Normalisierung von Gewalt (aus "Ghost of Tsushima - Test")

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AlMo
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Normalisierung von Gewalt (aus "Ghost of Tsushima - Test")

Beitrag von AlMo »

Nun hab ich mir, auf Grund des Ergebnisses, den Video-Bericht teilweise angesehen und finde auch, dass die Optik außergewöhnlich ansprechend ist.

Aber warum muss es "immer" etwas mit Gewalt sein?

Ich halte das für ein riesiges Problem, das eine Gesellschaft vergiftet. Was nebenbei, verherrlicht und verharmlost, als ungefährliches Spiel beworben und bereit gestellt wird, wird als normal und harmlos angenommen und konsumiert. Die Argumente der Spieler sind nachvollziehbar: "Das ist doch nicht real, nur ein Spiel, und selbstverständlich weiss ich, dass das im realen Leben so nicht in Ordnung wäre.".

Aber eben diese Indoktrinierung von Gewalt führt eben doch dazu, dass Gewalt auch im realen Leben als etwas Selbstverständliches, Natürliches wahrgenommen wird und entsprechend legitim eingesetzt werden darf. Ich meine nicht, als Samurai maskiert durch einen Supermarkt zu rennen, und Leuten die Bäuche aufzuschlitzen.

Aber ich meine z.B. die Todesstrafe als Gegenantwort auf Verbrechen, in manchen Ländern. Ich meine Morde, im Auftrag einer korrupten und gierigen Regierung, die als Krieg gegen einen Angreifer oder terroristischen Staat verkauft werden. Ich meine das Käfighalten, Abschlachten, Ausweiden, mit Gewürzen anreichern von denkenden, fühlenden, blutenden Lebewesen, und anschließende in Plastik verpackte, distanzierte und griffbereite Anbieten im Supermarkt, und zuvor mit glücklichen Kühen beworbene "Produkt" (ich wäre auch glücklich, von einem Samurai hingerichtet zu werden und sterben zu dürfen, um gegessen oder letztendlich nur weggeworfen zu werden). Kühe, Schweine, der Chihuahua, die Hauskatze, der Hamster, das Wildschwein, der Hase, der Thunfisch, die Iglo-Fischstäbchen, der Whopper - wo ist der Unterschied? Das sind alles gleichwertige Lebewesen.

Und all das hat mit der selbstverständlichen Aufnahme und Verarbeitung von Gewalt zu tun, ganz generell. Niemand will gewalttätig sein, Verletzungen, Leid, Tod erfahren - aber macht das täglich selbst, wegen der Distanzierung und der Umwerbung der Sache.

Solch ein Spiel muss nicht gewalttätig sein, um Spaß zu machen. Scheiss auf Authentizität - ich bin kein Neandertaler mehr, ich bin evolutionär fortgeschritten. Ich kann Reden, nicht nur Brummen, ich kann Handeln, brauch niemanden Erschlagen, ich benötige kein Fleisch, um gesund und glücklich zu sein. Also kann ich als Samurei auch mit Karate, Kung-fu, Tae-kwon-do, Fallen, Betäubung, Gotcha-Paintballs (unrealistisch? ja! wen interessierts?) usw. mein Land virtuell gegen Mongolen verteidigen.

Was von klein auf indoktriniert wird, wird als normal angesehen, meist ein Leben lang. Das ist mit der Religion ganz genauso, auch wenn sie ganz großer Unsinn ist und nur Leid hervorbringt.

Als Spiele-Bewerter sollte man das ganz bewusst thematisieren und kritisieren - und abwerten. Und als Spieler durchaus auch ablehnen und verurteilen.

Das betrifft natürlich nicht nur dieses Samurai-Spiel hier, sondern unendlich viele andere Games ganz genauso.

Was gesäht wird, wird geerntet - auch wenn das eine "nur spielerisch" ist; das andere sind ganz reale Folgen, völlig unterbewusst ausgeführt, aber ganz bewusst erlebt.
Zuletzt geändert von AlMo am 07.01.2021 20:29, insgesamt 3-mal geändert.
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Xris
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Re: Normalisierung von Gewalt

Beitrag von Xris »

AlMo hat geschrieben: 07.01.2021 20:22 Nun hab ich mir, auf Grund des Ergebnisses, den Video-Bericht teilweise angesehen und finde auch, dass die Optik außergewöhnlich ansprechend ist.

Aber warum muss es "immer" etwas mit Gewalt sein?

Ich halte das für ein riesiges Problem, das eine Gesellschaft vergiftet. Was nebenbei, verherrlicht und verharmlost, als ungefährliches Spiel beworben und bereit gestellt wird, wird als normal und harmlos angenommen und konsumiert. Die Argumente der Spieler sind nachvollziehbar: "Das ist doch nicht real, nur ein Spiel, und selbstverständlich weiss ich, dass das im realen Leben so nicht in Ordnung wäre.".

Aber eben diese Indoktrinierung von Gewalt führt eben doch dazu, dass Gewalt auch im realen Leben als etwas Selbstverständliches, Natürliches wahrgenommen wird und entsprechend legitim eingesetzt werden darf. Ich meine nicht, als Samurai maskiert durch einen Supermarkt zu rennen, und Leuten die Bäuche aufzuschlitzen.

Aber ich meine z.B. die Todesstrafe als Gegenantwort auf Verbrechen, in manchen Ländern. Ich meine Morde, im Auftrag einer korrupten und gierigen Regierung, die als Krieg gegen einen Angreifer oder terroristischen Staat verkauft werden. Ich meine das Käfighalten, Abschlachten, Ausweiden, mit Gewürzen anreichern von denkenden, fühlenden, blutenden Lebewesen, und anschließende in Plastik verpackte, distanzierte und griffbereite Anbieten im Supermarkt, und zuvor mit glücklichen Kühen beworbene "Produkt" (ich wäre auch glücklich, von einem Samurai hingerichtet zu werden und sterben zu dürfen, um gegessen oder letztendlich nur weggeworfen zu werden). Kühe, Schweine, der Chihuahua, die Hauskatze, der Hamster, das Wildschwein, der Hase, der Thunfisch, die Iglo-Fischstäbchen, der Whopper - wo ist der Unterschied? Das sind alles gleichwertige Lebewesen.

Und all das hat mit der selbstverständlichen Aufnahme und Verarbeitung von Gewalt zu tun, ganz generell. Niemand will gewalttätig sein, Verletzungen, Leid, Tod erfahren - aber macht das täglich selbst, wegen der Distanzierung und der Umwerbung der Sache.

Solch ein Spiel muss nicht gewalttätig sein, um Spaß zu machen. Scheiss auf Authentizität - ich bin kein Neandertaler mehr, ich bin evolutionär fortgeschritten. Ich kann Reden, nicht nur Brummen, ich kann Handeln, brauch niemanden Erschlagen, ich benötige kein Fleisch, um gesund und glücklich zu sein. Also kann ich als Samurei auch mit Karate, Kung-fu, Tae-kwon-do, Fallen, Betäubung, Gotcha-Paintballs (unrealistisch? ja! wen interessierts?) usw. mein Land virtuell gegen Mongolen verteidigen.

Was von klein auf indoktriniert wird, wird als normal angesehen, meist ein Leben lang. Das ist mit der Religion ganz genauso, auch wenn sie ganz großer Unsinn ist und nur Leid hervorbringt.

Als Spiele-Bewerter sollte man das ganz bewusst thematisieren und kritisieren - und abwerten. Und als Spieler durchaus auch ablehnen und verurteilen.

Das betrifft natürlich nicht nur dieses Samurai-Spiel hier, sondern unendlich viele andere Games ganz genauso.

Was gesäht wird, wird geerntet - auch wenn das eine "nur spielerisch" ist; das andere sind ganz reale Folgen, völlig unterbewusst ausgeführt, aber ganz bewusst erlebt.
Quasi eine Aufklärung zu jedem „Killerspiel“? Ich glaube die Redaktion hat sich zur Hexenjagd mehr als einmal geäußert. Das Spiel ist ab 18. Die Aufklärung, bzw das Aufzeigen von richtig und falsch ist nicht Aufgabe eines Spielemagazins. Und darüber hinaus haben weder Redakteure noch die Fans von solchen Spielen vor sich deshalb schlecht zu fühlen oder gar abzuwerten.

Wie hattest du dir denn so ein Samurai Abenteuer vorgestellt? Mit Bienchen und Blümmchen? Ringelpiez mit anfassen? Warum sollte man Gewalt verharmlosen in dem man ihre Auswirkungen zensiert? Im realen Leben ist der Kopf nun mal ab.
Zuletzt geändert von Xris am 08.01.2021 14:39, insgesamt 1-mal geändert.
AlMo
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Re: Ghost of Tsushima - Test

Beitrag von AlMo »

Ich meinte das natürlich in einem viel weiteren Sinn. Dass es heutzutage immernoch so oft um Gewalt geht, nicht nur auf Spiele bezogen, ist nicht mehr zeitgemäß. Gewalt ist ein Relikt, nicht mehr notwendig und unserer weiteren Entwicklung hinderlich. Dass sie noch immer so oft präsent ist, ist, weil der Hund sich in seinen eigenen Schwanz beißt: Das war schon immer so; das ist natürlich; etc. Ja, ich esse noch immer gern eine Banane - Stichwort Abstammung -, aber ich brauch weder ein Mammut erlegen, noch vor einem Säbelzahntiger auf einen Baum flüchten, um perfekt und glücklich leben zu können. Gewalt ist nur noch allgegenwärtig, weil sie allgegenwärtig GEHALTEN wird. Und das muss sich ändern. Wir sind so scheiß intelligent, dass wir auf dem Mond einen fahren lassen können, aber haben keine Idee, wie ein Spiel auch ohne Gewalt unterhaltsam sein soll? Die Antwort kennst Du selber. Es muss sich einfach nur ändern, also der Weg gegangen werden, dann wird das wunderbar klappen.

-edit-

Ja, eine öffentliche Redaktion hat (auch) genau diese Pflicht, sich um "sowas" zu kümmern. Sie darf nicht einseitig sein und damit unterstützen, dass das immer so weiter geht. Und was heißt schon "ab 18" - dass man damit automatisch klug und weise ist? Ojeh, dann sind wir bald wieder ins Neandertal zurück gekehrt ...

-edit-

"Sich nicht schlecht zu fühlen" ... genau darum geht es. Doch, es ist etwas Schlechtes und sich nicht schlecht zu fühlen, zudem mit (kopflosem) Vorsatz, ist DAS Problem unserer Zeit, ganz generell, nicht nur auf Gewalt bezogen. Gesunder Menschenverstand, Mitgefühl, soziales Miteinander, Reflektion - all das verarmt mehr und mehr und wird - wie von Dir hier - auch noch verteidigt. Verteidigt - das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen; aber das hätte etwas mit Reflektion zu tun ... Mir liegt am Herzen, dass JEDER, ob es eine Redaktion oder irgendein Zocker ist, seinen Kopf einschaltet und DENKT und FÜHLT, sowohl auf sein Innerstes bezogen als auch auf seine Mitmenschen (egal, ob diese am anderen Ende der Welt leben - was heutzutage ja nur noch einen Wimpernschlag bedeutet). Andauernd höre, sehe und lese ich Distanzierungen und Abschiebung von Verantwortlichkeiten. Letztendlich ist niemand dafür zuständig - tatsächlich ist es auch niemand anderes, als WIR SELBST, jeder Einzelne, niemand anders.
Zuletzt geändert von AlMo am 09.01.2021 00:22, insgesamt 4-mal geändert.
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Halueth
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Re: Ghost of Tsushima - Test

Beitrag von Halueth »

AlMo hat geschrieben: 08.01.2021 23:03
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Ich meinte das natürlich in einem viel weiteren Sinn. Dass es heutzutage immernoch so oft um Gewalt geht, nicht nur auf Spiele bezogen, ist nicht mehr zeitgemäß. Gewalt ist ein Relikt, nicht mehr notwendig und unserer weiteren Entwicklung hinderlich. Dass sie noch immer so oft präsent ist, ist, weil der Hund sich in seinen eigenen Schwanz beißt: Das war schon immer so; das ist natürlich; etc. Ja, ich esse noch immer gern eine Banane - Stichwort Abstammung -, aber ich brauch weder ein Mammut erlegen, noch vor einem Säbelzahntiger auf einen Baum flüchten, um perfekt und glücklich leben zu können. Gewalt ist nur noch allgegenwärtig, weil sie allgegenwärtig GEHALTEN wird. Und das muss sich ändern. Wir sind so scheiß intelligent, dass wir auf dem Mond einen fahren lassen können, aber haben keine Idee, wie ein Spiel auch ohne Gewalt unterhaltsam sein soll? Die Antwort kennst Du selber. Es muss sich einfach nur ändern, also der Weg gegangen werden, dann wird das wunderbar klappen.

-edit-

Ja, eine öffentliche Redaktion hat (auch) genau diese Pflicht, sich um "sowas" zu kümmern. Sie darf nicht einseitig sein und damit unterstützen, dass das immer so weiter geht. Und was heißt schon "ab 18" - dass man damit automatisch klug und weise ist? Ojeh, dann sind wir bald wieder ins Neandertal zurück gekehrt ...

-edit-

"Sich nicht schlecht zu fühlen" ... genau darum geht es. Doch, es ist etwas Schlechtes und sich nicht schlecht zu fühlen, zudem mit (kopflosem) Vorsatz, ist DAS Problem unserer Zeit, ganz generell, nicht nur auf Gewalt bezogen. Gesunder Menschenverstand, Mitgefühl, soziales Miteinander, Reflektion - all das verarmt mehr und mehr und wird - wie von Dir hier - auch noch verteidigt. Verteidigt - das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen; aber das hätte etwas mit Reflektion zu tun ... Mir liegt am Herzen, dass JEDER, ob es eine Redaktion oder irgendein Zocker ist, seinen Kopf einschaltet und DENKT und FÜHLT, sowohl auf sein Innerstes bezogen als auch auf seine Mitmenschen (egal, ob diese am anderen Ende der Welt leben - was heutzutage ja nur noch einen Wimpernschlag bedeutet). Andauernd höre, sehe und lese ich Distanzierungen und Abschiebung von Verantwortlichkeiten. Letztendlich ist niemand dafür zuständig - tatsächlich ist es auch niemand anderes, als WIR SELBST, jeder Einzelne, niemand anders.
Ich hoffe du gehst mit gutem Beispiel vorran und konsumierst KEINE Medien jedweder Art, in denen Gewalt vorkommt, ernährst und kleidest dich rein Vegan, arbeitest in einem sozialem Beruf und engagierst dich zusätzlich noch für andere soziale Projekte.

Übrigens gibt es schon einen Trend zu mehr Nachhaltigkeit und veganer Lebensweise. Mehr und mehr Firmen bieten vegane Alternativen an und selbst wenn das nur aus reiner Wirtschsftlichkeit heraus entsteht.

Wenn dir Videospiele insgesamt zu Gewaltsam sind und du der Meinung bist, dass Spiele ohne Gewalt auch spaß machen können (können sie, gibt ja genug Beispiele) dann lass dir was einfallen und geh mot deiner Idee zu einem Publisher, oder entwickle es selbst.

Ich spiele derweil weiter Ghost of Tsushima und andere brutale Spiele um der Realität zumindest für ein paar Stunden zu entfliehen, oder lese ein gutes Buch von Stephen King, oder schau mir Rambo an...Nicht weil ich die Gewalt so geil finde und dann im echten Leben Amok laufe, sondern weil es unterhaltsam ist. Ein Spiel über das feudale Japan kann man sicher auch ohne Gewalt machen, aber dann wäre es entweder nicht wirklich realistisch, oder man spielt einen Reisbauern...spannend...nicht.

In GoT geht es nunmal um die Invasion der Mongolen. Wie würdest du diese Thematik denn gewaltfrei inszenieren? Die Mongolen kommen auf eine gemütliche Runde "Mensch ärger dich nicht" vorbei und wer gewinnt bekommt Japan? Und am Ende freuen sich alle, egal wer gewonnen hat.

Bist du auch jemand, der beim Fußballspielen von Kindern das Zählen der Tore ablehnt, weil ja jeder irgendwie der Gewinner ist?
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Usul
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Re: Ghost of Tsushima - Test

Beitrag von Usul »

Halueth hat geschrieben: 09.01.2021 08:01Ich hoffe du gehst mit gutem Beispiel vorran und konsumierst KEINE Medien jedweder Art, in denen Gewalt vorkommt, ernährst und kleidest dich rein Vegan, arbeitest in einem sozialem Beruf und engagierst dich zusätzlich noch für andere soziale Projekte.
Das ist das altbekannte Totschlag-Argument, daß man gefälligst, ALLES machen soll oder eben nichts. So wie man Vegetariern gerne sagt, daß sie doch bitte sehr auf alle tierischen Produkte verzichten sollen, wenn sie so toll sind... oder wie man Veganer gerne mal fragt, ob den Hefe nicht auch eigentlich ein Lebewesen ist.
Wenn dir Videospiele insgesamt zu Gewaltsam sind und du der Meinung bist, dass Spiele ohne Gewalt auch spaß machen können (können sie, gibt ja genug Beispiele) dann lass dir was einfallen und geh mot deiner Idee zu einem Publisher, oder entwickle es selbst.
Und das ist das altbekannte Totschlag-Argument, daß man etwas, was man kritisiert, doch gefälligst selbst besser machen soll. So wie man jemandem, der z.B. die Brötchen von Bäcker XYZ nicht mag, sagt, daß er dann dich gefälligst selbst backen soll.

Beides finde ich nicht zielführend. Über diese Gewalt-Sache kann man sicher heftigst diskutieren - aber nicht mit diesen schlechten Argumenten.

PS:
Bist du auch jemand, der beim Fußballspielen von Kindern das Zählen der Tore ablehnt, weil ja jeder irgendwie der Gewinner ist?
Die Frage ging nicht an mich und war vermutlich auch eher rhetorischer Natur, aber dennoch: Ja, ich gehöre zu denen, die solcher Art kompetitiven Sport bei Kindern ablehnt.
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Khorneblume
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Re: Ghost of Tsushima - Test

Beitrag von Khorneblume »

Ich finde das Argument mit der Gewalt halt irgendwo ein zweischneidiges Pferd. Man kann natürlich drüber reden wie viel Gewalt oder Gewaltdarstellung sein muss. Auf der anderen Seite würde ich mir selber mehr Kreativität bei Spielen wünschen, wo manchmal die Gewalt oder ein "Kampfsystem" im Fokus steht, sondern vielmehr ein ausgetüfteltes Spielsystem. In der Beziehung ist der Spielemarkt tatsächlich etwas stereotyp geworden. Gleichzeitig muss man nicht übertreiben und Gewalt als Gameplay Element verteufeln.

Außerdem bietet der Spielemarkt inzwischen doch sehr viele Alternativen zu Gewalt und Kampf. Da kann man schon sehr viele Good Vibes mitnehmen. Das geht aber offenkundig auch in Kombination mit Gewalt. Für mich waren schon als Kind die Filme mit Bud Spencer etwa immer eine riesen Aufmunterung. Ich kannte aber Kameraden, die durften sowas nicht mal angucken weil die Mutter meinte, das wäre brutal und dumm. Sowas durften deren Kinder jedenfalls nicht anschauen.
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Halueth
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Re: Ghost of Tsushima - Test

Beitrag von Halueth »

Usul hat geschrieben: 09.01.2021 08:53
Halueth hat geschrieben: 09.01.2021 08:01Ich hoffe du gehst mit gutem Beispiel vorran und konsumierst KEINE Medien jedweder Art, in denen Gewalt vorkommt, ernährst und kleidest dich rein Vegan, arbeitest in einem sozialem Beruf und engagierst dich zusätzlich noch für andere soziale Projekte.
Das ist das altbekannte Totschlag-Argument, daß man gefälligst, ALLES machen soll oder eben nichts. So wie man Vegetariern gerne sagt, daß sie doch bitte sehr auf alle tierischen Produkte verzichten sollen, wenn sie so toll sind... oder wie man Veganer gerne mal fragt, ob den Hefe nicht auch eigentlich ein Lebewesen ist.
Wenn dir Videospiele insgesamt zu Gewaltsam sind und du der Meinung bist, dass Spiele ohne Gewalt auch spaß machen können (können sie, gibt ja genug Beispiele) dann lass dir was einfallen und geh mot deiner Idee zu einem Publisher, oder entwickle es selbst.
Und das ist das altbekannte Totschlag-Argument, daß man etwas, was man kritisiert, doch gefälligst selbst besser machen soll. So wie man jemandem, der z.B. die Brötchen von Bäcker XYZ nicht mag, sagt, daß er dann dich gefälligst selbst backen soll.

Beides finde ich nicht zielführend. Über diese Gewalt-Sache kann man sicher heftigst diskutieren - aber nicht mit diesen schlechten Argumenten.
Sry, dass ich meine Argumente für dich schlecht gewählt habe. Wenn ich aber die Gesellschaft zu einem Umdenken, egal in welchem Bereich bewegen möchte, dann muss ich erstmal bei mir anfangen. Möchte ich Tierleid allumfassend beenden (und genauso liest sich sein Beitrag), muss ich erstmal selbst aufhören Tierleid zu verursachen, indem ich eben auf tierische Produkte verzichte. Alles andere wäre scheinheilig.

Was würdest du denn jemanden empfehlen, wenn er dir sagt, dass er die Brötchen von XYZ nicht mag? Ich schätze mal: "dann kauf sie nicht" oder "kauf deine Brötchen halt woanders" oder man sagt ihm eben, dass er seine Brötchen halt selbst backen soll. Natürlich kann er auch im Internet, oder der Dorfkneipe, oder sonstwo seinen Unmut über die Brötchen kund tun und vlt. reagiert der Bäcker ja sogar darauf. Aber solange noch genug andere die Brötchen kaufen, genauso wie sie sind, wird der Bäcker keinen Grund sehen, das Rezept zu ändern.
Mal weiter gedacht: Er hat nun also seinen Unmut über Brötchen jedem Verkündet und die Menschen denken sich "ja stimmt, die schmecken wirklich ein bisschen Fad" und kommen ins Grübeln, ob sie die Brötchen weiter kaufen sollen. Jetzt geht aber der Kritikäußerer weiterhin zu dem Bäcker und kauft sich weiterhin die Brötchen, obwohl sie ihm ja nicht schmecken. Was würden dann wohl die anderen denken? "So schlecht können die Brötchen ja eigentlich gar nicht sein." Oder?
Usul hat geschrieben: 09.01.2021 08:53 PS:
Bist du auch jemand, der beim Fußballspielen von Kindern das Zählen der Tore ablehnt, weil ja jeder irgendwie der Gewinner ist?
Die Frage ging nicht an mich und war vermutlich auch eher rhetorischer Natur, aber dennoch: Ja, ich gehöre zu denen, die solcher Art kompetitiven Sport bei Kindern ablehnt.
Dann zählen die Kinder für sich selbst dennoch die Tore ;)

Ich denke über Gewalt in Spielen wurde schon an verschiedenen Stellen genug geschrieben, zumal das hier schon alles generell viel zu OT ist.
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Re: Ghost of Tsushima - Test

Beitrag von AlMo »

@ Halueth

"Wenn ich aber die Gesellschaft zu einem Umdenken, egal in welchem Bereich bewegen möchte, dann muss ich erstmal bei mir anfangen.". Dazu hat "Usul" ja auch schon passend geantwortet. Leider hast Du nichts (Positives) über Dich erzählt.

Aber ja, ich habe so vor ca. 10 Jahren begonnen, meine Ernährung nach und nach auf Bio umzustellen. Seit einigen Jahren wurde es dann noch so zu ca. 99% vegetarisch und ebenso seit ein paar Jahren auch noch zu ca. 95% vegan. Ich fahre seit 15 Jahren kein Auto mehr. Ich mache keine Fernreisen. Ich schmeisse kein Essen weg, sondern esse es auch, wenn ich keinen Appetit darauf habe. Ich verwende biologisches Wasch- und Spülmittel. Ich kaufe mir nicht ständig neue Klamotten, besitze erst mein zweites Smartphone und beabsichtige das auch noch weitere 2-3 Jahre zu benutzen. Ich verwende keine Kaffeekapseln, keine To-Go-Sachen, spende Geld an Hilfsorganisationen, gebe in Internetforen (z.B. an Dich) meine Erfahrungen weiter und möchte auch dadurch helfen, die Welt ein bisschen zu verbessern (auch dieser Punkt wäre eine passende Antwort auf Deinen Vorwurf, ich solle doch bei mir anfangen). Ich verwende keine Klimaanlage im Sommer, auch wenns über 30 Grad beim Schlafen hat, sondern versuche das mit weniger Essen zu regulieren. Ich lüfte nur auf Stoß, 3-4x am Tag, um keine Energie zu verschwenden. Ich lass meine Kleidung vom Schneider reparieren, wenn sie Defekte hat, statt Wegwerfen und Neukaufen. Ich versuche, mich jeden Tag, überall, sozial zu engagieren (so wie hier gerade), nicht nur für einen bestimmten Zeitabschnitt. Ich benutze keine Plastiktüten, sondern bringe meine Tragetaschen mit in den (Super-)Markt. Ich verwende Trockenseifen und -Duschgels, um Plastik zu sparen. Ich kaufe, wenn möglich, kein Obst- und Gemüse aus zu entfernten Regionen. Ich trinke Wasser aus der Leitung, statt aus abgefüllten Plastik- oder Glasflaschen. Huh, ich glaube, da gäbe es noch vieles Weiteres, was mir nicht spontan einfällt. Und das schreibe ich hier nicht, um mich vor Dir zu rechtfertigen - das wäre zu banal und auch nicht nötig -, sondern um Hinweise zu geben, was man alles machen kann, um nachhaltiger zu leben und auch zu zeigen, dass es Leute gibt, die das wirklich machen und dass es wunderbar funktioniert.

Dass Du absolut keine Ahnung von Nachhaltigkeit und veganer Lebensweise hast, zeigt, dass Du es als "Trend" und "reine Wirtschaftlichkeit" bezeichnest. Das ist echt schade. Du würdest viel respektvoller mit dem Thema umgehen, wenn Du darüber auch mal intensiv nachdenken würdest - gut informieren vorausgesetzt. Es ist kein Trend, sondern unbedingt notwendig. Reine Wirtschaftlichkeit, huh, ja, bei den Assi-Firmen stimme ich Dir zu. Schwarze Schafe gibts überall. Aber es gibt auch sehr viele, die das aus Überzeugung und mit guten Absichten machen.

Es ist echt traurig, so eine Arguments-Führung wie die Deine zu lesen, nach dem "Wenns Dir nicht passt, machs anders, besser etc."-Prinzip. Das ist echt albern und null zielführend. Und darauf einzugehen, dafür müsste ich mich selbst ohrfeigen. Oder wie antwortet man auf so einen Unsinn? Lässt man es unkommentiert, lenkt man auf Sinnvolles um, geht man darauf ein? Ich mach halt, was ich kann und was ich für hilfreich empfinde, nämlich auf die Problematik hinweisen und zum Denken und Fühlen anregen. Das ist doch schonmal ne ziemlich gute Sache. Zwar habe ich sowohl einen technischen (IT) als auch kreativen (Design) Beruf erlernt und stamme zudem aus einer Musikerfamilie, habe privat durchaus schon Spiele "entwickelt", aber das können Andere auch, machen das mit Leidenschaft recht exklusiv, verdienen damit ihren Lebensunterhalt und sind dabei auch ziemlich erfolgreich. Diese Leute könnten das auch ohne Gewalt umsetzen, also Spiele entwickeln, man muss es nur von ihnen verlangen. Wenn es weiterhin so unglaublich viele Personen gibt, die nicht nach links und rechts schauen und diese (gewaltsamen) Spiele kaufen oder als drittbestes Spiel des Jahres bewerten, dann wird es aus rein wirtschaftlichen Interessen keine Veränderung geben. Werden solche "Spiele" aber schlecht oder garnicht bewertet oder nicht gekauft, werden auch keine derartigen mehr produziert und in andere Richtungen entwickelt.

Es passt halt einfach nicht zusammen, "Gewalt" und "Spiel", auch nicht spielerisch. Betrachtet man die vorkommende Gewalt nicht als Gewalt, sondern als spielerischen Umgang mit was auch immer, kann man die Gewalt auch problemlos durch etwas anderes ersetzen, denn sie ist dadurch unnötig, sogar störend. Meckert man darüber, dass Gewalt bleiben muss, hat die Gewalt an sich tragende Kraft und möchte gezielt konsumiert werden, bewusst oder unterbewusst. Die Frage ist weniger, wie man ein sich gegenseitiges Abschlachten zweier Völker gewaltfrei darstellt, sondern ob man das überhaupt als "Spiel" umsetzen sollte. Das war früher für keine der beiden Parteien ein Spiel, ganz sicher nicht, und sollte es heute, beim Revue passieren lassen, auch nicht sein. Die Idee ist bereits im Ansatz verkorkst und wird durch tolle Grafik auch nicht gerettet.

Ich mag kein Fussball, egal ob gezählt wird oder nicht. Aber ich bin durchaus sehr sportlich und liebe Sport (und hätte auch beinahe Sport studiert). Aber ich bin kein Freund des kompetitiven Schulsystems (Noten), auch wenn ich immer ein 1er-Schüler war, und finde, dass dort ein viel besserer Ansatz wäre, eine harmonischere und effektivere Gesellschaft aufzubauen, als beim Fussballspielen das Torezählen wegzulassen. Fussball war natürlich nur stellvertretend von Dir gemeint und mit "Kindern" meintest Du das ebenso generell und nicht auf das Alter bezogen, das weiss ich. Wenn ich mir die Männlein und Weiblein bei sportlichen Freizeitwettkämpfen immer wieder so ansehe (ich habe ziemlich viele verschiedene Vereins- und Freizeit-Sportarten in meinem Leben betrieben), verhalten die sich oftmals noch viel schlimmer als ein unerfahrenes, bockiges, mit der Situation überfordertes Kind. Ich persönlich habe beim Sport nichts über das Zählen von erreichten Vorteilen an sich, wenn spielerisch und innerhalb eines Miteinanders damit umgegangen wird. Aber wenn das zu einem Ego- und "Überlebens"-Trip wird, wie das so oft der Fall bei Anderen ist -, dann wäre ein Nicht-Zählen angebrachter. Was mich betrifft, habe ich einige Male in meinem Leben beim Sport den Weg zurück nach unten gewählt (Spielklasse), weil es mir "oben" einfach zu unangenehm wurde, emotional. Sportlich fand ich es "dort" super, aber einem Assi mit scheumendem Mund gegenüber zu stehen, der bescheisst, mich beleidigt, versucht zu demütigen, herum schreit, die Fäuste ballt und sich aufführt, wie das behaarte Etwas, aus dem wir vor millionen Jahren entstanden sind, hab ich echt keinen Bock mehr darauf, meine FREIZEIT damit zu verbringen. Dann lieber ein paar Klassen tiefer und mit freundlichen Menschen.
Zuletzt geändert von AlMo am 09.01.2021 18:14, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Ghost of Tsushima - Test

Beitrag von Halueth »

AlMo hat geschrieben: 09.01.2021 18:01
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@ Halueth

"Wenn ich aber die Gesellschaft zu einem Umdenken, egal in welchem Bereich bewegen möchte, dann muss ich erstmal bei mir anfangen.". Dazu hat "Usul" ja auch schon passend geantwortet. Leider hast Du nichts (Positives) über Dich erzählt.

Aber ja, ich habe so vor ca. 10 Jahren begonnen, meine Ernährung nach und nach auf Bio umzustellen. Seit einigen Jahren wurde es dann noch so zu ca. 99% vegetarisch und ebenso seit ein paar Jahren auch noch zu ca. 95% vegan. Ich fahre seit 15 Jahren kein Auto mehr. Ich mache keine Fernreisen. Ich schmeisse kein Essen weg, sondern esse es auch, wenn ich keinen Appetit darauf habe. Ich verwende biologisches Wasch- und Spülmittel. Ich kaufe mir nicht ständig neue Klamotten, besitze erst mein zweites Smartphone und beabsichtige das auch noch weitere 2-3 Jahre zu benutzen. Ich verwende keine Kaffeekapseln, keine To-Go-Sachen, spende Geld an Hilfsorganisationen, gebe in Internetforen (z.B. an Dich) meine Erfahrungen weiter und möchte auch dadurch helfen, die Welt ein bisschen zu verbessern (auch dieser Punkt wäre eine passende Antwort auf Deinen Vorwurf, ich solle doch bei mir anfangen). Ich verwende keine Klimaanlage im Sommer, auch wenns über 30 Grad beim Schlafen hat, sondern versuche das mit weniger Essen zu regulieren. Ich lüfte nur auf Stoß, 3-4x am Tag, um keine Energie zu verschwenden. Ich lass meine Kleidung vom Schneider reparieren, wenn sie Defekte hat, statt Wegwerfen und Neukaufen. Ich versuche, mich jeden Tag, überall, sozial zu engagieren (so wie hier gerade), nicht nur für einen bestimmten Zeitabschnitt. Ich benutze keine Plastiktüten, sondern bringe meine Tragetaschen mit in den (Super-)Markt. Ich verwende Trockenseifen und -Duschgels, um Plastik zu sparen. Ich kaufe, wenn möglich, kein Obst- und Gemüse aus zu entfernten Regionen. Ich trinke Wasser aus der Leitung, statt aus abgefüllten Plastik- oder Glasflaschen. Huh, ich glaube, da gäbe es noch vieles Weiteres, was mir nicht spontan einfällt. Und das schreibe ich hier nicht, um mich vor Dir zu rechtfertigen - das wäre zu banal und auch nicht nötig -, sondern um Hinweise zu geben, was man alles machen kann, um nachhaltiger zu leben und auch zu zeigen, dass es Leute gibt, die das wirklich machen und dass es wunderbar funktioniert.

Dass Du absolut keine Ahnung von Nachhaltigkeit und veganer Lebensweise hast, zeigt, dass Du es als "Trend" und "reine Wirtschaftlichkeit" bezeichnest. Das ist echt schade. Du würdest viel respektvoller mit dem Thema umgehen, wenn Du darüber auch mal intensiv nachdenken würdest - gut informieren vorausgesetzt. Es ist kein Trend, sondern unbedingt notwendig. Reine Wirtschaftlichkeit, huh, ja, bei den Assi-Firmen stimme ich Dir zu. Schwarze Schafe gibts überall. Aber es gibt auch sehr viele, die das aus Überzeugung und mit guten Absichten machen.

Es ist echt traurig, so eine Arguments-Führung wie die Deine zu lesen, nach dem "Wenns Dir nicht passt, machs anders, besser etc."-Prinzip. Das ist echt albern und null zielführend. Und darauf einzugehen, dafür müsste ich mich selbst ohrfeigen. Oder wie antwortet man auf so einen Unsinn? Lässt man es unkommentiert, lenkt man auf Sinnvolles um, geht man darauf ein? Ich mach halt, was ich kann und was ich für hilfreich empfinde, nämlich auf die Problematik hinweisen und zum Denken und Fühlen anregen. Das ist doch schonmal ne ziemlich gute Sache. Zwar habe ich sowohl einen technischen (IT) als auch kreativen (Design) Beruf erlernt und stamme zudem aus einer Musikerfamilie, habe privat durchaus schon Spiele "entwickelt", aber das können Andere auch, machen das mit Leidenschaft recht exklusiv, verdienen damit ihren Lebensunterhalt und sind dabei auch ziemlich erfolgreich. Diese Leute könnten das auch ohne Gewalt umsetzen, also Spiele entwickeln, man muss es nur von ihnen verlangen. Wenn es weiterhin so unglaublich viele Personen gibt, die nicht nach links und rechts schauen und diese (gewaltsamen) Spiele kaufen oder als drittbestes Spiel des Jahres bewerten, dann wird es aus rein wirtschaftlichen Interessen keine Veränderung geben. Werden solche "Spiele" aber schlecht oder garnicht bewertet oder nicht gekauft, werden auch keine derartigen mehr produziert und in andere Richtungen entwickelt.

Es passt halt einfach nicht zusammen, "Gewalt" und "Spiel", auch nicht spielerisch. Betrachtet man die vorkommende Gewalt nicht als Gewalt, sondern als spielerischen Umgang mit was auch immer, kann man die Gewalt auch problemlos durch etwas anderes ersetzen, denn sie ist dadurch unnötig, sogar störend. Meckert man darüber, dass Gewalt bleiben muss, hat die Gewalt an sich tragende Kraft und möchte gezielt konsumiert werden, bewusst oder unterbewusst. Die Frage ist weniger, wie man ein sich gegenseitiges Abschlachten zweier Völker gewaltfrei darstellt, sondern ob man das überhaupt als "Spiel" umsetzen sollte. Das war früher für keine der beiden Parteien ein Spiel, ganz sicher nicht, und sollte es heute, beim Revue passieren lassen, auch nicht sein. Die Idee ist bereits im Ansatz verkorkst und wird durch tolle Grafik auch nicht gerettet.

Ich mag kein Fussball, egal ob gezählt wird oder nicht. Aber ich bin durchaus sehr sportlich und liebe Sport (und hätte auch beinahe Sport studiert). Aber ich bin kein Freund des kompetitiven Schulsystems (Noten), auch wenn ich immer ein 1er-Schüler war, und finde, dass dort ein viel besserer Ansatz wäre, eine harmonischere und effektivere Gesellschaft aufzubauen, als beim Fussballspielen das Torezählen wegzulassen. Fussball war natürlich nur stellvertretend von Dir gemeint und mit "Kindern" meintest Du das ebenso generell und nicht auf das Alter bezogen, das weiss ich. Wenn ich mir die Männlein und Weiblein bei sportlichen Freizeitwettkämpfen immer wieder so ansehe (ich habe ziemlich viele verschiedene Vereins- und Freizeit-Sportarten in meinem Leben betrieben), verhalten die sich oftmals noch viel schlimmer als ein unerfahrenes, bockiges, mit der Situation überfordertes Kind. Ich persönlich habe beim Sport nichts über das Zählen von erreichten Vorteilen an sich, wenn spielerisch und innerhalb eines Miteinanders damit umgegangen wird. Aber wenn das zu einem Ego- und "Überlebens"-Trip wird, wie das so oft der Fall bei Anderen ist -, dann wäre ein Nicht-Zählen angebrachter. Was mich betrifft, habe ich einige Male in meinem Leben beim Sport den Weg zurück nach unten gewählt (Spielklasse), weil es mir "oben" einfach zu unangenehm wurde, emotional. Sportlich fand ich es "dort" super, aber einem Assi mit scheumendem Mund gegenüber zu stehen, der bescheisst, mich beleidigt, versucht zu demütigen, herum schreit, die Fäuste ballt und sich aufführt, wie das behaarte Etwas, aus dem wir vor millionen Jahren entstanden sind, hab ich echt keinen Bock mehr darauf, meine FREIZEIT damit zu verbringen. Dann lieber ein paar Klassen tiefer und mit freundlichen Menschen.
Puh, ja wo fängt man da an...

Erstmal schön dass du mir unterstellst mich mit veganer Lebensweise null auszukennen. Kudos schonmal dafür. Ich habe dich immerhin danach gefragt, ob du denn auch nach deinen eigenen Forderungen lebst und dir nicht gleich einen andersweitigen Lebensstil angedichtet. OK gut, ich habe nicht gefragt, ich habe meine Hofffnung dahingehend geäußert.

Denn wer sowas schreibt: "Ich meine das Käfighalten, Abschlachten, Ausweiden, mit Gewürzen anreichern von denkenden, fühlenden, blutenden Lebewesen, und anschließende in Plastik verpackte, distanzierte und griffbereite Anbieten im Supermarkt, und zuvor mit glücklichen Kühen beworbene "Produkt" (ich wäre auch glücklich, von einem Samurai hingerichtet zu werden und sterben zu dürfen, um gegessen oder letztendlich nur weggeworfen zu werden). Kühe, Schweine, der Chihuahua, die Hauskatze, der Hamster, das Wildschwein, der Hase, der Thunfisch, die Iglo-Fischstäbchen, der Whopper - wo ist der Unterschied? Das sind alles gleichwertige Lebewesen." sollte dann halt auch entsprechend danach leben. Schön, dass du dies zu 95% auch tust. Und das meine ich ernst.

Ich hoffe du kannst aber nachvollziehen, dass ich natürlich keine deiner Aufzählungen aus deinem Leben nachprüfen kann, sofern ich das denn überhaupt wöllte. Wenn ich dir jetzt erzählen würde, was ich alles so mache um nachhaltig und in meinen Augen "gut" zu leben, könntest du es auch nur glauben, oder es eben lassen. Daher werde ich mal darauf verzichten hier einen virtuellen Schwanzvergleich zu starten, wer jetzt mehr für das Tierwohl, oder die Umwelt macht. Nach deiner Aufzählung nach, würdest du das sowieso gewinnen, da ich hier auf einem Gaming-PC schreibe, ein Auto aus Notwendigkeit habe und mich Technik generell interessiert, diese aber natürlich keinesfalls nachhaltig, oder ökologisch sinnvoll ist.
Nur soviel: nach vielen, vielen verschiedenen Anbietern habe ich heute tatsächlich eine Salamialternative gefunden, die mir wirklich schmeckt. Der Aufschnitt nach Salamiart von "Veggie Friends", sehr lecker kann ich nur empfehlen :Hüpf:
Schonmal "Like Döner" von "Like Meat" gehabt? Auch sehr lecker, mit selbstgemachtem veganem Tzaziki und frischem Gemüse ausm Garten haben wir da für den letzten Sommer unser Lieblingsessen entdeckt.

Ein Trend ist für mich übrigens nichts schlechtes. Ein Trend heißt einfach nur, dass immer mehr Menschen eine Sachen machen, aus Überzeugung oder nicht, spielt für mich dafür erstmal keine Rolle. Ob jmd Vegan lebt, weil er Tiere nicht mehr ausbeuten möchte, oder weil er wie ich einfach festgestellt hat, dass es besser für den Sport und die Gesundheit ist, ist mir dahingehend völlig wurscht. Wichtig ist nur, dass er sich dafür entschieden hat. Genauso wie mir egal ist, ob eine Firma nun aus Überzeugung, oder aus wirtschaftlichem Interesse heraus vegane Produkte anbietet. Sicherlich gibt es die Firmen und Leute, welche das aus Überzeugung machen und genau diese haben auch den Trend erst begonnen, aber es sind die großen Firmen, die wirklich einen Unterschied machen können. Rügenwalder z.B. Ich hoffe wirklich, dass sie ihre ganze Produktion auf vegan umstellen. 2019 waren 34% des gesamten Umsatzes durch vegetarische und vegane Produkte erzielt worden, Eier sollen aus den vegetarischen Produkten verschwinden und der Boom geht weiter für Rügenwalder. Solche Konzerne erreichen die Massen. Burger King will auch mehr und mehr Fleischalternativen anbieten, die Nuggets auf Pflanzenbasis schmecken sogar besser als die Hühnchennuggets (ja wir gehen mit unserem Kind ab und an zu Burger King...). Diese Konzerne haben weniger ihr Gewissen entdeckt, als vielmehr einen Markt gefunden, der im Wachstum ist und man kann nur hoffen, dass dieses Wachstum weiter geht, bis die Packung Minutenschnitzel aus der Fleischtheke einfach kein gewinnbringendes Produkt mehr ist.

Aber genug nun vom Essen, da bekommt man ja Hunger :Blauesauge:

Auf was du bei der ganzen Aufzählung deiner guten Taten leider nicht eingegangen bist, ist dein Medienkonsum. Ging es nicht anfangs um Gewalt in Spielen, oder Medien generell? Was für Spiele konsumierst du denn so? Immerhin sind wir hier in einem Spieleforum und es ging ja ursprünglich mal um Ghost of Tsushima. Spiele, die keine Gewalt vorraussetzen gibt es ja, nur aufzählen könnte ich grad aus dem Stehgreif kaum eins (würde Journey da mit reinzählen? Immerhin gibt es ja dennoch Gewalt, wenn auch nur gegen den Spielen selbst).

Meine Meinung: Gewalt und Spiel passt sogar hervorragend zusammen. Siehe The Last of Us 2. Dieses Gefühl des Ekels, der Abscheu gegenüber der eigenen, gerade durchgeführten Handlung hätte man nicht erreicht, wenn man statt mit echten Waffen mit Markern geschossen hätte und die Gegner bei einem Treffer "Raus" gerufen hätten...Renn ich jetzt wegen dem Spiel rum und lasse meiner Rache freien Lauf, nein. Eher im Gegenteil. Das ist natürlich ein Extrembeispiel und mir ist bewusst, dass die meisten Spiele eher ein Gefühl der Überlegenheit und des Glücks bei einem Kill hervorrufen möchten, aber auch bei diesen Spielen wird niemand gleich abgestumpft, oder direkt zum Killer. Ich wurde damals auf dem Schulhof von Kindern verprügeln, die Half-Life nichtmal aussprechen konnten.
Unsere Welt wäre echt ärmer, wenn es keine Medien mehr geben dürfte, in denen Gewalt thematisiert wird, egal in welcher Form. Man sollte dann nämlich nicht den Fehler machen und Spiele, von anderen Medien wie Filmen, Büchern, oder Musik abzuspalten.

Denkst du wirklich die Welt wäre ohne Gewalt in Medien ein besserer Ort? Ich denke eher es wäre ein langweiliger Ort, nicht wegen der Gewalt selbst, sondern wegen den Geschichten, welche ohne einen gewissen Grad an Gewalt einfach keinen Sinn machen würden. Der Pate, Herr der Ringe, Half-Life, Age of Empires...das würde es alles ohne Gewalt nicht geben. Man stelle sich mal vor: Frodo nahm den Ring und marschierte ohne Gegenwähr nach Mordor, warf den Ring in den Vulkan, ENDE.
Ghost of Tsushima's Idee ist bereits im Ansatz verkorkst? Darf die Geschichte der Invasion der Mongolen auf Tsushima jetzt nicht mehr erzählt werden? Oder nur nicht in einem Videospiel? Oder muss sie so erzählt werden, dass sich am Ende alle ganz doll lieb haben? Nee sorry, da bin ich lieber Neandertaler, als auf solche Geschichten verzichten zu müssen.


Übrigens schön, dass du in niedrigeren Klassen deines Sports nicht auf den geifernden Neandertaler triffst, der immer gewinnen will, aber sowas gibts eigentlich überall. Es gibt sogar solche, die extra in niedrigeren Klassen bleiben, damit sie sich den anderen überlegen fühlen können, nicht auf dich bezogen, wirklich.

Ich mache Crossfit, kompetitiv ist da an der Tagesordnung. Sich mit anderen messen, vergleichen und dadurch auch an sich selbst zu wachsen gehört dazu. Die besten Einheiten habe ich, wenn jemand auf meinem Niveau, oder etwas darüber dabei ist und man sich gegenseitig pushen kann. Am allerwichtigsten ist aber die Community, dass man sich gegenseitig und die Leistungen akzeptiert und gemeinsam besser wird. Leute, welche sich ständig über andere Stellen haben bei uns nicht wirklich was verloren, auch wenn es sie wie überall dennoch gibt. Ich bin 2019, als noch Wettkämpfe bei uns angesagt waren in der oberen Klasse gestartet (gibt nur 2) und war letzter. Aber weist du was beim Crossfit groß geschrieben wird? Der letzte beim Workout bekommt den meisten Applaus (immerhin sind die anderen schon fertig und können schon klatschen :lol: )
Dennoch gibt es am Ende einen Gewinner bei den Wettkämpfen und auch beim normalen Training gibt es einen mit den meisten Wiederholungen, dem höchsten Gewicht, etc. Wichtig ist, wie man selbst und mit der eigenen Leistung umgeht und wie man das seinen Kindern vermittelt damit diese eben auch wissen damit umzugehen. Immer nur gewinnen, weil alle Gewinner sind, da nicht mitgezählt wird, ist da für mich der falsche Ansatz, da man so nie lernt mit Niederlagen, welche zwangläufig irgendwann kommen, umzugehen.
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Hokurn
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Re: Normalisierung von Gewalt (aus "Ghost of Tsushima - Test")

Beitrag von Hokurn »

Für mich ist das ein wenig zu sehr schwarz/weiß Denke.
Zum einen sehe ich mich als Mensch, der nicht auf Gewalt zurückgreift, aber ich konsumiere fiktive Gewalt in Filmen und Videospielen. Manchmal vermutlich auch in Musik. Gar nicht nur aber doch vermutlich häufiger. Ich schaue ziemlich viele Horrorfilme.
Wenn ich auf die installierte Spiele angucke, sind da zum einen Spiele wie Rainbow Six Siege World War Z und Dragons Dogma wo man die Gewalt recht schnell findet.
Aber dann hat man auch Grauzonen wie Crash Team Racing, Slay the Spire oder Nier Automata.
Klar kann ich das ganze Jahr Stardew Valley und Sportspiele spielen. Aber die Welt von Spielen, Filmen usw ist vielfältig und der kompetitive Weg ist gerade bei Spielen wie auch im Sport ein offensichtlicher und menschlich nachvollziehbarer.
Wenn man jetzt Spiele wie Red Dead Redemption 2, The Last of Us 2 oder das Album Good Kid maad City von Kendrick Lamar nimmt, wird kritisch mit der Gewalt umgegangen aber die Charaktere befinden sich in diesem Moment in einer anderen Realität als du beschreibst. Die Menschheit kann auch jetzt nicht sofort mit Gewalt aufhören. Klar wäre das zu wünschen aber andere Menschen haben eine andere Realität als wir hier. Es sind sich ja nicht auf einmal alle einig.
Ich finde es iwie auch schwierig jedes mal reale Probleme wie die vermehrte Gewalt im Zusammenhang mit Spielen und Filmen zu bringen. Die Themen Erziehung, Waffen, Bildung, Mentale Gesundheit geistern nicht so durch die Medien...
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Re: Normalisierung von Gewalt (aus "Ghost of Tsushima - Test")

Beitrag von AlMo »

Hm, je mehr wir darüber nachdenken und schreiben und antworten, desto komplexer wird die Sache. Ich sage immer wieder gern: "Je mehr ich weiss, desto mehr weiss ich, dass ich nichts weiss". Oder wie Mai Thi Nguyen-Kim in einer Ihrer Quarks-Sendungen sagte: "Nichts, absolut nichts, an Ernährung ist einfach". So ist das auch ganz allgemein im Leben und je älter wir werden, desto komplexer nehmen wir die Welt war. Und je mehr Menschen, je mehr Fortschritt es gibt, desto rasanter steigt die Komplexität mit an. Insofern, werden wir hier auch zu keinem Ende kommen und nur miteinander Austausch betreiben können und hoffentlich alle miteinander voneinander lernen. So ähnlich beschrieb es auch Gerd Scobel in einem 3sat-Bericht über "Wittgensteins Käfer in der Schachtel", worin es eben genau um unsere Sprache und Fähigkeit, uns mitzuteilen, Erfahrungen, Empfindungen etc. auszutauschen, ging und er so etwas in der Art sagte: Wichtig ist nicht, dass wir einander genau verstehen - was nicht möglich ist -, sondern dass wir uns miteinander austauschen.

Halueth, Du sagtest "Trend" und in meiner Welt erfahre ich den Begriff meist als beläufige und abwertige Beschreibung für eine temporäre Sache. Und ich habe angenommen, dass Du das (unter-)bewusst auch genau so gemeint hast, weil die Sache mit dem veganen Lebensstil eine immens wichtige Sache ist, als dass mand das mit einem "Trend" bezeichnen sollte, schon garnicht in direktem Zusammenhang mit wirtschaftlichen Interessen. Wer sich mit dem Thema wirklich auseinander gesetzt hat, würde das niemals so formulieren, weil es in die falsche Richtung lenkt (indoktriniert). Und ja, Du hast mich, statt Dich zunächst mit meiner Argumentation auseinander zu setzen, direkt mal angegriffen und, in einer Frage verpackt, gesagt, dass ich scheinheilig argumentiere. Letztens sagte ich zu meiner Frau, dass alle Menschen offenbar sofort "draufhauen", sobald sich auch nur irgend eine kleine Möglichkeit ergibt, jemanden zu dominieren. Und genau das hast Du auch getan, statt Dich damit auseinander zu setzen. Meine Vermutung, eher Überzeugung, hierbei ist, dass man Vorwürfe gegenüber seiner eigenen Verfehlungen leid ist und auch mal austeilen möchte. Das ist aber null hilfreich, für niemanden.

Natürlich lebe ich danach, wenn ich solch einen Absatz über Gewalt und Missachtung gegenüber anderen Lebewesen beschreibe. "Ca. 99% vegetarisch" sagte ich, nicht "95%". "Ca.", weil ich manchmal noch Fleisch esse, wenn es anderswo als alternativloses Essen gereicht wird und das Tier sowieso schon getötet und verarbeitet wurde. Dann muss es nicht auch noch missachtet in der Tonne landen. Ich versuche das aber zu vermeiden, wenn es irgendwie möglich ist. Und das letzte Mal ist auch schon über 1,5 Jahre her. Und zu "ca. 95%" vegan betrifft Käse und Milchprodukte, bei denen zwar niemand geschlachtet wird, aber ebenfalls Tiere leiden und wodurch unser Planet massiv geschädigt wird. Was soll ich dazu sagen, dass Du es "ernst meinst", dass ich so lebe? Danke? Soll es mich freuen? Mir liegt nur am Herzen, dass Andere auch so leben, hoffentlich sehr bald.

Dich scheint nur zu interessieren, wie Du meine Aussagen infrage stellen kannst, aber nicht, ob sie stimmen: Du schreibst "sofern ich das denn überhaupt wollte" (nachprüfen). Was soll denn das? Und anschließend schreibst Du, dass Du von Deinem nachhaltigen Lebensstil erzählen könntest, machst es aber nicht. Laber Rhabarber, echt. Und dann noch der Begriff "Schwanzvergleich", gehts noch? Du schlägst um Dich, wie ein kleines Kind, indem Du mich zu diffamieren versuchst. Meine ursprüngliche Vermutung, dass gewalthaltige Spiele nur Gewalt ernten, scheint so ziemlich ins Schwarze getroffen zu haben.

Ich will nicht gegen Dich gewinnen, Halueth. Wir stehen in keinem Wettkampf miteinander. Wir alle stehen kathastrophalen Folgen unserer (Nicht-)Handlungen gegenüber und hier scheine ich etwas mehr dagegen zu unternehmen als Du, wenn Du es unbedingt als Vergleich formuliert haben möchtest. Und da alles in unserer Welt miteinander verbunden ist, trägt auch Gewalt in "Spielen" negativ dazu bei. Gegen einen Gamin-PC spricht doch nichts, wenn er sinnvoll zusammen gestellt ist und nicht alle schisslang erneuert wird. Ich kann auf meinem PC auch alle XXX-Games "sehr gut" oder "gut" zocken, verbrauche dabei aber nur ca. 270 Watt und meine Hardware ist 8 Jahre alt. Wobei ich auch nur sehr selten, ein paar mal im Jahr, zocke. Die "Spiel des Jahres"-Bewertungen haben mich mal wieder dazu angeregt, mich darüber zu informieren, was derzeit so angesagt und möglich ist. Ein "Auto aus Notwendigkeit" zu besitzen, das sagen wahrscheinlich alle Autobesitzer. Aber nicht alle Autobesitzer leben außerhalb gut vernetzter, öffentlicher Verkehrsmittel. Hier, in der Großstadt, in der ich lebe, ist alles zugekleistert mit Autos, sogar die Fußgängerwege. Die meisten WOLLEN nicht auf das Auto verzichten, weil sie nichts an ihrem Leben ändern möchten. Statt dessen wird auf eine "Alternative" gehofft, die umweltverträglicher ist, man aber selbst nichts dazu beitragen braucht. Mit dieser Einstellung wird sich REIN GARNICHTS positiv verändern. Umweltverträglicher ist ja z.B. nicht nur ein verringerter CO2-Ausstoß, weniger Motorenlärm und Gummiabrieb etc., sondern genauso die Verringerung der Anzahl der Fahrzeuge, damit man wieder mehr von der richtigen Umwelt sieht, mehr in sozialen Kontakt und Austausch gerät, mehr Grünflächen entstehen können, die Wegzeit (durch Unterhaltungen, Lesen usw.) genutzt werden kann (statt sich aufs sichere und nicht abgelenkte Steuern eines potentiell sehr gefährlichen Fahrzeugs zu konzentrieren) und solche Dinge. Um auf ein Auto zu verzichten, bedeutet möglicherweise umzudenken, sein Leben zu verändern, was sicher oft möglich wäre, wenn man es nur wollte. Und technikinteressiert zu sein ist auch nicht gleichbedeutend mit etwas grundsätzlich Negativem, auf Ökologie bezogen. Ich liebe Technik, sie fließt oft quasi durch meine Adern, so leicht komme ich (größtenteils) immer wieder damit klar, schon immer. Aber das bedeutet nicht, dass ich stets Altes gegen Neues austauschen brauche, weder Hard- noch Software. Um das Potential von all den Möglichkeiten auszunutzen und richtig zu genießen, die uns all die Technik heutzutage bietet, bräuchte man mehrere, parallele Leben. Was uns trennt, wenn Du deine Affinität zur Technik beschreibst und als "natürlich unökologisch" beschreibst, ist unser Umgang damit: Eine willentliche Entscheidung. Wobei das mit dem "willentlich" auch wieder zum Ursprung zurück führt. Gewalt ist nicht natürlich, sondern wird GEHALTEN. So wie (das allgemeine, derzeitige) Kaufinteresse und Konsum nichts Natürliches sind, sondern manipulativ hervorgerufen werden, durch Werbung, durch (kopf- und oder gewissenlose) "Reviews", "SALE"s etc. Indoktrination. Niemand ist davor gefeit. Und je früher damit begonnen wird (kindesalter), desto heftiger die Langzeitauswirkungen (Religion, Gewalt in "Spielen", Konkurrenzkampf; der Kreislauf ist kaum zu durchbrechen. Und eine "Salamialternative" als vegane Alternative aufzuführen ist zum Heulen und Lachen gleichzeitig. Das mein ich nicht persönlich. Es ist nur traurig, weil es einmal mehr zeigt, wie wenig Du von "diesen Dingen" zu verstehen scheinst, obwohl Du gleichzeitig (etwas später) davon sprichst, aus Gründen der höheren Leistungsfährigkeit beim Sport und der Gesundheit von einer "echten" Salami zu einer Veggi-Alternative gewechselt zu haben. Eine Salami ist so ziemlich das abgrundtief Schlechteste, was man zu sich nehmen kann, aus gesundheitlichen Gründen. Und weil Du nichts über "Bio" sagtest und "Veggie Friends" auch keinerlei Bio-Siegel aufdruckt, scheint beides kein Bio zu sein. Das zum Einen. Zum Anderen geht es nicht darum, einen gleich "schmeckenden" Ersatz zu finden, sondern eine Ernährungs-Alternative. Und gerade bei wenig oder garnicht verarbeiteten Bio-Produkten schmecken die oft um Welten besser als das konventielle Giftzeugs. Auch hier wieder eine Parallele zum "Ich BRAUCHE ein Auto" - alles ist komplex. Ich kenne Fleischalternativen bzw. vegane Burger aus dem Bio-Segment und da kann ich eigentlich alle empfehlen, die ich bisher probierte. Keiner schmeckt wie ein Burger und trotzdem vermisse ich nichts. Es schmeckt und tut gut, mehr ist irrelevant.

Dass es Dir "völlig wurscht" ist, ob jemand aus egoistischen (Sport, Gesundheit) oder ethischen (Tierwohl) oder ökologischen (unser allgmeines Wohl) Gründen vegan lebt, schmerzt mir in der Seele. Ein weiterer unbedachter Satz von Dir, nebenbei bemerkt. Wenn Dir DEINE Gesundheit wichtig ist, MUSS Dir ebenso die Ökologie wichtig sein, denn die schlägt Dir mächtig auf DEINE Gesundheit, wenn es ihr schlecht geht. Mit er Ethik ist das so eine Sache, je nachdem, wie sehr man sich in Andere einfühlen kann und welche persönlichen Erfahrungen man in seinem bisherigen Leben so gesammelt hat. Ist z.B. die eigene Mutter an einer Lungenentzündung hops gegangen, als man fünf war, wird man eher weniger leichtfertig die "natürliche Auslese" bzw. "Herdenimmunität" anhand einer "Durchseuchung" per COVID-19 für gut heissen. Ist ein Schulkollege mit 14 an Hautkrebs erkrankt, denkt man vielleicht eher mal über die globale Erderwärmung nach. Wird der eigene Hund von einem fremden Auto über den Haufen gefahren, ist einem vielleicht eher die Seele in einem Tier bewusst, die jedes abfällig und unwürdig bezeichnete "Nutztier" beinhaltet. Komplexität, persönliche Erfahrungen und die eigenen Fähigkeiten, damit umzugehen - in jeder Generation "das gleiche" Thema, immer wieder aufs Neue, scheint mir. Aber wir haben das Internet, eine nahezu verzögerungsfreie Möglichkeit, miteinander, weltweit zu kommunizieren, Wissen und Erfahrungen auszutauschen. Jetzt wirds besser! Oder nicht? ...

Ja, es ist positiv, dass Firmen wie Rügenwalder, Burger King etc. mehr und mehr vegetarische und vegane Produkte anbieten. Aber noch viel viel wichtiger wäre es, das auch in Bio zu tun, und als Konsument auch den Konsum der Produkte solcher Firmen nach und nach zu reduzieren oder ganz einzustellen, da das stark verarbeitete "Nahrungsmittel" sind und damit - neben der schieren Kalorienzufuhr - eigentlich nichts dazu beiträgt, uns mit NAHRUNG zu versorgen. Davon wird man krank und dumm, salopp ausgedrückt. Wirklich.

Mein Medienkonsum, hm. Ich lese z.B. oft Sachbücher, wie zuletzt:

Rolf Dobelli - Die Kunst des digitalen Lebens
Giulia Enders - Darm mit Charme
Edward Snowden - Permanent Record
Richard David Precht - Jäger, Hirten, Kritiker
Petra Bracht - Klartext Ernährung
Petra Bracht - Intervallfasten
Rolf Dobelli - Die Kunst des klaren Denkens
Rolf Dobelli - Die Kunst des guten Lebens
Yael Adler - Haut nah
Johannes Krause - Die Reise unserer Gene
Bas Kast - Der Ernährungskompass

Noch ungelesen auf dem virtuellen Bücherstapel (z.B.):

Jonathan Safran Foer - Wir sind das Klima
Jonathan Safran Foer - Tiere essen
Shoshana Zuboff - Das Zeitalter des Überwachungskapitalismus
Maja Göpel - Unsere Welt neu denken

Ansonsten schau ich mir fast täglich einen Bericht (oder Satire) aus der öffentlich-privaten Mediathek an, z.B. von:

3sat / ZDF - Scobel
ZDF - Precht
ZDF - Terra X
ZDF - Leschs Kosmos
ZDF - heute-show
ARD - Quarks
ARD (WDR, SWR, ARD aplha) - Planet Wissen
ARD (ARD, NDR) - extra 3
ARD (br) - quer

Hin und wieder seh ich mir eine Film-Doku an, z.B.:

The Game Changers (2019)
Before The Flood (2016)
Das System Milch (2018)
Die gruene Luege (2018)
An Inconvenient Sequel Truth To Power (2017)
This Changes Everything (2015)
Anders essen - das Experiment (2020)
Minimalism A Documentary About the Important Things (2015)
The Perfect Weapon (2020)
Chasing Coral (2017)
The Enemies of Reason (2007)
The Root of All Evil? (2006)

Was für Spiele ich zocke?

Als ich noch jung und unerfahren war (C-64, Amiga 500, Konsolen, PC) so ziemlich alles außer Horror. Als ich anfing, mehr und mehr darüber nachzudenken, wurden gewahlthaltige Spiele seltener, dann weniger lang gezockt, dann garnicht mehr. Wie gesagt, ich zocke immer seltener, grundsätzlich, aber auch, weil ich keine Lust auf Neuauflagen habe (davon gibts ja unzählige), der Spielwitz oft dem technisch Möglichen oder schierer Gewalt gewichen ist oder weil mir die Games zu umfangreich werden. Ich bin kein Fan davon, mich "rund um die Uhr" mit einem Spiel zu beschäftigen bzw. damit beschäftigen zu müssen, um es "drauf zu haben". Allein die vielen Tasten eines Joypads und die Kombinationen daraus gehen mir auf den Senkel. Dann steh ich null auf Sammeln und Aufrödeln und auch nicht auf Role-Playing (ich mag das echte Leben, echte Menschen, Kommunikation miteinander und spende dort viel lieber Zeit hinein). Inzwischen hab ich das Gefühl, dass ein totales Pille-Palle-Game unbedingt die Möglichkeit braucht, mich in tausend Variationen ankleiden und ausrüsten zu können mir Fähigkeiten in einem Endlos-Stammbaum aneignen muss. Das sind für mich alles nur reine Arbeits-Beschaffungs-Maßnahmen und Zeitfresser ohne Unterhaltungswert. Gute Spiele der Vergangenheit waren z.B. für mich:

Guitar Hero, Rock Band etc.
Sing Star
Buzz
Mario Kart
FIFA xyz (mit einem Kumpel macht das durchaus Spaß, auch wenn ich "echten" Fußball nicht mag)
Ori And The Blind Forest
Journey
FAR Lone Sails
Grow Home
The Cave
Gone Home

Einige hatte ich kurz ausprobiert und gelangweilt oder angewiedert wieder abgeschaltet. Ein paar, die mir einfallen:

Fallout 4 (weitläufig, langweilig, immer das Gleiche, alberne Erklärvideos, zu viel ABMs)
Sunless Sea (langweilig)
XCOM Enemy Within (langweilig, immer das gleiche Prinzip mit viel zu viel ABMs)
Dark Souls (scheiss Optik - alles in Grau in Grau - und zu brutal)
BioShock 1 (lieblose, kühle Optik, zu brutal)
Bayonetta (ähm, was war nochmal der Sinn des Spektakels? Sexismus, Gewalt, Extrem-Hektik, immer-dasselbe?)
Portal 2 (langweilige Optik, immer das Gleiche)
Crysis 2 (gute Optik, an sich gute Geschichte, aber auch immer das Gleiche und zu viel Gewalt)

Widerum viele andere hab ich erst garnicht in die Auswahl aufgenommen, nachdem ich mir hier einen Videobericht dazu angesehen hatte, z.B.:

Doom xyz (auch wenn ich früher gern Unreal Tournament zockte, weils so schön hektisch war und ich meinen LAN-Nachbar gegens Schienbein treten oder über den Tisch verfluchen konnte; das es war völlig unrealistische "Gewalt", eher Paintball)

The Division 1/2 (sah mir nach reiner Realgewalt aus)
Red Dead Redemption 1/2 (ich schätze, hier hat auch die Gewalt gepunktet? Ansonsten sah es mir nach Herumreiten, bisschen Plaudern, Sammeln und rote Optik aus - war da mehr?)
Borderlands xyz (also das war auch nur eine einzige ABM, allerdings mit ner coolen Optik)
Call-of-irgendwas-Black-Army-Rekrutierungs-Werbung (selbstredend zu viel Realgewalt und sonst nix)

ABER ich habe z.B. auch folgende Spiele begeistert durchgespielt:

BioShock Infinite
Hellblade - Senuas Sacrifice

BioShock Infinite war mir VIEL zu brutal, aber es ist a) schon ein paar Jahre her, dass ich es spielte (heute weiss ich nicht, ob ich es nochmal zocken würde) und b) haben mich andere Sachen an dem Game gefesselt. Die Frau als mein ständiger Begleiter, die Fabelhaftigkeit und Kreativität des Spiels (der Riesenvogel, die andere Dimension, die Luftstädte, die Schwebebahn, die Roboter, das Sektenartige) - ich hab in dem Moment eine Gänsehaut bekommen, als ich ganz am Anfang, oben angekommen, die große Tür öffnete und auf die erste Schwebestadt blickte. Von da an wollte ich wissen, was das alles zu bedeuten hat und ging den Schießereien und sonstigen Gräueltaten so gut es ging aus dem Weg (stellte auch die niedrigste Schwierigkeitsstufe ein).

Und bei Hellblade war es die Gesamtwahrnehmung, das Hineinversetzen in eine andere, angstbehaftete Person, die mit einem Trauma zu kämpfen hatte, das man als Spieler durchlebte. Zudem war das Spiel sehr abwechslungsreich, kreativ und auch optisch sehr ansprechend. Auch hier war mir die Gewalt eigentlich zuwider, aber das war Kunst und zielte auf etwas völlig anderes ab, als schieres Abmetzeln von irgendwelchen Gegnern. Aber oft hab ich auf sowas keine Lust bzw. seit dem nichts derartiges mehr angerührt.

Und derzeit ist Horizon: Zero Dawn installiert. Allerdings hab ich das jetzt auch schon seit nem Monat nicht mehr angerührt, weil es auch immer wieder aufs Gleiche hinausläuft: Herumrennen und irgendwen abmurksen. Dann muss man da auch wieder sammeln, aufrödeln, dranbleiben, sonst vergisst man all die Tastenkombis etc. ABER: Es sieht verdammt gut aus und hat bisher eine sehr spannende Geschichte. Ggf. stell ich mal auf Story-Modus und geb dem Ganzen noch einen Versuch.

Was ich mir noch vorgemerkt habe, wenn ich (jemals) dazu kommen sollte:

Arise - A Simple Story
Beyond Eyes
Candleman - The Complete Journey
Crypt Of The NecroDancer
Distortions
Flower
Golem
GRIS
Heavens Vault
Hob
InnerSpace
Inside
Into The Breach
Iris Fall
Lovers in a Dangerous Spacetime
Macrotis - A Mothers Journey
Oddworld - Abes Oddysee New n Tasty
Ori and the Will of the Wisps
Oure
Outer Wilds
Oxenfree
Rime
RUMU
Sea of Solitude
Shiftlings
Silence - The Whispered World 2
State Of Mind
Steel Rats
Subaeria
Subaeria
Sunset Overdrive
Tacoma
The Stanley Parable
The Station
Thimbleweed Park
Tokyo 42
Trackmania Turbo
Truberbrook
Tyler Model 005
Unravel
Unruly Heroes
Windbound
Yokus Island Express
YumeNikki Dream Diary

Einige davon scheinen "gewaltbehaftet" zu sein, aber der erste Anschein (Videoberichte) wirkt eher nach "harmloser" Gewalt, also comichaft (Tom und Jerry, Bud Spencer, solche Sachen sind nicht ernst gemeint und die ordne ich auch nicht als gewalttätig ein), verniedlicht, angedeutet etc. Sowas ist in Ordnung. Aber bei unserem Samurai-Game hier gehts nur darum, andere aktiv abzumetzeln, in unterschiedlichen Formen. Wenn ich mir das Testvideo durchklickend ansehe, erkenne ich schöne Grafik und ansonsten aufgeschlitzte Menschen-Bäuche, vom Spieler - als Hauptaufgabe ausgeführt - aufgeschlitzte Menschen-Bäuche. Hier bissi Quatschen, dort ne Video-Sequenz ansehen machen ja wohl nicht das Hauptspiel aus, wenn ich mir den Testbericht ansehe. DAS ist Gewalt, die es nicht braucht.

Was z.B. The Last Of Us (1/2) betrifft, da bin ich mir nicht sicher. Das müsste ich anzocken, um es beurteilen können, worauf hier in erster Linie Wert gelegt wird.

Ich habe nichts dagegen, dass Gewalt thematisiert und verarbeitet und verhindert wird. Ich habe etwas dagegen, dass es als Spielkonzept Anwendung findet.

Den Paten hab ich bis heute nicht gesehen ... Herr der Ringe dafür durchaus, aber neben all den schönen Landschaften, den tollen Darstellern und Dialogen, der fantastischen Story, denke ich dabei kaum an Gewalt, auch wenn sie doch hier und dort (mehr oder weniger ausgedehnt) vorkommt. Aber die Gewalt ist nicht die treibende Kraft der HDR-Trilogie, sie gehört nur AUCH dazu, hin und wieder. Das meinte ich nicht, wenn ich Samurai-Abschlachter, Real-Shooter und derartiges, deren HAUPT-Spielkonzept die Gewalt ist, kritisiere. Und Spiele sind nochmal was ganz Anderes als Filme. Filme erlebt man passiv, Spiele "spielt" man aktiv, heute oft aus der Ich-Perspektive. Betrachten und Verarbeiten ist etwas ganz Anderes als frei gewählt und mit voller Absicht verursachen und das auch noch SPIELERISCH, als FUN-Factor!!! WTF?! ...

Hmpf, Du willst es nicht verstehen, hm? Die Tatsache, dass man ein sich Abschlachten zweier Völker als "Spiel" auswählt und inszeniert, ist verkorkst. Die Geschichte kann erzählt werden, aber soll doch nicht GESPIELT werden, da sich Abschlachten kein Spiel ist. Verkloppen, mit blauen Flecken, meinetwegen, kein Ding, aber Messer von hinten ins Herz, Kehle durchschneiden, Headshot, Bauch aufschlitzen, Kopf abhacken ... echt jetzt, das ist kein Spielprinzip ...

Ja, den Neandertaler gibts überall, aber Du hast Fussball aufgeführt, also bin ich auf Sport eingegangen. Und auch hier hast Du - wie ich viel weiter oben bereits erwähnte - sofort die erstbeste Möglichkeit genutzt, mir eins reinzudrücken, statt meine Erklärung so stehen zu lassen: Ich würde nur deshalb tiefer spielen, um dort ein Gott zu sein. Gehts noch!? Ich spiele vielleicht 5x mal im Jahr wettbewerbsmäßig, ansonsten reines Freizeitgegurke, das dann auch mit den Teammitgliedern stattfindet. Und das mache ich, weil ich gern in Gesellschaft von netten Menschen bin und mich gern bewege. Was reitet Dich, dass Du mich permanent blöd anmachen musst - auch wenns "wirklich nicht auf mich bezogen ist"? Applaus ist mir wurscht, den darfst Du als Letzter gern genießen ....

@ Hokurn

Da war ja noch was ;-) Ja, ich meinte die selbst gespielte Gewalt, nicht die passiv erfahrene in Dokumentationen, Filmen, Büchern etc. Zwar schau ich mir heute auch keine Kriegsfilme mehr an (früher durchaus, weil ich das a) noch nicht kannte und b) noch weniger Lebenserfahrung hatte), auch keine Anti-Kriegsfilme, aber zur Aufklärung sind sie nachwievor in Ordnung. Horrorfilme waren noch nie meins und davon hab ich nur einige wenige in meinem Leben gesehen.

Mit Gewalt in Musik gehe ich inzwischen aber auch bewusster um als früher. Die Tage bin ich mal meine alte Sammlung durchgegangen und wo ich früher nur auf Instrummente, Stimmlagen, Rhythmus achtete, habe ich hier und dort mal (genauer) hingehört und dabei so ziemlich alles ausgesiebt, was mir zu gewalttätig war.

Ich hab früher ganz anders hierüber gedacht und immer genauso argumentiert, dass Gewalt im Spiel nix mit realer Gewalt zu tun hat. Ich hab mich auch nie geprügelt oder war sonst aggressiv gegenüber anderen. Trotzdem, mit mehr Lebenserfahrung ist es einfach nur schwer zu ertragen, dass sowas ein Spiel sein soll. Ich kann einfach nicht mehr diese blinde Trennung vollziehen und finde sowas daher inzwischen nur noch banal und grausam. Und da es beim Spielen an sich nicht darum geht, was der Gegenstand des Spiels ist, sondern nur die Mechanik, die sinnhafte Erfahrung, der Austausch mit anderen Menschen und solche Dinge, muss es doch wirklich keine Gewalt sein, so mini-mini-mini ist doch unser menschlicher Horizont nun wirklich schon lange nicht mehr. Daher nochmal: Es wird nur noch gemacht, weil daran fest gehalten wird, nicht weil es eine sinnvolle Berechtigung besitzt. Niemand braucht Gewalt in einem Spiel - so angewandt, wie ich sie kritisiere. Sie soll so weit wie nur möglich weg von Normalität und schon gar vom Spielerischen. Alles hat Auswirkungen auf alles.

Ja, was so allgemein durch die Medien (Nachrichten, News etc.) läuft, davon halte ich mich fern. Lies mal das oben genannte Buch: Rolf Dobelli - Die Kunst des digitalen Lebens. Ich bin schon seit vielen Jahren genau so eingestellt, wie er es erklärt und anrät, aber meiner Frau hat es z.B. etwas helfen können (Nachrichten-Junkie).
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Halueth
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Re: Normalisierung von Gewalt (aus "Ghost of Tsushima - Test")

Beitrag von Halueth »

Oh man ey. Wir kommen echt nicht auf einen grünen Zweig. Wenn du alles nur als persönlichen Angriff betrachtest, oder denkst ich würde mich persönlich angegriffen fühlen, dann bauchen wir nicht weiter reden.

Tut mir leid, dass Veggie Friends nicht Bio ist, tut mir leid dass du das mit dem Fußball auf dich bezogen hast, obwohl ich extra noch dazu geschrieben habe, dass ich dich damit explizit nicht meine, tut mir leid, dass deine Wahrnehmung des Begriffs "Trend" eine negative ist (vlt wäre "Boom" für dich besser gewesen). Übrigens ist es in meinen Augen nicht sinnvoll, oder zielführend davon auszugehen, dass alle Menschen aus Überzeugung und der Umwelt wegen zu Veganern werden. Vlt. bin ich da zu pragmatisch...

Und ein Spiel wie Ghost of Tsushima auf das Aufschlitzen zu reduzieren...


Egal, der Neandertaler klinkt sich jetzt hier aus.
Zuletzt geändert von Halueth am 10.01.2021 07:01, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Normalisierung von Gewalt (aus "Ghost of Tsushima - Test")

Beitrag von AlMo »

Ich hab Dir doch erklärt, warum Deine Äußerung ein Angriff sind oder sehr danach scheinen. Und da Du Dich wiederholt so verhältst, ist das methodisch. Was soll ich da mit überhäuften Entschuldigungen anfangen?

Nein, es tut Dir nicht Leid, dass Veggie Friends nicht Bio ist. Das ist blödes Gelaber. Wenns Dir Leid täte, würdest Du es nicht essen, nicht für Dich und nicht für den Rest der Welt. Du bist Technik-Freak, schmeisst Dein Geld für verschwenderische Gaming-PCs raus, fährst Auto - dann hast Du auch das Geld für Bio-Produkte. Also, wenns Dir Leid täte, würdest du anders handeln. Bitte keine Wort- oder Satzhülsen antworten.

Wenn Du das mit dem Fussball nicht auf mich bezogen hättest, hättest Du es überhaupt nicht anführen brauchen. Oder es wäre hilfreich gewesen, es anders zu formulieren und nicht wie eine auf eine ganz üblich ausgeübte Kritik gegenüber einer anderen Person. Erzähl mir doch nix vom Pferd.

Trend, Boom ... das sind BEIDES negativ behaftete Wörter für temporäre und meist wieder abflachende Modeerscheinungen. Beides ist unangemessen.

Wenn Du tatsächlich pragmatisch wärst, würdest Du alles daran setzen, dass wirklich jeder Hinterletzte Veganer wird. Tausch mal Deine Augen aus, im übertragenen Sinne, sie täuschen Dich gewaltig.

Also, das Spiel wie "Ghost of Tsushima" hab ich mir jetzt nochmal per Videobericht durchklickend angesehen. Das Video spielt folgende Sequenzen in dieser Reihenfolge ab: Reiten, Kriegsreden halten, Bogenschießen, Aufschlitzen, Leichenberge, Unterhaltung, Aufschlitzen auf einer Brücke, Unterhaltung beim Spazierengehen mit Schwertfesthalten und Verbeugen, Aufschlitzen in einem Gebäude, Aufschlitzen auf einer Brücke, jemanden von einer Brücke stoßen, Spazieren bei Laubfall, Reiten im Gras, Traben bei glänzendem See, Laufen im Gras, In die Ferne Blicken, nächste Opfer ausspähen, auf nem Pferd im Wald sitzen, in ner Wiese rumstehen, einen Berg anschauen, bei Sonnenuntergang im Wald herumlaufen, Aufschlitzen androhen und Abhauen, durchs Wasser laufen, zu zweit durch die Gegend reiten, von nem Berg auf ne Wiese glotzen, durch ne Wiese laufen, auf ne leere Landkarte guggen, mit nem Fuchs auf nem Berg reden, durch ne Wiese laufen, ne Übersicht über Storys der Reihe nach anklicken, ne Landkarte anguggen, jemanden Aufschlitzen, Aufschlitz-Techniken nachlesen, auf nen Turm klettern und jemandem sein Messer zuerst in den Magen und dann von unten durch den Hals in den Kopf rammen, durch ne Wiese laufen und jemanden Aufschlitzen, nächstes Opfer ausspähen, dann in einem Gebäude jemanden Aufschlitzen ... Huh, kommt das wirklich nur mir mega dämlich und (unnötig) brutal vor oder fehlt mir die rosa Brille? Dabei bin ich gerade erst bei 4:27 min im Videobericht angekommen.
Zuletzt geändert von AlMo am 10.01.2021 08:32, insgesamt 4-mal geändert.
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Re: Normalisierung von Gewalt (aus "Ghost of Tsushima - Test")

Beitrag von Halueth »

Schön, dass ich dafür sorgen kann, dass du dich weiterhin moralisch überlegen fühlen kannst ;)

Gern geschehen :Häschen:


Das Problem mit so militanten Veganern ist, dass ihr definitiv nichts erreichen werdet, außer Ablehnung zu erzeugen. Es bringt nichts den Menschen immer wieder aufzuzählen was sie falsch machen. Alternativen müssen wertfrei aufgezeigt werden, dafür sind Firmen wie Rügenwalder einfach unerlässlich. Und dann muss man einfach nur selbst nach seinen eigenen Regeln leben und nicht anderen vorwerfen sie würden für den Untergang der Menschheit sorgen, nur weil sie den Saitan für ne leckere Gemüsepfanne nicht aus der Überzeugung heraus kaufen, damit Tierleben zu schützen oder den Planeten zu retten, sondern einfach weils lecker schmeckt und gesünder ist, als das Geschnetzelte von der Fleischtheke.

Du lehnst Gewalt in Spielen ab und spielst aber Bioshock Infinite, klasse. Schön, dass dich das Drumherum bei dem Spiel interessiert, kämpfen musst du da dennoch. Bei GoT hast du schön viele Dinge aufgezählt, die das Spiel so viel mehr werden lässt, als den bloßen Schnetzelsimulator, als den du es siehst. Alleine die Gedichte schreiben, oder die Füchse streicheln. Die Geschichte rund um den Samuraikodex. Sicherlich könnte ich dazu auch ein Sachbuch lesen, oder bei Google nachschauen wie sich das Damals abgespielt hat, Gewalt kommt da dennoch vor. Aber du unterscheidest ja nach aktiver und passiver Gewalt...

Viel Spaß mit Horizon übrigens, wird sicher super auf deinem 8 Jahre alten PC laufen...oder hast du etwa eine PS4...ohohoh...Übrigens wird in dem Spiel ziemlich viel gemordet, nicht nur Roboter.

Solche Leute wie du triggern mich einfach, da werd ich schnell mal polemisch...
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Grauer_Prophet
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Re: Normalisierung von Gewalt (aus "Ghost of Tsushima - Test")

Beitrag von Grauer_Prophet »

Auweh der intolerante Weltverbesser will wieder alles verbieten was erm ned passt.

Kann ja jeder Leben wie er es für richtig haltet aber bitte auch bei anderen Zulassen das sie das tun.
Zur Ernährung -natürlich gehört einiges Verbessert um Zukünftig die Welternährung gewährleisten zu können.
Aber Sachen per see zu verbieten und zu verteufeln bringt nix wird sich nie durchsetzen und ist schwachsinnig.

Gewalt fasziniert den Menschen deswegen so weil es ein Bestandteil des Menschsein ist.Allein die Biologie und die Psyche des Menschen steht und fällt mit Abwehrmechanismen etc.
Der moderne Mensch muss Versuchen diesen Urinstinkt zu unterdrücken da die moderne Gesellschaft natürlich im widerspruch zur Natur steht.
Ein Mensch der wegen Gewalt in Spielen und Filmen anfängt durchzudrehen ist sowieso eine tickende Zeitbombe.
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