Spiele von heute haben keine Seele

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Slayback101
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Spiele von heute haben keine Seele

Beitrag von Slayback101 » 26.12.2013 00:12

Spiele von heute... Das sind Spiele wie Call of Duty, Need for Speed, Battlefield, Assassins Creed oder Medal of Honor. Aber auch weniger bekannter Schund wie Dynasty Warriors, Legendary, RacePro und Divinity. Was ich für ein Problem mit all diesen und vielen weiteren Spielen habe? Sie verdienen die Bezeichnung "Spiel" nur bedingt, ebenso wie sie nicht als Klassiker in die Geschichte eingehen werden.

Bleiben wir mal bei Call of Duty. Diese Reihe geht in die zehnte Runde, spielerisch ist man in der zweiten Runde hängen geblieben. Was bitte hat Call of Duty, was es als befriedigendes Spiel ausmachen könnte? Hat es Anspruch, muss ich also meinen Spielstil anpassen um bestimmte Situationen zu meistern? Eigentlich schon, nur wird dir immer die Lösung verraten, der Weg gezeigt oder vorgelaufen und alles passiert automatisch. CoD ist deshalb kein Spiel.

Es gibt keine Spiele mehr, die dich so wegblasen, dir den übelsten Mindfuck geben, so dass du noch Jahre danach darüber reden kannst. So einen wie in Final Fantasy VII, so einen wie in Resident Evil oder schlicht so einen wie in Bioshock. Alles von heute ist nur noch oberflächlicher Mainstream-Bullshit, der zwar gut aussieht, aber mich als Spieler niemals zufrieden stellt. Am meisten kotzt es mich an, dass die neuesten Spiele so beworben werden als wären sie das beste seit langem. Ryse: Son of Rome? Was außer gut aussehender Scheiße ohne Substanz ist es denn bitte? Was kann es? Nix! Oder nehmen wir Final Fantasy XIII-2. Sieht super aus, aber außer der Offenlegung für die Vorliebe der Entwickler für Metrosexuelle Japaner gibt mir das Spiel nix, rein garnix was es als Spiel durchgehen lassen könnte.

Sind die heutigen Spieleentwickler etwa nur unterbelichtete, dumme Spackos ohne Know-How wie man ein denkwürdiges Spielerlebniss abliefert? Schaut euch Naughty Dog an! Die machen schöne Spiele, die fordern, dich lernen lassen was zu tun ist, dich einsaugen und belohnen. Dann schaut euch Infinity Ward an! Die halten euch für blöd, wissen um die Dummheit der CoD Gemeinde und zocken sie Jahr für Jahr mit billigem Schrott ohne jede Substanz ab.

Ich will Charaktere haben, die mich beschäftigen, bei denen ich nachforschen will, etwa wegen deren Hintergründen. Ich will Hass empfinden gegen den Bösen, ich will so was ähnliches wie Zuneigung für meine Heldentruppe empfinden. Was bekomme ich? Ich bekomme Recker, ich bekomme den Erweckten, ich bekomme Lightning, ich bekomme DEN Grauen Wächter. Und da kann jeder sagen was er will, Dragon Age ist scheiße, weil mein Charakter auch scheiße ist, er hat null Persönlichkeit!

Da das hier etwas lang wird, hör ich erstmal auf, wenn ihr Bock habt, diskutiere ich weiter mit euch in den Comments. Haut rein ;)

Hurricane251
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Re: Spiele von heute haben keine Seele

Beitrag von Hurricane251 » 26.12.2013 01:05

Bleiben wir mal bei Call of Duty. Diese Reihe geht in die zehnte Runde, spielerisch ist man in der zweiten Runde hängen geblieben.
Sind die heutigen Spieleentwickler etwa nur unterbelichtete, dumme Spackos ohne Know-How wie man ein denkwürdiges Spielerlebniss abliefert? Schaut euch Naughty Dog an! Die machen schöne Spiele, die fordern, dich lernen lassen was zu tun ist, dich einsaugen und belohnen.
Uncharted ?

Edit: Ich hatte sicherlich meinen Spaß bei dem Spiel aber einen "WoW-effekt" hatte es nicht. Geschweigen den Personen (ausser Sully ) die einem im Gedächtnis beliben

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Almalexian
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Re: Spiele von heute haben keine Seele

Beitrag von Almalexian » 26.12.2013 01:13

Machs doch kurz und schreib gleich "Früher war alles besser".

Ich fasse mich ebenfalls möglichst kurz, in drei Absätzen:

Erstens, Ja, früher war die Sache mit den Spielen anders. Wie ich immer mal wieder sage, hat man früher hauptsächlich Spiele um der Spiele willen gemacht und es ging eher nebensächlich um Geld, heutzutage siehts im wesentlichen umgekehrt aus. Man muss allerdings auch sehen, dass der Spielemarkt deutlich breiter als noch vor Jahren ausgelegt ist. Dass es dabei relativ gesehen mehr Gurken als früher gibt kann gut sein, definitiv gibt es allerdings nicht absolut mehr. Noch immer kann man dann und wann selbst in den großen Titeln was gutes ergattern, die kleinen noch gar nicht mitgezählt.

Zweitens: Ich nehme mal an, dass du nicht den Anfang der Videospiele mit 25 erlebt und dessen jetzige Form mit 30 genießt. Deine ersten Berührungen mit Videospielen entstanden wahrscheinlich wie bei vielen heutzutage bereits im Knirps-Stadium und die Augen die man damals auf ein Spiel hatte, hat man selbst bei dem gleichen Spiel heutzutage nicht mehr in der Form, erst Recht nicht bei einem neuen Spiel. Wenn Leute in Erinnerungen an die alten Klassiker schwelgen ist da kaum objektive Kritik zu verorten, sondern hauptsächlich sehr viel emotional aufgeladene Nostalgie die sich an diverse (in diesem Alter und mit der Efahrung dieser Zeit) Golden Moments mit bestimmten Spielen knüpft. Meine Güte, meine u.a. schönsten Momente mit Computerspielen hatte ich mit einem Monstertruck-Rennen wo die Kühe ohne jegliche Selbstanimation durch die Gegend flogen und Monstertrucks von Flugsauriern wieder aufgerichtet wurden. Mit dem was heute geht ist das nicht zu vergleichen, aber für so einen 6-jährigen Knirps war das ne dolle Sache.

Drittens: Du vergleichst Äpfel mit Birnen. Die von dir ins Feld geführten CoD's und FiFa's dieser Welt hießen früher Tetris und Pac-Man. Vom Spielprinzip einfache, schnell zu erlernende, aber hart zu meisternde Spielchen die man mal so zwischendurch als Geschicklichkeitsübung zocken kann, aber keinerlei weitere Hintergründe haben. Natürlich kann man durch die mittlerweile ordentlich aufgebohrten Grafik- und Soundeffekte sowie die etwas größeren Gameplaymöglichkeiten auf die Idee kommen, man hätte hier was anderes vor sich (manch einer denkt ja sogar, CoD sei ein Kriegsspiel), aber wenn man sich den Kern ansieht merkt man immer noch ganz deutlich die Wurzeln dieses Genres. Und natürlich ist es legitim, über die Innnovationsarmut in dem Bereich zu stöhnen, aber es wird ja niemand zum Kauf gezwungen, daher sehe ich nicht so das große Problem. Dass sich das Zeug wie geschnitten Brot verkauft, daran wird dieser Thread (wie ich es imnmer nur wieder betonen kann) eh nichts ändern. AC fällt zwar in eine etwas andere Schublade, hat aber zumindest im ersten und zweiten Teil durchaus interessante Aspekte im Bereich Gameplay und Story gezeigt, für den weiteren Verlauf gilt dann wieder letztgenanntes. Auch sollte klar sein, dass nicht jede AAA-Idee gleich die Reinkarnation von Baldur's Gate wird. Erst recht nicht, wenn sich heutzutage mit einem anderen Publikum in anderen Bereichen viel mehr schöpfen lässt.

Schlussendlich bleibt mir noch zu sagen, dass immernoch nicht das Abendland in kultureller Hinsicht dem Verfall anheim fällt, nur weil sich einige Dinge in der Branche ändern. Es gibt, wie so üblich, negative und positive Aspekte dieses Wandels, damit hat man sich zu arrangieren oder auszusteigen. Ändern kann man es jedenfalls nicht.

PS: Ich hab sogar eben rausgegoogelt wie das Spiel hieß. Monster Truck Madness 2 :Häschen:
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mr archer
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Re: Spiele von heute haben keine Seele

Beitrag von mr archer » 26.12.2013 10:51

Mir ist die Eingangsthese auch zu global. Kulturpessimismus für Arme hilft niemandem weiter. Und hier im Regal stehen einige Spiele jüngeren Datums, die ich ebenso ins Herz geschlossen habe wie die Helden meiner Videospieladoleszenz in den frühen 1990ern. "Spiele von heute" sind sicherlich vielmals anders als back in the days. Aber wie damals gilt auch heute in dieser Frage das Sturgeon-Theorem:

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Slayback101
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Re: Spiele von heute haben keine Seele

Beitrag von Slayback101 » 26.12.2013 11:23

Mich stört vorallem die Stagnation, welche sich bei vielen Spielen breit macht. Immer wieder gibt es sinnfreie Storys, uninteressante Charaktere oder nutzlose Features. Lichtblicke gibts klar auch hin und wieder, aber äußerst selten. Jedes Spiel hat sicher für irgend jemanden immer eine Daseins-Berechtigung, aber dass alles anscheinend blind gekauft wird, obwohl man weitaus besseres haben könnte, würde man kritischer sein ist sehr traurig finde ich.

Was ich außerdem sagen wollte, ist dass die Genres zwar weitgehend identisch zu vor Zehn Jahren sind, aber die sinnfreie Vereinfachung und Abspeckung viel vom Reiz heutiger Spiele nimmt. Far Cry (2004) war sehr schwer, aber grade dadurch ungemein befriedigend wenn man eine schwere Stelle gemeistert hat. Kein Vergleich zu heutigen CoDs oder MoHs.

Oder Tomb Raider. Damals war es wirklich knifflig, heute wird einem in Spielen wie Enslaved der Lösungsweg quasi ins Gesicht geschmissen. Das kann doch nicht der Sinn des Spielens sein! Das alles liegt daran dass die Industrie nur noch auf Gewinn aus ist, wäre die Spielebranche nicht so Profit geil, würden erstens bessere Spiele entstehen und zweitens mehr neues dabei rauskommen.

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Purple Heart
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Re: Spiele von heute haben keine Seele

Beitrag von Purple Heart » 26.12.2013 11:29

Slayback101 hat geschrieben:Das kann doch nicht der Sinn des Spielens sein! Das alles liegt daran dass die Industrie nur noch auf Gewinn aus ist, wäre die Spielebranche nicht so Profit geil, würden erstens bessere Spiele entstehen und zweitens mehr neues dabei rauskommen.
Damals waren die genauso Profit geil wie heute... 80% der Spiele //damals// waren auch nur Müll und hatten keine "Seele". Bloß die wurden aus den Erinnerungen verdrängt.
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Kivlov
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Re: Spiele von heute haben keine Seele

Beitrag von Kivlov » 26.12.2013 11:31

Bezüglich RacePro:
Ich finde ein Rennsimulator brauch keine Seele/Charakter/Bösewicht

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mr archer
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Re: Spiele von heute haben keine Seele

Beitrag von mr archer » 26.12.2013 12:35

Slayback101 hat geschrieben:
Was ich außerdem sagen wollte, ist dass die Genres zwar weitgehend identisch zu vor Zehn Jahren sind, aber die sinnfreie Vereinfachung und Abspeckung viel vom Reiz heutiger Spiele nimmt. Far Cry (2004) war sehr schwer, aber grade dadurch ungemein befriedigend wenn man eine schwere Stelle gemeistert hat. Kein Vergleich zu heutigen CoDs oder MoHs.
Wenn ich mir überlege, dass für dich "damals" offenbar die Jahre um 2005 waren - schauder. Verglichen mit der damaligen Durststrecke, die mich mein Hobby fast hätten beenden lassen, herrschen inzwischen doch eher wieder paradiesische Zustände.
Zuletzt geändert von mr archer am 27.12.2013 17:08, insgesamt 1-mal geändert.
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Batistuta
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Re: Spiele von heute haben keine Seele

Beitrag von Batistuta » 26.12.2013 17:33

Also heutige Spiele-Charaktere haben mMn weit mehr Persönlichkeit als früher. In der letzten Gen war einer wie Gordon Freeman von Half-Life einer der bekanntesten Spielechars und das obwohl er nichtmal was sagt und man ihn auch nicht sieht. Oder in früheren GTAs - die Chars waren meist sehr platte Stereotypen. Es gab halt viele schweigende, namenlose Helden.

Heute gibt es Chars wie John Marston in RDR die eine starke Persönlichkeit haben oder Ezio aus AC 2, Ellie und Joel aus tLoU, alle Figuren aus Mass Effect, Drake aus Uncharted, Nico Belic, Michael, Trevor aus GTA, Vaas aus FC 3. Auch Lara Croft ist nicht mehr nur ein weiblicher Indiana Jones Verschnitt mit dicken Tüten, sondern reagiert im Spielverlauf realistischer und emotionaler.

Dazu kommt, dass die Spiele stärker in Richtung Open World gehen, also die Welt an sich wichtig ist und nicht einfach nur Lieferant für irgendwelche Opfer ist, die ich dann wegballern muss.
Das sind alles Entwicklungen die mMn absolut in die richtige Richtung gehen.

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SethSteiner
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Re: Spiele von heute haben keine Seele

Beitrag von SethSteiner » 26.12.2013 18:24

Früher war so manches besser. Diablo zum Beispiel war noch atmosphärisch und finster, die Story war zwar flach aber die Stilistik stimmte. Auf der anderen musste man sich auf Texte verlassen, die natürlich auch ihre Wirkung entfalten konnte aber cineastische Dialoge wie in Mass Effect, wo die Figuren herumgingen, die Arme bewegten und ihren Worten Ausdruck verliehen gab es nicht. Eine Gesangseinlage eines Charakters? Musste man sich eher vorstellen. Es gab besseres, es gab schlechteres und vor allem gab es eine ganze Menge was sich eigentlich gar nicht verändert hat. Es gab auch damals Unternehmen die einfach Klone produzierten oder auf Wellen mitritten und dabei vielleicht gutes produzierten aber nichts woran man sich wirklich erinnert. In Nostalgie wird auch manches besser als es wirklich ist, genauso wie ich mir vorstellen kann, dass einige den Charakteraufzählungen widersprechen würden und manche Figur als agr nicht so toll entlarven.

Und wenn wir uns das Shooter-Genre anschauen, ja es ist der Bodensatz aber es ist nicht jeder Titel ein Call of Duty.

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Deuterium
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Re: Spiele von heute haben keine Seele

Beitrag von Deuterium » 27.12.2013 15:30

Früher war alles besser,
früher war alles gut.
Da hielten alle noch zusammen,
die Bewegung hatte noch Wut.

Früher, hör auf mit früher,
ich will es nicht mehr hör'n.
Damals war es auch nicht anders,
mich kann das alles nicht stör'n.


2 Strophen eines Liedchens, an das ich immer denken muss, bei "früher war alles besser" Thesen. Es gibt und gab zu allen Zeiten Schrott und Perlen. Das ist eigentlich schon alles, was gesagt werden müsste.

Es ist einfach Schwachsinn, dem Kulturzweig gesunde Triebe abzuerkennen. Ich erkenne auf einigen Ebenen tatsächliche Fortschritte. Auf anderen wiederum tatsächlich Stagnation. Ich kann aus der heutigen Perspektive leider vielen alten Schinken, die ich mir hin und wieder reinziehe, nur noch ein gutes Handwerk bescheinigen, aber auf emotionaler Ebene lassen sie mich oft etwas kalt. Ich finde sie gar nicht mehr besonders "beseelt", um mal im Threadjargon zu bleiben.

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Suppression
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Re: Spiele von heute haben keine Seele

Beitrag von Suppression » 27.12.2013 16:30

mr archer hat geschrieben:
Slayback101 hat geschrieben:
Was ich außerdem sagen wollte, ist dass die Genres zwar weitgehend identisch zu vor Zehn Jahren sind, aber die sinnfreie Vereinfachung und Abspeckung viel vom Reiz heutiger Spiele nimmt. Far Cry (2004) war sehr schwer, aber grade dadurch ungemein befriedigend wenn man eine schwere Stelle gemeistert hat. Kein Vergleich zu heutigen CoDs oder MoHs.
Wenn ich mir überlege, dass für dich "damals" offenbar die Jahre um 2005 fahren - schauder. Verglichen mit der damaligen Durststrecke, die mich mein Hobby fast hätten beenden lassen, herrschen inzwischen doch eher wieder paradiesische Zustände.
Ich dachte auch, er würde wenigstens von den "goldenen" Neunzigern reden. Von den goldenen Zweitausendern hab ich hingegen nie gehört :ugly:

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FuKc-YeAh
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Re: Spiele von heute haben keine Seele

Beitrag von FuKc-YeAh » 07.01.2014 16:54

Kann ich nur bedingt unterschreiben. Finde dass die stark competetiven Spiele von der Anforderung her vergleichsweise drastisch nachgelassen haben , rede hierbei aber auch hauptsächlich von meinen absoluten Lieblingsstücken StarCraft und Quake.

StarCraft wurde vom eigenen Nachfolger schon stark vereinfacht , SC2 ist aber zum glück immernoch ein nennenswerter Multiplayer Titel im 1on1. Dennoch ist die Gameplaymechanik (abgesehen von Gruppierungsoptimierungen die echt notwendig waren) nicht mehr annähernd so fordernd.

Quake (3). So etwas ... gibt es schlicht und ergreifend nicht mehr. Moderne Shooter sind inzwischen (zugegeben auch zu recht) etwas ganz anderes. Aber Im FPS Bereich habe ich tatsächlich das Gefühl dass hier ein ganzes Genre gestorben ist. Und ja ... auch Quake Live ist nicht Quake 3. Zum Glück ist "Reflex" jetzt in Arbeit ... als Freund klassischer FPS Games darf man hier gespannt sein.

So sitze ich und warte in diesen Genres auf Spiele mit einem unwahrscheinlich hohem mechanischen bzw. Gameplaytechnischen Anspruch, da hab ich einfach am meisten Spaß dran ... und in diesem ... und ich denke auch nur in diesem Punkt kann man sagen dass Spiele früher tatsächlich "besser" waren.
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Manchmal zweifle ich an ihren Engagement für Sparkle Motion !

devorrini
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Re: Spiele von heute haben keine Seele

Beitrag von devorrini » 07.01.2014 23:18

Spiele von heute... Das sind Spiele wie Call of Duty, Need for Speed, Battlefield, Assassins Creed oder Medal of Honor. Aber auch weniger bekannter Schund wie Dynasty Warriors, Legendary, RacePro und Divinity. Was ich für ein Problem mit all diesen und vielen weiteren Spielen habe? Sie verdienen die Bezeichnung "Spiel" nur bedingt, ebenso wie sie nicht als Klassiker in die Geschichte eingehen werden.
Du solltest dir dabei vlt. immer vor Augen führen, mit was für Spielen, bzw. Publishern du es zu tun hast! Was möchtest du zum Beispiel in Race Pro mit einer "Seele"? Dort sollst du Rennen fahren und ansonsten: NICHTS! Ein Call of Duty oder Battlefield besitzt auch immer zwei Seiten der Medaille! Einerseits den Singleplayer, von dem sich der Publisher meistens ne Menge erhofft und der für Ottonormalbürger ausgelegt ist und daher vor allem auf Ballern und Action ausgelegt ist, also auf dass, was sich der Großteil der Masse wünscht und nicht die 5%, die sich darüber Gedanken machen! Anderseits kannst du dich im Multiplayer voll austoben und diesen 95% auf die Nase hauen und dich freuen! Der Core-Gamer von heute hat ja schließlich auch seine 500h+ Spielzeit in diesen neuen Spielen und nicht in den alten PSOne Games von annodazumal! Also so schlecht können sie nicht sein, oder?
Klassiker wollen die Spiele erst recht nicht werden! Das brauchen Spiele die alle 1-3 Jahre erscheinen gar nicht, diese brauchen nur eine mittelmäßige Qualität und ansonsten nur: Ballerei, Geschwindigkeit und hübsche Lichteffekte mit Explosionen!

Bleiben wir mal bei Call of Duty. Diese Reihe geht in die zehnte Runde, spielerisch ist man in der zweiten Runde hängen geblieben. Was bitte hat Call of Duty, was es als befriedigendes Spiel ausmachen könnte? Hat es Anspruch, muss ich also meinen Spielstil anpassen um bestimmte Situationen zu meistern? Eigentlich schon, nur wird dir immer die Lösung verraten, der Weg gezeigt oder vorgelaufen und alles passiert automatisch. CoD ist deshalb kein Spiel.
Da muss ich dir zustimmen, allerdings ist es das, was die Breite Masse möchte! Keinen komplizierten taktischen Shooter sondern eher so ne Art "Interaktiver Film" für zwischendurch!
Es gibt keine Spiele mehr, die dich so wegblasen, dir den übelsten Mindfuck geben, so dass du noch Jahre danach darüber reden kannst. So einen wie in Final Fantasy VII, so einen wie in Resident Evil oder schlicht so einen wie in Bioshock. Alles von heute ist nur noch oberflächlicher Mainstream-Bullshit, der zwar gut aussieht, aber mich als Spieler niemals zufrieden stellt. Am meisten kotzt es mich an, dass die neuesten Spiele so beworben werden als wären sie das beste seit langem. Ryse: Son of Rome? Was außer gut aussehender Scheiße ohne Substanz ist es denn bitte? Was kann es? Nix! Oder nehmen wir Final Fantasy XIII-2. Sieht super aus, aber außer der Offenlegung für die Vorliebe der Entwickler für Metrosexuelle Japaner gibt mir das Spiel nix, rein garnix was es als Spiel durchgehen lassen könnte.
Mit dem Beispiel von Bioshock konterst du dich praktisch selber aus! Erstens ist Bioshock nicht gerade alt und trotzdem schon fast ein Klassiker, zweitens ist mit Bioshock Infinite gerade der nächste Aspirant auf den Klassikeraward gekommen! In deinem "früher" war doch auch höchstens 1 von 20 Spielen eines, an dass man sich im Nachhinein erinnert, oder?
Sind die heutigen Spieleentwickler etwa nur unterbelichtete, dumme Spackos ohne Know-How wie man ein denkwürdiges Spielerlebniss abliefert? Schaut euch Naughty Dog an! Die machen schöne Spiele, die fordern, dich lernen lassen was zu tun ist, dich einsaugen und belohnen. Dann schaut euch Infinity Ward an! Die halten euch für blöd, wissen um die Dummheit der CoD Gemeinde und zocken sie Jahr für Jahr mit billigem Schrott ohne jede Substanz ab.
Naughty Dog hab ich nie gespielt, deshalb kann und will ich dazu nichts sagen, aber schau dir doch mal die Zielgruppe von CoD an! Die ist gefühlt 15 Jahre alt und mitten in der Pubertät und jetzt versetz dich nochmal in dieses Alter zurück, wie viel selbstständiges, rationales Handeln konnte man von dir damals erwarten? Personen in diesem Alter freuen sich normalerweise über jede Explosion und jeden Gewehrschuss den sie abfeuern dürfen. Sicher, CoD und Infinty Ward ist eines der schwarzen Schafe, aber man darf keinesfalls die ganze Szene damit verallgemeinern!
Schau dir auf der anderen Seite doch noch mal die Positivbeispiele an! Oder möchtest du GTA5, Bioshock Infinite oder Skyrim wirklich als schlecht und Seelenlos verkaufen?
Ich will Charaktere haben, die mich beschäftigen, bei denen ich nachforschen will, etwa wegen deren Hintergründen. Ich will Hass empfinden gegen den Bösen, ich will so was ähnliches wie Zuneigung für meine Heldentruppe empfinden. Was bekomme ich? Ich bekomme Recker, ich bekomme den Erweckten, ich bekomme Lightning, ich bekomme DEN Grauen Wächter. Und da kann jeder sagen was er will, Dragon Age ist scheiße, weil mein Charakter auch scheiße ist, er hat null Persönlichkeit!
Kurz nen paar Spiele, die dich in dem Sinne vlt. befriedigen könnten: Mirrors Edge, Bioshock 1 bis Infinite, GTA5, Skyrim oder Sleeping Dogs. Damit hast du nen paar Tage was zu spielen!

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greenelve
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Re: Spiele von heute haben keine Seele

Beitrag von greenelve » 23.01.2014 13:34

Wie wäre die These "Spiele hatten früher mehr Seele, weil man seine eigene dazugeben musste"? Heute wird dank Grafik alles wunderschön dargestellt, während früher ein paar Pixelklötze ein Schwert oder ein Drache sein konnte und erst die Phantasie des Spielers (seine Seele) hat daraus eine blitzezuckende Waffe oder ein feuerspeiendes Ungetüm gemacht. Oder Sprachausgabe. heute kann die reale Welt sehr umfangreich kopiert und dem Spieler serviert werden (inklusive fantastischer oder science-fiction-elemente, die sich nahtlos einfügen)
(Was nicht bedeutet das heutige Spiele von sich aus weniger Seele haben, mehr das die Spieler sich weniger darauf einlassen....)

Man war als Spieler aufgrund der schlechten Technik mehr gefordert das Spiel real wirken zu lassen. Genauso wie der Entwickler überlegen musste, wie er mit der begrenzten Technik eine glaubwürdige Welt aufbaut.


Das mal so als Gedanke von mir...
Gelangweilt? Unterfordert? Masochistisch veranlagt? -> http://www.4players.de/4players.php/dow ... 47903.html
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