben nicht nur wie es weitergeht oder erhält Hinweise auf Rätsel, vielmehr fühlen sich die Dialoge an als würden sie von wirklichen Menschen geführt werden.
Muss jeder selbst entscheiden ob er da mag.
...ohne spürbare Konsequenzen
Ein unglaublich dämmlicher Kritikpunkt.
Beispiel: Ihr werdet gefragt ob ihr gerne mit eurem Vater campen geht.
Ihr habt jetzt die Auswahl zwischen
"Ja sehr gerne" oder "Weiß nicht....."
Es macht keinen Unterschied auf die Story, aber ihr könnt so Ashley ein bisschen eure Meinung wiedergeben lassen.
Kein Pluspunkt aber auch definitv kein Minuspunkt. Eher ein unnötiges aber sympathisches Gadget.
...das zu simpel eingesetzt wird
kaum anspruchsvolle Rätsel
zu wenig Interaktion möglich
Dazu will ich noch nichts sagen, hab noch zu wenige gespielt
Gegenstände nicht sofort aufnehm- & nutzbar
Ein nachvollziehbarer Kritikpunkt. Wirklich störend ist es nicht aber definiv auffällig
größtenteils statische Hintergründe
Im Gegensatz zu anderen Advenures
keine interaktive Hilfe in Sackgassen
Aber das Spiel ist doch eh zu leicht
keine kooperative Spielmöglichkeit
Das stimmt, im Gegensatz zu anderen Adventures wie Gears of War oder Army of Two fehlt hier ein Genrestandart - ein Coopmodus
*mit flacher Hand auf die Stirn schlag*
Insgesamt hat das ganze Spiel dieses CING typische Flair und auch die ruhige und textlastige Art von Hotel Dusk oder Another Code DS.
Wer die beiden Spiele mochte macht auch mit Another Code R nichts falsch. Wie auch schon bei den Vorgängern hat das Spiel einen sehr eigenen Stil, es gibt mehr Texte als Inventarrätsel, die Atmosphäre ist ruhig der Spielfluss langsam.
ich bin jedenfalls bis jetzt mit dem Spiel hochzufrieden denn es
liefert mir genau das was ich an den frühere CING Werken so geschätzt habe.
Wer sich darauf einlässt wird belohnt. Und zwar reich.
Ich werde heute noch etwas spielen und gegebenenfalls etwas ändern/hinzufügen